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Appenzell Innerrhoden

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Kanton Appenzell Innerrhoden
Hauptstadt Appenzell
Einwohner ca 16'000
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Fläche ca. 173 km²
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Lage
Wallis Thurgau Appenzell Innerrhoden Appenzell Ausserrhoden Schaffhausen Obwalden Nidwalden Basel-Stadt Basel-Landschaft Solothurn Zug Zürich St. Gallen Aargau Luzern Glarus Schwyz Uri Tessin Jura Graubünden Neuenburg Genf Fribourg Waadt Waadt Bern Frankreich Liechtenstein Österreich Italien Deutschland DeutschlandKanton Appenzell Innerrhoden in Switzerland.svg

Der Kanton Appenzell Innerrhoden AI liegt in der Ostschweiz, zusammen mit dem Halbkanton Appenzell Ausserrhoden AR wird er umschlossen vom Kanton St. Gallen.

Regionen[Bearbeiten]

hügeliges Appenzellerland
Bezirke des Kanton Appenzell Innerrhoden

Der kleine Kanton Appenzell Innerrhoden mit seinen 173 km gliedert sich in sechs Bezirke, in welchen die Ortschaften liegen. Die Organisationsform der Gemeinde existiert im Kanton nicht; Appenzell und die vier umliegenden Bezirke bilden das Innere Land, dazu kommt noch die von den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen umschlossenen Enklaven des Bezirks Oberegg.

Orte[Bearbeiten]

  • Hauptort ist das Dorf Appenzell
  • der Bezirk Rüte mit dem Dorf Brülisau als Ausgangspunkt der Luftseilbahn auf den Hohen Kasten und der auf den Alpsigel
  • der Bezirk Schwende mit dem Dorf Wasserauen, Endpunkt der Linie der Appenzeller Bahn und Ausgangspunkt der Seilbahn auf die Ebenalp.
  • der Bezirk Gonten mit dem Dorf Gonten, Ausgangspunkt der Seilbahn auf den Kronberg
  • der Bezirk Schlatt-Haslen mit der Exklave, dem Kloster Wonnenstein
  • die von Appenzell Ausserrhoden umgebene Exklaven des Bezirks Oberegg

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Fälensee

Hintergrund[Bearbeiten]

Appenzell Innerrhoden, der flächenmässig zweitkleinste Kanton der Schweiz, hat lediglich rund 16'000 Einwohner und ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Als "Land Appenzell" war der Gesamtkanton Appenzell ab 1411 zugewandter Ort und wurde als dreizehnter Ort der alten Eidgenossenschaft im Jahre 1513 aufgenommen. Im Rahmen der Reformation kam es zur Spaltung der Bevölkerung in die Anhänger der "alten" (römisch-katholischen) und der "neuen" (evangelisch-reformierten) Religion; um sich nicht in einem Bruderkrieg zu zerfleischen, entschied man sich an der Landsgemeinde (der Volksversammlung, an der mit offenem Handmehr Wahlen und Abstimmung durchgeführt wurden) zur Appenzeller Landteilung. Die reformierten Einwohner zogen in die Gemeinden der äusseren Rhoden (Bezirke), die römisch - katholischen Einwohner in die Gemeinden der inneren Rhoden. Diese aufgrund der Religionszugehörigkeit durchgeführte Landteilung ist bis heute spürbar, indem die Bevölkerung des Halbkantons Appenzell Innerrhoden weiterhin grossmehrheitlich der römisch - katholischen Konfession angehören.

Erst in den letzten Jahrzehnten wurden gewisse Institutionen von den beiden Appenzeller Halbkantonen gemeinsam betrieben und Aufgaben beispielsweise im Schul- und Gesundheitswesen gemeinsam wahrgenommen. Appenzell Innerrhoden ist weiterhin wirtschaftlich stark durch die Landwirtschaft und den Tourismus geprägt.

Sprache[Bearbeiten]

Der "Innerrhödler Dialekt", eine aus dem Alemannischen Kreis stammende Form des Schweizerdeutschen, gilt als einer der schwerstverständlichen Dialekte der Schweiz. Aufgrund der Tatsache, dass das Hochdeutsche als Schriftsprache Schul- und Amtssprache ist, kann sich der deutschsprachige Besucher jederzeit gut verständlich machen, erhält möglicherweise schwer verständliche Antworten. Die Englischkenntnisse haben sich in der jüngsten Generation verbessert.

Anreise[Bearbeiten]

Zug der Appenzeller Bahnen

Allgemein kann die Anreise über die Stadt St. Gallen geplant werden.

Appenzell Innerrhoden ist der einzige Kanton der nicht an das schweizerische Normalspur-Bahnnetz angeschlossen ist. Dafür ist er aber durch die schmalspurigen Linien der Appenzeller Bahnen erschlossen. Auf diese bestehen in St. Gallen, Herisau und Gossau gute Anschlüsse, in Altstätten SG ist die Bahnstation für die Züge ins Appenzellerland nur durch eine längeren Fußmarsch vom SBB Bahnhof erreichbar.

Bei Anreise mit der Bahn über Zürich (Winterthur) steigt man in Gossau um, wo normalerweise ein direkter Zug nach Appenzell wartet. Bei Bahnanreise über Lindau, Konstanz oder Feldkirch ist St.Gallen besser geeignet um auf eine direkten Zug nach Appenzell über Gais umzusteigen. Die meisten Postautos in Ortschaften, die nicht von der Bahn erschlossen werden, starten in St. Gallen.

Mit dem Auto reist man über die A1 an, je nach dem welchen Teil des Kantons man besuchen möchte und aus welcher Richtung man anreist, ist sie bei Gossau oder St.Gallen-Kreuzbleiche zu verlassen, um dann über die Hauptstraßen das Ziel zu erreichen. Von Österreich aus ist die Anreise über Lustenau und Altstätten SG eine Alternative.

Der nächst gelegene Flughafen ist der Flughafen Altenrhein, der nur von wenigen Fluggesellschaften und vornehmlich Charterflügen angeflogen wird. Allerdings ist der international bestens vernetzte Flughafen Zürich-Kloten auch schnell erreicht (rund 1½ h Zugfahrt).

Mobilität[Bearbeiten]

Die Appenzeller Bahnen erschließen die meisten Orte, daneben gibt es noch ein dichtes Postautonetz so, dass man nicht auf eine eigenes Auto angewiesen ist. Das Straßennetz ist zwar gut ausgebaut, aber es gibt viele enge und kurvenreiche Nebenstraßen, die auch steil sein können. Die recht hüglige Landschaft macht das Fahrradfahren zu einer Herausforderung. Es gibt viele gut ausgeschilderte Wanderwege.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick über Appenzell
  • das Dorf Appenzell, der Hauptort des Kantons mit dem Landsgemeindeplatz
  • in Appenzell Innerrhoden liegen einige der bekanntesten Ausflugsberge und Ausflugsziele des Alpsteinmassivs.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Abstimmung an der Landsgemeinde
  • der Kanton Appenzell ist bekannt als Wanderziel, mit dem Fahrrad kann man auf Nebenstraßen Touren unternehmen, die aufgrund des coupierten Geländes körperlich oft etwas herausfordernd sind. Das Gelände ist ebenfalls ein beliebtes Ziel für Mountainbiker.
  • vor allem im Herbst besuchen viele Ausflügler das Alpsteinmassiv, da man oft über dem Nebelmeer wandern kann, die Parkplätze der Luftseilbahnen können dann überfüllt sein, so dass sich die Anreise mit der Bahn empfiehlt.
  • freie Fliessgewässer, die sich zum Schwimmen eignen, findet man kaum - da gilt es zum Schwimmen auf die Freibäder auszuweichen. Allenfalls kann man sich in den Bergseen bei einer Wanderung etwas abkühlen.
  • mit den Bergbahnen können sich auch Gleitschirmflieger zu den Startplätzen in die Höhe transportieren lassen, bekannt ist die Ebenalp.
  • im Winter sind auf die verschiedenen Hügel Skilifte in Betrieb.
  • das Brauchtum ist dem Appenzeller wichtig, neben sennisch geprägten Anlässen ("Älplerchilbe" mit Singen - die Appenzeller zauren, sie jodeln nie - und Tanzen) finden sich viele Menschen zu den Prozessionen am Tag des Dorfpatrons ein.
  • Besuch der Landsgemeinde, die Volksabstimmung wird jeweils am letzten Sonntagmorgen im April auf dem Landsgemeindeplatz in Appenzell abgehalten.

Küche[Bearbeiten]

Kneipen und Gasthäuser sind im Appenzellerland immer noch ausgesprochen häufig, früher haben viele Landwirte im Nebenerwerb noch eine Gastwirtschaft betrieben, in denen abends die Einwohner aus den umgebenden Höfen in der Gaststube zusammensitzen und jassen (Karten spielen) konnten. Aufgrund der Dichte an Gaststätten auf Aussichtspunkten hat die Anekdote etwas Wahres, dass einem Wanderer der sich verlaufen hat und vor einem Hügel steht, und sich die Frage stellt, ob er den Hügel umgehen oder besteigen soll, ohne Zweifel die Besteigung empfohlen werden kann - da auf der Anhöhe sicher ein "aagschribes Huus", eine Gastwirtschaft, steht.

Typische Gerichte sind "Chäshörnli und Epfelmues", oft mit gerösteten Zwiebelringen angerichtete Teigwaren mit zerlaufenem Käse, wozu Apfelmus gereicht wird, teils kommt dann noch eine "Südworscht" dazu, eine Brühwurst, deren Haut vor dem Essen abgezogen werden muss. Ebenfalls beliebt ist "Ghackets und Hörnli" (Hackfleisch und ebensolche Teigwaren) und "Älplermagrone", ein Mischgericht aus Bratkartoffeln, Hörnli, Käse und gebratenen Cervelat-Wurststücken. Fondue, welches ursprünglich aus der Westschweiz stammt, wird vor allem an Winterabenden gern genossen.

  • Der Appenzeller Käsefladen, Chäsflade, wird entweder mit Brotteig oder Hefeteig gemacht und der Belag besteht aus Appenzeller Käse, Eiern und gehackten Zwiebeln, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Muskat.

Nachtleben[Bearbeiten]

In Appenzell gibt es ein Dancing, die Jugend sucht oft die Angebote des Nachtlebens im nahen St. Gallen oder auch im Rheintal auf.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Sicherheitslage bzgl. Kriminalität und Terrorismus ist unbedenklich.

Gefahren drohen dem Bergwanderer, welcher sich mit ungeeignetem Schuhwerk, Regenschutz und Kartenmaterial ins Hochgebirge begibt und von einem Wetterumsturz bedroht wird. Die bequeme Erreichbarkeit mit Luftseilbahnen und die vermeintliche Sicherheit von markierten Wanderwegen können darüber hinwegtäuschen, dass ein Fehltritt oder vor allem Herumtollen von Kindern zum Absturz führen kann, was nicht selten zu schweren Verletzungen oder gar Stürzen mit Todesfolgen führt. Im Sommer wie im Winter können die rot-weissen Hubschrauber der Schweizerischen Rettungsflugwacht beobachtet werden, welche Unfallopfer aus den Bergen ausfliegen müssen, bei misslicher Witterung und Schneegestöber kann sogar der Einsatz von Rettungskolonnen notwendig werden, wenn das Wetter keine Flüge zulässt. Wenn man bei einem Bergunfall über Nummer 1414 die Rettungsflugwacht anfordern muss, genauen Standort durchgeben (es gibt dafür sogar eine App fürs Smartphone), beim Anflug mit Y-förmig erhobenen Armen Yes signalisieren, dass man an der Stelle ist, wo Hilfe benötigt wird.

Klima[Bearbeiten]

Das mitteleuropäische Klima führt zu mässig warmen Sommern, in denen sich an den Bergketten der Voralpen immer wieder Wolken stauen können, was relativ unerwartet zu Gewittern und Platzregen führen kann (im Wetterbericht angekündigt als "Schauer in den Voralpen"), und zu kalten Wintern, in denen ab 600 - 800 m Höhe bis ins Frühjahr hinein Schnee liegt.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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