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Hammershus

Gewählt zum Reiseziel des Monats Juni 2011 „abseits der Touristenpfade“
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Hammershus
RegionRegion Hovedstaden
Einwohnerzahl
Höhe
Tourist-InfoBurgruine Hammershus
Lagekarte von Dänemark
Lagekarte von Dänemark
Hammershus

Hammershus ist eine Burgruine auf Bornholm.

Hintergrund

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Hammershus ist eine Burgruine an der Nordwestspitze von Bornholm. Die Burg gilt als eine der größten Burgruinen Nordeuropas. Genaue Daten über die Erbauung der Burg gibt es nicht, man vermutet den ersten Spatenstich um 1250 durch den Erzbischof von Lund in der damals noch zu Dänemark gehörenden, heute schwedischen Provinz Schonen (schwedisch Skåne). Auslöser für den Ausbau zu einer besonders wehrhaften Festung war die Zerstörung der Lilleborg, im heutigen Waldgebiet Almindingen gelegen, durch den Bruder des Erzbischofs.

Hammershus hat eine äußerst wechselhafte Geschichte, in der es hauptsächlich um Machtkämpfe zwischen den verschiedenen dänischen Königen und der katholischen Kirche ging. Stets waren es die jeweiligen Machthaber auf Bornholm, die auch im Besitz von Hammershus waren. So hatte auch die Stadt Lübeck im 15. Jahrhundert Bornholm für 50 Jahre als Pfand erhalten. Im Laufe der wechselnden Herrschaften wurde Hammershus immer weiter ausgebaut, wobei die Erweiterungen wie z. B. das Speicherhaus allerdings nicht der Verteidigung der Insel, sondern der Aufbewahrung von Abgaben diente.

Mit der Fortentwicklung der Artillerie sank die Bedeutung von Festungen, so auch die von Hammershus. 1645 konnten die Schweden die Festung nach nur wenigen Stunden Artilleriebeschuss fast widerstandslos einnehmen. Eine besondere Bedeutung hatte Hammershus danach nur noch als Gefängnis, als dass die Anlage von 1660 bis 1661 für die Stiefschwester des Königs und ihren Gemahl, der wegen Hochverrats angeklagt war, diente.

Die Festung wurde 1743 endgültig aufgegeben und in den folgenden Jahrzehnten als Steinbruch für Baumaterial gebraucht. 1822 wurde sie dann schließlich unter Denkmalschutz gestellt.

Hammershus Festung liegt direkt an den Klippen oberhalb der Ostsee, man hat von ihr einen guten Blick unter anderem auf den naheliegenden Hammerknuden bei Sandvig. Nach Süden fällt das Burggelände ab zum tiefeingeschnittenen Mølledalen. Bei gutem Wetter und sehr klarer Sicht kann man von Hammershus die südschwedische bzw. schonische Küste sehen.

Anreise

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Innere Burg

Für überregionale Anreisehinweise siehe Hasle und Allinge.

Autofahrer biegen auf der Straße 159 von Hasle Richtung Allinge fahrend bei Borrelyngen links ab und folgen der Ausschilderung Hammershus. 1 Parkplatz1 , {{Marker | name = Parkplatz 2 | type = parking | lat = 55.2725 | long = 14.7618 | image = } an der Straße unterhalb der Burgruine. Aus Sandvig kommend fährt man den Hammershusvej ortsauswärts und folgt den Ausschilderungen.

Die Buslinien 7 und 8 fahren Hammershus an. Die Bushaltestelle befindet sich in der Nähe der Parkplätze an der Festung. Die Linien fahren in entgegengesetzter Fahrtrichtung entlang folgender Route: Rønne - Hasle - Vang - Hammershus - Sandvig - Allinge - Gudhjem - Listed - Svaneke - Joboland - Aarsdale - Nexø - Balka - Snogebæk - Pederskirke - Aakirkeby - Arnager - Flughafen Rønne - Rønne. Diese Linie ist die touristische Buslinie Bornholms, sie verkehrt außerhalb der Sommersaison mit reduziertem Takt.

Radfahrer passieren auf der Rundstrecke um Bornholm aus dem Finnedalen und Slottslyngen kommend Hammershus Festung auf der Straße zwischen Borrelyngen und Sandvig. Hier müssen sie sich für einige Kilometer die Straße mit den Autofahrern teilen.

Wanderer auf dem ehemaligen Seenotrettungsweg erreichen die Burg, wenn sie von Vang kommend der Küste folgen und dann über das Mølledalen zur Burg hochsteigen.

Mobilität

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Karte
Karte von Hammershus

Auch wenn die Wege weitgehend begradigt sind, sind die Wege mit Rollstuhl oder Rollator eher mühsam zu begehen. Vom Parkplatz bis ins Burginnere sind es gut 500 m zu gehen.

Sehenswürdigkeiten

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Speicherhaus

Ruine

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Vom Parkplatz oder Bushaltestelle läuft man zuerst ein Stück über buckeliges Pflaster, bis man sich nach Überquerung der 1 Burggraben-Brücke (die früher eine Zugbrücke war) der eigentlichen Burgruine nähert. Im Bogen geht es durch zwei Vorhöfe, dann betritt man den äußeren 2 Burghof , den der relativ gut erhaltene 3 Manteltårn, der Hauptturm als Teil der inneren Burganlage, dominiert. Zuerst allerdings liegt gleich links vom Durchgang durch die äußere Burgmauer das frühere 4 Speicherhaus, in dem die Abgaben ("Zehnten") der Bornholmer an die jeweiligen Herrscher gelagert wurden.

Mantelturm und innere Burgbefestigung

Quer über den äußeren Burghof geht es zum Manteltårn, an dem besonders die verschiedenen Mauersteine auffallen. Der Turm bestand zuerst nur aus drei Stockwerken aus Granit, wurde dann aber von den Lübeckern mit drei weiteren Stockwerken, allerdings aus Ziegeln, aufgestockt. Der Manteltårn war früher der einzige Zugang zur Burg, und wurde mit einem Fallgitter und einem schweren Tor verschlossen, wovon man noch Türangeln und Schlitze der Fallgitter sehen kann.

AufUmrundet man die innere Burg vom Manteltårn gegen der Uhrzeigersinn, schließt sich dann die 1 Schlosskirche mit den Prunkräumen an. Hinter der Schlosskirche, außerhalb der inneren Burg, liegen direkt an der äußeren Burgmauer die Reste der 5 Bäckerei und Brauerei . Weiter die innere Burg umrundend sieht man nun den die Ruinen der 6 Herrschaftsräume.In diesem Flügel der Burgruine lagen wahrscheinlich im Untergeschoss die Küche und der Backofen, im oberen Geschoss die Herrschaftsräume .

Hammershus-Ausstellung

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Ausstellung: Leben auf der Burg
Modell der Burg

In Slotsgården am Eingang zur Burganlage gibt es eine 7 Ausstellung zum Leben auf der Burg , wie es um etwa 1570, dem Höhepunkt der Burg, ausgesehen haben könnte. Das dort gezeigte Modell der Burganlage wurde anhand von Gebäuderesten und Ausgrabungsfunden rekonstruiert, aber auch anhand alter Inventarverzeichnisse, die bei jedem Besitzerwechsel der Burg angefertigt wurden und erhalten blieben.

Besonders anschaulich ist das Modell der inneren Burg, das in vielen kleinen Einzelszenen den Alltag der damaligen Burgbewohner darstellt - vom Gefangenen im Verlies über die Arbeit in der Küche und bei der Fleischverarbeitung bis zum König auf dem Plumpsklo.

Einige originale Fundstücke und zahlreiche Rekonstruktionen von Waffen, Haushaltsgeräten und Bekleidung runden diese kleine, aber gut gemachte Ausstellung ab. Besonders aufgrund des sehr anschaulichen und detailliert gestalteten Modells vom Leben in der Burg ist diese Ausstellung auch in besonderem Maße für Kinder geeignet.

Aktivitäten

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Küste unterhalb von Hammershus
  • Wer nach der Besichtigung von Burgruine und Ausstellung noch Energie übrig hat, kann noch eine 1 Wanderung durch das Mølledal zur Küste hinunter und durch 2 Slottslyngen (Schlossheide) zurück zur Festung unternehmen (Wanderroute ist mit gelben Zeichen markiert).
  • Wer sich im Steineklopfen versuchen möchte, kann einen Abstecher zum 8 Granitsteinbruch Moseløkke unternehmen. Hier findet man auch ein kleines Steinmuseum angeschlossen. Die Zufahrt zum Steinbruch findet sich auf Höhe der Bushaltestelle bei Hammershus Festung.
  • Im Juli findet jährlich unweit der Burg das OpenAir Hammershus Fairtrade Concert statt, bei dem nach Einbruch der Dunkelheit im Hintergrund die illuminierte Burgruine zu sehen ist.

Küche

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Unterkunft

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Direkt an der Festung gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten, die nächsten Hotels findet man in Sandvig (ca. 2 km) und Allinge (ca. 5 km). Campingplätze befinden sich in Sandvig und in Borrelyngen. Ein einfacher, kostenloser 1 Lagerplatz Lejrplads liegt neben dem Steinbruch Moseløkke.

Ausflüge

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Blick auf den Hammerknuden

Wer den Besuch der Hammershus Festung mit einer Tour entlang weiterer Sehenswürdigkeiten im Nordwesten verbinden will, hat noch diese Ziele zur Auswahl:

  • Hammerhavn unterhalb von Hammershus
  • Sandvig, das kleine Städtchen am Hammerknuden, und sein direkt anschließender Nachbarort Allinge
  • Jons Kapel, ein Felsen an der Steilküste einige Kilometer südlich von Hammershus
  • Olsker mit der Olskirke
  • der kleine Fischerort Hasle mit seiner bekannten Räucherei.

Literatur

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