Wandern
Vollständiger Artikel

Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf

Aus Wikivoyage
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wegzeichen und Logo des Eco Pfades Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf

Der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf führt rund um die Siedlung Ahlberg östlich von Mariendorf am Rande des Reinhardswaldes und soll dazu anregen, sich mit der Geschichte des Ahlberges und seiner Umgebung zu beschäftigen und diese vor dem Vergessen zu bewahren. Auch landschaftlich ist der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf sehr attraktiv, da er einerseits auf naturbelassenen Pfaden durch den Reinhardswald verläuft und man andererseits immer wieder schöne Ausblicke Richtung Habichtswald hat.

Streckenprofil[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf
Ausgangspunkt des Eco Pfades ist der Parkplatz an der Reithalle in Mariendorf
  • Länge: 4,5 km. Den Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf kann man gut mit einer Radtour auf dem Reinhardswaldradweg verbinden.
  • Markierung: Der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf ist mit der Hugenottenkirche Mariendorf markiert.
  • Ausschilderung: Die Ausschilderung des Wanderweges ist als sehr gut zu bezeichnen, das Wanderzeichen findet man an Bäumen und Holzpflöcken.
  • Geeignetes Schuhwerk: Da die Wanderroute größtenteils über unbefestigte Wege verläuft ist festes Schuhwerk empfehlenswert.
  • Familieneignung: Ja, der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf ist auch mit kleineren Kinder begehbar.
  • Mountainbike-Eignung: Ja, alle vom Wanderweg benutzten Wege sind auch mit einem Mountainbike befahrbar.
  • Beste Jahreszeit: Der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf ist ganzjährig begehbar.

Hintergrund[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten am Eco Pfad
Der zehn Meter hohe, massiv gemauerte Pyramidenstumpf des ehemaligen Schüttelwerkes (Sieberei)

Die Eco Pfade in Nordhessen sollen dazu anregen, sich mit der wechselhaften und interessanten Geschichte der Region zu beschäftigen. Es wurden insgesamt 32 Eco Pfade im Landkreis Kassel und zwei im Schwalm-Eder-Kreis eingerichtet.

Seit November 2007 verstärkt der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf das umfangreiche Netz der Eco Pfade. Inzwischen wurde der 4,5 Kilometer lange Eco Pfad vom HWGHV als "Geprüfter Wanderweg" ausgezeichnet.

Anreise[Bearbeiten]

Unterwegs auf dem Eco Pfad
Leicht ansteigend auf Waldpfaden hinauf auf den Ahlberg

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Aus Richtung Kassel fährt man am besten auf der L 3386 über Vellmar, Espenau und Immenhausen nach Mariendorf, aus Richtung Hofgeismar auf der L 3229 über Carlsdorf und Udenhausen und aus Richtung Reinhardshagen ebenfalls auf der L 3229, allerdings über den Udenhäuser Stock. Der Ausgangspunkt des Eco Pfades Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf befindet sich am 1 Parkplatz an der Reithalle im Heideweg.

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln[Bearbeiten]

Seit Einstellung der Buslinie 170 (Hofgeismar-Immenhausen) (HNA-Artikel) wird Mariendorf nur noch von der Buslinie 171 (Immenhausen-Grebenstein) angefahren. Diese bedient zum Beispiel in Mariendorf die 2 HaltestelleHaltestelle Mitte und in Ahlberg die 3 HaltestelleHaltestelle Ahlberg direkt am Eco Pfad.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten]

Beschilderung des Eco Pfades an den Ringwällen unterhalb des Ahlberges
Der zehn Meter hohe, massiv gemauerte Pyramidenstumpf des ehemaligen Schüttelwerkes (Sieberei)
Die Lore wurde 2007 vom Arbeitskreis Dorfgeschichte Mariendorf in Erinnerung an den Bergbau aufgestellt
Die Informationstafel "Hutestein von 1748" südlich von Ahlberg

Der Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf ist nur in eine Richtung markiert, nämlich im Uhrzeigersinn. Für eine detaillierte Wanderkarte bitte einfach auf die POI's klicken, die einen sofort an die beschriebene Position leiten. Vom Parkplatz an der Reithalle in Mariendorf wandert man zunächst über einen befestigten Wirtschaftsweg hügelig nach Osten zur Siedlung Ahlberg. Dort biegt man in die Straße "Am Ahlberg" ein und hat auch schon gleich die erste Station erreicht mit dem Titel

  • 1 Das Steigerhaus . Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer wechselvollen und interessanten Geschichte wurde 1920 vom preußischen Hegemeister (Forstbeamter) Heinrich Paul als Pension für Feriengäste geplant und drei Jahre später als „Steigerhaus„ von der Bergwerksgesellschaft am Ahlberg als Wohnung für den Steiger (Aufsichtsbeamter im Bergbau) gekauft. Noch im selben Jahrzehnt wurde das Haus dann in „Schweitzer-Villa“ umbenannt und diente fortan bis 1958 als Geflügel und Pelztierfarm. Ab 1959 war ein Kinderheim unter dem Namen „Waldhaus“ untergebracht, in den 1970er Jahren wohnte ein Repräsentant eines Großindustrieunternehmens in dem Haus am Ahlberg und seit 1982 ist die Eigentümerin schließlich eine Sozialwissenschaftlerin, welche im „Steigerhaus“ eine Erwachsenenbildungsstätte eingerichtet hat. Hinter dem Steigerhaus hält man sich weiter in südlicher Richtung und läuft zusammen mit dem Reinhardswald-Westweg (H), dem lokalen Rundweg "Um den Ahlberg" (I 6) und dem Reinhardswaldradweg zur Station
  • 2 Bergbau am Ahlberg , die sich thematisch mit dem Braunkohleabbau unter Tage von 1755 bis 1925 beschäftigt. Die gewonnene Kohle wurde unter anderem nach dem schwierigen Transport zum Bahnhof Immenhausen an die Garnison in Hofgeismar und das Gradierwerk in Bad Karlshafen geliefert, sowie an dreißig Branntweinbrennereien und auch an die Ziegelhütte direkt am Ahlberg. Heute kann man nur noch wenige Spuren des Bergbaus am Ahlberg ausmachen, größte davon ist der massiv gemauerte Pyramidenstumpf an der Station des Eco Pfades. Wie auf dem Bild der Informationstafel zu erkennen stand hier auch der 29 Meter tiefe Förderschacht und -turm. Die Lore vor dem Rüttelturm wurde in Erinnerung an den Bergbau 2007 vom Arbeitskreis Dorfgeschichte Mariendorf aufgestellt. Vorbei an der HaltestelleHaltestelle Ahlberg (Linie 171) tritt man nun in den Reinhardswald ein und wandert auf einem unbefestigten Pfad leicht ansteigend zur Station
  • 3 Tongruben und Ziegelhütte am Ahlberg , in deren näheren Umfeld man ein geschlossenes Tongrubenfeld mit dicht an dicht liegenden Tongruben aus dem frühen 13. bis in das späte 14. Jahrhundert gefunden hat. Auch südlich des Ahlberges wurden mehrere größere Tongruben gefunden, welche vom 16. bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden. Der Ton wurde für die Töpfereien in Reinersen und eine spätmittelalterliche Ziegelhütte gewonnen, in deren einzügigen Ziegelofen überwiegend Falzziegel und Hohlziegel, aber auch in geringem Maße Gebrauchskeramik produziert wurden. Nach einem kurzen stärkeren Anstieg ist das Gipfelplateau des 394,6 Meter hohen Ahlberges erreicht, auf welchem die nächste Station platziert ist namens
  • 4 Ringwall und Warte am Ahlberg , welche gleich über zwei Themen informiert. Der heute noch deutlich erkennbare Ringwall rund um den Ahlberg umschloss eine befestigte Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit, die auch Hallstatt-/Laténezeit (800 v. Chr. - 0) genannt wird. Zusammen mit eine Wehrmauer, Erdaufschüttung und einem umlaufenden Wehrgang bildete der Ringwall ein für Angreifer, welche die circa 1 Hektar große Siedlungsfläche auf dem Ahlberg erreichen wollten, nur schwer überwindbares Hindernis. Im 13./14. Jahrhundert wurde auf der eisenzeitlichen Wallanlage eine Warte erbaut, die als Teil der Landwehr zur Überwachung der Umgebung diente. Von dem 1686 abgebrochenen Turm hatte man Sicht- und akustischen Kontakt zur nur wenige Kilometer entfernten Udenhäuser Warte. Man läuft auf der Südseite des Ahlberges hinab zum Paulsweg, welchen man überquert und nur wenige Meter später weiter auf einem unbefestigten Waldpfad direkt am Wildzaun entlang. Hinter einer kleinen Lichtung wendet man sich dann nach Westen und trifft wieder auf die Markierungen des Reinhardswald-Westweges (H), sowie des lokalen Rundweges 4, denen man Richtung Norden zurück zur Siedlung Ahlberg folgt. Am Waldrand befindet sich die Station
  • 5 Wüstung Reinersen , welche über die Töpfereien in dem erstmals urkundlich 1019 erwähnten und bis 1572 besiedelten Dorf informiert. Unweit der Informationstafel fand man Keramikscherben, Mörtelreste und verbrannten Fachwerklehem, woraus sich schließen lässt, dass auch in Reinersen bis in das 16. Jahrhundert Gebrauchsgeschirr aller Art gefertigt wurde. Der Kirchenstandort von Reinersen wird übrigens unter einer kleinen Erhebung auf der hinter der Informationstafel liegenden Wiese vermutet. Die Kirche war wohl das einzige feste Gebäude in Reinersen; der Name des Ortes ist Namensgeber des Reinhardswaldes. Von der Wüstung Reinersen läuft man auf einem grob geschotterten Wirtschaftsweg zusammen mit dem Reinhardswaldradweg und weiteren lokalen Wanderwegen bergauf zurück zur Siedlung Ahlberg. Über einen alten Hohlweg, über welchen heute die Straße "Am Ahlberg" verläuft, erreicht man schließlich die vorletzte Station
  • 6 Hutestein von 1748 , die zusammen mit dem zugehörigen Hutestein an die über Jahrhunderte ausgeübte Waldweide im Reinhardswald erinnert. Damals betrieben auch die ersten Bürger aus der neu gegründeten französischen Hugenottenkolonie Mariendorf diese Waldnutzung, weil das ihnen zugewiesene Ackerland nicht zum Leben ausreichte. Dabei trieben sie ihr Vieh aber auch in Udenhäuser und Immenhäuser Gemarkungen, was zwangsläufig zu Gerichtsklagen und Streitigkeiten führte. Deshalb wurde 1747 das "Waldhudens Reglement vor die Frantzösische Colonie Mariendorf" erlassen, in welchem die Weidebezirke genau festgelegt und mit Hutesteinen markiert wurden. Auch der Hutestein, der neben der Informationstafel vermutlich auf einem Rest einer Landwehr aus dem 14. Jahrhundert steht, markierte den Grenzverlauf der Hutebezirke. Vom Hutestein folgt man weiter dem alten Hohlweg bis zu den ersten Häusern der Siedlung Ahlberg, an welchen man nach Westen in einen Wiesenweg abbiegt und unter mehreren Bäumen die letzte Station
  • 7 Landwehr und Wildgraben des Eco Pfades Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf erreicht. Die eben schon beim Hutestein erwähnte Landwehr verlief auch an dieser Station und soll Teil der alten hessischen Landwehr gewesen sein, die von Speele an der ehemaligen braunschweigischen Grenze bis zum westfälischen Warburg verlief. Die an dieser Stelle vermutete Landwehr verlor wahrscheinlich ihre Bedeutung bereits 1462, als Landgraf Ludwig II. die Mainzer Stiftsfehde siegreich beendete. Vermutlich wurden ihre Reste aber in der Regierungszeit von Landgraf Carl (1677 – 1730) beim Bau des Mariendorfer Wildzaunes wiederverwendet. Beide, sowohl Landwehr als auch Wildgraben, sind im Laufe der Jahrhunderte eingeebnet worden. Man folgt weiter dem Wiesenweg mit Blick auf Mariendorf, bevor man einem befestigten Wirtschaftsweg nach Norden folgt und schließlich wieder nach 4,5 Kilometern den Ausgangspunkt des Eco Pfades Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf an der Reithalle in Mariendorf erreicht.

Ausflüge[Bearbeiten]

Palas der Burg Grebenstein
Blick von der Burgruine Richtung Flughafen Kassel-Calden

Dorfspaziergang Mariendorf[Bearbeiten]

Wer seine Wanderung auf dem Eco Pfad Kulturgeschichte Ahlberg-Mariendorf verlängern will, dem sei der Historische Dorfspaziergang Mariendorf empfohlen, welcher am 24. April 2010 eingeweiht wurde und auf einer Länge von circa zwei Kilometern an zehn Stationen über die Geschichte der Hugenotten- und Waldenser-Colonie Mariendorf informiert. Die zehn Stationen tragen dabei die Titel Die zweite Schule / Dorfgemeinschaftshaus, Georgs Museum, Der Hugenottenteich, Die erste Schule, Der Ortsmittelpunkt, Der Mariendorfer Dachziegel, Die evangelische Kirche, Der Friedhof, Die Paul-du-Ry-Straße und Das evangelische Gemeindehaus. Weitere Informationen unter www.immenhausen.de und im HNA-Artikel "Zwischen Kirche und Hugenottenteich".

Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald besteht aus den drei Rundwanderwegen Gahrenberg-Runde (8,4 km), Kleeberg-Runde (4,0 km) und Osterberg-Runde (4,8 km), die mit insgesamt zehn Informationstafeln zu den einzelnen Zechengeländen am Gahrenberg, Kleeberg und Osterberg führen. Zu erreichen ist der Eco Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald über die Landesstraßen L 3386 und L 3233, sowie mit den Buslinien 171 und 173 mit Umstieg in Immenhausen.

Eco Pfad Siedlungsgeschichte Simmershausen[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Siedlungsgeschichte Simmershausen ermöglicht eine Zeitreise von der Jungsteinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Stationen an der 6,5 Kilometer langen Strecke sind die evangelische Kirche, die historische Schmiede, der Helleweg, der steinzeitliche Lagerplatz, der Kreuzstein, die jungsteinzeitliche Siedlung und das Wasserwerk. Der Eco Pfad Siedlungsgeschichte Simmershausen ist über die Landesstraßen L 3386, L 3232 und die Kreisstraße K 38 zu erreichen, oder mit den Buslinien 171, 173 und 40 mit Umstieg in Immenhausen und in Holzhausen.

Eco Pfad Geistesgeschichte Denklehrpfade I – III Grebenstein[Bearbeiten]

Der Eco Pfad Geistesgeschichte Denklehrpfade I – III Grebenstein besteht aus dem Denklehrpfad I (Von Heraklit bis Wittgenstein), dem Denklehrpfad II (Morgenländischer Weg) und dem Denklehrpfad III (Literarischer Parcours; von Homer bis Handke), die zusammengerechnet nur knapp einen Kilometer lang sind. Alle verlaufen in Nähe des Burgberges mit der Burgruine Grebenstein, von welcher man eine schöne Aussicht in die Region hat. Grebenstein und der Eco Pfad sind erreichbar über die Landesstraße L 3229 und die Kreisstraße K 51, oder mit der Buslinie 171, gegebenenfalls mit Umstieg in Immenhausen in die RT1.

Weblinks[Bearbeiten]

Vollständiger ArtikelDies ist ein vollständiger Artikel, wie ihn sich die Community vorstellt. Doch es gibt immer etwas zu verbessern und vor allem zu aktualisieren. Wenn du neue Informationen hast, sei mutig und ergänze und aktualisiere sie.