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Kairo/Mūskī

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El-Mūskī ·الموسكي
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Der Stadtteil bzw. das Wohnviertel el-Muski (arabisch: ‏الموسكي‎, al-Mūskī) befindet sich im Nordosten des Stadtzentrums von Kairo.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Wohnviertels el-Mūskī ist seit Sultan Saladin (1137–1193) überliefert, weil ein Verwandter des Sultans, Prinz ʿIzz ad-Dīn Muʾsak, ‏الأمير عز الدين مؤسك‎, für sich hier einen Palast errichten ließ. Im Nordwesten von el-Mūskī befindet sich das Viertiel Ḥārat Zuweila. Wie z. B. der arabische Historiker el-Maqrīzī (1364–1442) in seinem Geschichtswerk el-Chiṭaṭ berichtete, wurde das Viertel vom Berberstamm der Zawīla gegründet, der dem General Gauhar († 992) während der Eroberung Ägyptens 969 zur Zeit des vierten Fatimidenkalifen el-Muʿizz li-Dīn Allāh (930–975) Beistand geleistet hatte. Der Stamm ist auch Namensgeber des Bāb Zuweila/Bāb Zawīla, das eines der Haupttore der Kairoer Stadtmauer ist.[1]

Während des französische Feldzug 1798 wurde des Viertel el-Mūskī zerstört. Unter Muhammad Ali Pascha wurde das Gebiet neu besiedelt und breitere gepflasterte Straßen angelegt. In der Folge siedelten sich zahlreiche Handelsunternehmen, auch von Ausländern, in diesem Gebiet an. Das Viertel wird von vielen Gebäuden europäischer, vorwiegend französischer Architekten geprägt. Dazu gehörten auch große Kaufhäuser nach Pariser Vorbild.

Stark in die Handels- und Finanzaktivitäten waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde involviert. Sie besaßen hier ihr eigenes Viertel: das jüdische Viertel, ‏حارة اليهود‎, Ḥārat al-Yahūd. Jüdische Händler waren sehr erfolgreich und wohlhabend. So waren z. B. am Ende des ersten Weltkriegs alle großen Kaufhäuser mit Ausnahme des Sednaoui in jüdischem Besitz.

Nach der Revolution von 1952 durch die Freien Offiziere wurden die von Ausländern geführten Unternehmen im Juli 1961 verstaatlicht.

Lage[Bearbeiten]

El-Mūskī wird im Westen vom El-ʿAtaba-el-Chaḍrāʾ-Platz und der Port-Said-Str. begrenzt. Hier befindet sich auch die Schnittstelle zwischen dem historischen Kairo, el-Mūskī eingeschlossen, und dem europäisch geprägten neuen Kairoer Viertel Ismailia und den französischen Gärten von el-Azbakīya.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von el-Mūskī

Nördlich von el-Mūskī verläuft die Metrolinie 3. Nahe gelegene Stationen sind 1 Attaba (‏العتبة‎) und 2 Bab El-Shaaria (‏باب الشعرية‎).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • 1 Museum für Islamische Kunst, Midan Ahmed Maher (Südzipfel des Stadtteils Muski). Tel.: +20 (02) 2390 1520. Museum für Islamische Kunst in der Enzyklopädie Wikipedia Museum für Islamische Kunst im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMuseum für Islamische Kunst (Q3330629) in der Datenbank Wikidata. Das Museum beherbergt Zeugnisse Ägyptens und Arabiens (Einrichtungsgegenstände aus Moscheen und Wohnhäusern, Türen, Lampen usw., Gefäße, Textilien. Manuskripte; Holz-, Keramik, Fayence- und Metallarbeiten, Teppiche uvm.) Geöffnet: Täglich außer freitags von 09:00 bis 16:00 Uhr, an Freitagen von 09:00 bis 11:00 Uhr und von 13:30 bis 16:00 Uhr. Preis: LE 100. (30° 2′ 41″ N 31° 15′ 10″ O)
  • Post-Museum (متحف البريد), 55 Abdel Khaleq Tharwat St., ٥٥ شارع عبد الخالق ثروت (Midan Ataba, Hauptpostamt, zweite Etage). Tel.: +20 (0)2 2391 0011, (0)2 2391 0049. Post-Museum in der Enzyklopädie WikipediaPost-Museum (Q13142168) in der Datenbank Wikidata. Das Museum stellt die Postgeschichte von pharaonischen Zeiten bis in die Gegenwart dar. Zu den Ausstellungsstücken gehören Ausrüstungsgegenstände von Postbeamten, eine Briefmarkendruckmaschine und zahlreiche andere Gegenstände zur Postgeschichte. Geöffnet: Täglich außer freitags von 09:00 bis 13:00 Uhr.

Synagogen[Bearbeiten]

  • 2 Maimonides-Synagoge (كنيس موسى بن ميمون, Kanīs Mūsā bin Maimūn, hebräisch: ‏בית הכנסת רבי משה בן מיימון / בית הכנסת הרמב"ם). Maimonides-Synagoge in der Enzyklopädie Wikipedia Maimonides-Synagoge im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMaimonides-Synagoge (Q6735875) in der Datenbank Wikidata. Namensgeber der Synagoge ist der aus Andalusien stammende Maimonides bzw. Mosche ben Maimon (1135/1138–1204), der als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten, Philosophen und Rechtsgelehrten gilt. 1165 zog er mit seiner Familie nach Jerusalem, Alexandria und el-Fusṭāṭ, Teil des heutigen Kairos. Seit 1177 war er Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde. In seiner Kairoer Zeit entstanden auch seine wichtigsten Werke. Die etwa 20 Meter lange und 10 Meter breite Synagoge liegt auf der östlichen Straßenseite und wurde im 19. Jahrhundert an der Stelle einer früheren, wohl aus dem 10. Jahrhundert stammenden Synagoge errichtet. Über dem Halbrund des Eingangs befinden sich zwei Marmortafeln: eine mit dem Namen der Synagoge in Hebräisch und Arabisch, die andere mit den Zehn Geboten in Hebräisch. Über einen kleinen Hof erreicht man die Synagoge mit großen Fenstern auf drei Seiten. Im Norden des Innenraums befindet sich der floral gestaltete hölzerne Toraschrein, Aron haQodesch, in Richtung Jerusalem, in der Mitte die marmorne Kanzel, Bima, und im Süden die Empore für die Frauen. An der hölzernen Flachdecke hängt ein Kronleuchter. Östlich der Synagoge befindet sich die Jeschiwa, die Religionsschule. Neben dem Eingang befindet sich eine Marmortafel mit dem Bildnis von Maimonides. Die drei Räume besitzen einen mehrfarbigen Sockel und eine hölzerne Flachdecke. In der Nordecke des vorderen westlichsten Raums befindet sich ein Brunnen. In der Decke des mittleren Raums befindet sich ein achteckiger Lichtdom. Neben der Religionsschule befindet sich ein Verwaltungsgebäude, in dem sich heute der Sitz des Inspektors befindet. Die Synagoge wurde bis zum Verbot 1948 auch für Heilbehandlungen in einem unterirdischen Raum genutzt: das Träumen von Maimonidis sollte Linderung bringen. Nach der letztmaligen Nutzung 1960 war die Synagoge dem Verfall preisgegeben. Infolge des Erdbebens von 1992 stürzte die Decke ein. Nach etwa einjähriger Restauration wurde die Synagoge am 7. März 2010 wieder eingeweiht. Geöffnet: wohl täglich außer freitags und samstags 9-14 Uhr. Preis: LE 100 (zusammen mit anderen Monumenten der Schāriʿ Muʿizz li-d-Dīn Illāh). (30° 3′ 3″ N 31° 15′ 30″ O)
  • 3 Haïm-Capoucci-Synagoge (كنيس حاييم كابوتشي, Kanīs Ḥāyīṃ Kābūtschī, auch Haïm-Capoussi-Synagoge, hebräisch: ‏בית הכנסת חיים כפוסי), Darb Nuṣīr, درب نصير. Haïm-Capoucci-Synagoge in der Enzyklopädie WikipediaHaïm-Capoucci-Synagoge (Q16798133) in der Datenbank Wikidata. Auch die Vorfahren des Haïm Capoucci stammten aus Spanien. Nach ihrer Flucht gelangten sie 1391 nach Ägypten. Haïm Capoucci war einer der bedeutendsten Rabbiner in Ägypten. Nach seinem Tod 1631 wurde er auf dem Bassatin-Friedhof bestattet. Die Synagoge ähnelt von außen der Maimonides-Synagoge: sie ist 30 Meter lang, 9 Meter breit und 7 Meter hoch. Der 21 Meter lange Innenraum unterscheidet sich aber: Die Decke ruht auf Säulen. An der Ostseite befindet sich der Toraschrein, den man über wenige Treppenstufen erreicht. Genau gegenüber wurde an der Westwand die Kanzel errichtet. Dazwischen befindet sich eine Kuppel in der Decke. Die Empore für die Frauen befindet sich im Süden. An den Wänden gibt es eine umlaufende Bank. Die Synagoge befindet sich in einem beklagenswerten Zustand, auch wenn sie 1990 teilweise restauriert wurde. Die Synagoge lässt sich nur noch von außen bzw. nach erfolgreicher Anfrage an die jüdische Gemeinde besichtigen. (30° 2′ 59″ N 31° 15′ 31″ O)

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Die benachbarten Gebiete Ḥārat Zuweila und Ḥārat er-Rūm befinden sich westlich der Port Said St. und gehören zu den ältesten von koptischen Christen bewohnten Gebieten. Man vermutet, dass die älteste Kirche in Ḥārat Zuweila, die der hl. Jungfrau, bereits im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Früheste Zeugnisse stammen aus dem 12. Jahrhundert. Zur Zeit des 69. Patriarchen von Alexandria, Makarius II. (Regentschaft 1102–1128), fand in der Kirche der hl. Jungfrau die Weihe eines neuen Bischofs von Kairo statt. Der koptische Historiker Abū el-Makārim berichtete zudem über mehrere Ereignisse aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert.[1] In seiner Kirchenliste führt der arabische Historiker el-Maqrīzī (1364–1442) auf, dass es die Kirche der hl. Jungfrau bereits 270 Jahre vor der arabischen Eroberung, also um 350 n. Chr., gegeben habe.[1] Zwischen 1303 und 1675 war die Kirche der hl. Jungfrau Sitz der Päpste und Patriarchen von Alexandria, vom 80. Papst Johannes VIII. bis zum 102. Papst Matthäus IV. Danach residierten die Päpste in Ḥārat er-Rūm, und zwar vom 103. Papst Johannes XVI. bis zum 110. Papst Kirellos IV.

Man berichtet zudem, dass die heilige Familie auf ihrer Flucht nach Ägypten nach ihrem Aufenthalt in On (el-Maṭarīya) an der Stelle der hiesigen Kirche der hl. Familie Rast gemacht hat und Jesus die Quelle gesegnet habe, worauf sie seitdem heilkräftiges Wasser führt. Danach setzte die heilige Familie ihren Weg nach Babylon fort.

  • 4 Kirche der hl. Jungfrau Maria (كنيسة السيدة العذراء مريم), Harat Zuweila, Cairo. Kirche der hl. Jungfrau Maria in der Enzyklopädie WikipediaKirche der hl. Jungfrau Maria (Q5118067) in der Datenbank Wikidata. Die dreischiffige historische Kirche mit einer Vorhalle, dem Narthex, die wohl im im 10. Jahrhundert gegründet und im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde, liegt etwa 6 Meter unter dem heutigen Straßenniveau. Man betritt sie über das südliche Seitenschiff. Die Kirchenschiffe werden durch zwei Reihen mit Marmorsäulen mit unterschiedlichen Kapitellen getrennt, auf denen Arkadenbögen aus Ziegelmauerwerk ruhen. Darüber befinden sich Emporen mit hölzernen Ziergittern, Maschrabiyen. Auf der linken Seite befindet sich der Ambon aus Marmor, der auf vier verdrillten Säulen steht. Den oberen Abschluss der Kirche bildet ein hölzerner gewölbeförmiger Dachstuhl. Auf der Ostseite befinden sich eine Schirmwand aus Ebenholz mit Elfenbeineinlagen für vier Heikale, so für den Erzengel Michael und Johannes dem Täufer im linken Schiff, für die hl. Jungfrau im Hauptschiff und für den Erzengel Gabriel im rechten Schiff. Oberhalb der Schirmwand befinden sich sieben alte Ikonen zum Leben Christi: die Verkündigung des Herrn, Christi Geburt, die Taufe, der Einzug in Jerusalem, die Auferstehung Christi, Christi Himmelfahrt und die Entsendung des Heiligen Geistes. Der Altar für die hl. Jungfrau ist überkuppelt. Rechts neben dem Eingang zum Hauptaltar befindet sich ein hl. Brunnen, der heilkräftiges Wasser führen soll, nachdem er von Christus gesegnet wurde. Es besteht ein Fotografierverbot. (30° 3′ 8″ N 31° 15′ 26″ O)
  • Kirche des hl. Georg (كنيسة الشهيد العظيم مارجرجس), Harat Zuweila, Cairo. Östlich neben und oberhalb der Kirche der hl. Jungfrau befindet sich die dreischiffige Kirche für den hl. Georg. Die Altäre befinden sich hinter einer hölzernen Schirmwand. Über dem mittleren Zugang zum Altar des Heiligen befinden sich die Bildnisse der zwölf Apostel und ein Kreuz. Über dem linken Zugang befinden sich sieben Ikonen von Heiligen und Kirchenvätern, darüber die Darstellung des Haupts von Johannes dem Täufer und ein Kreuz. In ähnlicher Weise wurde auf der rechten Seite der Heikal der hl. Jungfrau mit acht Ikonen von Heiligen und Kirchenvätern und darüber mit der Taufe Christi und dem Kreuz gestaltet. An den Wänden wurden moderne Ikonen aufgehängt.
  • Kirche des hl. Merkurius (كنيسة الشهيد العظيم مرقريوس‎), Harat Zuweila, Cairo. Diese Kirche wurde 1490 AM (1773/1774) im Auftrag des Kopten el-Muʿallim Ibrāhīm el-Gauharī errichtet. Die dreischiffige Kirche verfügt über drei Altäre, je drei Säulen, die die Schiffe trennen, eine Kuppel über dem Mittelschiff und einen Ambon auf sechs Holzsäulen. Die hölzerne Schirmwand trennt die Allerheiligsten vom Gemeinderaum. Die mittlere Altar ist für den hl. Merkurius (Abū Seifein) bestimmt, während die Widmung der anderen beiden unbekannt ist. An der Westwand des Mittelschiffes befinden sich Ikonen zum Leidensweg Christi und für die Heiligen Pantaleon, Theodor, Merkurius und den Offizier Ischyrion (siehe auch Bayahū).
  • Südlich dieser Kirchen befindet sich das 5 Nonnenkloster der hl. Jungfrau und des hl. Georg (30° 3′ 6″ N 31° 15′ 26″ O), ‏دير السيدة العذراء والشهيد العظيم مارجرجس للراهبات‎, das unter dem Papst Kirellos V. im 19. Jahrhundert errichtet wurde.
  • 6 Franziskanerkloster und Zentrum für christlich-orientalische Studien (دير ومركز الأباء الفرنسيسكان للدراسات الشرقية المسيحية‎, Franciscan Monastery and Center of Christian Oriental Studies), 12 El-Bendaka St., Port Said St., 11511 Musky, Cairo, ١٢ هارة البنداقة ، ش بور سعيد‎ ، الموسكي‎ ، القاهرة. Tel.: +20 (0)2 2590 9906, Fax: +20 (0)2 2592 8634, E-Mail: .Franziskanerkloster und Zentrum für christlich-orientalische Studien (Q64821139) in der Datenbank Wikidata. Das Mariä-Himmelfahrt-Franziskanerkloster, ‏دير سيدة الإنتقال للفرنسيسكان‎, ist das einzige Franziskanerkloster in Ägypten und wurde 1632 im einstigen venezianischen Konsulat eingerichtet, worauf sich auch noch der heutige Straßenname, Glamour, bezieht. Die El-Bunduqa-Str. befindet sich westlich der Port Said Str. und liegt etwa einen Meter tiefer. Die hiesige Kirche wurde 1625 geweiht. Sie ist eine einschiffige Hallenkirche mit Glockenturm, einem Chor mit zwei Balkonen und dem Bildnis der Verklärung Christi im Osten, einer Orgel auf der Westseite und Gemäldedarstellungen des hl. Franziskus an den Seitenwänden. Zum Kloster gehören das 1950 gegründete wissenschaftliche Zentrum für christlich-orientalische Studien, eine beeindruckende Bibliothek mit etwa 100.000 Bänden und ein Verlagshaus, das u. a. die Serien Studia orientalia christiana / Collectanea und Studia orientalia christiana / Monographiae herausgibt. Wie man dem Goldenen Buch entnehmen kann, weilte in diesem Kloster auch die indische Ordensschwester Mutter Teresa. Geöffnet: Mo-Fr 9-15 Uhr. (30° 3′ 3″ N 31° 15′ 19″ O)

Architektur des modernen Stadtzentrums[Bearbeiten]

Das moderne Stadtzentrum ist gefüllt mit zahlreichen Architekturbeispielen, die durch vorwiegend französische und britische Architekten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts geprägt wurden, so trägt des Zentrum nicht zu Unrecht die Bezeichnung Paris entlang des Nils. Spaziergänge lohnen sich, auch wenn man manchmal Fantasie benötigt sich vorzustellen, wie es vor 50 Jahren ausgesehen hat. Wichtige Straßenzüge sind die Mohammed Ali St., ‏شارع محمد علي‎, und die el-Mūskī St., ‏شارع الموسكي‎‎, die später in die Gawhar al-Qāʿid übergeht und in die el-Muʿizz li-Dīn Allāh St. einmündet.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Kaufhäuser[Bearbeiten]

Mit der Schaffung des europäischen Viertels westlich von el-Mūskī sollte auch der Luxus europäischer Kaufhäuser in Kairo einziehen. Vorbild waren u. a. die Galeries Lafayette am Pariser Boulevard Haussmann. In den Kaufhäusern wurden Luxusartikel aus Frankreich, Großbritannien, Österreich und Deutschland verkauft. Der Charme aus der Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts ist aber leider vergangen. Im Juli 1961 wurden die Kaufhäuser verstaatlicht.

Natürlich kann man in den folgenden Warenhäusern immer noch einkaufen. Viel interessanter ist aber deren Architektur:

  • 1 Kaufhaus Sednaoui (مول صيدناوي, Sednaoui Department Store), El Khazendar Sq., Muski (nördlich des 'Ataba Sq.). Das fünfgeschossiges Kaufhau im neoklassizistischen Stil auf einer Grundfläche von 2360 Quadratmetern gegenüber dem einstigen Eden Palace Hotel wurde im Mai 1925 wiedereröffnet. Die komplette Umgestaltung und Erweiterung an der Stelle des früheren Kaufhauses oblag dem französischen Architekten George Parcq (1874–1939)[2]. Im Eingangsbereich des Kaufhauses befindet sich ein großes Atrium, ein Innenhof, der mit Bleiglasfenstern überdacht ist. Auf der Ostseite führt ein eindrucksvolles Treppenhaus zu den anderen Etagen. Die Eigentümer, die Brüder Samaan and Selim Sednaoui, stammten aus den syrischen Dörfern Sednaya and Maalula und waren die einzigen nichtjüdischen Kaufhausbetrieber in Kairo. Die Brüder waren bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mit einem Kurzwarengeschäft in Kairo vertreten. Anfang des 20. Jahrhunderts zogen sie hier zum El Khazendar Sq. um und eröffneten hier am 4. November 1913 ein dreigeschossige Kaufhaus. Geöffnet: Mo-Sa 10-1 Uhr. (30° 3′ 12″ N 31° 15′ 5″ O)
  • 2 Kaufhaus Tiring (Tiring Department Store). Das zwischen 1913 und 1915 errichtete sechsgeschossige Kaufhaus im Stil des französischen Neobarock erhebt sich auf einer Grundfläche von 1235 Quadratmetern und wurde für das Wiener Unternehmen „Victor Tiring & Brüder“, dass seit 1882 in der Praterstraße 11 im zweiten Wiener Bezirk ansässig war, vom österreichischen Architekten Oskar Horowitz (1881–um 1927) gestaltet.[3] Das Kaufhaus ist schlicht gehalten und besitzt an seinen Außenseiten große Glasflächen. Trotzdem zählt es zu den imposantesten Kairoer Gebäuden. Die Südostecke des Gebäudes in Richtung des Mīdān ʿAtaba ist abgerundet und wird von einer Kuppel mit Girlanden abgeschlossen. Architektonisches Highlight ist die Erdkugel auf der Kuppel, die von vier riesenstarken Männern getragen wird. Denkbar ist, dass der Titan Atlas, der das Himmelsgewölbe auf den Schultern trägt, als Vorbild diente. Der Globus war einst in der Nacht beleuchtet. 2005 ließ jedoch der damalige Stadtteilchef von el-Mūskī, Ahmed Adel, den Globus gold über- und die Statuen schwarz anmalen. Man gelangt auf der Westseite in das Gebäude. In den oberen Stockwerken führt ein Gang zum Treppenhaus im Süden, über das man auch die Kuppel mit der Erdkugel erreicht. Im Gegensatz zu den beiden anderen Kaufhäusern sind im Inneren des Gebäudes zahlreiche Firmenbüros untergebracht. (30° 3′ 4″ N 31° 15′ 4″ O)
  • 3 Kaufhaus Omar Effendi (محل عمر أفندي), 41 Abdel Aziz St., Abdin, Cairo, ٤١ ش عبد العزيز ، عابدين ، القاهرة (am Abzweig zur Roushdy Basha St., تقاطع ش رشدي). Tel.: +20 (0)2 2391 2808. 1905 bis 1909 für Orosdi-Back & Co[4] errichtetes sechsgeschossiges Kaufhaus auf einer Grundfläche von 1170 Quadratmetern im Stil des französischen Neobarock, das nach der Revolution von 1952 verstaatlicht und unter dem Namen Omar Effendi weiterbetrieben wurde. Im runden Vorbau am Straßenabzweig, der mit einer Kuppel abgeschlossen ist, befindet sich der Eingang. Von den drei genannten Kaufhäusern ist dies das bestbestückte. (30° 2′ 50″ N 31° 14′ 52″ O)

Einkaufsstraßen[Bearbeiten]

Unmittelbar am Mīdān ʿAtaba, etwas südöstlich des Kaufhauses Tiring beginnt die el-Mūskī St., ‏شارع الموسكي‎‎, die später in die Gawhar al-Qāʿid übergeht und in die el-Muʿizz li-Dīn Allāh St. einmündet. Sie ist eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen im Bereich des Stadtzentrums und der islamischen Altstadt.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Man kann den Besuch von el-Mūskī mit dem der islamischen Altstadt, insbesondere der el-Muʿizz li-Dīn Allāh St., dem Chān el-Chalīlī, der el-Azhar-Moschee und el-Ḥuseinīya im Osten sowie dem von ʿĀbdīn verbinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kirchen und Klöster
    • Atiya, Aziz Suryal: Harit Al-Rum. In: Atiya, Aziz Suryal (Hg.): The Coptic Encyclopedia ; Bd. 4: Ethi - John. New York : Macmillan, 1991, ISBN 978-0-02-897027-1, S. 1206 f.
    • Wissa, Myriam: Harit Zuwaylah. In: Atiya, Aziz Suryal (Hg.): The Coptic Encyclopedia ; Bd. 4: Ethi - John. New York : Macmillan, 1991, ISBN 978-0-02-897027-1, S. 1207–1209.
    • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo : American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 301–305.
  • Architektur
    • Raafat, Samir: Cairo, the glory years : who built what, when, why and for whom. Alexandria : Harpocrates Publishing, 2003, ISBN 978-977-5845-08-5, S. 51–53, 56–58. Kaufhaus Tiring, Kaufhaus Sednaoui.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford : Clarendon Press, 1895, S. 3–11, fol. 2.a, 2.b, 3.a, 5.a, S. 326 f. (Kirchenliste des el-Maqrīzī, Kirchen Nr. 2 und 3). Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
  2. Jouguet, Pierre: Georges Parcq (1874-1939). In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 39 (1940), S. 137–139.
  3. Agstner, Rudolf: Dream and Reality : Austrian Architects in Egypt ; 1869-1914. In: Volait, Mercedes (Hg.): Le Caire - Alexandrie : architectures européennes ; 1850 - 1950. Le Caire : Centre d’Études et de Documentation Économique, Juridique et Sociale [u.a.], 2001, ISBN 2-7247-0290-5, S. 141–159, insbsondere S. 150 f., 158.
  4. Benannt nach den österreichisch-ungarischen jüdischen Gründern Leon und Philippe Orosdi sowie Hermann und Joseph Back.
ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.
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