Tempe-Tal

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Tempe
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Das Tempe - Tal ist ein Durchbruchstal in Thessalien, das vom Fluss Pineios zwischen Larisa und Stomio durch das Gebirgsmassiv zwischen Olymp und Ossamassiv ausgefressen wurde und Thessalien und Mazedonien verbindet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Historische Darstellung des Tempe-Tals von Abraham Ortelius, 1608

Das Tempe-Tal (griech. Τέμπη resp. Tembi-Tal) ist ein 8 km langes Durchbruchstal in dem der Fluss Pineios von Larisa zum Thermäischen Golf hin fließt. An seiner schmalsten Stelle ist es lediglich 40 m breit, nach Süden erhebt sich das Ossamassiv, nach Norden die Vorgebirge des Olymp.

Wichtig ist das Tempe-Tal als Nadelöhr für den Verkehr, führt doch die Schnellzugslinie Thessaloniki - Athen und die Nationalstrasse EO1 durch das Tal. Die Situation auf der letzteren hat sich beruhigt, seit die neue Autobahn fertiggestellt ist und der Verkehr in zwei langen Tunnels durch das Tal geführt wird.

Das Tal war Schauplatz von Ereignissen in der griechischen Sage, es sei von Poseidon mit seinem Dreizack geschaffen worden: Nachdem Apollon in Delphi den Drachen Python getötet hatte, habe er sich am Ostende des Tempetals von seiner Schuld reingewaschen. Daraufhin verliebte er sich in die Nymphe Daphne, die aber in einen Lorbeerstrauch verwandelt wurde. Von diesem Strauch brach Apollon einen Zweig ab und brachte ihn nach Delphi zurück, wo er ihn einpflanzte. Zur Erinnerung an diese Ereignisse wurde alle acht Jahre eine Prozession von Delphi ins Tempe-Tal unternommen. Ein Jüngling brachte hier geschnittene Lorbeerzweige nach Delphi zurück.

In diesem Tal sei auch Eurydike, die Orpheus später aus dem Hades zurückholen wollte, an einem Schlangenbiss gestorben.

Historisch besser verbürgt sind verschiedene Schlachten. Um 480 v.Chr. versuchten hier die Athener und Spartaner den Truppen des Xerxes Einhalt zu gebieten, mussten sich aber zurückziehen. Im Jahre 169 v.Chr. kämpften die Römer gegen die Verteidiger des letzten mazedonischen Königs Perseus von Makedonien. Sie konnten aber nur vorübergehend aufgehalten werden und besiegten die Mazedonier später in der Schlacht von Pydna definitiv.

Am 18. April 1941 standen sich in der Schlacht am Tempe-Tal die aus Nordgriechenland gegen Süden stoßenden Truppen der 6. Geb.Div. unter F. Schörner und Einheiten der neuseeländischen und australischen ANZAC-Truppen auf Seite der Alliierten gegenüber, deren Aufgabe es war, den Abzug der Alliierten Truppen aus Larisa zu decken und den Vorstoß der deutschen Wehrmacht zu verzögern - das Tempe-Tal konnte einen Tag gehalten werden, was den Alliierten die notwendige Zeit einräumte.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist derjenige von Thessaloniki in ca. 90 Min. Fahrdistanz.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Hauptlinie der griechischen Eisenbahn zwischen Thessaloniki und Athen verläuft durch das Tempe-Tal. Nach der Erneuerung verläuft die Strecke weitgehend in Tunnels. Die nächste Bahnhaltestelle ist diejenige von 1 Rapsani Bahnhof Rapsani in der Enzyklopädie WikipediaBahnhof Rapsani (Q15116600) in der Datenbank Wikidata am Nordostende des Tals.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busverbindungen zu den Dörfern werden von Larisa aus sichergestellt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die neue Autobahn A1 Thessaloniki - Athen wird auf der Südseite zum großen Teil in zwei Tunnels durch das Tempe-Tal geführt. Die nächsten Ausfahrten sind diejenigen von 2 Euanggelismos im Süden und 3 Platamonas im Norden.

Durch das Tempe-Tal selbst führt die alte "Ethniki Odos", die Landstraße EO1, die ebenfalls mautpflichtig ist und früher als Autobahn-Zwischenstück diente. Hier gibt es verschiedene Parkplätze, von denen aus man zum Pineios-Fluss und der Agio Paraskevi-Kirche gelangen kann.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Tempe-Tal

Am einfachsten besucht man das Tempe-Tal mit dem Privatfahrzeug. Der Wanderweg ist kaum mehr passierbar, da zugewuchert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Agia Paraskevi
Zugang zur Quelle
Austritt von Quellwasser unter Ag. Paraskevi
  • An verschiedenen Stellen kann man zum Pineios gelangen. Der Fluss ist hier tief und das Wasser meist grünblau. Früher wurden ab Agia Paraskevi im Sommer Fluss-Schiffahrten auf dem Pineios angeboten. Es ist aber unklar, ob das Boot noch verkehrt.
  • 1 Agia Paraskevi : Von einem Parkplatz, mit der Gegenfahrbahn durch eine Fußgänger-Unterführung verbunden, führt ein gepflasterter Fußweg hinab zum Pineios. Hier findet sich eine ganze Reihe von Buden mit "schrill-buntem" Angebot von Devotionalien, Ikonen, Weihwasserfläschchen und Kerzen. Eine moderne Hängebrücke quert den Pineios und man gelangt zu den modernen Betonbögen des Eingangs zur Wallfahrtskirche Agia Paraskevi. Die Kirche zu Ehren der Hl. Paraskeva wurde 1910 erbaut. Die Heilige Paraskeva ist die Schutzpatronin der Blinden und wird auch von Sinti und Roma verehrt, weshalb zu ihrem Weihefest am 26.7. viele Sinti und Roma die Kirche besuchen. Einige Meter weiter östlich zur Rechten liegt der ähnlich wie der Kircheneingang gestaltete Eingang zu einem Stollen, den man nur gebückt durchkriechen kann, um zu einem Marmorbecken im Innern zu gelangen. Aus diesem fließt das Wasser einer Quelle, dem Heilkräfte nachgesagt werden und das von griechischen Pilgern in Flaschen abgefüllt wird.
  • Flussabwärts führen Treppenstufen zu einer weiteren Quelle. Dahinter liegt ein modernes Ausflugsrestaurant mit einem Angebot lokaler Spezialitäten, Süßigkeiten und Andenken, Gegenständen aus Olivenholz. Dahinter liegen Toiletten.
  • Vom Vorhof der Kirche führt eine Treppe hinauf zum 1 Wanderweg , der am linken Ufer des Pineios entlang des Trassees und durch die Tunnels der ehemaligen Eisenbahnlinie flussaufwärts verläuft. Sicher sehr malerisch angelegt, ist der Weg leider schlecht unterhalten und derzeit (2019) praktisch zugewachsen und so kaum mehr passierbar (man müsste ein Buschmesser mit sich führen, um den Weg freizuhauen...)
  • 2 Chani tis Kokkonas Chani tis Kokkonas im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsChani tis Kokkonas (Q64438329) in der Datenbank Wikidata : Das archäologische Gelände liegt an der Südseite der EO1 und ist nur zugänglich, wenn man aus Larisa anfährt, ansonsten muss man bei der nächsten Ausfahrt wenden. Von einem Parkplatz aus ist das archäologische Gelände über einen Zaun einsehbar und zugänglich, wenn ein Aufseher vor Ort ist, ansonsten kann der Schlüssel in der Präfektur in Larisa besorgt werden. Im Rahmen der Bauarbeiten an der Tempe-Tal-Strecke der Autobahn 1 wurden hier Ruinen eines griechisch-hellenistischen Heiligtums und einer byzantinischen Basilika ausgegraben.
Vom griechisch-hellenistischen Heiligtum fand sich ein im 4./3. Jhdt. v. Chr. errichteter kleiner Tempel, in dem, wie man aufgrund von Funden vermutete, die Mutter der Götter Cybele und Artemis angebetet wurde. Das in der Natur gelegene Heiligtum wurde wohl im Rahmen der römisch-mazedonischen Kriege verlassen. In der Umgebung fanden sich Ruinen von Werkstätten aus hellenistischer Zeit mit einem Brennofen und verschiedene Gräber.
Aus byzantinischer Zeit, aus dem 10/11. Jhdt., fanden sich Grundmauern einen Basilika mit drei Apsiden und etwas westlich davon ein zweistöckiges an der damaligen Durchgangsstraße gelegenes Gebäude, welches wahrscheinlich als Herberge genutzt wurde. In der Umgebung fanden sich sorgfältig angelegte Gräber aus byzantinischer Zeit. Wahrscheinlich wurde das Gebäude im Rahmen der Einfälle der Normannen und dann der Kreuzritter Ende des 11. Jhdt. zerstört. In einem Grab fand sich eine Goldmünze des lateinischen Kreuzritterkönigreichs Jerusalem.
  • 3 Tekes Hasan Bey oder Hasan Baba: Der quadratische Bau mit einer Kuppel über einem Grabmal wurde in osmanischer Zeit von muslimischen Pilgern verehrt und ist nun zum Schutz vor endgültigem Verfall eingerüstet.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Griechisch-orthodoxe Pilger besuchen gern die Kirche Agia Paraskevi.
  • Der Wanderweg, der in der Kirchenvorhalle auf einer Treppe nach oben führt und auf der ehemaligen Eisenbahntrasse durch mehrere Tunnels am linken Ufer flussaufwärts führt, ist zwar bezeichnet (rotes Blechschild mit gelbem Wanderer), aber weitgehend mit dornigem Gestrüpp zugewachsen und streckenweise kaum mehr passierbar (2019).
  • Mehrere teils ausgebaute Fußwege führen zu den Quellen am Ufer der Pineios und bieten im Sommer schattige Rastplätzchen.
  • Ob die Ausflugsfahren auf dem Pineios in den Sommermonaten noch durchgeführt werden, ist unklar.
  • Besuch der archäologischen Stätte von Chani tis Kokkonas

Einkaufen[Bearbeiten]

  • An der Agia Paraskevi werden am Zugangsweg und auch am Speiserestaurant Andenken und Devotionalien angeboten

Küche[Bearbeiten]

  • 1 Tempi Estiatorio, Ausflugsrestaurant mit einem großen Angebot von Speisen vom Grill, Süßigkeiten aus der eigenen Konditorei.

Unterkunft[Bearbeiten]

Im Tempetal gibt es keine Unterkünfte, nur in den umgebenden Gemeinden.

Weblinks[Bearbeiten]

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