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Langeoog

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Langeoog
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Die autofreie Insel Langeoog ist eine von sieben ostfriesischen Inseln in der Nordsee.

Hintergrund[Bearbeiten]

Langeoog ist eine „typische“ ostfriesische Insel mit Dünenkette, dahinterliegendem Grünland, und nach Osten schmaler werdend. Der Strand ist vollkommen natürlich. Es gibt keine Buhnen, um Abtragung von Sand zu verhindern, sondern nur Schutzpflanzungen (Hecken) an den Dünenrändern. Langeoog ist sehr lagestabil. Dafür werden umfangreiche Stabilisierungsmaßnahmen an den Dünen durchgeführt. Für den Tourismus wurde die Insel bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt.

Nach Westen wird die Insel vom Flinthörn abgeschlossen. Dort existiert eine Beobachtungsplattform und es gibt eine Art Lehrpfad mit Informationen zur Vogelwelt und zur Landschaft. Teile des Flinthörns sind eine Ruhezone für die Vögel. Sie darf nicht betreten werden.

Im Süden der Insel liegt der Hafen. Vom Hafen aus sind längere Spaziergänge auf zwei Deichen und auf der Straße zum Dorf möglich. Zwischen dem Dorf und dem Hafen liegt ein Inselwäldchen, das nach dem 2. Weltkrieg auf dem ehemaligen Militärflughafen angepflanzt wurde.

Die Gebiete östlich des Dorfes sind weitgehend unbewohnt. Das Pirolatal ist ein ca. 2 km langes Tal, das sich vom Ostende des Dorfes bis zum Großen Schlopp erstreckt. Es liegt hinter der ersten Dünenkette, wo zu den weiter landseits liegenden Dünen ein breiter Abstand ist, der Tal-Charakter hat.

Noch weiter östlich kommt das Große Schlopp, wo die Insel nach der Weihnachtsflut 1717 zweigeteilt war. Hier findet man eine ca. 1 km lange deichartige künstliche Düne zum Meer hin und einen See. Die anschließende Düne „Melkhörn“ soll mit 23 m der höchste Punkt Ostfrieslands sein. Nach Osten läuft die Insel mit Dünen und der Grünfläche der Meierei schließlich in eine Sandplatte aus.

Am Ostende der Insel (Osterhook) steht eine Beobachtungsplattform. Sie ist vom Dorf aus auf dem Radweg zu erreichen, die letzten etwa 100 Meter müssen gelaufen werden.

Die Hauptstraße von Langeoog vom Wasserturm aus gesehen

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Norden, Osten, Süden kommend: bis zum Autobahnkreuz Oldenburg, von dort über die A 29 Richtung Wilhelmshaven, Abfahrt Jever/Wittmund. Der B 210 folgen bis nach Ogenbagen, dort rechts auf die L8 abbiegen nach Esens. In Esens an der Peldemüle links abbiegen nach Bensersiel. Dort sind Parkplätze.

Von Westen (insbesondere westliches NRW) kommend: auf der A 31 bis zur Ausfahrt Emden-Mitte (3), dann der B 210 folgen über Aurich bis nach Ogenbargen, dort auf die L 8 wechseln und dieser über Esens bis nach Bensersiel folgen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Alternativ mit der Bahn von Osten kommend bis nach über Oldenburg und dort umsteigen in die stündliche NordWestBahn nach Wilhelmshaven. In Sande (dritter Haltepunkt nach Oldenburg) umsteigen in die RB 59, NordWestBahn nach Esens, die am selben Bahnsteig gegenüber abfährt. Von Esens gibt es einen Bustransfer bis zum Anleger Bensersiel. Die Fahrkarte lässt sich bei Fahrt über Esens bis Langeoog lösen (Fahrschein des Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ).

Aus Süden und Westen kommend mit der Bahn bis Norden. Von dort fahren stündlich kurz nach Ankunft des Zuges Regionalbusse bis zum Anleger, die gut auf den Bahnfahrplan passen und reichlich Platz für Gepäck haben. Diese Verbindung erfordert von Süddeutschland kommend weniger Umsteiger, dauert allerdings von Osten her kommend etwas länger.

Langeoog-Fähre[Bearbeiten]

Die Langeoog-Fähre fährt in der Saison ca. 5 Mal am Tag. Die Überfahrt dauert 30 min. Die anschließende Fahrt mit der Inselbahn ist im Preis inbegriffen. Die Fahrkarte ist gleichzeitig die Kurkarte. Fahrkarten sind in Bensersiel am Anleger zu erhalten.

Hin- und Rückbeförderung mit der Fähre inkl. Inselbahn 2018:[1]

  • Erwachsene (ab 16 Jahre): 25,20 €
  • Kinder (6-15 Jahre): 15,20 €

Mobilität[Bearbeiten]

Inselbahn

Die Insel ist autofrei. Jedoch flitzen zahlreiche Elektrokarren für allerlei Lieferverkehr umher, so dass man nicht behaupten kann, dass nur Fußgänger und Radfahrer verkehren.

Es gibt auch Kutschfahrten, auf denen man die Insel kennenlernen kann. Die Kutschen dienen eher selten dem praktischen Transport von Gepäck und Fahrgästen.

Weil im einzigen Ort alles nah beieinander ist, ist alles fußläufig zu erreichen. Beliebt für den Gepäcktransport sind Handkarren, die zu Dutzenden am Bahnhof abgestellt sind. Die Inselbahn zum Hafen ist kostenlos für Kurkarteninhaber.

Üblicherweise mietet man sich für die Zeit des Aufenthalts oder für einzelne Tage ein Fahrrad, z.B. für die Ausflüge zum Ostende (Entfernung: etwa 12 km). Es gibt zahlreiche Fahrradverleihe.

Die Langeoog-Reederei bietet Ausflugsfahrten zu den Nachbarinseln und zu den Seehundbänken an. Daneben bieten lokale Fischer aus den Sielhäfen und der lokale Fischladen gelegentlich Fahrten mit Fang an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Katholische Kirche St. Nikolaus ist die römisch-katholische Kirche auf der ostfriesischen Insel Langeoog und liegt am Strandjepad, am westlichen Rand des Ortskerns. Der zuständige leitende Pfarrer von Langeoog hat seinen Sitz in Esens.
Seit der Reformation hatte es auf Langeoog keine Katholiken gegeben. Erst der aufkommende Badetourismus brachte ab Ende des 19. Jahrhunderts auch katholische Kurgäste auf die Insel. Seit dem Sommer 1910 wurde in der Reisezeit in provisorischen Räumlichkeiten von auswärtigen Priestern die heilige Messe gefeiert.
Der Bedarf der NS-Rüstungsbetriebe an der Küste sowie, nach Kriegsende, der Zustrom ostdeutscher Vertriebener ließ eine kleine katholische Ortsgemeinde entstehen, der heute 250 Menschen angehören. Für sie, aber mehr noch für die Urlauber wurde die Kirche gebaut, deren Grundsteinlegung am 15. Januar 1962 erfolgte. Sie erhielt den Namen des heiligen Nikolaus, des Patrons der Seefahrer, und wurde am 4. Juni 1964 vom Osnabrücker Bischof Helmut Wittler geweiht. Die Pläne stammten von der Göttinger Architektin Lucie Hildebrand. Erste Umgestaltungs- und Erweiterungsarbeiten wurden 1973 abgeschlossen. Nach einem tiefgreifenden Umbau konnte die Kirche am 23. Juni 2002 von Bischof Franz-Josef Bode neu geweiht werden. Sie gehört heute zur Pfarreiengemeinschaft Küste.
Die Gestaltungsidee der Kirche ist ein von der Erde aufwärts ragender Schiffsbug. Der Turm hat die Form eines Vorderstevens. Das brachte ihm unter den Langeoogern die Spitznamen Möwenrutschbahn und Nonnenrutsche ein. Der Innenraum präsentiert sich seit den letzten Umbaumaßnahmen weit und hell und öffnet durch Klarglasfenster den Blick auf die Insellandschaft. Das Kreuz ist als Steuerrad gestaltet.
  • Die Evangelische Kirche von Langeoog, eine lutherische Gemeinde, befindet sich im Ortskern auf der Kirchstraße, nicht weit vom Rathaus entfernt. Die Kirche wurde 1890 eingeweiht, nachdem der Vorgängerbau abgerissen worden war.
  • Wasserturm - schöner Rundblick über die Gemeinde. Der 18 m hohe Turm steht auf einer kleinen Düne. In der Aussichtskanzel der verglasten Dachlaterne steht man 23 m über dem Meeresspiegel. Der ehemalige Wasserturm ist heute das Wahrzeichen der Insel. Geöffnet ist im Sommerhalbjahr Mo-Fr von 10-12 Uhr
  • Heimatmuseum
  • Altes Wasserwerk – Informationen über die Wasserwirtschaft auf Langeoog: Wassergewinnung, Wasseraufbereitung
  • Nordseeaquarium & Schifffahrtsmuseum - Sammlung von Schiffsmodellen im Haus der Insel
  • Melkhörndüne - höchste Erhebung
  • Sonnenhof - ein reetgedecktes Wohnhaus. Hier wohnte zeitweise die Sängerin und Schauspielerin Lale Andersen, die auf dem hiesigen Dünenfriedhof begraben ist.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Spaziergänge am Strand und in den Dünen
  • Nordic Walking auf gekennzeichneten Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade (bis ca. 22 km). Es gibt Informationstafeln zum Nordic Walking und auch spezielle Wegweiser.
  • Lauftraining: Ein Rundkurs um die gesamte Insel umfasst je nach dem Stand der Gezeiten etwa 36 km Laufstrecke, davon etwa 15 Kilometer Sandstrand. Es gibt auch sehr schöne Strecken auf den Deichen und auf befestigten Wegen.
  • Sportabzeichen: Langeoog wirbt sehr für sportliche Aktivität. Man kann alle Disziplinen des Sportabzeichens auf der Insel absolvieren.
  • Radtour zur Meierei mit Einkehrmöglichkeit (Info) und zum östlichen Inselende. Hier kann man von einer Aussichtsplattform Seehunde beobachten. Auf dem Weg zum Ostende ist auch das Vogelwärterhaus gelegen, das eine kleine naturkundliche und ornithologische Ausstellung enthält.
  • Besuch des Meerwasser-Erlebnisbades an verregneten Tagen (Eintritt bis 90 Min. für Kurbeitragszahler frei!)
  • Thalasso
  • Anwendungen im Kur- und Wellness-Center

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Das Gastronomie-Angebot auf der Insel ist sehr vielseitig und reichhaltig. Während der Hauptsaison im Sommer gibt es zahlreiche günstige Angebote in Nähe des Badestrandes.

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • Seekrug Langeoog, Panoramarestaurant mit Blick auf die Nordsee und auf die Dünen, Höhenpromenade 1, 26465 Langeoog, Tel.: 04972 383
  • Strandhalle, Panorama-Restaurant auf der höchsten Düne, Höhenpromenade 5, 26465 Langeoog, Tel.: 04972 99 07 76

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt einen "Jugendzeltplatz" an der Jugendherberge 2 km östlich vom Ort. Zelten ist im übrigen auf ganz Langeoog untersagt, auch auf Privatgrundstücken.

Zur Unterkunftssuche der Kurverwaltung.

  • Langeoog-Unterkunft. Komfortabel eine Ferienwohnung, ein Hotel, Ferienhaus oder eine Pension für Ihren Urlaub auf Langeoog finden und buchen

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Der Wasserturm im Luftbild

Kurbeitrag & LangeoogCard Gäste erhalten gegen Zahlung der Kurtaxe ihre LangeoogCard, mit der auf der Insel zahlreiche Leistungen kostenfrei sind (u. a. Nutzung der Inselbahn, 1,5 Stunden täglicher Erlebnisbadbesuch, kostenloser Strandbesuch, freier Zugang zu den Spielhäusern, Zugang zum Wasserturm usw.).

In der Hauptsaison 2011 betrug der Kurbeitrag für Erwachsene (ab 16 Jahre) 3,50 €, für Kinder (6-15 Jahre) 2,10 €. In der übrigen Zeit gibt es Ermäßigung.

Eine vollständige Leistungsübersicht und weitere Informationen zu Kurbeitrag & LangeoogCard sind hier als PDF-Datei zu finden.

Ausflüge[Bearbeiten]

Ausflugsfahrten mit der Langeoog-Schifffahrt: u. a Wattenmeerfahrt mit Fischfang (2 h), Tagesfahrt nach Spiekeroog, Fahrt zu den Seehunden am Osterhook (2 h). Infos siehe www.schiffahrt-langeoog.de.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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