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Czernowitz

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Czernowitz
Oblast Oblast Tscherniwzi
Einwohner
266.550 (2015)
Höhe
248 m
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Lage
Lagekarte der Ukraine
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Czernowitz

Czernowitz (ukrainisch:Чернівці,Tscherniwzi; russisch: Черновцы; englisch: Chernivtsi; rumänisch: Cernăuţi; polnisch: Czerniowce) ist eine Stadt im Oblast Tscherniwzi in der Westukraine, und war die Hauptstadt der historischen Region Bukowina (Buchenland). Diese bildete zusammen mit Bessarabien im Süden und Galizien im Norden jahrhundertelang die Grenzzone zwischen dem osmanischen, dem russischen Reich und der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie. Ein Schlachtfeld vieler blutiger Auseinandersetzungen, aber auch ein bemerkenswerter Ort des kulturellen Austausches. Hier lebten Deutsche, Juden, Ruthenen, Polen, Rumänen und weitere Völker. Das Bild der Altstadt ist geprägt von der über 240-jährigen Zeit der k. u. k.-Monarchie, insbesondere von Bauten aus der Zeit um 1900, als die Stadt ihre Blüte erlebte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Zentralplatz mit Rathaus

Von 1359 bis 1775 gehörte die Bukowina, und damit auch Czernowitz, zum Fürstentum Moldau, einem Vasallenstaat des Osmanischen Reiches. 1408 wurde die Stadt zum ersten Mal in Urkunden erwähnt, und darum feierte man 2008 auch ein 600-jähriges Stadt-Jubiläum. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts allerdings fiel die Region an die österreichisch-ungarischen Monarchie, als Herzogtum Bukowina mit der Hauptstadt Czernowitz. Ein Resultat des fünften Krieges zwischen dem Russischen und dem Osmanischen Reich.

In dieser Habsburger Periode blühte die Stadt auf, wirtschaftlich wie kulturell. Sie zog vor allem Juden an, liberale wie auch chassidische, als 1867 in Bukowina alle juden-diskriminierenden Gesetze aufgehoben wurden. Es entwickelte sich in dem "Kleinen Wien", wie Czernowitz bald benannt wurde, ein kreativer multikultureller Mix von Juden, Deutschen, Rumänen, Ukrainern und Polen. Wobei die deutsche Sprache als lingua franca genutzt wurde. In Czernowitz wirkten und schrieben unter anderem in deutscher Sprache die Schriftsteller Paul Celan, Rose Ausländer, Gregor von Rezzori, Alfred Margul-Sperber, Karl Emil Franzos, aber auch Wissenschaftler wie Erwin Chargaff, Wilhelm Reich oder Joseph Schumpeter. Doch diese deutschsprachige kulturelle Dominanz war tolerant und schloss andere Werte und Kulturen nicht aus, zur gleichen Zeit war Czernowitz auch ein Zentrum nationaler Bewegungen, etwa der Rumänen wie auch der Ukrainer. Der rumänische Dichter Mihai Eminescu beispielsweise drückte hier die Schulbank eines deutschen Gymnasiums, und die ukrainische National-Dichterin Olga Kobylanska, sie schrieb in Czernowitz ihre ersten Texte in deutscher Sprache.

Mit dem ersten Weltkrieg allerdings zerfiel die multinationale österreichisch-ungarische Monarchie in diverse nationale Staaten. Und die Bukowina wurde im Vertrag von St. Germain dem Staat Rumänien zugeteilt. Czernowitz in Cernăuţi umbenannt. Diese Rumänisierung war nur begrenzt wirksam. Entscheidender war der zweite Weltkrieg. Am 28. Juni 1940 gliederte die Sowjetunion die Stadt aufgrund des geheimen Hitler-Stalin-Paktes in ihren Machtbereich ein, und die deutschen Behörden holten entsprechend der Abmachung innerhalb von drei Monaten alle nicht-jüdischen deutschen Volks-Angehörigen aus der Bukowina "heim ins Reich".

Heute Olga-Kobylanska-Straße - früher Herrengasse

Rumänien verbündete sich daraufhin mit Nazi-Deutschland und griff gemeinsam mit der deutschen Wehrmacht im Juli 1941 die Sowjetunion an. Die rumänischen Truppen drangen in die Bukowina ein. Bereits einen Monat später ordnete der rumänische Militärdiktator Antonescu an, ein Juden-Ghetto anzulegen und Zehntausende nach Transnistrien zu deportieren, wo die Mehrheit von ihnen durch Hunger und Epidemien umkam. Als 1944 die Rote Armee Czernowitz zurückeroberte, musste nun die rumänischsprachige Bevölkerung die Stadt räumen, und man siedelte in der Region Ukrainer und Russen an. Hatten Juden die Jahre der Verfolgung und der Massaker überlebt, dann wanderten sie in der Regel aus, vor allem in den neu gegründeten Staat Israel.

So ist nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vernichtung vieler Juden, durch die Umsiedlung und Vertreibung von Deutschen, Rumänen und Polen das multiethnische und multikulturelle Erbe der Stadt weitgehend verloren gegangen. Das heutige Tscherniwzi ist eine weniger bunte ukrainische Universitätsstadt, in der die studentische Jugend den Ton angibt. Aber wenn man durch die Straßen bummelt und die prachtvollen, gepflegten Bauten aus der Habsburger Zeit bewundert, dann findet man immer wieder Spuren aus jener Zeit, als diese mittelgroße Stadt an den Karpaten eine europaweit bekannte Kulturmetropole war.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

1 Airport Chernivtsi, V. Chkalov St. 30. Tel.: +38 (03722) 4-15-30. Airport-Code: CWC

Flüge von und nach Kiew mit FlexFlight und YanAir. Mit Carpatair (Tel: + (380 50) 062 6281, E-mail: chernivtsi@carpatair.com) Verbindungen zwischen Czernowitz und Timisoara, Bacau, Craiova, Iasi in Rumänien; Florenz, Mailand-Bergamo, Rom-Fiumicino, Venedig in Italien; Düsseldorf, München, Stuttgart in Deutschland; Chisinau in Moldawien; Lviv in der Ukraine

Der Minibus Nr. 38 verbindet den Airport mit dem Stadtzentrum (1.50 UAH). Eine Taxifahrt zum Zentrum kostet etwa 15 UAH. Man sollte den Preis vorher aushandeln.

Andere Airports in der Nähe: Ivano-Frankivsk International Airport (IFO )117 km, Suceava Stefan cel Mare Airport, Rumänien (SCV) 69 km.

Im Stadtzentrum gibt es dieses Airlines Ticket Office, Zentralplatz 7. Tel.: +38 (0372) 58-52-95.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

2 Hauptbahnhof, Y. Gagarin St. 38. Tel.: +38 (0372) 59-21-90, +38 (0372) 59-23-02 (Ticketoffice).

Auch wenn man nicht mit der Bahn fahren will, ein Besuch des prächtigen Gebäudes lohnt sich. Österreichische Architekten haben ihn 1909 errichtet. Täglich gibt es Verbindungen mit Kyiv (15 Stunden, 119 UAH), Lviv (5,5 - 11 Stunden, 70 UAH), Odessa (17 Stunden, 170 UAH). Durch Czernowitz führt die internationale Linie Moskau-Sofia. Und viermal wöchentlich: Varna - Moskau. Der Zeitplan der Station Czernowitz

Mit dem Bus[Bearbeiten]

3 Zentraler Busbahnhof (Автовокзал "Центральний" / Awtowoksal "Zentral'nyj"), Holovna St. 219. Tel.: +38 (03722) 4-16-35.

Die Busstation ist etwa 3 km vom Stadtzentrum entfernt an der Holovna Straße. Es fahren regelmäßig Busse nach Chotyn (2 Stunden), Kamjanez-Podilskyj (2,5 Stunden), Iwano-Frankiwsk (4 Stunden) und Lwiw (7,5 Stunden). Zweimal täglich Langstreckenbusse nach Kiew (9 Stunden) und Odessa (13 Stunden). Morgens um 7 Uhr ein Bus nach Suceava, (Rumänien).

In dieser Busstation findet man für verschiedene Strecken auch Minibusse, die erst dann abfahren, wenn alle Sitzplätze belegt sind

Auf der Straße[Bearbeiten]

Durch die Stadt führt die 2300 km lange Europastraße 85, die an der Ostsee in Klaipėda in Litauen beginnt und durch Litauen, Weißrussland, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien bis zum Mittelmeer nach Alexandroupolis in Griechenland führt. Eine weitere wichtige Straßenverbindung existiert Richtung Lviv (Lemberg) über Iwano-Frankiwsk.

Mobilität[Bearbeiten]

Da im Stadtzentrum von Czernowitz vieles gut zu Fuß zu erreichen ist, braucht man Bus und Taxi nur in Ausnahmefällen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Trolleybusse der Linien 3 und 5 verbinden den Hauptbahnhof und den zentralen Busbahnhof via Stadtzentrum. Sie sind allerdings meistens überfüllt. Man zahlt im Bus beim Fahrer oder Schaffner. Steigt man um, so ist ein neues Ticket notwendig.

Taxi[Bearbeiten]

Taxifahrten innerhalb der Stadt kosten zwischen 10 und 25 UAH. Hier einige Telefonnummern: Czerniwtzi Taxi 559191, Favorit Taxi 556677, Elit Taxi 545454.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Olga Kobylanska Theater für Musik und Drama
  • Das architektonische Erbe der österreichisch-ungarischen Monarchie im Zentrum der Altstadt, am ehemaligen Ringplatz, dem heutigen Zentralplatz, ist aufgrund der 600-Jahr-Feier gut gepflegt. Das dreistöckige Rathaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, von dessen Turm täglich um 12 Uhr ein Trompeter "Maritschka" bläst, krönt diesen harmonisch angelegten Platz, der eine wechselvolle Geschichte durchlebte. Dort, wo heute neben Blumenbeeten ein Denkmal des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko zu sehen ist, stand in der österreichischen Zeit eine Pieta, eine Marienstatue, ab 1922 eine rumänische Soldatenstatue als Symbol der "Wiedervereinigung" mit Rumänien und nach 1940 ein Lenin-Denkmal mit rotem Stern. Unter den Häusern am Platz sind besonders schön und ansehenswert: das Kunstmuseum im ehemaligen Sparkassengebäude und das ehemalige Hotel "Zum schwarzen Adler", Zentralplatz Nr. 7, in dem Franz Liszt einst nächtigte, wie eine Plakette an der Hausfront verrät.
  • Einige Strassen weiter stößt man dann auf den Theaterplatz, ursprünglich Fischplatz, dann zu Ehren der Frau des österreichischen Kaisers Elisabethplatz und in rumänischer Zeit Alexanderplatz. Das prächtige Theatergebäude mit kunstvoller Portalbogenarchtektur wurde 1905 als „Czernowitzer deutsches Stadttheater“ nach den Plänen des berühmten Wiener Architekturbüros Fellner & Helmer errichtet. Aber da die Bürger von Czernowitz zu lange mit der Bezahlung zögerten, haben sich diese Architekten nicht gescheut, ihre Baupläne ein zweites Mal zu verkaufen. Und so steht nun in Fürth in Bayern ein baugleicher Zwilling dieses Olga Kobylanska Theater für Musik und Drama. Bis 1922 stand hier vor dem Theater ein Denkmal von Friedrich Schiller. Dann eines des rumänischen Schriftstellers Mihai Eminescu. Und jetzt, ab 1980, ein Denkmal der ukrainischen Nationaldichterin Olga Kobylanska. Allein die Straßennamen hinter dem Theatergebäude erinnern noch an die vergangenen Zeiten: Schillerstraße, Goethestraße.
  • Am Zentralplatz treffen sich acht Straßen, darunter die Flaniermeile der Stadt, die ehemalige Herrengasse, heute Olha-Kobylanska-Straße. Sie bewahrt bis heute ein geschlossenes Straßenbild des späten 19. Jahrhunderts. Hier fallen besonders die nationalen Volkshäuser auf, die sogenannten "doma". Dem Deutschen Haus (No. 53), wo man den besten Apfelstrudel genießen kann, steht schräg gegenüber das Polnische Haus, am Eingang eine Büste von Adam Mickiewicz. Etwas weiter befindet sich das Ukrainische Haus. Direkt am Zentralplatz, in der Nähe des Rathauses, schmückt sich mit dem Bild von Mihai Eminescu das Rumänische Haus. Und am Theaterplatz wurde im Jüdischen Haus ein Museum eröffnet. Ein erfreuliches Zeichen, dass die Stadtverwaltung sich offensichtlich bemüht, mit diesen Kulturzentren das kulturelle Erbe der Völker, die lange Zeit in Czernowitz zusammenlebten, weiter zu pflegen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Jurij-Fedkovytch-National-Universität, UNESCO-Weltkulturerbe
Deckenmalerei in der Seminarkirche
  • Der zentrale Komplex der Nationalen Jurij-Fedkowytsch-Universität, Kotsubynskogo Str. 2. war ursprünglich die Residenz der orthodoxen Metropoliten der Bukowina und Dalmatiens. Errichtet zwischen 1864 und 1882 von dem tschechischen Architekten Joseph Hlawka. Der Ziegelbau ist ein imposanter historisierender Stilmix aus romanischen, gotischen und byzantinischen Elementen. Seit sowjetischen Zeiten ist dort die Universität untergebracht. 2011 wurde der Gebäudekomplex, der ein ehemaliges Priesterseminar, ein Kloster und und eine gewölbte, kreuzförmige Seminar-Kirche mit Garten und Park umfasst, in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die UNESCO-Kommission würdigte, dass die Residenz "ein außergewöhnliches Zeugnis der kulturellen Tradition der orthodoxen Kirche sei, gekennzeichnet durch die Verwendung von byzantinischen Formen für die Kreuzkuppelkirche und die dekorativen Muster in die Dächern des Komplexes, die auf die Volkskultur der Menschen in der Bukowina hinweisen".

Museen[Bearbeiten]

  • Das Kunstmuseum, Zentralplatz 10. Tel.: (0372) 526071. wurde im Gebäude der ehemaligen Sparkasse eingerichtet, einem der architektonisch interessantesten Gebäude im Stil der Wiener Secession. Errichtet von Hubert Gessner, der seine Lehrjahre beim berühmten Jugendstil-Baumeister Otto Wagner absolvierte. Das Mosaikbild auf der Front des Gebäudes zeigt zwölf antike Gottheiten, die Provinzen von Österreich-Ungarn symbolisieren – Bukowina wird als junger Mann dargestellt, der mit einem Ziegenfell bekleidet ist. Das Museum präsentiert Bildende Kunst und Volkskunst der Bukowina aus dem 17. bis 20. Jahrhundert.
  • Das Landeskundliche Museum, Olha Koblianska Str. 28. Tel.: (0372) 524489. wurde im Jahre 1863 gegründet. Heute verfügt dieses Museum über mehr als 90.000 Exponate unterschiedlichster Art und Qualität. Unter anderem alte Drucke, etwa eine einzigartige Bibel von Ivan Fedorov aus dem Jahr 1581, eine große Sammlung von Münzen, von Waffen, wie auch eine Trachtensammlung.
  • Auf dem Gelände des Freilichtmuseums, Switlowodska Str. 2. Tel.: (0372) 62970. sind mehr als drei Dutzend Holzhäuser aus Dörfern der Bukowina aufgebaut worden: zwei Windmühlen aus dem Dorf Rukshyn bei Chotyn, eine Schmiede, Hühnerställe, Brunnen, Pferdeställe. Eine Holzkirche mit einem Glockenturm aus der Region Kitsman. Die Inneneinrichtung der Häuser vermittel mit vielen authentischen Details einen guten Eindruck vom Landleben im 19. und 20. Jahrhundert.
  • Das Museum der Kultur und Geschichte der Juden der Bukowina, Theaterplatz 5. Tel.: (0372) 550666, E-Mail: . Geöffnet: di-fr 11.00-15.00 Uhr, sa 10.00-14.00 Uhr, so 10.00.13.00 Uhr. wurde 2008 zum 600-jährigen Jubiläum von Czernowitz eröffnet. Die Ausstellung befindet sich im ehemaligen Jüdischen Nationalhaus am Theaterplatz. Sie beschwört die Atmosphäre der jüdischen Lebenswelt in Czernowitz zwischen 1774 und 1941. Unter den Exponaten finden sich viele authentische Gegenstände des jüdischen Alltags und der religiösen Praxis: alte Bücher, Dokumente, Postkarten, Fotografien. Außerdem wird hier das reiche kulturelle Erbe der Bukowiner Juden dokumentiert, wird eingegangen auf die bedeutsame internationale Jiddisch-Konferenz 1908 in Czernowitz, als es um die Frage ging, ob Jiddisch oder Hebräisch jüdische Nationalsprache sein soll. Das Museum bietet Audioguides und eine ausführliche Broschüre auch auf Deutsch an.

Denkmäler[Bearbeiten]

Geburtshaus der Dichterin Rose Ausländer
  • Mit Plaketten an der Hausfront werden in Czernowitz zwei der wichtigsten deutschsprachigen Dichter des letzten Jahrhunderts gewürdigt. Im Geburtshaus Rose Ausländer, Sagaydatschnogo Str. 56. überlebte die junge Dichterin mit ihrer Mutter in einem Kellerversteck die zweijährige Zeit der Verfolgung während der rumänischen Besetzung.
  • Als man eine Gedenktafel am Geburtshaus Paul Celan, Saksojanska Str. 5. anbrachte, irrte man sich in der Hausnummer. Celan ist im Haus nebenan geboren, in einem bescheideneren, heute noch nicht restaurierten Gebäude. Celans Eltern wurden 1942 nach Transnistrien deportiert. Sein Vater starb an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Celan selbst überlebte die Zwangsarbeit in rumänischen Arbeitslagern.

Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel[Bearbeiten]

Kathedrale des Heiligen Geistes
  • Die Kathedrale des Heiligen Geistes, Holovna Str. 85. wurde 1864 von dem orthodoxen Metropoliten Hakman errichtet, dessen Denkmal auf dem Kirchengelände steht. Über dem Haupteingang ist auf blauem Grund die Erzbischofskrone und der Bischofsstab zu erkennen. Einige Malereien innerhalb des klassizistischen Gebäudes sind während der Sowjetzeit verloren gegangen, als die Kirche zum Ausstellungs-Saal umfunktioniert wurde. Inzwischen wird die renovierte Kathedrale wieder für Messen der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt.
Nikolauskathedrale – die „betrunkene Kirche“
  • Die ebenfalls ukrainisch-orthodoxe Nikolauskathedrale, Russka Str. 35. wird wegen ihrer vier verdrehten und krummen Türme, die wie eine optische Illusion wirken, die "betrunkene Kirche" genannt. Diese Kathedrale ist eine moderne, neoromaneske Kopie einer Kathedrale aus dem 14. Jahrhundert. Einer Kathedrale in Kurtja de Ardjesh (Rumänien), wo die letzten rumänischen Könige begraben sind.
  • Die kleine hölzerne Nikolauskirche, Sahajdatschni Str. ist die älteste orthodoxe Kirche in Czernowitz, sie wurde bereit 1748 erbaut. Zu einer Zeit, als es den Orthodoxen verboten war, auf dem Territorium des Osmanischen Reiches Kirchen zu bauen.
  • Die Wirmenische Kirche, Russka Str. 28. wird von der griechisch-katholischen Gemeinde genutzt. Diese Kirchengemeinschaft pflegt den orthodox-byzantinischen Ritus, ist aber seit 1593 mit Rom uniert und erkennt den katholischen Papst als ihr geistiges Oberhaupt an.
  • Die Armenische Peter- und Paul-Kirche, Ukrainska Str. wurde 1869-1875 im byzantinisch-gotischen Stil erbaut und bis 1940 von der armenischen Volksgruppe in Czernowitz genutzt. Seit 1992 finden hier die Orgelkonzerte der Philharmonie statt.
Heute Kino - früher Synagoge
  • Die kleine chassidische Benjamin-Synagoge, Luciana Kobylytsja Str. 5. von 1923 ist das einzige noch von Angehörigen des jüdischen Glaubens genutzte Gotteshaus in Czernowitz. Die Fassade verbindet mauretanische und neoromanische Stilelemente. Andere Synagogen sind umgebaut worden, in eine Sporthalle, Möbelfabrik, oder an der Universytetska in ein Filmtheater. In dieses heute "Cinemagoge" genannte Gebäude ist einst Paul Celan gegangen und hat Joseph Schmidt, in den Dreißiger Jahren ein gefeierte Tenor, im Kindesalter als "Schammes" gedient und im Chor gesungen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Feste[Bearbeiten]

  • Im Sportpark um die Trasse Supercross (226-B, Ruska Street) finden regelmäßig internationale Motocross-Wettkämpfe statt. Im Mai 2013 gab es hier die Motocross-Weltmeisterschaft für Motorräder mit Seitenwagen und im Juli 2013 die Motocross-Weltmeisterschaft in der Klasse MX3.
  • Mitte Juli präsentieren sich an 'Peter und Paul' auf der traditionellen Petrivka-Messe Kunsthandwerker, sogenannte Volksmeister, aus der Bukowina: Töpfer, Steinmetze, Weber, Pelzer, Glasbläser, Holzschnitzer usw. Parallel dazu kann man auf dem Festival Bukowiner Treffen folkloristische Musikkonzerte und Tänze ansehen.
  • Anfang September fördert die Stadt mit ihrem jüngsten Festival, dem internationalen Poesie-Festival Meridian die kulturelle und literarische Tradition der Stadt. Mit öffentlichen Dichterlesungen, Theateraufführungen und Buchveröffentlichungen wird die nationale ukrainische Literatur und der internationale Kulturaustausch, vor allem auch mit der deutschsprachigen Literatur, gepflegt.
  • Und am ersten Oktoberwochenende schmückt sich die Stadt auf allen Straßen und Plätzen für Massenspiele und die Auftritte von Varietegruppen und Blasmusikkapellen auf dem Stadtfest von Czernowitz.

Stadtrundgänge[Bearbeiten]

  • Im Informationszentrum für Touristen, Holovna Str. 16, 10.00-18.00 Uhr kann man kostenlos Audio-Guides für einen Stadtrundgang ausleihen. Als Sicherheit muss man einen Reisepass hinterlegen.
  • Rechts neben dem Haupteingang des Kunstmuseums am Zentralplatz 10 befindet sich ein Souvenirgeschäft mit Touristenbüro, das deutschsprachige Führungen (15 EUR die Stunde) organisiert.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

  • Wiener Café, 49, O. Kobyljunska Str. Tel.: +38 (0372) 522-821. Kaffeehaus mit großer Auswahl an Torten und frischem Gebäck
  • Restaurant Knaus, 4, Khudyakov Str. Tel.: +38 (0372) 510255. Deutsche Bratwurst und deutsches Bier
  • Potato House, 11, M.Zan'koveskoji Str. Geöffnet: 10.00-22.00 Uhr. Imbiss mit Kartoffelspeisen und Pfannkuchen
  • Bar Koleso, 4, Kobylyanska Str. Tel.: +38 (0372) 523700. Geöffnet: 12.00 -22.00 Uhr. Ukrainische und westeuropäische Küche

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Denkmal fur den Dichter Paul Celan

Das Zentrum Gedankendach, Kozjubynskoho-Straße 2,Jurij-Fedkowitsch-Universität Tscherniwzi, Gebäude Nr. 6, Raum Nr. 46. Tel.: +38 (0372) 526865, E-Mail: . wurde vom Fachbereich Germanistik an der Universität initiiert und umfasst die „Ukrainisch-deutsche Kulturgesellschaft“ und das „Zentrum für deutschsprachige Studien“. Es bietet für Studenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Praktikumsplätze im Bereich Deutsch als Fremdsprache und bei der Konzeption und Organisation interkultureller und wissenschaftlicher Projekte an. Mindestzeitraum für ein Praktikum sind 6 Wochen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Apotheken: Holovna Str. 17, Tel. (0372) 510768); Holovna Str. 44, Tel. (0372) 522372. Medikamente sind relativ billig, sie werden frei verkauft. Rezepte sind nicht notwendig.

Ambulanz: Tel. 103

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Touristen-Informationszentrum der Stadt Czernowitz, Holovna Str. 16. Tel.: +38 (0372) 553-684, (0372) 585-157.

Hauptpostamt Khudiakova Str. Nr. 6

Telefon-Tip: Um zwischen ukrainischen Städten zu telefonieren, muss man Null wählen und dann den Gebiets-Code ohne führende Null. Um ins Ausland zu telefonieren, 00 + dann den Länder-Code. Der Gebiets-Code von Chernowitz ist: 0372 bei 6-stelligen Nummern und 03722 bei fünfstelligen Nummern.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Sadohora, inzwischen eingemeindet von Czernowitz, liegt auf der linken Seite der Pruth, etwa 8 km von der Altstadt entfernt. Sadohora war ein bedeutendes Zentrum der jüdischen Chassiden in der Bukowina. Der Rabbi Israel Friedman residierte hier ab 1845 in seinem prächtigen und palastartigen 'Hof von Sadahora'. Davon sind heute nur noch Ruinen zu sehen. Aber Friedmans Grabstein, auf dem jüdischen Friedhof der Ortschaft in einem Betonhäuschen eingeschlossen, besuchen auch jetzt noch jedes Jahr orthodoxe Juden aus aller Welt.
  • Chotyn liegt auf der Bus-Strecke zwischen Czernowitz und Kamenez-Podolski, etwa 30 km vor Kamenez-Podolski. Die berühmte Festung von Chotyn befindet sich etwa 2,5 km außerhalb des Zentrums von Chotyn, nahe des Flusses Dnister. Die gewaltige Burganlage mit 40 m hohen und 6 m dicken Burgmauern war Schauplatz mehrerer wichtiger Schlachten zwischen Türken, Russen, Polen und Kosaken und ist heute ein beliebter Drehort für historische Kinofilme.
  • Kamenez-Podolski ist eine der ältesten Städte der Ukraine, sie wird schon 1106 in Chroniken erwähnt. Die Altstadt ist umgeben von einem Seitenarm des Flusses Smotrych und ihr Zugang geschützt von einer beeindruckenden Festung. Die Stadt erlebte im zweiten Weltkrieg eines der grausamsten Massaker: Angehörige der SS und eines deutschen Polizeibataillons ermordeten hier vor den Toren der Stadt Ende August 1941 innerhalb von drei Tagen 23.600 Juden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Pollack: Nach Galizien. Von Chassiden, Huzulen, Polen und Ruthenen. Eine imaginäre Reise durch die verschwundene Welt Ostgaliziens und der Bukowina, Christian Brandstätter, Wien 1984; 3. Auflage 1994, ISBN 3-85447-075-4.
  • Peter Rychlo, Oleg Liubkivskyj: Literaturstadt Czernowitz, 2., verbesserte Auflage. Czernowitz 2009
  • Helmut Braun (Hrsg.): Czernowitz: Die Geschichte einer untergegangenen Kulturmetropole, Ch. Links Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86153-374-X.
  • Czernowitz, einstige Kronstadt der K.K. Österreich-Ungarischen Monarchie“, Deutschland 2006, Doku-Film, 80 Min., Produzenten: Reinhold Czarny - RCP und Oksana Czarny, geb. Nakonechna

Weblinks[Bearbeiten]


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