Malojapass

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Der Malojapass führt vom Ort Maloja im Oberengadin hinab nach Vicosoprano im Bergell.

Serpentinen des Malojapasses

Hintergrund[Bearbeiten]

Über zwei Jahrtausende bildete der Malojapass mit seinem steilen Anstieg von Norditalien aus und dem nur flach abfallenden Verlauf im Engadin eine Verbindung zwischen Norditalien und über den Julierpass in das Einzugsgebiet des Rheins und über das Unterengadin entlang des Inn ins Tirol.

Malojapass im Luftbild
Maloja - Passhöhe

Ab dem 2. Jahrhundert ist eine Begehung durch die Römer dokumentiert, eine steile Karrenrampe könnte aus römischer oder vorrömischer Zeit stammen. Für die Verbindung in den Norden wurde allerdings in römischer Zeit der Septimerpass wesentlich mehr genutzt. Ab 45 n.Chr. bestand im Tirol ein Anschluss an die Via Claudia.

Ab dem Spätmittelalter besorgte die Säumergenossenschaft Bergeller Port den Transport der Säumerwaren bis nach Sils im Oberengadin; 1648 wurde auf dem Malojapass ein Hospiz und ein Warenlager, eine Sust, errichtet.

In den Jahren 1827/28 wurde die Fahrstrasse Silvaplana - Casaccia erbaut und der Warentransport auf Pferden und Wagen bewerkstelligt; erst 1859 wurde die Strasse nach Italien fortgesetzt. Ab 1919 verkehrten Postautos über den Pass, ab 1927 ganzjährig. 1897 erhielt das Albulabahn-Komitee eine Lizenz zur Verlängerung der Linie vom Engadin über Maloja hinab nach Castasegna, das Projekt wurde aber nie umgesetzt. Im Gegenteil nahm mit dem Bau der Bahnlinie über den Berninapass ab 1910 der Warenverkehr massiv ab und mit dem Ausbau der Strassenübergänge über den Gotthard und San Bernardino-Pass verlor der Malojapass seine Bedeutung bezüglich des Warenverkehrs abgesehen von der lokalen Versorgung der Talschaft des Bergells.

Regionen[Bearbeiten]

Der Malojapass verbindet das Oberengadin mit dem Bergell, nach der Landesgrenze setzt sich dieses Tal hinab zum Comersee fort. Der Pass bildet eine Wasserscheide zwischen dem Stromgebiet des Inn, der in die Donau fliesst, und des Po, der in die Adria entwässert.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Der östliche Fusspunkt des Malojapasses, Silvaplana resp. das Dorf Maloja werden vom Engadin aus ab St. Moritz mit der Busverbindung von EngadinBus resp. der Hauptstrasse H3 erreicht.

Bereits nach minimaler Steigung ist die 1 Passhöhe am Ortsausgang von Maloja erreicht. Nach dem Hotel Maloja-Kulm führt die Strasse in zahlreichen engen Serpentinen steil ins Tal hinunter, bei Casaccia ist der Talgrund erreicht. Hier endet auch die Route des Saumpfads über den Septimerpass.

Nach dem Weiler Löbbia mit seinem kleinen Stausee fällt die Route in einigen Kahren weiter in den Tal-Hauptort Vicosoprano ab und und folgt dann mit einer weiteren kleinen Stufe bei Bondo bis zur Landesgrenze bei Castasegna der Maira. In Italien wird rasch Piuro und dann Chiavenna erreicht, hier enden auch die Postautokurse von St. Moritz durchs Bergell.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ruine San Gaudenzio
Palazzo Castelmur
  • Der Aussichtsturm 2 Torre Belvedere wurde vom belgischen Grafen Camille de Renesse als Teil seiner Privatresidenz Schloss Belvedere auf einem Felssporn oberhalb des Orts Maloja errichtet. Das Gebiet rund um den zugänglichen Aussichtsturm mit einer lohnenswerten Aussicht ins Engadin und ins Bergell ist unter Naturschutz gestellt.
  • Vor Casaccia liegen die Ruinen der spätgotischen 3 Kirche San Gaudenzio
  • Der 4 Palazzo Castelmur ist ein Patrizierhaus aus dem Jahre 1723, welches von Baron Giovanni von Castelmur im 19. Jhdt. mit einer venezianisch - maurischen Fassade versehen wurde, im Palazzo ist heute ein Museum untergebracht.
  • Lohnenswert ist ein Abstecher von der Umfahrungsstrasse ins Ortszentrum von 1 Vicosoprano, dem Hauptort der Talschaft.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Der Malojapass wird soweit möglich in den Wintermonaten offengehalten, dann muss im Alpengebiet allerding mit Schnee- und Eisglätte gerechnet werden. Automobilisten informieren sich über Sperrungen auf der Website des Bündner Tiefbauamts.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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