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Sarntal

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Sarntal
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Das Sarntal mit seinen Nebentälern ist das zentrale Talsystem in den Sarntaler Alpen in Südtirol. Die Region vermarktet sich selbst als das Herz Südtirols.

Regionen[Bearbeiten]

Der Bachlauf der Talfer entwässert das Talsystem von Norden nach Süden. Der Bach hat sein Quellgebiet am Penserjoch auf 2.211 m und mündet nach ca. 46 km Länge in Bozen auf ca. 260 m Höhe in den Eisack.

Namensgebend ist das Sarntal, das im südlichen unteren Teil schluchtartig und tief eingeschnittene Teil des Talsystems des Talfer Baches (Sarner Schlucht).

Großalmtal (li.), und Durnholzertal (vorne und re.), Plattental etwa Bildmitte, dahinter Teile der Ostkette der Sarntaler Alpen

Talaufwärts bei Astfeld hinter Sarnthein zweigt nach Westen das Durnholzertal ab, das ostseitig gelegene Tal des Talfer Baches heißt jetzt Penser Tal. Penser Tal und Durnholzer Tal sind weitläufigere Kerbtäler.

  • Nebentäler des Pensertales sind :
  • Sagbachtal mit Sagbach;
  • Nebentäler des Durnholzertals sind:
  • Seebbachtal mit Seebbach;
  • Großalmtal mit Großalmbach;
  • Plattental mit Plattenbach;
  • Gedrumtal mit Gedrumbach;

Orte[Bearbeiten]

Die Orte und Weiler im Sarntal bilden gemeinsam die politische Gemeinde Sarntal, sie besteht aus insgesamt 10 Orten und 17 weitere Fraktionen mit zusammen ca. 6000 Einwohnern. Mit einer Fläche von 302 km² ist der Ort Sarntal die größte Gemeinde und nach Einwohnern einwohnermäßig die achtgrößte Gemeinde in Südtirol. Der Ort Sarnthein wird als "das Dorf" bezeichnet.

Die Fraktionen der Gemeinde Sarntal sind: Aberstückl, Agratsberg, Astfeld, Sarnthein-Dorf, Dick, Auen, Ausserpens, Durnholz, Gentersberg, Essenberg, Gebracksberg, Innerpens, Glern, Muls, Kandelsberg, Niederwangen, Nordheim, Öttenbach, Putzen, Rabenstein, Reinswald, Riedelsberg, Unterreinswald, Steet, Trienbach, Vormeswald, Windlahn, Weissenbach, einige davon sind als Weiler einzustufen.

Im Sarntal:

Talfer in Sarntheim

Im Durnholzertal:

Im Pensertal:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

historisches Bauernhaus in Durnholz

Erste Belege für die Besiedlungsgeschiche des Sarntals sind Jägerrastplätze aus der Steinzeit. Besiedelt wurde das Tal vermutlich über die seitlichen Gebirgsjoche zum Etschtal und zum Eisacktal und nicht von Süden aus dem Raum Bozen durch die bis in die Neuzeit und zum Bau der Straße weitgehend unzugängliche Sarner Schlucht. Die erste urkundliche Erwähnung eines Ortes erfolgt dann im Jahre 1142.

Da das Tal im Winter lange Zeit fast unzugänglich war, haben sich Kulturgut und Brauchtum, Orte und Bauernhöfe bis in die Neuzeit unverfälschter als in den unmittelbar benachbarten Regionen Südtirols erhalten können.

Das Sarntal ist heute immer noch mit Viehzucht, Milchwirtschaft und mit einigen Handwerksbetrieben überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Gegen Ende des letzten Jahrhunderts wurde der ehemalige Saumweg aus Bozen als Zufahrtsstraße durch die Sarntaler Schlucht mit einer Vielzahl von Tunnels wintersicher ausgebaut. In Folge hat sich im unteren Talbereich auch etwas Industrie angesiedelt. Hinzu kommt auch verstärkt der Tourismus im Sommer und im Winter.

Sarner Tracht: handgefertigter Frauen-Sonntagsschuh mit Stickerei

Bekannt ist das Sarntal für sein traditionelles Kunsthandwerk wie Handweben, Korbmachen, „Reggele“-Macher (Pfeifenschnitzer) oder Drechseln und im Besonderen die einheimische Federkielstickerei: Lederwaren werden mit hauchdünn gespaltenen Streifen aus den Federkielen indischer Pfauenfedern bestickt. Die verwendeten Muster sind meist mehrere Generationen alt. Mit dem Wiederentdecken der Landhausmode und Folkloremode in der Neuzeit haben die wenigen verbliebenen Sarner Federkielsticker ganzjährig Hochkonjunktur, handgearbeitete Gebrauchsgegenstände wie Geldbörsen, Brillenetuis oder gar Trachtenkleidung haben aber ihren Preis. In der Vergangenheit war das billiger, denn da hatte jeder Bauernhof seinen eigenen Pfau. Diese wachsamen Tiere geben recht laute Schreie von sich, wenn sich ein Fremder ihrem Revier nähert.

Sarner Tracht[Bearbeiten]

Sarner Tracht: handgefertigter Frauen-Hochzeitsschuh mit Stickerei

Die aufwändige Sarner Tracht wird als “Bayrisch” bezeichnet und mit zu den schönsten Trachten des deutschsprachigen Raums gezählt, die kunstvollen Verzierungen der Federkielstickerei finden hier ihren Niederschlag:

  • Kennzeichen für die bunte und detailreiche Frauentracht sind die handbestickten Mieder mit Farbenwechsel nach den Jahreszeiten, wertvolle Seidenschürzen und aufwändig bestickte Schuhe.
  • Kennzeichen der Männertracht sind die engen Hosen aus gewalktem Loden, federkielbestickte Leibgurte, die "Fatsch", und ebenfalls bestickte lederne Hosenträger, die "Krax". Die Kopfbedeckung steht für den Familienstand: Den schwarzen Hut tragen die ledigen Männer mit einem roten Band, verheiratete mit grünen Band. Weitere Details sind Messingknöpfe oder das Reggl, die Sarner Pfeife.
  • Der Sarnar Janggar (Trachtenjanker) ist aus reiner Schafwolle und stammt aus dem Sarntal, er ist ein Teil der Sarner Tracht. Der echte Jangger wird mit links/links Muster ganz eng gestrickt und mit echten Hirschhornknöpfen besetzt, er ist heute wieder ein modernes Kleidungsstück.

Das Tragen der Tracht an den Sonn- und Feiertagen und gelegentlich auch an Werktagen ist im Sarntal noch der übliche Brauch, Sarner Trachtengruppen können aber zum Beispiel auch im fernen München anlässlich des Oktoberfestes beim Trachten- und Schützenzug bewundert werden.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Strasse[Bearbeiten]

  • Von Norden oder Süden über die Autobahn Innsbruck-Brenner-Brixen-Bozen-Trient (A 13 - Brennerautobahn, in Italien A 22) bis Bozen, von hier in das Sarntal.
  • Im Sommer ist der Zugang in das Sarntal auch von Norden über das Penser Joch (2211m, im Winter gesperrt) aus Sterzing möglich.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Im Sarntal selbst gibt es keine Bahnverbindung.

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Sterzing und Bozen, sie sind Station für Intercity- und Eurocity-Züge (Zugfahrpläne unter www.trenitalia.com).

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist der von Bozen (www.abd-airport.it), weitere Flughäfen befinden sich in Verona, in Innsbruck (ca. 2 Autostunden) und in München (ca. 3-4 Autostunden).

Mobilität[Bearbeiten]

Tagsüber verkehrt aus Bozen der Linienbus (Buslinie 116) in das Sarntal und über Sarnthein bis nach Durnholz, ca. im Stundenrhythmus. Info Nahverkehrsbetriebe Südtirol: www.sii.bz.it;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Valentin am Gentersberg, Innen

Kirchen[Bearbeiten]

zahlreiche Kirchen und Kapellen im gesamten Talbereich:

  • Kapelle St. Johann im Walde im Pensertal, entstanden um 1530;

Aktivitäten[Bearbeiten]

Sommer[Bearbeiten]

  • Hufeisentour markierter Höhenweg durch das ganze Gebirge, siehe Sarntaler Alpen;
  • Sagenweg in Aberstückl;
  • Reiten: verschiedenen Reitställe im Tal, Haflingerpferde;

Winter[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Eine Tankstelle befindet sich in Astfeld;
  • Siehe auch den Artikel Bergsteigen, er enthält Infos auch zum Thema Bergwandern;

Klima[Bearbeiten]

Das Klima des Sarntals reicht von der submediteranen Zone eines milden und geschützten Alpentals (in der Sarner Schlucht nahe Bozen wird Wein und Obst angebaut) bis in Extremlagen der hochalpinen Bereiche über 2000 m Höhe am Penser Joch (2211 m);

Literatur[Bearbeiten]

  • Sarntal Genossenschaft für Regionalentwicklung und Weiterbildung (Hg.): Die Sarner Tracht. Wien : Folio, 2010 (1. Auflage), ISBN 978-3852565637; 128.

Karten[Bearbeiten]

  • Sarntaler Alpen, Winterwanderkarte: Skitouren, Schneeschuhwanderungen, Winterwanderwege, Langlaufloipen (M = 1:33 000). Eppan : mapgraphic, ISBN 88-86102-30-5.
  • Kompass Blatt 056: Sarntaler Alpen, (1:25.000, Wandern / Rad / Skitouren);

Weblinks[Bearbeiten]

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