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Beng Mealea

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Die Tempelanlage Beng Mealea (Khmer: ប្រាសាទបឹងមាលា, „Lotusteich“) liegt in Kambodscha im Nordosten der Stadt Siem Reap und rund 60 km vom Archäologischen Park Angkor entfernt. Der Tempel war bis 2001 stark vermint, dann galt er einige Jahre lang als Geheimtipp. Doch mehr und mehr strömen Touristen hierher, um die morbide Schönheit der Tempelruinen im Urwald zu bewundern. Das Angkor-Ticket ist für diesen Tempel nicht gültig (s. unten). Für die Besichtigung der Anlage sollten ein bis zwei Stunden eingeplant werden.

Im Tempel-Areal von Beng Mealea wurden 2001 einige Szenen des Action-Films "Tomb Raider" (mit Angelina Jolie) gedreht.

Beng Mealea

Hintergrund[Bearbeiten]

Für mehr Hintergrundwissen und Begriffsklärungen bitte auch die Artikel Angkor verstehen und Angkors Geschichte beachten.

Da in Beng Mealea keine Inschriften entdeckt wurden, musste die Datierung der Anlage mittels Stil-Analysen und Analysen der Bautechnik erfolgen. Sowohl der Grundriss als auch der Stil weisen große Ähnlichkeiten mit dem Bauplan und dem Baustil von Angkot Wat auf. Die Tempelanlage von Beng Mealea wurde mit Sicherheit fast zeitgleich mit Angkor Wat, also zu Beginn des XII. Jahrhunderts errichtet; ob kurz vor Angkor Wat oder erst nachher, ist unter den Archäologen umstritten. Der Bauherr war also mit großer Wahrscheinlichkeit Suryavarman II. (1113-1150). Beng Mealea (108 ha) ist kleiner als Angkor Wat, doch eines der grössten Heiligtümer, das je im Khmer-Reich erbaut wurde. Die Tempel-Anlage befand sich einst an der alten Königsstraße, die nach Preah Khan von Kampong Svay (Provinz Preah Vihear) führte.

Unter der Herrschaft von Suryavarman II. erreichte das Khmer-Reich seine grösste geografische Ausdehnung und die Tempelbaukunst (Architektur und Bauplastik) ihren Höhepunkt. Suryavarman II. gilt als Bauherr der großen Tempelanlagen Angkor Wat und Beng Mealea sowie der kleineren Tempel Banteay Samre, Thommanon und Chau Sey Thevoda.

Anreise[Bearbeiten]

Beng Mealea ist von Siem Reap aus mit dem Tuk Tuk (25 - 30 U.S. Dollars) auf einer fast durchwegs gut ausgebauten Strasse (RN 6) via Dam Daek in rund zwei Stunden zu erreichen. Sinnvoll ist es u. U., die Besichtigung von Beng Mealea mit jener von Koh Ker zu verbinden, was jedoch wegen der Streckenlänge (rund 120 km) und der teilweise holperigen Urwaldpiste nur mit dem Auto (Taxi, ca. 80 - 100 U.S. Dollars) oder einem Motorrad möglich ist. Beng Mealea ist das ganze Jahr über, Koh Ker jedoch nur in der Trockenzeit sicher erreichbar.

Von Siem Reap aus fährt man Richtung Phnom Penh bis Dam Daek. Am Ende des gut sichtbaren, großen Marktes, der linkerhand liegt, biegt man nach links ab. Einige Kilometer vor dem Tempel erreicht man die Zahlstelle. Hier werden sowohl Tickets für Beng Mealea (10 $) als auch für Koh Ker (10 $) verkauft. Zudem gibt es hier sehr saubere und komfortable Toiletten, einen schattenspendenden Pavillon und rund hundert Meter entfernt mehrere Getränkestände.

Die Tempelanlage[Bearbeiten]

Beng Mealea

Auf der Ostseite der Tempelanlage von Beng Mealea liegt ein großer, heute ausgetrockneter Baray.

Die sakralen Bauten von Beng Mealea wurden aus Sandstein errichtet. Das Material stammt aus einem Steinbruch, der in den nur 30 km entfernten Kulen-Bergen liegt. Viele Gebäudeteile sind wie Kartenhäuser zusammengefallen. Große Steinblöcke türmen sich an vielen Stellen meterhoch auf. Diese Szene ist um einiges eindrucksvoller als das Tempelareal von Ta Prohm. Besucher betreten den Tempel von Süden. Beim Südtor des zweiten Galerie-Rings beginnt der hölzerne Pfad (Treppen, Wege und Brücken), der teilweise in luftiger Höhe die Besichtigung eines großen Teils der Anlage erleichtert.

Es ist nicht einfach, die einzelnen Tempel-Elemente zu identifizieren. Wer die Architektur von Angkor Wat vor Augen hat, kann das ursprüngliche Erscheinungsbild von Beng Mealea wenigstens erahnen, denn sowohl der Grundriss als auch der Stil von Beng Melea und Angkor Wat sind sich sehr ähnlich und auch die Dimensionen der beiden Tempel-Anlagen sind vergleichbar.

Vergleich: Beng Mealea - Angkor Wat: Sowohl Beng Mealea als auch Angkor Wat waren Tempelstädte, in welchen mehrere Tausend Menschen lebten. Beide Anlagen sind vollständig von einem Wassergraben umgeben, der in Beng Mealea 45 m breit, in Angkor Wat 150 (?) m breit ist. In Beng Mealea liegt der Haupteingang im Osten, dem Baray gegenüber, während Angkor Wat nach Westen orientiert ist. Alle Bauten der Tempel-Anlage von Beng Mealea befinden sich auf der gleichen Ebene, während die Bauten im Zentrum von Angkor Wat auf einer dreistufigen Pyramide stehen. Das zentrale Heiligtum des Flachtempels von Beng Mealea wird von einem einzigen Turm gekrönt, während sich im Zentrum von Angkor Wat fünf Türme in Quincunx-Stellung erheben (Die Quincunx-Türme sind zusätzlich von vier weiteren Türmen umrahmt, die auf der unteren Pyramidenstufe stehen und optisch kaum ins Auge fallen, da die Turmspitzen nicht erhalten sind.). Das zentrale Heiligtum beider Tempel-Anlagen wird jeweils von drei konzentrischen Galerien umrahmt, die durch kreuzförmige Gopurams verbunden sind. Die äußerste Galerie misst in Beng Mealea 181 m x 152 m und in Angkor Wat 175 m x 150 m. Im Gegensatz zu Angkor Wat gibt es in Beng Mealea eher wenige Reliefs. Im Südteil von Beng Mealea stehen zwei unterschiedlich große, sogenannte Paläste (Galerie-Hallen), die man in Angkor Wat nicht findet. In Beng Mealea führen insgesamt vier Brücken (Dämme?), eine auf jeder Seite, über den Wassergraben; in Angkor Wat gibt es auf der Westseite eine Brücke und auf der Ostseite einen Erddamm anstelle der Brücke.

Während Angkor Wat nie stark von Pflanzen überwuchert war, beherrscht in Beng Mealea dichter Urwald die Szene. Das Blätterdach schließt sich über der Anlage, sodass teilweise nur gedämpftes Licht zu den Ruinen dringt. Häufiger und dichter als in der Tempelanlage von Ta Prohm wachsen Bäume aus Mauerritzen und umklammern Wurzeln die Steine. Umgestürzte Urwaldriesen lehnen an Mauerresten, Orchideen wachsen in Astgabeln und tausende von Grillen zirpen.

Küche[Bearbeiten]

An der Hauptstraße an der Abzweigung des Weges zum Tempel befinden sich mehrere Garküchen und Essensstände, wie man sie vor vielen Tempelanlagen in Kambodscha findet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Wegen der relativen Nähe zu Siem Reap ist es nicht notwendig, in der Nähe der Tempelanlage zu übernachten. Einige Reise-Agenturen bieten (für teures Geld) ein Camping auf dem Tempelgelände an.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Tempelanlage ist von Landminen befreit. Großzügige Holzstege und -treppen ermöglichen eine problemlose Besichtigung von etwa zwei Dritteln der Ruinen, zum Teil auf luftiger Höhe und nahe am Blätterdach. Der Rest lässt sich nur mittels abenteuerlicher Klettereien erkunden. Für diesen Teil sollte man die Hilfe eines Führers oder jene der dort wartenden Kinder in Anspruch nehmen, die den sicheren Weg durch das Trümmer-Labyrinth weisen und gerne etwas verdienen möchten (ein Betrag von 1 - 2 $ für ein Kind dürfte angemessen sein). Es ist ratsam, den Lohn für die Führung vor der Erkundung des unerschlossenen Teils zu vereinbaren (auch mit Kindern) und erst zu zahlen, wenn man sich wieder auf sicherem Gelände beim Eingang oder auf einem der Holzstege befindet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Freeman, Michael & Jacques, Claude: Ancient Angkor. Bangkok, 1999, 2005.
  • Rovedo, Vittorio: Images of the Gods. Bangkok, 2005.
  • Johann Reinhart Zieger: Angkor - Tempel der Khmer in Kambodscha. Chiang Mai, Thailand : Silkworm Books, 2006.

Überblick[Bearbeiten]

Zeitperiode: Mitte 12.Jh Anreise:
Für die rund 60 Kilometer lange Anfahrt nimmt man sich am besten ein Taxi. Wer viel Zeit hat (jeweils 2 Stunden für die Hin- und Rückfahrt) kann die Fahrt auch mit einem Tuk-Tuk machen.
Nur für ganz Interessierte
Nur für ganz Interessierte
Nur für ganz Interessierte
Besuchsdauer:
ein bis zwei Stunden
Baustil: Angkor Wat
Regentschaft: Suryavarman II. Besuchszeit:
ganztägig
Religion: Hinduistisch
Andere Anlagen dieser Periode:
  Angkor Wat · Banteay Samré · Thomannon · Chau Say Tevoda
  Phimai · Phnom Rung · Sikhoraphum · Ku Suang Taeng · Yai Ngao (Thailand)  -  Wat Phu (Laos)

Weblinks[Bearbeiten]

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