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Souvigny

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Souvigny
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Souvigny ist eine Kleinstadt und Standort einer ehemaligen Benediktinerabtei im Département Allier in der Auvergne.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Bourbone Aymard I überließ dem Kloster Cluny im Jahre 916 einen Teil seiner Ländereien in Souvigny als Schenkung. Schon wenig später ließen sich hier die ersten Mönche und es wurde ab 950 ein Kloster nach benediktinischer Regel aufgebaut. Mit dem Bau der Kirche wurde im 10. Jhdt begonnen, das Kloster wurde bald zu einer Pilgerstätte, nachdem hier zwei heiliggesprochene Äbte von Cluny bestattet worden waren. Nach dem Tod von Majolus (St. Mayeul, 4. Großabt von Cluny, 994) und Odilon (St. Odilon, 1049) wurden den beiden Heiligen ein Mausoleum errichtet, die Kirche wurde 1008 zur Prioratskirche erhoben und in Souvigny eine der "Töchter von Cluny" aufgebaut.
Über einige Zeit war Souvigny Stammsitz des Hauses Bourbon, die sterblichen Überreste mehrerer Bourbonen wurden in der Kirche zur letzten Ruhe gebettet, 1448 wurde sie um die Chapelle neuve als weitere Begräbnisstätte erweitert.

Mit der französischen Revolution kamen 850 Jahre benediktinischen Klosterlebens zu einem Ende, das Kloster wurde enteignet und die Prioratskirche übernahm die Rolle der Pfarrkirche des Städtchens.

1994 wurden die ersten Mittelalterspiele und ein erster Mittelaltermarkt mit Gauklern und Troubadouren durchgeführt, die nun seit 20 Jahren jeweils Anfang August durchgeführt werden und zahlreiche Besucher nach Souvigny anziehen.

Anreise[Bearbeiten]

Souvigny: Hauptstraße

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die meisten auf dem Luftwege anreisenden Besucher werden über den Flughafen von Paris-Orly anreisen, der in knapp 3 Stunden erreicht werden kann; der Regionalflughafen Aéroport de Clermont-Ferrand Auvergne wird von innerfranzösischen Verbindungen und einigen internationalen Flügen u.a. durch Ryanair genutzt.

Mit der Bahn / Bus[Bearbeiten]

Die Intercités Linie Clermont-Ferrand - Vichy - Moulins - Paris-Bercy führt östlich dem Allier entlang, die Anbindung an den Bahnhof Moulins wird durch den Autobusdienst von Trans'Allier (Linie A) sichergestellt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Autobahn A71 Paris - Orléans - Bourges - Montluçon - Clermont-Ferrand führt in Nord-Süd-Richtung im Westen an der Stadt vorbei, über die D945 ist das Städtchen mit der Autobahn (Symbol: AS Montmarault) verbunden, nach Osten führt die D945 weiter nach Moulins und zur N7 (Nationale 7), welche dem rechten Allierufer entlang als Nord-Südverbindung geführt wird und sich in Richtung Paris ab Nevers als Autobahn A77 fortsetzt.
Bei der Anreise aus der Schweiz und Süddeutschland benutzt man am besten die A36 über Basel und Mulhouse, fährt auf der A6 bis Chalon-sur-Saône und benutzt die N80 / N70 bis Digoin und weiter die N79 um Souvigny auf einer der Nebenstraßen zu erreichen.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Souvigny

Lokal bewegt man sich zu Fuß, zu den Loireschlössern in der Umgebung muss man auf das Privatfahrzeug oder Fahrrad zurückgreifen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Souvigny: Abteikirche
Souvigny: Plan der Abteikirche
Grabmal des St-Mayeul und St-Odilo
Abteikirche
Souvigny: Altstadt

Abteikirche Saint-Pierre & Saint-Paul[Bearbeiten]

  • die 1 Abteikirche Saint-Pierre et Saint-Paul , deren Bau nach 950 begonnen wurde. Die Kirche mit einem romanischen Mittelschiff 1 wurde im 12. Jhdt. mit Seitenschiffen 2 zu einem fünfschiffigen Bau (ähnlich demjenigen in Cluny) erweitert.
Die Gräber 3 des Saint-Mayeul und Saint-Odilon im Mittelschiff mit ihren "Gisants" (Grabplatten mit liegender Darstellung der Verstorbenen) standen vom 13. -18. Jhdt im Mittelschiff und waren Ziel vieler Pilger. 1773 wurde das Mausoleum im Rahmen der französischen Revolution zerstört, die 2100 Bruchstücke der Grabplatten der beiden Heiligen wurden 2001/2 rekonstruiert und wieder auf den merowingischen Sarkophag aufgelegt.
Das Retabel (stehende Altarwand) mit der Darstellung der unbefleckten Empfängnis aus dem Jahre 1524 wurde ebenfalls in den Zeiten der Revolution beschädigt.
Der Reliquienschrein 4 des Saint-Mayeul und Saint-Odilo aus dem Jahre 1444 verbarg bis zur Revolution die auf den gemalten Tafeln dargestellten Reliquienbüsten der beiden Heiligen, während speziellen Anlässen wurden die Türen des Schreins geöffnet und die Pilger konnten vor den Büsten beten.
Die "Chapelle vieille", die "alte Kapelle", welche sich Louis II von Bourbon zu seiner Grabstätte erbaut hatte. In der Kapelle sieht man die "Gisants", die steinernen Grabplatten von Herzon Louis II von Bourbon (+ 1410) und seiner Ehefrau Anne Dauphine d'Auvergne, an der Wand eine Darstellung einer Grablegungsszene eines flämischen Meisters.
Im alten Chorraum 6 hatten sich über die Jahrhunderte die Benediktinermönche versammelt und etwa sechs Stunden täglich mit Psalmengesang verbracht.
Im neuen Chor steht der Hauptaltar 7 aus mehrfarbigem Marmor aus dem 17. Jhdt., das Deambulatorium (oder "Chorumgang") aus dem 12. Jhdt. wurde im 15. Jhdt. umgebaut.
Die "Chapelle neuve" 8, die "neue Kapelle" oder "Herzogskapelle" wurde als Grabkapelle von Karl I von Bourbon erbaut (+ 1456), um dort mit seiner Ehefrau beigesetzt zu werden, die Gisants (Grabplatten) bestehen aus weißem Marmor. In der Grabkapelle sind auch Pierre de Beaujeu und seine Ehefrau Anne, Tochter von Louis XI, verstorben 1523) und Prinz Sixtus von Bourbon-Parma (+ 1934) beigesetzt.
Die Münzenschlägerkapitelle 9 erinnern daran, dass die Abtei von Souvigny das Münzrecht zuerkannt hatte.
Links befindet sich das Grab von Saint-Mayeul 10 aus dem 12. Jhdt.
Die Glasfenster der Kirche stammen aus dem 15. Jhdt. und stellen die Jungfrau Maria, den Erzengel Michael und zur linken Paulus und die Apostel dar. Die Orgel auf der Empore stammt von François-Henry Cliquot aus dem Jahre 1785.
Rechts des Eingangsportals schließen sich die Gebäude der ehem. Priorei 12 und der Kreuzgang 13 an, die Sakristei liegt im Osten.

weitere Sehenswürdigkeiten:

  • die 2 Kirche Saint-Marc : die romanische Kirche aus dem 12. Jhdt. diente als Pfarrkirche, nach der französischen Revolution und der damit einhergehenden Enteignung der Abtei wurde die Abteikirche zur Pfarrkirche gemacht und die alte Pfarrkirche als Scheune weiter genutzt. Heute werden darin Konzerte und Ausstellungen abgehalten.
  • in der 3 Rue du Château finden sich nur wenig Reste des Schlosses der Bourbonen, ein Torgebäude, Küchen, Privaträume. Die Nutzung der wenig repräsentativen Gebäude wurde im 15. Jhdt. aufgegeben und das Schloss nicht weiter unterhalten.
  • die Hauptstraße "Rue du Docteur Jules Cordier", welche zur "Place Aristide Briant" vor dem Kirchenportal führt, gibt mit den historischen Fassaden eine würdige Kulisse für den alljährlichen Mittelalter - Markt ab.

zur Gesamtanlage der Priorei gehören

  • das Eingangsgebäude 4 "La Porterie" (1670), welche zum Klostergarten und den Wohngebäuden führt
  • die Gebäude der Priorei rechts neben dem Eingang der Kirche, ein grosses Tor führt in einen Innenhof mit den Dienst- und Wohngebäuden der Klosterbewohner.
  • in den Klosterscheunen ist die Ausstellung des Musée de Souvigny untergebracht. Das 1995 eröffnete Museum zeigt unter anderem die romanische Colonne du Zodiaque: auf der achteckigen Säule sind Tierkreiszeichen und Fabelwesen als Darstellung der Vielfalt des Universums im Relief dargestellt. Im Schatz von Souvigny sind Münzen aus der Prägung in der Abtei ausgestellt, die Darstellung der Münzpräger findet sich an Kapitellen in der Abteikirche. Die bebilderte "Bibel von Souvigny" wurde im Rahmen der französischen Revolution und der Enteignung der Abtei beschlagnahmt und befindet sich, nachdem sie Stadt Souvigny einen Verkauf an die französische Nationalbibliothek abgelehnt hatte, im Depot der Bibliothek von Moulins und wird nur selten ausgestellt. Sonderausstellungen zu aktuellen Themen wechseln jährlich.
  • 5 Musée de Souvigny. Tel.: +33 (0)4 70 43 99 75, Fax: +33 (0)4 70 43 66 18, E-Mail: . Geöffnet: 1. März - Mitte Nov., meist Vor- und Nachmittags, Details auf der Website. Preis: 4€, 7€ mit kommentierter Führung durch die Kirche.
  • 6 "La Maison des Voûtes" diente im 14. / 15. Jhdt als Pilgerherberge, 1652 - 1792 war hier ein Benediktinerinnenkonvent untergebracht.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • einen Besuch von Souvigny lohnt sich speziell zum Mittelalterlichen Markt mit Verkaufsständen und Gauklern, er wird seit 1994 jeweils Anfang August abgehalten.
  • Besuch der verschiedenen romanischen Kirchen und der ebenso zahlreichen Schlösser der Region.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • in der Pâtisserie an der Hauptstraße "Rue de la République" gibt es lokale süße Spezialitäten.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Das nächste Spital mit Notfallstation befindet sich in Moulins, vor Ort gibt es hausärztliche Praxis und einen Physiotherapeuten.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Informationen im Shop des Museums.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Moulins.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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