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Bet Sche'an

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Hauptstraße und Tel
Bet Sche'an, Bet She'an, Beit She'an, Bet Schean, Beit Shean
Subdistrikt Jesreel
Einwohner 17.000
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Lage
Lagekarte von Israel
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Bet Sche'an

Bet Sche'an (hebr. בית שאן, arab. بيسان‎ Baisan, oft auch in anderen Transkriptionen wie Bet She'an oder Beit She'an), historisch auch Skythopolis, ist das städtische Zentrum des Bet-Sche'an-Tals im nördlichen Israel. Während die moderne Stadt für Touristen nicht allzuviel zu bieten hat, gehört der Nationalpark mit seinem weitläufigen Ausgrabungsgelände zu den interessantesten und wichtigsten archäologischen Stätten Israels; insbesondere für Reisende, die sich für das römische und byzantinische Erbe des östlichen Mittelmeerraums interessieren, gibt es hier viel zu entdecken.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Gegend von Bet Sche'an blickt auf eine lange Geschichte zurück; eine erste Siedlung bestand hier schon in der Bronzezeit. Zwischenzeitlich immer wieder zerstört und neu besiedelt, wurde Bet Sche'an nach der Eroberung durch die Römer eine freie Stadt in der so genannten Dekapolis. Die Dekapolis war ein Bund von zehn Städten (griechisch: Deka-polis), zu dem u.a. auch Damaskus und Jerash (Gerasa) gehörten. Später war Bet Sche'an Bischofssitz und Provinzhauptstadt, die Stadt ist bis heute ein Titularbistum der römisch-katholischen Kirche. In byzantinischer Zeit erreichte der Ort mit 30.000-40.000 Einwohnern seine maximale Größe. Nachdem die Stadt 636 von den Arabern erobert worden war, verlor sie an Bedeutung; den Untergang der antiken Stadt besiegelte ein Erdbeben im Jahr 749, das die Stadt völlig zerstörte. Noch heute kann man im Ausgrabungsgelände ganze Gebäudeteile sehen, die durch die Erdstöße in eine Richtung gefallen sind.

Nach der Zerstörung im 7. Jahrhundert konnte die Stadt nie wieder an die frühere Bedeutung anknüpfen. Zwar errichteten die Kreuzfahrer hier eine Siedlung, später bestand auch ein arabischer Ort, allerdings blieb Bet Sche'an ein größeres Dorf. Während des Israelischen Unabhängigkeitskriegs 1948 flohen viele arabische Einwohner der Stadt, andere wurden vertrieben. Nach der israelischen Staatsgründung wurde Bet Sche'an neu gegründet und hat inzwischen wieder eine Einwohnerzahl von ca. 17.000 erreicht.

Die historischen Teile der Stadt wurden inzwischen teilweise ausgegraben. Das beeindruckende Gelände umfasst u.a. die Überreste der städtischen Hauptstraßen, zweier Bäder und eines Theaters. Das Ausgrabungsgelände deckt indessen nur einen geringen Teil der ursprünglischen Stadt ab: Nur etwa 10 % der früheren Stadt, also v.a. die Bereiche des antiken Stadtkerns, sind ausgegraben.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Vor der israelischen Staatsgründung lag Bet Sche'an an einer Nebenstrecke der Hedschasbahn. Diese Strecke wurde stillgelegt und aufgegeben; mancherorts erkennt man in Richtung See Genezareth noch die Bahndämme der alten Bahnstrecke.

Im Oktober 2016 wurde 1 Bet Sche'an wieder an das Schienennetz der israelischen Eisenbahn angeschlossen; der Bahnhof liegt im Norden etwas ausserhalb der Stadt an der Strasse 71 nach Afula.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die 2 Central Bus Station liegt im Osten der Stadt in der Nähe der Strasse 90

Auf der Straße[Bearbeiten]

Bet Sche'an liegt an der israelischen Straße 90, die das Land und die Westbank entlang des Jordans von Norden bis hinunter nach Eilat durchquert. Wenn man sich im Bereich des Jordangrabens, also z.B. am See Genezareth, auf den Golanhöhen oder am Toten Meer aufhält, ist entsprechend diese Straße für die Anreise zu empfehlen. Auch von Jerusalem kann man diese Straße nehmen: Man fährt dann zunächst auf der Straße 1 in Richtung Osten und wechselt bei Jericho auf die Straße 90 nach Norden. Wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte man klären, ob Beschränkungen beim Befahren des Westjordanlands bestehen. Wenn man auf der Straße 90 von Süden kommt, muss man nämlich das Westjordanland auf jeden Fall durchfahren (was normalerweise aber kein Problem darstellt).

Kommt man aus den küstennahen Gegenden, empfiehlt es sich, ggf. entlang der Küste und dann durch die Jesreelebene an Afula vorbei anzureisen; man erreicht dann Bet Sche'an über die Straße 71 von Nordwesten. Auf dieser Route kann man das Westjordanland bei Bedarf umfahren.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Erläuterter Überblick über das Parkgelände

Die mit Abstand wichtigste Sehenswürdigkeit Bet Sche'ans ist der gleichnamige israelische Nationalpark im Nordosten der modernen Stadt. Die ersten Ausgrabungen fanden bereits 1920 statt, im größeren Maßstab wird das Gelände seit 1986 ausgegraben.

1 Bet She'an National Park. Tel.: +972-4-6587189, Fax: +972-4-658-1899. Geöffnet: Von April bis September So-Do 8-17 Uhr; im Winterhalbjahr abends eine Stunde kürzer; Fr bis 16 Uhr, Sa bis 17 Uhr. Preis: Erwachsene 25 NIS, Kinder 13 NIS; es gibt verschiedene Ermäßigungen. - Das Gelände ist teilweise rollstuhlgeeignet, ein spezielles Fahrzeug kann ohne Aufpreis bei der Parkverwaltung angefordert werden. Zum Park gehört ein Souvenirshop mit Cafeteria. Für den Besuch im Nationalpark sollte man mindestens zwei Stunden einplanen; wenn man sich für archäologische Stätten interessiert, kann man sich aber problemlos auch einen halben Tag und länger im Park aufhalten. Im Gelände gibt es an mehreren Stellen Trinkwasserspender.

Im Rahmen des empfohlenen Rundgangs kann man das Gelände gut erkunden und sich die Höhepunkte des Parks genauer ansehen.

  • Direkt nach dem Eingang befindet sich am 2 Besucherzentrum eine beschattete Terrasse (hier ist auch die Cafeteria; linker Hand befinden sich die WCs). Von hier aus kann man sich einen groben Überblick über das tieferliegende Gelände verschaffen. Interessant ist ein großes Modell der antiken Stadt, das im linken Teil der Terrasse aufgestellt ist und das erahnen lässt, wie bedeutend Skythopolis einst war.
  • Betritt man das eigentliche Ausgrabungsgelände, liegen zunächst links der Hauptstraße die Ruinen des 3 Westlichen Badehauses - ein Thermenkomplex mit einer Gesamtfläche von immerhin ca. 9000 m². Man erkennt unter anderem noch immer das für die römischen Bäder typische Heizsystem.
  • Direkt unterhalb des Bades verläuft eine der ehemaligen Hauptstraßen, die so genannte 4 Palladiusstraße, die das Theater mit dem Tel verbindet. Diese Straße entstand in römischer Zeit und wurde in der byzantinischen Ära renoviert. Sie war ursprünglich von Säulengängen flankiert, in den Säulengängen befanden sich Geschäfte. Der Name der Straße wurde aufgrund einer Inschrift aus dem 4. Jahrhundert gewählt, die an Bauarbeiten des Provinzstatthalters Palladius erinnert.
  • Ungefähr auf halber Länge der Straße liegt zur Linken ein halbrunder Platz, der nach einer Inschrift „Sigma“ genannt wird. Er ist von Räumen umgeben, die sich zum Platz hin öffnen. Viele dieser Räume waren ursprünglich mit Mosaiken ausgestattet, deren Überreste man noch erkennt; eines davon zeigt Tyche, die Schutzgöttin der Stadt. Gegenüber des Sigma-Platzes liegt auf der rechten Straßenseite der byzantinische Marktplatz der Stadt, die 5 Agora, der von Säulengängen umgeben war.
  • Am Ende der Palladiusstraße, wo nach links die Nordstraße und nach rechts die Silvanusstraße abzweigen, liegt ein 6 römischer Tempel. Er wurde im 2. nachchristlichen Jahrhundert gebaut, seine von Säulen gestützte Vorderseite erreichte eine Höhe von ca. 15 Metern. Wie viele andere Gebäude wurde er 749 beim Erdbeben zerstört. Die nach links führende Nordstraße war in römischer Zeit ebenfalls von Säulengängen flankiert, von der Straße führte eine Treppe auf die 7 Akropolis der Stadt (auf dem Tel), hier finden sich neben Ruinen aus römischer auch solche aus ägyptischer Zeit.
  • Unterhalb des römischen Tempels befand sich mit dem 8 Nymphäum ein öffentlicher Brunnen. Teile des reich verzierten Brunnens sind beim Erdbeben im 8. Jahrhundert auf die Straße gestürzt (wo sie noch immer liegen).
Impressionen Nationalpark
Palladiusstraße, Sigma und westliches Badehaus
  • In diesem Bereich des Parks kann man über Treppen zum 9 Tel von Bet Sche'an (arab: Tel el Husn) aufsteigen; der Zugang am Fuß des Hügels ist normalerweise in der Nähe des Nymphäums. Bei Ausgrabungen wird er u.U. ein Stück entlang der Bergflanke in die eine oder andere Richtung verlegt, ist aber ohne größere Probleme zu finden. Von der Anhöhe hat man einen phantastischen Blick über den Park, ins Jordantal und nach Jordanien sowie und zu den Bergen des Gilboagebirges an der Grenze zum Westjordanland. Östlich des Tels sieht man in etwa 200 m Entfernung die Überreste einer 10 Brücke . Über diese Brücke führte die Talstraße am Tel vorbei zum nordöstlichen Stadttor. Der Tel selbst besteht insgesamt aus ca. 20 Siedlungsschichten, deren älteste im fünften vorchristlichen Jahrtausend und deren jüngste im Mittelalter entstanden ist. An einigen Stellen wurden am Tel Grabungen vorgenommen; nachgewiesen wurden u.a. ein ägyptischer Gouverneurspalast, ein Zeustempel aus römischer und eine Kirche aus byzantinischer Zeit.
  • Am Fuß des Tels zweigt von der Silvanusstraße die schon erwähnte Talstraße in Richtung Nordosten ab; sie wurde in römischer Zeit angelegt und führte zum nordöstlichen Stadttor. An der Abzweigung von der Silvanusstraße stand das große Stadtmonument, dessen Basis mit ihren Nischen noch erkennbar ist. Wie in den anderen Straßen gab es hier Säulengänge.
  • Von der Abzweigung der Talstraße verläuft die 11 Silvanusstrasse weiter in Richtung Südosten; auch sie wurde nach einer Inschrift benannt. Die Silvanusstraße wurde in römischer Zeit von einer monumentalen Säulenhalle mit einem großen Wasserbecken flankiert. In byzantinischer Zeit wurden die alte Straße und das Wasserbecken überbaut; in muslimischer Zeit wurden im Säulengang Läden eingerichtet. Die Zerstörungen des Erdbebens kann man in diesem Abschnitt besonders gut erkennen: Durch die von der Seite kommenden Erdstöße fielen die Säulen und die darüber liegenden Bögen in einem Stück auf die Silvanusstraße, wo noch heute die ursprüngliche Anordnung erkennbar ist.
  • Biegt man am Ende der Silvanusstraße nach rechts in Richtung Theater ab, kommt man an den Ruinen des Östlichen Badehauses vorbei. Es wurde in römischer Zeit erbaut und später noch einmal renoviert. Geht man weiter in Richtung des Theaters, kommt man an den antiken Toiletten (deren Funktionsweise man anhand der Ruinen noch gut erkennen kann) und einem geweihten Bezirk mit einem Tempel und Altären vorbei.
  • Den Abschluss des Rundgangs bildet das 12 Theater. Es wurde im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung gebaut und später noch einmal renoviert; insgesamt fasste es 7000 Zuschauer. Von den ursprünglich drei übereinander liegenden Zuschauerblöcken blieb nur der untere erhalten. Hinter der Bühne erhob sich eine 20 Meter hohe, reich dekorierte Bühnenwand (Scaena).

Außerhalb des eigentlichen Parkgeländes liegen die Überreste des Amphitheaters (etwa 200 m südlich des Theaters). Es wurde im 2. nachchristlichen Jahrhundert als Hippodrom gebaut und erst im 4. Jahrhundert in Amphitheater verwandelt. Das Theater fasst ursprünglich 6000 Personen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

In Bet Sche'an gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Übernachten kann man u.a. in einigen Orten der Umgebung und (natürlich) weiter nördlich im Bereich des Sees Genezareth. Eine etwas einfachere, allerdings auch kostengünstigere Unterkunft für die Nacht ist die örtliche Jugendherberge des israelischen Jugendherbergsverbands.

  • 1 Jugendherberge Bet Sche'an, Sderot Menachem Begin 126, Beit She'an (im Nordosten der Stadt, südöstlich des Nationalparks, an der Straße 90). Tel.: +972-2-5945644 (landesweite Reservierungshotline: 1-599-510-511), Fax: +972-4-6060766, E-Mail: . Geöffnet: 24-Stunden-Rezeption.; die Jugendherberge verfügt über einen Swimmingpool.


Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Westlich der Stadt liegen die warmen Quellen von Gan haSchloscha (6 km, am Fuß der Gilboa-Berge); nur wenige Kilometer weiter westlich erreicht man Bet Alfa mit Kibbuzhotel und dem großflächigen Bodenmosaik einer historischen Synagoge. Die beiden genannten Ziele erreicht man auf direktem Weg nur über die Nebenstraßen 6667 und 669; der Weg über die Straße 71 und dann an der HaShita Junction links ist zwar auch möglich, aber ein Umweg. Die Buslinie 412 der Gesellschaft Kavim (Afula-Bet Sche'an) hält in der Nähe der beiden genannten Orte.

Richtung Norden sind es 20 Kilometer bis zur ehemaligen Kreuzfahrerfestung Belvoir (Kochav haYarden); folgt man der Straße 90 weiter nach Norden, erreicht man Old Gescher und schließlich den See Genezareth (knapp 30 km, weitere 10 km nach Tiberias am Westufer).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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