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Olbia

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Olbia ist eine Hafenstadt in der Provinz Sassari im Norden von Sardinien und ein zur Anreise gern genutzter Fährhafen. Nach Norden hin gelangt man ans Küstengebiet der Costa Smeralda, nach Süden liegen etliche beliebte Badeorte ganz in der Nähe.

Olbia010.jpg
Olbia
Region Sardinien
Einwohner
59.566 (2016), 48.200 ()
Höhe
10 m
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Lage
Lagekarte von Sardinien in Italien
Reddot.svg
Olbia

Hintergrund[Bearbeiten]

Luftsicht von Olbia

Das Städtchen Olbia mit seinen knapp 60'000 Einwohnern hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem provinziellen Hafenstädtchen dank des Fährhafens und nahen Flughafens sowie der guten Schnellstrassenanbindung zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt, was auch das Gesichts der Innenstadt verändert hat. Statt Kramläden säumen nun Boutiquen und Geschäfte der grossen internationalen Ketten die Strassen der Fussgängerzone in der Altstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Küstenabschnitt um das heutige Olbia war bereits im Neolithikum bewohnt, wovon eine Statuette einer weiblichen Gottheit aus dem 4. Jahrtausend v.Chr. Zeugnis ablegt. In der Bronzezeit ab ca. 1500 v.Chr. breitete sich hier die Nuraghenkultur mit den typischen stumpfkegeligen Rundtürmen, Brunnenheiligtümern und Hünengräbern aus. Ab ca. 1000 v.Chr. gelangten zunehmend häufiger phönizische Handelsschiffe an die sardinischen Küsten, wo sie von den Stammeshäuptlingen die Erlaubnis bekamen, Handelsniederlassungen zu gründen. Nachdem die Phönizier im Bereich von Olbia eine Handelsniederlassung gegründet hatten, errichteten im 7. Jhdt. hier Griechen aus Focea für eine Zeitlang eine Handelsniederlassung, aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung Olbia (griech.: ολβια, die Glückliche).

Nachdem die phönizischen Neuankömmlinge ihre Siedlungen befestigten und das Siedlungsgebiet ins Landesinnere ausdehnten, erwuchs ihnen von den Sarden der Nuraghenkultur Widerstand, was wiederum dazu führte, dass die Phönizier (oder Punier) in Karthago um Unterstützung nachsuchten. Ab dem 5. Jhdt. bauten die Karthager die erste befestigte Stadt um eine Akropolis, hier stand ein Tempel des Melqart. Im Jahre 535 v. Chr, kam es etwas nördlich zu einer Seeschlacht zwischen den Karthagern und einer Flotte von Etruskern vom italienischen Festland, zur Schlacht von Alalia.

Im ersten panischen Krieg nahmen die Römer nach einer Niederlage der Karthager resp. Punier im Jahre 238 v.Chr. die Insel Sardinien ein. Die Stadt, der bedeutendste römische Vorposten in der Region Gallurien, entwickelte sich mit der Anlage von Strassen, einem Forum und Thermen und der Hafen wurde ausgebaut. 304 n.Chr. erlebte der Heilige Simplizius unter Kaiser Diokletian hier sein Martyrium, das Christentum breitete sich trotz der Repressionen rasch aus. Nach dem Niedergang des weströmischen Reichs wurde Sardinien von den Vandalen heimgesucht, die 534 n.Chr. vom byzantinischen Kaiser Justinian in der Nähe von Karthago endgültig besiegt wurden; die Stadt erhielt unter der Herrschaft der Byzantiner den Namen Phausanias (griech.: Φαυσιανή).

Unter den Byzantinern hatte ein Richter Judex mit Sitz in Caralis (Cagliari) die Herrschaft über die Inseln inne, vier Judices provinciae, Provinzfürsten herrschten über vier Reiche, in welche die Insel Sardinien aufgeteilt wurde. Olbia wurde der Sitz des Judikats oder Reichs von Gallura, die Hauptstadt erhielt den neuen Namen Civita. Im 13. Jhdt. nahm der Einfluss des Stadtrepublik Pisa zu und nach dem Tod des letzten Giudice Nino Visconti wurde das Judikat von Gallura direkt aus Pisa regiert.

Im Streit um das Königreich Sizilien (im sog. Sizilianischen Vesper) zwischen den Königshäusern von Anjou und Aragon gründete Papast Bonifaz VIII. das Königreich Regnum Sardiniae et Corsicae und gab es als Lehen an den König Jakob II. von Aragon, von dem er als Gegenleistung die Unterwerfung der verfeindeten Pisaner erwartete. Im vierzehnten Jahrhindert gelang es dem Judikat von Arborea fast ganz Sardinien unter seine Herrschaft zu bringen; der Erbe des Königshauses von Aragon, Martin d. Jüngere, vermochte im Jahre 1409 die Sarden bei Sanluri zu bezwingen, fortan war das ganze Königreich Sardinien unter der Herrschaft des Hauses Aragon und somit unter der spanischen Krone. Die Stadt erhielt den neuen Namen Terranova.

Im spanischen Erbfolgekrieg zwischen Philip von Bourbon und Erzherzog Karl von Österreich gelangte die Krone 1708 an Österreich, wurde wenig später von Spanien besetzt und 1718 den Herzögen von Savoyen, welche das Piemont beherrschten, zugesprochen. Das Königreich Sardinien vereinigte sich mit dem Piemont um 1847 ein gemeinsames Parlament, Gerichtsbarkeit und Regierung in Turin zu bilden, Italienisch wurde Amtssprache. Zusammen mit dem Piemont war Sardinien Keimzelle des im Rahmen des Risorgimento neu entstehenden Königreichs Italien: Die sardisch-piemontesischen Könige hatten teils wegen Besetzung ihres Reichsanteils auf dem italienischen Festland zeitweise von Sardinien aus regieren müssen, König Viktor Emanuel II (Vittorio Emanuele II) wurde nach der Vereinigung erster König des Königreichs Italien und verlegte den Regierungssitz 1870 nach Rom.

Unter der faschistischen Herrschaft erhielt die Stadt den antiken Namen Olbia zurück, von den Alliierten wird sie 1943 heftig bombardiert. Mit dem aufkommenden Tourismus entwickelt sich die Stadt in der Nachkriegszeit rasch, der Bahnhof, Flughafen und vor allem der Fährhafen wird ausgebaut. Mit der Neuverteilung der sardischen Provinzen war Olbis zwischen 2001/5 und 2016 Co-Hauptstadt der Provinz Olbia-Tempio, die als Folge eines Referendums 2016 wieder aufgelöst wurde; das Gebiet wurde wieder in die alte Provinz Sassari integriert.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der 1 Flughafen Olbia (Aeroporto di Olbia-Costa Smeralda) Typ ist Gruppenbezeichnung wird gerne zur Anreise aus deutschprachigen Ländern genutzt und wird von Linien- und Billigfluggesellschaften angeflogen.

Lufthansa fliegt einmal wöchentlich von Düsseldorf, zweimal wöchentlich von München und einmal wöchentlich von Stuttgart nach Olbia. EasyJet fliegt täglich von Berlin-Schönefeld.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Olbia ist ein beliebter Fährhafen, der zur Anreise aus den deutschsprachigen Ländern genutzt wird:

  • 2 Olbia Typ ist Gruppenbezeichnung im Nordosten der Insel gelegen

Auf der Strasse[Bearbeiten]

Der Schnellstrassenring der Umfahrung Circonvallazione ovest umrundet Olbia, sie SS125 stellt die Verbindung nach Alzachena und der Costa Smeralda in der Region Gallurien sicher, weiter südlich die SS127 in Richtung Tempio Pausania, die SS729, welche sich derzeit noch im Ausbau auf vier Spuren befindet, verbindet Olbia mit Sassari im Westen und in südlicher Richtung stellt die SS 131CDN die Verbindung nach den Badeorten San Teodoro, Budoni sicher und führt weiter nach Nuoro.

Vom Autobahnring aus gelangt man auf der SP 14M von Süden aus und auf der SP 4M aus Norden zum Fährhafen und zum Flughafen, der wenig südlich davon liegt. Die Zufahrten zum Fährschiffanleger sind mit Imbarco bezeichnet.

Mobilität[Bearbeiten]

Von verschiedenen Parkplätzen in Altstadtnähe ist das Zentrum mit dem Corso Umberto I bequem zu Fuss zu erreichen; eine Besichtigung der Stadt bietet sich an, wenn man bir zur Abfahrt der Fähre noch einige freie Stunden hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die wichtigste Flaniermeile ist der Corso Umberto I, der sich zwischen dem Hafen und der Basilica di San Simplicio erstreckt, hier und in den beidseitigen Seitengässchen finden sich neben Ladengeschäften zahlreiche Gaststätten.

Basilica di San Simplicio
Chiesa di San Paolo
  • 1 Basilica di San Simplicio Typ ist Gruppenbezeichnung, die Basilika aus grauem Granit stammt aus dem späten 11./12. Jhdt., sie wurde im Bereich eines whs. auf einem früheren römischen Tempel errichteten frühchristlichen Gotteshauses aus dem Ende des 6. Jhdt. erbaut. Die Basilika ist dreischiffig aufgebaut, die Fassade und die oberen Teile der Seitenwände stammen aus pisanischer Zeit. Der kleine Glockengiebel stammt aus dem 16. Jhdt., der Zeit der spanischen Herrschaft. Bis 1839 war das Gotteshaus Kathedrale von Olbia, 1993 wurde sie von Papst Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben.
  • 2 Chiesa di San Paolo Typ ist Gruppenbezeichnung: das Gotteshaus aus dem Spätmittelalter wurde im 18. Jahrhundert vollendet und ist im oberen Teil der Altstadt gelegen.
  • 3 Palazzo communale Typ ist Gruppenbezeichnung, das Rathaus stammt aus dem 19. Jhdt. und liegt am Ende des Corso Umbert I.
Insel Tavolara
  • Die der Küste vorgelagerte Insel 1 Tavolara Typ ist Gruppenbezeichnung wird gern von Sportbooten angesteuert. Die Insel ist gemeinsam mit der Insel 2 Molara Typ ist Gruppenbezeichnung und einem Seebereich südlich des 3 Capo Coda Cavallo Typ ist Gruppenbezeichnung Teil des Schutzgebiets Area Marina Protetta Tavolara - Punta Coda Cavallo.
Pozzo Sacro Sa Testa
Tomba dei Giganti "Su Monte de s'Ape"
Villa Romana S'Imbalconadu
Acquedotto romano

In der Umgebung liegen:

  • das Brunnenheiligtum 4 Pozzo Sacro di Sa Testa Typ ist Gruppenbezeichnung aus der Zeit der Nuraghenkultur
  • der Nuraghenkomplex 5 Nuraghe Riu Mulinu / Cabu Abbas Typ ist Gruppenbezeichnung wird von einem Parkplatz aus auf einem Pfad zu Fuss erreicht.
  • das nuraghische Hünengrab ("Tomba di Giganti") von 6 Su Monte 'e S'Abe Typ ist Gruppenbezeichnung
  • die Ruinen der römischen Villa 7 Villa Romana / Fattoria Romana S'Imbalconadu Typ ist Gruppenbezeichnung
  • die Ruinen eines römischen Aquäduktes zur Versorgung der Stadt: 8 Acquedotto Romano Typ ist Gruppenbezeichnung
  • das 9 Castello Padrese Typ ist Gruppenbezeichnung

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Direkt in der Nähe des Flughafens Olbia befindet sich ein riesiger Supermarkt, der "Auchan". Dort bekommt man alles was das Herz begehrt. Neben Lebensmitteln gibt es auch eine Abteilung für Haushalt, Camping, Unterhaltungselektronik. In dem Gebäude sind auch einige andere Geschäfte untergebracht, die von Bekleidung, Schmuck u.s.w. fast alles anbieten. Ein lokales Selbstbedienungsrestaurant ist dort auch zu finden, wie auch ein Mc Donald´s. Desweiteren befindet sich im Eingangsbereich ein Geldautomat. Zu finden ist der "Auchan" vom Flughafen aus die Ausfahrt runter bis zum Ende. Dort rechts Richtung "Murta Maria" und nach ca. 300 m im Kreisverkehr die Ausfahrt links (also einmal rum).

Küche[Bearbeiten]

Entlang des Corso Umberto und in den parallelen Seitengässchen gibt es zahlreiche Restaurants und Pizzerien.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

www.comune.olbia.ot.it/ – Offizielle Webseite von Olbia

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