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Weissmiesgruppe

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Die Gebirgsregion der Weissmiesgruppe ist der östlichste Teil der Walliser Alpen und liegt überwiegend in der Schweiz, geringe Anteile im Süden gehören zum Piemont (Italien). Die drei höchsten Gipfel sind Weissmies (4.017 m), Lagginhorn (4.010 m) und Fletschhorn (3.993 m).

Regionen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Umgrenzt wird die Weissmiesgruppe im Westen vom Saastal, im Norden vom Rhonetal und im Osten vom Simplonpass. Im Süden gilt das Valle Anzasca (Vischpertal), ein Seitental des Val d’Ossola als Grenze.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte der Schweiz
Weissmiesgruppe
Weissmiesgruppe

Die Anreise auf der Strasse erfolgt von Norden über das Rhonetal:

  • Abzweig bei Brig-Glis und Zufahrt über die Simplonroute in den Osten der Region.

Die Anreise auf der Strasse von Süden erfolgt Domodossola und den Simplonpass.

Die Bahn unterquert die Simplonroute in einem 20 km langen Tunnel, Bahnstationen im Norden sind Visp und Brig-Glis (nördliches Tunnelportal), und im Süden / Italien der Grenzbahnhof Iselle di Trasquera.

Mobilität[Bearbeiten]

Simplonpass[Bearbeiten]

Der Simplonpass (auch nur "Simplon", 2.006 m, 46° 15′ 3″ N 8° 2′ 0″ O) ist ein bereits in der Steinzeit benutzter Alpenübergang, er verbindet den Kanton Wallis von Brig-Glis aus mit dem Val Divedro und Domodossola in Oberitalien.

Eine erster Weg über den Simplon wurde schon von den Römern gebaut, wegen der engen und mit Bauwerken lange Zeit nicht überwindbaren Gondoschlucht wurde der Pass bis in das 17. Jahrhundert aber nur von einzelnen Personen wie Schmugglern und Söldnern begangen. Erst mit den technischen Möglichkeiten der Neuzeit begann der Ausbau als ein Verkehrsweg: die erste Initiative hatte Kaspar Jodok von Stockalper: er schaffte es die Strecke für Salztransporte auf Saumtieren vom Mittelmeer her zu ertüchtigen, was ihn damals zu einem reichen Mann machte.

Napoleon I. veranlasste in den Jahren von 1801 bis 1805 aus strategischen Gründen den Ausbau als eine befestigte Passstraße und zum befahren mit der Artillerie. Im Jahr 1906 wurde der Eisenbahntunnel durch den Simplon als Basistunnel eröffnet, er war damals mit 19 km Länge der längste Tunnel der Welt.

Der Simplonpass ist heute einer der verkehrstechnisch am besten ausgebauten Passstraßen in den Alpen. Wegen seiner Höhe, die Strasse führt in hochalpine Regionen und ist meist auch im Winter befahrbar, wird der Simplon auch zu den landschaftlich schönsten Alpenübergängen gezählt.

Der alte Saumpfad des "Stockalperwegs" aus dem 17. Jahrhundert ist auf einer Länge von über 35 km noch durchgehend gut erhalten und als eine kulturhistorische Wanderroute von Brig-Glis über den Simplonpass nach Gondo erschlossen.

Zum Simplon-Hospiz siehe den Abschnitt Unterkunft.

Infos siehe auch Tourismus und Ecomuseum Simplon (Dorf).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berge und Gipfel[Bearbeiten]

Die Gipfel der Weissmiesgruppe sind, im Vergleich zu anderen hohen Walliser Bergen, dann doch nicht ganz so hoch und zudem aus dem Saastal aus mit der Bergbahn gut zu erreichen. Bei der Besteigung werden auch keine größeren technischen Einzelschwierigkeiten verlangt, die Viertausender der Weismmiesgruppe sind daher recht beliebt und haben häufigen Besuch von Bergsteigern.

Weissmies[Bearbeiten]

Die zum Saastal hin markante Eispyramide des Weissmies (4.023 m 46° 7′ 40″ N 8° 0′ 43″ O) ist der höchste Berg in der nach ihm benannten Gruppe. Die Bezeichnung wird als „Weisses Moos“ in der Walliser Dialektform und als Ableitung vom schneebedeckten Gipfel oder das angereifte Moos in unteren Lagen gedeutet, vor Ort als "das" Weissmies, aber auch "die" und "der" Weissmies ist gebräuchlich. Nach Osten zeigt der Berg seine felsige Seite. Die Gletscher an seinen Flanken sind der Weissmiesgletscher im Nordosten, der Triftgletscher im Westen und der Melliggletscher mit dem Rottalgletscher im Südosten.

Die Erstbesteigung erfolgte im August 1855 durch den Jakob Christian Häusser und dem Notar Peter Josef Zurbriggen von der Almagelleralp aus. Nach einer Anekdote standen die Einheimischen dem berichteten Erstbesteigungserfolg der beiden ortsfremden zunächst äußerst mißtrauisch gegenüber und verfolgten die Abstiegsspur so lange, bis sie erkennbar zum höchsten Punkt führte.

Der heute meist gebräuchliche Normalanstieg führt von Hohsaashütte (3.098 m), alternativ auch von der noch etwas niedriger gelegenen Weissmieshütte (2.627 m) mit einem Zeitaufwand von vier bis fünf Stunen über den Triftgletscher und den Westgrat hoch zum Gipfel. Die technischen Schwierigkeiten sind als WS, II eingestuft, der Weg führt über Blockhalden, außerdem sind einige Gletscherspalten, Firnflanken bis 35° und der oft recht ausgeprägte Schrund etwas unterhalb des Gipfels zu beachten.

Mit Unterstützung der Bahn aus Saas Grund ist das Weissmies auf dieser Route auch ohne vorherige Hüttenübernachtung als Tagestour machbar, aber wegen der absoluten Höhe nur zuvor akklimatisierten Gipfelaspiranten zu empfehlen, auf der Strecke zurückgelassene Rucksäcke sind ein Indiz für eine falsche Einschätzung der eigenen Höhenanpassung.

Ein weiterer Anstieg beginnt bei der Almagellerhütte (2.896 m), und führt auf dem Weg der Erstbegeher mit vergleichbar etwas höheren Anforderungen zur Route von vor über den Zwischenbergpass und den Südgrat mit einer Kletterei zu dem auf dieser Seite schmalen Gipfelgrat hinauf. Die beiden Routen werden oft als Überschreitung kombiniert.

Lagginhorn[Bearbeiten]

Mit einer Höhe von 4.010 m ist das Lagginhorn (46° 9′ 26″ N 8° 0′ 11″ O) unter den als eigenständig gewerteten "4000-er" Gipfeln in den Walliser Alpen der niedrigste und auch der am nördlichsten gelegene. Das Lagginhorn ist der mittlere Teil des Bergkamms Weissmies - Lagginhorn - Fletschhorn, der Berg zeigt sich zur Seite des Saastals als eine breite und steile Felspyramide.

Die Erstbesteigung des Lagginhorns erfolgte vergleichsweise spät am 27. August 1856 durch Johann Joseph Imseng, legendärer Pfarrer aus Saas-Grund, Bergpionier, Erstbesteiger auch des Allalinhorns und auch ein erster Pionier in der Entwicklung des Fremdenverkehrs im Saastal. Begleitet wurde der von Zeitgenossen als eher "kauzig" eingestufte Pfarrer Imseng, kein seltener Nachname im Saastal, noch von seinem Knecht Franz Josef Andermatten, dem Rechtsanwalt Edward Lewi, drei Engländern und drei weiteren Einheimischen. Der Weg der Erstbesteiger führte über den Westgrat als der heutigen Normalroute. Ein Standbild am Dorfplatz von Saas-Fee erinnert an den aufgeklärten Pfarrer, der Walliser Dichter Adolf Fux wählte Imseng in einem seiner Romane zum Thema.

Lagginhorn Westgrat
Westgrat (linker Bildrand)

Den Normalanstieg vereinfachend ist die Bahnunterstützung bis zu den Hütten. Die Route zum Gipfel des Lagginhorns führt über den felsigen Westgrat, der Zustieg zum Grat erfolgt von der Weissmieshütte (2.627 m) und weiter zum Gipfel in insgesamt rund fünf Stunden, oder von der Hohsaashütte (3.098 m) und auch über den Westgrat in rund vier Stunden zum recht engen Gipfel mit einem Gipfelkreuz, eher selten für einen Viertausender. Der Grateinstieg ist etwas diffizil zu finden, der weitere Gipfelanstieg gilt dann als technisch unschwierig (eine Kletterstelle II, einige Stellen I und Gehgelände), allerdings sind die Felsen unterhalb des Gipfels etwas brüchig und bei Vereisung heikel. Die Firnfelder des Lagginhorngletschers am Fuß des Westgrats sind im Spätsommer meist völlig ausgeapert und nicht allzusteil: das Lagginhorn ist als Ausnahme ein Viertausender der, bei entsprechenden Bedingungen und bei entsprechender Bergerfahrung, steigeisenfrei und seilfrei erklommen werden kann.

Das Lagginhorn ist leider auch ein Beispiel dafür, das ein unschwieriger Viertausender noch lange kein ungefährlicher Viertausender ist: am 03. Juli 2012 stürzten bei einem Bergdrama fünf Bergsteiger beim Abstieg und knapp unterhalb des Gipfels tödlich ab. Unter den Opfern befanden sich zwei Kinder eines überlebenden Vaters als das unterhalb des Gipfels zurückgebliebene sechste Gruppenmitglied.

Fletschhorn[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern und Bergsteigen[Bearbeiten]

Gipfelanstiege/ Normalwege der Berge sind bei den jeweiligen Gipfeln beschrieben.

Höhenwege[Bearbeiten]

  • Stockalperweg kulturhistorische Wanderroute entlang des Saumpfads aus dem 17. Jahrhundert und von Brig-Glis über den Simplonpass nach Gondo.
  • Höhenweg Almagelleralp (Höhenweg Kreuzboden – Almagelleralp): Der Wanderweg führt vom Talboden (Saas-Grund / Saas-Almagell, ca. 1.700 m) in verschiedenen Varianten als leichte Höhenwanderung in hochalpiner Bergkullise zur Almagelleralp und dann fast in gleicher Höhe zum Kreuzboden und anschließend wieder in das Tal hinab, mehrere Einkehrmöglichkeiten, Dauer ca. sieben Stunden;

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft in den umgebenden Ortschaften siehe im Abschnitt Orte vor.

Alpine Unterkünfte für Wanderer und Bergsteiger:

Im Westen über dem Saastal:

Die Hütte besteht aus mehreren Gebäuden: das 1894 als Hotel „Weissmies” erbaute Gebäude ist die "Alte Weismieshütte" und heute der Winterraum, es wurde 1924 vom SAC Olten erworben. 1960 enstand die "Neue Weissmieshütte", beide Gebäude wurden in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts umfassend renoviert.
Ausstattung: 165 Lagerplätze, 16 Plätze in der unbewarteten Zeit, Waschräume / fließend Wasser.
Bewirtet: von Ende Juni bis Ende September.
Einfachste Zustiege: Talort ist Saas-Grund, die Auffahrt ist mit den Bergbahnen Hohsaas (ca. 1.560 m) möglich: ab der Station Kreuzboden (Chrizbode, 2.397 m) und noch ca. eine Stunde Aufstieg, oder von der Station Hohsaas (3.101 m) und ca. 30 Minuten Abstieg zur Hütte, jeweils ca. 300 mH). Der Hüttenzustieg aus dem Tal ist natürlich auch möglich: ca. vier Stunden.
Gipfelmöglichkeit und Touren: Hausberg ist das Lagginhorn und das Fletschhorn, aber auch das Weissmies ist, mit etwas längerem Zustieg im Vergleich zur Hohsaashütte, erreichbar.
Ausstattung: 40 Betten;
Bewirtet: im Sommer dauernd bewirtet, im Winter nur tagsüber;
Einfachster Zustieg: Talort ist Saas-Grund, Auffahrt mit der Bergbahn Hohsaas (ca. 1.560 m) bis zur Station Hohsaas (3.101 m), die Hütte befindet sich neben der Bergstation;
Gipfelmöglichkeit und Touren: Hausberg ist das Weissmies, aber auch Lagginhorn und Fletschhorn sind von der Hütte aus erreichbar.
Ausstattung: 120 Betten, Winterraum;
Bewartet von Juni bis September, ganzjährig geöffnet;
Einfachster Zustieg: Talort ist Saas-Almagell (1.672 m), Aufstieg als ausgeschilderte und unschwierige hochalpine Bergwanderung in verschiedenen Varianten (Talweg, Erlebnispfad, Säumerweg) in rund 2,5 bis drei Stunden.
Gipfelmöglichkeit und Touren: Hausberg ist das Weissmies, die Route von der Hütte ist der gletscherfreie Zustieg über den Zwischbergenpass und den Weissmies-Südgrat.
Ausstattung: Zimmer und Touristenlager;
Geöffnet: Im Sommer von Juni bis September;
Einfachster Zustieg: Das Berghotel liegt unterhalb der Almagellerhütte und ist aus Saas-Almagell (1.672 m) über mehrere ausgeschilderte Wanderrouten durch eine hochattraktive Landschaft und in rund 1,5 bis zwei Stunden erreichbar.

Im Osten der Region:

  • 5 Simplon-Hospiz (Hospiz der Chorherren vom Grossen St. Bernhard, Christl. Begegnungshaus, 2.005 m) (am Simplonpass).
Ein erstes Spital wurde schon 1235 von den Johannitern als Schutz und Unterkunft am Simplonpass erbaut und betreut. Auf Initiative von Kaspar von Stockalper wurde die Route über den Simplonpass als Saumpfad ausgebaut und das erste Hospiz in das bis heute erhaltene turmartige "Alte Spittel" erweitert und von Stockalper auch als Sommersitz genutzt.
Unter Napoleon und mit dem Ausbau der Route über den Simplon zur Militärstraße ab 1801 wurde im Jahre 1813 auch der Neubau eines Hospizgebäudes und in der Nutzung auch als eine Kaserne begonnen. Auf den Sturz Napoleons, nur ein Geschoss war fertig, erfolgte zunächst ein Baustop. Erst 1831 wurde dann die Unterkunft durch die Chorherren des Grossen St. Bernhard fertiggestellt. Das dreigeschossige Haus ist bis heute das grösste Passhospiz der Alpen mit Platz für über 300 Personen. Der Bau wird überwiegend vom Schweizer Militär genutzt, ist aber auch eine Herberge für bis zu 12.000 Fremde im Jahr.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

  • Die Lawinenwarndienste:
  • Für die Schweiz: Tel.: 0041-848-800-187 ;

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Dumler und Willi P. Burkhardt: Viertausender der Alpen. Bergverlag Rother, 2007 (13. Auflage), ISBN 978-3763374274; 224. Die wohl umfassendste Darstellung zum Thema, als Sammelstück entsprechend teuer.

Gebietsführer[Bearbeiten]

In den Führern des SAC (Schweizer Alpenclub) wird die Region unter der Gruppe 5 (Strahlhorn – Simplon) behandelt:

  • Hermann Biner: Hochtouren im Wallis. SAC (3. Auflage), ISBN 978-3859022041; 544. ca. 42.- €. Der Clubführer behandelt die gängigen Routen für die gesamte Region der Walliser Alpen (Gruppen 1 mit 6).
  • Banzhaf, Bernhard R. / Biner, Hermann / Burgener, Beat: Alpinführer Walliser Alpen 4/5. SAC, 2009 (1. Auflage), ISBN 978-3859022904; 656. ca. 46.- €. Der Clubführer behandelt die Routen der Regionen 4/5 in den Schwierigkeiten und in den Varianten ausführlich.

Karten[Bearbeiten]

  • Matterhorn- Mischabel 1:50.000 Blatt 5006. , (Landeskarte der Schweiz), ISBN 9783302050065. ca. 21.50 €. Zusammensetzung

Weblinks[Bearbeiten]

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