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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Stonehenge

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Stonehenge
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Stonehenge ist der wohl berühmteste Steinkreis der Welt und ist nahe dem Ort Amesbury, und etwa 13 Kilometer nördlich der Stadt Salisbury in England gelegen. Die neolithische Formation zieht jährlich hunderttausende von Touristen an. Seit 1986 gehört Stonehenge zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Hintergrund[Bearbeiten]

Besucherzentrum

Kein anderes historisches Denkmal hat über die Jahrhunderte hinweg derart die Phantasie angeregt wie die prähistorische Anlage von Stonehenge, in der Grafschaft Wiltshire im Südwesten gelegen, eine gute Viertelstunde nördlich von Salisbury.

Die englische Legendentradition behauptet, dass die Steine aus Afrika kommen und heilende Wirkung haben und die ganze Anlage ursprünglich in Irland stand. Der clevere Zauberer Merlin habe den gesamten Kladderadatsch mit Hilfe eines Riesen den Iren geklaut und in Wiltshire aufgebaut. Wozu diese wundersame Anlage erschaffen wurde, wann das war und wer die Idee hatte, ist bis heute durchaus umstritten, aber es dürfte wohl um die 5000 Jahre her sein. Im Jahr 2008 verkündeten britische Archäologen, dass sie einzelne Fragmente der Anlage sogar auf ein Alter von 7000 Jahren datiert hätten.

Der Name Stonehenge hilft nicht weiter: henge stammt aus dem Altenglischen und bezeichnete die frühmittelalterlichen Galgen, die in der Regel aus zwei Pfosten mit einer horizontal darauf angebrachten Stange bestanden.

Fest steht, dass es sich bei Stonehenge um das größte und geschlossenste Erinnerungsstück aus der Stein- und Bronzezeit handelt, mit dem berühmten Kreis der aufrecht stehenden Steine und Hunderten von Grab-Aufschüttungen. Dass Stonehenge ein zentraler Begräbnisort gewesen ist, wird geschlossen aus der großen Zahl und dem Alter der Grabstätten: Einige der Gräber wurden auf die Zeit um 3000 v.Chr. datiert, und auch der rundum laufende Graben soll um diese Zeit angelegt worden sein.

Über einen Zeitraum von gut 1500 Jahren hinweg wurde Stonehenge benutzt und erweitert. Die Forschung geht von drei wesentlichen Phasen aus: "Stonehenge 1" startet ungefähr 3100 v.Chr. und umfasst eine kreisförmige Grabenanlage mit einem Durchmesser von rund 110 Metern. Dort wurden Knochen von Tieren, aber auch Splitter von Waffen und Werkzeugen gefunden. Außerhalb dieses Kreises wurden mehr als 50 Gruben angelegt – nach ihrem Entdecker als "Aubrey Holes" bezeichnet –, die möglicherweise zur Aufnahme von Baumstämmen oder Steinen dienten.

Steinzeithäuser hinter dem Visitor-Center

"Stonehenge 2" beginnt nach Forschermeinung ungefähr 3000 v.Chr. und ist im Wesentlichen nachgewiesen durch Löcher, die innerhalb des ringförmigen Grabens in den Boden gebohrt wurden, um Holzpfosten aufzunehmen. In dieser Phase wurden die äußeren Aubrey Holes dann auch als Begräbnisstätten verwendet – Aschereste und Grabbeigaben wurden auf diese Periode datiert.

Hier kann man seine überschüssige Kraft loswerden

"Stonehenge 3" schließlich ist die Phase, in der die weltberühmten Steine errichtet wurden – ab 2600 v.Chr., also ungefähr zur Zeit des Baus der ältesten der Pyramiden von Gizeh, wurden die bis dahin von hölzernen Pfosten gebildeten Kreise ersetzt durch solche aus Stein. Die allerwenigsten sind heute erhalten, es wird vermutet, dass bis zu 80 Steine in zwei gewaltigen Kreisen aufgerichtet wurden. Dabei wurden bearbeitete Felsbrocken verwendet, die aus den verschiedensten Gesteinen bestanden – darunter auch solche, die in Wiltshire nicht natürlich vorhanden sind. Lange Zeit wurde spekuliert, wie die Menschen in der Vorzeit die Riesensteine mit einem Gewicht von jeweils gut vier Tonnen aus Wales herangeschafft haben könnten. Heute verständigen sich die meisten Forscher darauf, dass diese Felsen im Zuge der Gletscherbildung aus Wales und Irland bis nach Wiltshire transportiert wurden.

Über gut 700 Jahre hinweg wurde beständig an Stonehenge gebaut, immer wieder wurden ältere Teile der Anlage ersetzt, Grabbeigaben, die in der Anlage gefunden wurden, zeigen, dass auch die Verwerfungen durch die Einwanderungen in der Bronzezeit nichts an der kontinuierlichen Nutzung der Anlage änderten. Der Eingang der Anlage wurde mehrfach verlegt, bis er schließlich an die heutige Position kam, in der er exakt auf den Sonnenstand zu den Sommer- und Wintersonnenwenden abgestimmt ist. Ab 1600 v.Chr. wurde an Stonehenge nicht mehr allzu viel gebaut und verändert, bis ins 7. vorchristliche Jahrhundert hinein wurde die Anlage aber als Grabstätte verwendet. Funde aus der Eisenzeit belegen dies. Ob römische Artefakte und Münzen, die auf dem Gelände gefunden wurden, als Beleg dafür gelten können, dass Stonehenge bis in diese Periode hinein aktiv genutzt wurde, wird unter den Experten kontrovers beurteilt.

Vieles ist bis heute also ungeklärt, was Stonehenge angeht. Allerdings hat die Unesco den gesamten Komplex 1986 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Was wohl auch dringend nötig war, denn bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde Stonehenge mit nicht allzu viel Ehrfurcht behandelt. Das Grundstück wechselte oft den Besitzer, war zu bestimmten Zeiten im Besitz des Königs, dann wieder Privateigentum und wurde als Weide genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde in unmittelbarer Nähe ein Flugplatz gebaut, später kamen Wohnhäuser und ein Café dazu. Erst in den späten 20er Jahren wurde dann Stonehenge als nationales Erbe erkannt und geschützt.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen in Meilen
Amesbury3 mi
Salisbury9 mi
Andover18 mi
Southampton33 mi
Bath34 mi
Bournemouth40 mi
London88 mi

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt gute Direktverbindungen nach Salisbury, z.B. aus London, Plymouth, Exeter, Bristol und Southampton. Vom Bahnhof Salisbury fahren Tourbusse direkt zum Besucherzentrum Stonehenge.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Der Weg nach Stonehenge ist weiträumig gut ausgeschildert. Stonehenge liegt nahe der Kreuzung A303 / A360. Eine Stichstraße führt zum Besucherzentrum, dort gibt es Parkplätze für 1 PKW und für 2 Busse.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Stonehenge ist ein beliebtes Ausflugsziel für Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, die in Southampton anlegen. Meist wird der Besuch von Stonehenge mit anderen Zielen, z.B. der Stadt Salisbury verbunden.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit 1986 zählt der Steinkreis von Stonehenge, genauer: die Monumente von Stonehenge, Avebury und die zugehörigen Denkmäler der Megalith-Kultur zum Weltkulturerbe der UNESCO.

  • 1 Besucherzentrum: Ticketverkauf, etwas teurer als im Online-Verkauf. Ausstellungen, Cafe. Beim Besucherzentrum Nachbauten von Häusern aus dem Neolithikum. Im Besucherzentrum: Film zur Entstehungsgeschichte und Modell des Steinkreises.
  • 2 Stonehenge. Der Steinkreis ist von weitem sichtbar, allerdings nicht frei zugänglich. Tickets gelten für ein bestimmtes Zeitfenster. Vom Besucherzentrum fährt ein Shuttle, Preis im Eintritt inbegriffen Preis: Online-Preise: Eintritt Erw. 15,50 £, Kinder 9,30 £, Audio-Guide 3 £; enthalten im Overseas Visitor Pass.
  • 3 Winterbourne Stoke Barrows, Gruppe neolithischer Grabhügel
  • 4 Normanton Down Barrows, Gruppe von mehreren Grabhügeln

Aktivitäten[Bearbeiten]

Shuttlebus

Vom Besucherzentrum zum Steinkreis sind es etwa 1,5 Meilen, also knapp 2,5 km. Die Landschaft ist leicht hügelig, der Weg nicht allzu schwierig. Dann einmal im gebührenden Abstand von geschätzten 80 m rund um den Steinkreis, vorbei an dem solitär stehenden Heel Stone (Fersenstein), in dessen Nähe der Slaughter Stone (Opferstein) liegt. In der Umgebung sind zahlreiche kleine Hügel, die auf neolithische Gräber schließen lassen. Manchmal geben die Nummerntafeln im Rathaus Hinweise für die im Audioguide gespeicherten Infos, dann zurück zum Besucherzentrum. Alles in allem ca. 6 km, ein rechter Spaziergang.

Den meisten Touristen ist das zu viel Aktivität, sie stehen am Visitorcentre und warten auf den nächsten Shuttlebus, der sie bis auf 200 m an den Steinkreis bringt. Nach dem Rundgang um den Steinkreis kann man in der Schlange zur Rückfahrt eine typisch britische Tugend üben. Shuttlebus voll? Der nächste kommt in wenigen Minuten.

Wer es aktiver möchte, besorge sich im Besucherzentrum eine Übersichtskarte, in der etliche weitere kleinere archäologische Stätten eingezeichnet sind, teilweise auf Fußwegen erreichbar.

Fersenstein

Einkaufen[Bearbeiten]

Im Besucherzentrum befindet sich ein Souvenirshop. Das Angebot an Literatur und Bildern zu Stonehenge ist recht ordentlich. Darüber hinaus gibt es regionale Produkte, z.B. Wollschals, aber auch Getränke nach alter Rezeptur (Heritage Mead) und saisonal exotisch anmutende Brotaufstriche (Lemon Butter).

Küche[Bearbeiten]

Im Visitorcenter gibt es ein Café mit einfachen Speisen, ansonsten: Picknick.

Stonehenge (sun).jpg

Unterkunft[Bearbeiten]

Stonehenge ist ein typisches Ausflugsziel, zu dem die Besucher kommen und nach wenigen Stunden wieder abreisen. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es daher nur in den benachbarten Orten wie Amesbury und Salisbury, sieht man mal ab von den militärischen Anlagen in der nördlich gelegenen Kaserne von Larkhill.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Im Besucherzentrum gibt es Toiletten, ansonsten sind in der offenen Landschaft weit und breit keine verfügbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Beinhauer (Hrsg.): Studien zur Megalithik, (engl. Ausgabe: The Megalithic Phenomenon: Recent Research and Ethnoarchaeological Approaches), 1999, ISBN 978-3930036363
  • Barbara Bender et al.: Stonehenge. Making Space. Oxford 1998.
  • Aubrey Burl: Prehistoric Stone Circles. Shire, Aylesbury 1979, 1988, 2001, ISBN 0-85263-962-7
  • Aubrey Burl: The Stonehenge People. London 1987.
  • Rodney Castleden: The Making of Stonehenge. London 1993.
  • Christopher Chippindale: Who owns Stonehenge? Batsford, London 1990, ISBN 0713464550
  • Rosamund Cleal, K. E. Walker, R. Montague, Michael J. Allen (Hrsg.): Stonehenge in its landscape. Twentieth-century excavations. English Heritage, London 1995, ISBN 1-85074-605-2
  • Barry Cunliffe, Colin Renfrew (Hrsg.): Science and Stonehenge. Oxford University Press, Oxford 1997, 1999, ISBN 0-19-726174-4
  • Alex M. Gibson: Stonehenge & timber circles. Tempus, Stroud 1998, ISBN 0-7524-1402-X
  • Bernhard Maier: Stonehenge. Archäologie, Geschichte, Mythos. Beck, München 2005, ISBN 3406508774
  • Bernd Mühldorfer (Hrsg.): Mykene – Nürnberg – Stonehenge. Handel und Austausch in der Bronzezeit. (Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V. 43). VKA, Fürth 2000. ISSN 0077-6149
  • John David North: Stonehenge. Ritual Origins and Astronomy, HarperCollins, London 1997, ISBN 0002558505
  • Mike Pitts: Hengeworld. Arrow, London 2001, ISBN 0-09-927875-8
  • Julian Richards: The Stonehenge Environs Project. London-Southampton 1990, ISBN 1-85074-269-3
  • Julian Richards: Stonehenge. English Heritage, London 2005, ISBN 978-1-90562-492-8
  • Wolfhard Schlosser, Jan Cierny: Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-11637-2

Weblinks[Bearbeiten]

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