ʿAlamein

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el-ʿAlamein ·العلمين
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El-Alamein (arabisch: ‏العلمين‎, al-ʿAlamain) ist eine Kleinstadt an der Mittelmeerküste Ägyptens, 110 km westlich von Alexandria gelegen. In Westen dieses Ortes wurde 1942 die Entscheidungsschlacht im Norden Afrikas während des Zweiten Weltkrieges geschlagen. Die Friedhöfe der beteiligten Armeen zeugen noch heute davon.

Seit den 1980er-Jahren wurde im Norden der Stadt das Ferienressort Mārīnā el-ʿAlamein angelegt, an dessen Ostrand sich die archäologische Stätte der Hafenstadt Leukaspis (oder Antiphrae) befindet. Seit 2018 wird unmittelbar im Westen die neue Stadt Neu-ʿAlamein errichtet, die sowohl Wohnstadt als auch Touristenstadt werden soll.

Hintergrund[Bearbeiten]

El-Alamein ist wegen der hier ausgetragenen Schlachten im Zweiten Weltkrieg bekannt. In der ersten Schlacht am 27. Juli 1942 konnten die Truppen der deutsch-italienischen Panzerarmee Afrika unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891–1944), von Tobruk in Libyen kommend, gegen den Widerstand der britischen Commonwealth-Truppen (Großbritannien, Australien, Neuseeland, Frankreich, Griechenland, Südafrika, Malaysia und Indien) bis zur Höhe 26 westlich von el-Alamein vorrücken.

Der Versuch des weiteren Vordringens scheiterte in der zweiten Schlacht vom 23. Oktober 1942 bis 4. November 1942, in der die Panzerarmee der Achsenmächte von der britischen 8. Armee unter General Bernard Montgomery (1887–1976) vernichtend geschlagen wurde. In den Schlachten wurden 80.000 Soldaten getötet oder verwundet.

Die britische Armee überführte in den Jahren 1943 bis 1947 unter Einsatz deutscher und italienischer Kriegsgefangener die Gefallenen der el-Alamein-Schlachten einschließlich der gefallenen deutschen und italienischen Soldaten, die auf dem Schlachtfeldern in verstreuten Gräbern aufgefunden wurden, an zentral gelegene Friedhöfe. Die provisorische Grabanlage der italienischen und deutschen Soldaten wurde auf der Höhe 33 angelegt. Ab 1955 wurden die Arbeiten für getrennte deutsche und italienische Gedenkstätten begonnen, die 1959 eingeweiht wurden.

1966 wurden in der Nähe von el-Alamein bedeutsame Erdölvorkommen erkundet, das Erdöl wird seit 1968 hier gefördert. Heute leben in der Ortschaft 2413 Einwohner.[1]

El-Alamein wurde in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Erholungsort (hauptsächlich Marina el-Alamein) ausgebaut.

Anreise[Bearbeiten]

Das Afrika Korps
Feldmarschall Rommel (links) bei einer Lagebesprechung in der Libyschen Wüste, 1942

Fahrzeug[Bearbeiten]

El-Alamein kann mit Taxi oder Bus aus Alexandria oder Marsā Maṭrūḥ entlang der Fernverkehrsstraße 01 erreicht werden. Sicher ist ein Taxi nicht ganz billig (etwa LE 200), aber nur so ist man flexibel genug, alle Gedenkstätten zu besuchen.

Es gibt stündliche Busverbindungen der West Delta von Alexandria und Marsā Maṭrūḥ nach el-Alamein. Die Kosten betragen etwa LE 7. Die Anreise mit dem Minibus kostet etwa LE 4.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flüge sind über den 1 Flughafen Borg El Arab Flughafen Borg El Arab in der Enzyklopädie Wikipedia Flughafen Borg El Arab im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFlughafen Borg El Arab (Q1194015) in der Datenbank Wikidata (IATA: HBE) möglich. Der Flughafen wird täglich von British Airways und KLM angeflogen.

Vom 2 Flughafen El Alamein Flughafen El Alamein in der Enzyklopädie WikipediaFlughafen El Alamein (Q11824194) in der Datenbank Wikidata (IATA: DBB) gibt es derzeit keine Linienflüge (Stand 2020).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der 3 Bahnhof el-ʿAlamein befindet sich an der Linie Alexandria nach Marsā Maṭrūḥ. Ein Teil der Züge sind klimatisiert, darunter auch ein Kairo Nachtzug aus/nach Kairo. Abfahrtzeiten in Alexandria: 06:40, 11:00 Uhr.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Gedenkstätten erreicht man am besten mit einem Taxi von Ortszentrum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Lageplan von el-ʿAlamein

Militärmuseum[Bearbeiten]

Hof des Militärmuseums
Deutsche Gedenkstätte
Zentralbau der deutschen Gedenkstätte
Italienische Gedenkstätte
Laubengang
Andere Gedenkstätten
Eingang zum Friedhof des Commonwealth
1 Militärmuseum el-Alamein (متحف العلمين العسكري) (etwa 300 m westlich des Eingangs zum Friedhof des Commonwealth). Tel.: +20 (0)46 410 0021. Militärmuseum el-Alamein in der Enzyklopädie Wikipedia Militärmuseum el-Alamein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMilitärmuseum el-Alamein (Q12238614) in der Datenbank Wikidata. Das 1965 errichtete Museum beschreibt den Kriegsverlauf in Nordafrika und die Militärtechnik der an den Kämpfen beteiligten Streitmächte. Fotografieren nur mit Handy möglich. Schließt zum Freitagsgebet für eine Stunde, Aufenthalt ist zu dieser Zeit nur im Außenareal möglich. Geöffnet: täglich 08:00–17:00. Preis: Eintritt LE 100. (30° 50′ 28″ N 28° 56′ 35″ O)

Friedhöfe und Ehrenmale[Bearbeiten]

Die Gedenkstätten sind im Sommer von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Im Winter und während des Fastenmonats Ramadan öffnen sie verkürzt von 9 bis 16 Uhr.

Die erstgenannten Friedhöfe befinden sich im Westen der Stadt el-ʿAlamein.

Von Alexandria kommend erreicht man zuerst das 2 Griechische Ehrenmal (30° 50′ 8″ N 28° 57′ 28″ O), das sich an der Südseite der Mittelmeerstraße (Fernverkehrsstraße 01) befindet. Es hat die Form eines kleinen Tempels in klassischer Form, der von drei Seiten mit einer Mauer umgeben ist, auf denen Tafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht sind.

Etwa auf der Höhe des Griechischen Ehrenmals zweigt man in im spitzen Winkel verlaufende Seitenstraße. Man fährt dazu auf der Mittelmeerstraße ca. 500 m weiter, um wenden und von der Gegenfahrbahn abzweigen zu können.

Etwa 850 m weiter westlich erreicht man das 3 Südafrikanische Ehrenmal (30° 50′ 19″ N 28° 56′ 59″ O), das sich im Bereich des Commonwealth-Friedhofs befindet. Die Inschrift lautet: “South Africans outspanned and fought here during their trek from Italian Somaliland to Germany 1939–1945. Union Defence Forces. Army Air-Force Navy.”

Nach einem 4 Abzweig (30° 50′ 22″ N 28° 56′ 51″ O) folgt der 4 Soldatenfriedhof des Commonwealth Soldatenfriedhof des Commonwealth in el-Alamein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSoldatenfriedhof des Commonwealth in el-Alamein (Q12404548) in der Datenbank Wikidata (30° 50′ 17″ N 28° 56′ 49″ O), der ebenfalls an der Südseite der Mittelmeerstraße gelegen und 105 km von Alexandria entfernt ist. Ein großes Steinkreuz auf einem Steinsockel überragt die 20 Hektar große Ruhestätte von 7.367 Soldaten des Commonwealth, deren Namen bis auf die von 821 unbekannten Soldaten auf ihren Grabsteinen notiert sind. Über die Hälfte der Gefallenen sind Briten, weiterhin gehören zu den hier bestatteten Australier, Neuseeländer, Inder, Malaien, Melanesier, Kanadier, Griechen, Franzosen, Polen, Südafrikaner und andere. Die Gedenkstätte verzeichnet zudem die Namen weiterer ca. 12.000 Gefallener, deren Gräber man nie gefunden hat. Gestaltet wurde die Gedenkstätte von Sir Hubert Worthington (1886–1963).

Auf dem Weg zum Soldatenfriedhof des Commonwealth passiert man das 5 Australische Ehrenmal (30° 50′ 21″ N 28° 56′ 46″ O).

Man kann auf der Straße, die zum Friedhof des Commonwealth führt, weiter nach Westen fahren und gelangt wieder auf die Fernverkehrsstraße. Man mündet auf die nach Alexandria führende Spur und kann wieder nach ca. 500 m wenden.

Die folgenden Friedhöfe befinden sich bereits auf dem Gebiet der neuen Stadt Neu-ʿAlamein:

Über einen 5 Abzweig (30° 52′ 36″ N 28° 52′ 18″ O) nach Norden erreicht man den 6 Deutschen Soldatenfriedhof Deutscher Soldatenfriedhof el-Alamein in der Enzyklopädie Wikipedia Deutscher Soldatenfriedhof el-Alamein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDeutscher Soldatenfriedhof el-Alamein (Q59530220) in der Datenbank Wikidata (30° 53′ 22″ N 28° 52′ 28″ O), der sich auf der Höhe 26 an der Nordseite der Mittelmeerstraße, 115 km von Alexandria entfernt befindet. Der am 28. Oktober 1959 eingeweihte achteckige Zentralbau aus ägyptischen Kalksandstein hat einen Durchmesser von 42 m und an den Ecken 12 m hohe Türme. Er ist dem Castel del Monte Friedrichs II. im italienischen Apulien nachempfunden. An der Rückwand des Eingangsraumes befindet sich ein goldenes Mosaik mit der Darstellung des Kreuzes und der Evangelisten. Im Eingangsbereich wird auch 31 namenlosen Soldaten gedacht. Im Zentrum des Innenhofes erhebt sich ein 12 m hoher Basalt-Obelisk für den unbekannten Soldaten. Um den Innenhof befinden sich sieben Nischen mit Steinkenotaphen, die die Namen deutscher Regionen nennen. Auf den an den Wänden angebrachten Steintafeln sind die hier die in den Grüften bestatteten 4280 Soldaten genannt. Die Anlage wurde vom Architekten Robert Tischler (1885–1959) gestaltet.

Der 7 Italienische Soldatenfriedhof Eingang zum Italienischen Soldatenfriedhof in der Enzyklopädie Wikipedia Eingang zum Italienischen Soldatenfriedhof im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsEingang zum Italienischen Soldatenfriedhof (Q3944618) in der Datenbank Wikidata (30° 54′ 4″ N 28° 50′ 14″ O) befindet sich an der Nordseite der Mittelmeerstraße auf der Höhe 33, „Tell el-Eyssa“, 119 km von Alexandria entfernt. Den Eingang bildet der so genannte Laubengang, vor dem sich vier 47-mm-Geschütze befinden. In diesem Laubengang befindet sich eine Gedächtniskapelle mit den sterblichen Überresten italienischer Bauarbeiter, die bei den Bauarbeiten an ägyptischen Staudämmen ihr Leben ließen. Vom Eingang aus führt eine Allee zum mächtigen achteckigen 8 Zentralturm (30° 54′ 15″ N 28° 50′ 24″ O) aus Marmor, der sich nach oben verjüngt. In seinem Inneren befindet sich eine Galerie mit dem Altar und fünf dahinter liegenden großen Fenstern. Seitlich davon befinden sich die Urnengräber der hier bestatteten 4.600 namentlich bekannten und weiteren 2500 unbekannten italienischen Soldaten. Vom Mahnmal hat man eine gute Aussicht über das Gelände. Die Anlage des Friedhofs wurde von dem Architekten Paolo Caccia Dominioni di Sillavengo (1896–1992) gestaltet.

Westlich des Laubenganges des italienischen Soldatenfriedhofes befindet sich der 9 Friedhof der libyschen Soldaten (30° 54′ 5″ N 28° 50′ 12″ O), auf dem die sterblichen Überreste von 228 Libyern bestattet sind, und zu dem eine eigene Moschee gehört.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Neben den Besuchen der verschiedenen Gedenkstätten werden auch alle Arten von Wassersport in der Mārīnā el-ʿAlamein geboten.

Einkaufen[Bearbeiten]

Auch hier ist die Mārīnā el-ʿAlamein der beste Anlaufspunkt.

Küche[Bearbeiten]

Ein Rasthaus befindet sich gegenüber dem Soldatenfriedhof des Commonwealth. Ansonsten geht man am besten zur Mārīnā el-ʿAlamein.

Unterkunft[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Hotels befinden sich in Mārīnā el-ʿAlamein. Die nachfolgend gelisteten Hotels befinden sich in größerer Entfernung zu el-ʿAlamein. Im Osten von el-ʿAlamein und südlich von Mārīnā el-ʿAlamein befinden sich weitere Hotels im Bau.

4-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

5-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Sehenswertes in der Umgebung
Porto Marina
  • 10 Marina el-Alamein Marina el-Alamein in der Enzyklopädie Wikipedia Marina el-Alamein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMarina el-Alamein (Q12199865) in der Datenbank Wikidata – unweit von el-ʿAlamein befindet sich das Mittelmeer-Ferienresort (Porto Marina).
  • 11 Leukaspis Leukaspis im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsLeukaspis (Q778942) in der Datenbank Wikidata – archäologische Stätte einer griechisch-römischen Hafenstadt am Südrand des Resorts Marina el-Alamein.
  • 12 Neu-ʿAlamein Neu-ʿAlamein in der Enzyklopädie WikipediaNeu-ʿAlamein (Q96395299) in der Datenbank Wikidata – moderne Planstadt unmittelbar im Westen von el-ʿAlamein mit der Kirche der hl. Jungfrau und der hl. Marina (Margarete) und mehreren Universitäten.
  • 13 Kloster Abū Mīnā Kloster Abū Mīnā in der Enzyklopädie Wikipedia Kloster Abū Mīnā im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKloster Abū Mīnā (Q6898337) in der Datenbank Wikidata – Kloster und archäologische Stätte eines der wichtigsten christlichen Pilgerheiligtümer der Spätantike. Weltkulturerbe der UNESCO.
  • 14 Abū Ṣīr – Taposiris magna Abū Ṣīr – Taposiris magna in der Enzyklopädie Wikipedia Abū Ṣīr – Taposiris magna im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAbū Ṣīr – Taposiris magna (Q1568438) in der Datenbank Wikidata – Dorf mit sehenswerter antike Stätte.
  • 15 Marseille-Pyramide Marseille-Pyramide im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMarseille-Pyramide (Q14215043) in der Datenbank Wikidata – 25 Kilometer westlich von el-ʿAlamein befindet sich eine weitere Kriegsgedenkstätte für den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Jagdflieger des Afrikacorps.
  • 16 Alexandria Website dieser Einrichtung Alexandria in der Enzyklopädie Wikipedia Alexandria im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAlexandria (Q87) in der Datenbank Wikidata – die zweitgrößte Stadt Ägyptens.
  • 17 Marsā Maṭrūḥ Marsā Maṭrūḥ in der Enzyklopädie Wikipedia Marsā Maṭrūḥ im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMarsā Maṭrūḥ (Q393829) in der Datenbank Wikidata – Hauptstadt des Gouvernements Maṭrūḥ mit verschiedenen Stränden und dem Rommel-Museum.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stumpf, Reinhard: Der Krieg im Mittelmeerraum 1942/43 : Die Operationen in Nordafrika und im mittleren Mittelmeer. In: Boog, Horst u.a. (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg ; Bd. 6: Der globale Krieg : die Ausweitung zum Weltkrieg und der Wechsel der Initiative ; 1941-1943. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1990, ISBN 978-3-421-06233-8, S. 569–757.
  • Barr, Niall: Pendulum of war : the three battles at El Alamein. London u.a.: Jonathan Cape, 2004, ISBN 978-0-224-06195-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Verwaltung der Friedhöfe[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 16. Dezember 2014.
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