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Ribeauvillé

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Rappoltsweiler − Ribeauvillé
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Wappen von Ribeauvillé

Ribeauvillé (deutsch Rappoltsweiler, elsässisch Rappschwihr) liegt malerisch in den Vorbergen der Vogesen am Eingang des Strengbachtals mit vielen alten Fachwerkhäusern, überragt von drei Burgruinen.
Sie ist ein französisches Weinstädtchen im Département Haut-Rhin, im Oberelsass an der Elsässischen Weinstraße (Route des vins d'Alsace).

Ribeauvillé ist Mitlied im Gemeindeverband Pays de Ribeauvillé et Riquewihr und deren Hauptort.

Ribeauvillé ist eine Ville fleurie, eine "blumengeschmückte Stadt" und trägt im Concours des villes et villages fleuris ("Wettbewerb der blumengeschmückten Städte und Ortschaften") 4 von 4 Rosen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste Name der Stadt erschien im Jahre 759 zur Herrschaftszeit Pippins des Kurzen als Radbaldovillare. In einem Dokument vom 21. März 1084 schenkte Kaiser Heinrich IV. von Franken (1065-1079) dem Bischof von Basel ein Stück Land namens Rapoldestein. Der Bischof überließ es um 1185 einem seiner Vasallen, dem Egenolphe I. von Ribeaupierre, dem Gründer dieser Linie des Adelsgeschlechts. Egenolph übernahm auch das Wappen, drei rote Schilde auf silbernem Hintergrund. Rappoltsweiler erhielt 1290 das Stadtrecht. Seit dem 14. Jahrhundert besaß der Graf von Rappoltstein das Jagd- und Pfeiferrecht als Reichslehen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: (Quelle: hier)

D'argent à la main bénissant de carnation posée en pal et habillée d'azur, accompagnée de trois écussons de gueules, deux et un

Politik[Bearbeiten]

Ribeauvillé ist die Hauptstadt des:

und Verwaltungssitz des:

Gemeinde Ribeauvillé: Über Ribeauvillé befinden sich die drei Burgruinen St. Ulrich, Giersberg und Hoh-Rappoltstein, allesamt waren sie Sitze der Herren zu Rappoltstein, die hier bis 1673 herrschten.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Ribeauvillé im Industriegebiet an der Route de Ribeauvillé auf dem Weg nach Guémar ist inzwischen außer Betrieb. Die nächstliegenden Bahnhöfe mit TGV-Halt sind in Sélestat und Colmar.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Ribeauvillé

Die Altstadt, in der die meisten Sehenswürdigkeiten zu finden sind, ist größtenteils Fußgängerzone oder verkehrsberuhigt. Zudem hat die Grand'Rue, die Hauptstraße durch die Altstadt, auf etwa 1.250 m Länge nur etwa 25 m Gefälle.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Ortskern befinden sich noch viele schöne alte Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, so in der Grand'Rue (Nr. 7 u. Nr. 99), in der Rue des Frères-Martian, in der Rue des Juifs und in der Rue Klobb. Es sind Häuser mit geschnitzten Pfosten und Holzgalerien oder Renaissance-Bauten mit verzierten Portalen, Erkern und Treppentürmen.

Bilder aus Ribeauvillé
Hôtel de Ville − "Rathaus"
Kirchen in Ribeauvillé
In der St-Grégoire-Kirche
Brunnen in Ribeauvillé
Friedrichsbrunnen mit Statue "Ville de Ribeauvillé"
  • 1 - Friedrichsbrunnen (Fontaine Friedrich (XVIe-XIXe) et Statue "Ville de Ribeauvillé") von 1862 auf dem Place de la Sinne. Der Brunnen symbolisiert die Stadt Ribeauvillé, seine Landwirtschaft und Industrie.
  • 2 - Marktbrunnen (Fontaine) − Der reich verzierte Brunnen von 1536 vor dem Rathaus auf dem Place Hôtel de Ville ("Marktplatz") trägt einen Löwen, der das Stadtwappen mit seinen Pfoten hält.
  • 3 - Brunnen auf der Place de la République
  • 4 - Fontaine du Vigneron ("Brunnen des Weinbauern"): Der Brunnen wurde 1909 vor dem heutigen Tourismusbüro errichtet. In diesem Gebäude am Eingang in die Altstadt war früher der Zoll, der für alle Im- und Exporte eine Abgabe kassierte. Der Brunnen zeugt für die Bedeutung des Weinanbaus für die heimische Wirtschaft.
  • 5 - Pfifferhüs ("Pfeifferhaus"): Die Inschrift über dem Hauseingang "Ave Maria Gracia Plena" datiert aus dem 1663, in der die Wallfahrt zum Monastère Notre-Dame-de-Dusenbach (im NW der Ortslage) stattfand. Die Kapellen von Düsenbach aus dem 15. Jahrhundert wurden im 17. Jahrhundert niedergerissen und 1894 restauriert. Die seit 1390 erwähnte Bruderschaft der fahrenden Musikanten (Pfiffer) stand unter dem Schutz der Herren von Ribeaupierre. Die Giebelwand des Hauses 8 Grand'Rue erinnert mit einer Malerei, die 4 Pfeiffer darstellt, an die 600-Jahrfeier des Pfifferdajs ("Pfeiffertag") im Jahre 1990.
  • 6 - Das Rathaus (Hôtel de Ville): Der Ehrensaal des Rathauses ist gänzlich mit einer roten Stoffart ausgekleidet, deren spezieller Farbton den Ruf der Elsässer Textilindustrie seit 1870 ausmachte. Die Ribeaupierres besaßen feuervergoldetes Silbergeschirr. Dieser Schatz wurde während des 30-jährigen Krieges dem Stadtrat anvertraut und ist im deshalb so genannten "Roten Saal" zu sehen.
  • 7 - Église de Couvent
  • 8 - Pfarrkirche Saint-Grégoire-le-Grand, 13. - 15 Jahrhundert
  • 9 - Tour des Bouchers ("Metzgerturm") − Der Torturm trennte einst Mittel- und Altstadt. Der untere Teil stammt noch aus dem 13. Jahrhundert, der obere Teil mit der großen Uhr, der Plattform und der Maßwerkbrüstung ist von 1536.
  • 10 - Weinbaumuseum, das private Wein- und Weinbaumuseum ist sehbehindertengerecht eingerichtet.
  • 11 - Ancienne Halle au Blé ("Alte Kornhalle"), 1 rue des Tanneurs: 1431 war die urkundliche Ersterwähnung. Hier wurden die Getreideabgaben an die Herren von Ribeaupierre aufbewahrt. Die Fassade hat ihre beiden gotischen Tore hinaus aus der Stadt bewahrt. Vor der Halle steht ein Brunnen mit der Jahreszahl 1559.
  • 12 - Place de la 1ère Armée: In der nördlichen Mitte des Platzes steht die ehemalige "Herberge zum Elefanten", heute die Winstub de la Poste, nach dem Postamt genannt, das sich früher am Ende der Rue de la Halle au Blé ("Strasse der Kornhalle") befand.
  • 13 - Dieses Anwesen, 3 Rue des Juifs, ehemals eine Brauerei, war das Stadthaus der Edlen von Rathsamhausen, einer weit verzweigten elsässischen Adelsfamilie, Vasallen der Ribeaupierres. Der Hof trägt noch das Originalpflaster.
  • 14 - Fontaine du Cerf (Brunnen zu Hirschen"): Am Brunnen kann man das Wappen der Ribeaupierre sehen. Jean-Jacques R., der letzte seiner Linie, wohnte hier und starb 1673.
  • 15 - Wappentafel am alten Rathaus von 1544
  • 16 - 7 Grand'Rue: ehem. Hotel zur Stadt Nancy. Über dem Renaissanceportal des Hauses ist eine ovale Kartusche angebracht, deren Inschrift den damaligen Preis von Wein und Getreide wiedergibt. Inschrift: "Renoviert durch Heinrich Miller und Anna Maria Beck in sein eheliche Haus Fiaw. Ano 1694. Damalen gutte das Fitl. Weitzen 22 R., das Fiertel Korn 18 R., das Fuder Kellerwein 132 R."
  • 17 - 62 Grand'Rue: Gedenktafel am Wohnhaus von Leon Boll (1862-1916), französischer Staatsmann und Patriot, Mitstreiter von Georges Clemenceau und Chefredakteur dessen « L'Homme Enchaîné ab 1914, Begründer des Straßburger Journal d'Alsace-Lorraine, Verfechter der Idée Française während der Inbesitznahme von Elsass-Lothringen durch die Deutschen. Boll wurde in Eguisheim geboren und heiratete im Jahre 1885 eine Winzerstochter aus Ribeauvillé. Bis zum Start seiner journalistischen Karriere betätigte er sich als Winzer.
  • 18 - Das Siedel-Haus: Das Haus des namensgebenden Metzgers hat seitliche Fenster, die das Sehen erlauben, ohne gesehen zu werden. In das Fachwerk sind "Kurulische Stühle" eingearbeitet.
  • 19 - Die Bewohner dieses Hauses haben ihm einen besonderen Fassadenschmuck angedeihen lassen: In den Fenstern stehen bunte Puppen, Hühner, Schweine usw.

Außerhalb der Stadt[Bearbeiten]

Burgruinen und Dusenbach
Burgruine Girsberg

Drei Burgen gehören zu den Wahrzeichen der Stadt Ribeauvillé. Sie liegen auf demselben Berg und erheben sich mit ihren beeindruckenden Umrissen über die Stadt und die sie umgebende Ebene.

  • 20 Château de St-Ulrich. Die Ruine der Ulrichsburg thront in 510 m Höhe über dem Strengbachtal. Sie war bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts Residenz der mächtigen Herren von Ribeaupierre und einer der bemerkenswertesten Befestigungsbauten der Region.
  • 21 Château du Guirsberg. Burgruine Girsberg. 13. Jahrhundert.
  • 22 Château du Haut-Ribeaupierre. Burgruinen Hohrappoltstein. 12. Jahrhundert.

Notre-Dame de Dusenbach: Seit dem Mittelalter ist diese Wallfahrtsstätte Tal des Dusenbachs, einem Seitental des Strengbachs, eine der renommiertesten und meistbesuchten Marienverehrungsstätten des Elsass. Ihre Entstehung verdankt sie Egenolphe II. von Ribeaupierre, Sohn von Egenolphe d'Urslingen, dem Gründer dieser Linie des Adelsgeschlechts. Egenolphe II. war Erbauer der Sankt-Ulrich-Burg, die an der Stelle einer Vorgängerin aus dem 11. Jahrhundert errichtet wurde. Er nahm als Kreuzritter am 4. Kreuzzug (1202-1204) statt. Nach seiner Rückkehr ließ er eine Kapelle in Dusenbach erbauen und stellte dort eine Madonnenstatue auf, die er 1204 aus Konstantinopel mitgebracht hatte. Im Laufe der Zeit wurde die Kapelle mehrmals zerstört und dank der Spendenfreudigkeit der Pilger wieder errichtet. 1894 wurde der letzte Bau hochgezogen, 1903 von der großen Kirche gefolgt; sie wurde 1912 eingeweiht. Seit 1904, als sich Kapuzinermönche hier ansiedelten, werden hier Tausende von Pilgern, Wanderern und Touristen empfangen. Besucher lassen ihren PKW am besten im Strengbachtal stehen und setzen ihren Weg zu Fuß fort. Nach etwa 600 m ist das Ziel erreicht.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Altstadt ist übersät von Andenken- und anderen Läden für den täglichen oder Souvenirbedarf. An der Straße nach Guémar vor den Toren der Altstadt befindet sich außerdem noch ein großer Leclerc-Supermarkt mit Tankstelle und Autowaschanlage.

Küche[Bearbeiten]

Eine Vielzahl von Restaurants bieten in der Altstadt und außerhalb eine gute elsässische Küche, die sich überwiegend der regionalen Produkte bedient. Hinzu kommen etliche Winzerstuben und Weinprobierstationen.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Pfifferdaj. (Fête des Ménétriers, auch Jour des Fifres, "Pfeifertag") − Jeweils am ersten Sonntag im September ist Ribeauvillé bis heute Schauplatz eines traditionellen Festes. Straßenmusikanten aus der gesamten Region bestätigen ihrem einstigen adligen Schutzherrn, dem Seigneur de Ribeaupierre, den Treueeid. Siehe Pfeiferrecht bei Wikipedia.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Das Büro und die Website des Tourismusbüros geben erschöpfende Auskunft über Unterkünfte.

Gesundheit[Bearbeiten]

Notrufnummern[Bearbeiten]

Siehe Notrufnummern in Frankreich

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Bureau de Poste, 1 rue Jean Baptiste Wendling.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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