St. Louis
| St. Louis | |
| Bundesstaat | Missouri |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 301.578 (2020) |
| Höhe | 149 m |
| Social Media | |
St. Louis | |
St. Louis ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Missouri und liegt am Westufer des Mississippi River. Ihre Metropolregion, die sich bis in den Nachbarbundesstaat Illinois fortsetzt, ist eine der bedeutendsten im Mittleren Westen der USA.
St. Louis hat ein großes kulturelles Angebot und nach Washington, D.C. die meisten Einrichtungen mit freiem Eintritt.
Hintergrund
[Bearbeiten]1 St. Louis liegt lediglich am Westufer des Mississippi River, der die Grenze zum Bundesstaat Illinois bildet. Das am Ostufer des Flusses gelegene 2 East St. Louis gehört deshalb zu Illinois, ist eine eigenständige Stadt und hat keine verwaltungspolitische Verbindung zu St. Louis. Die Stadt St. Louis ist die einzige Stadt in den USA, innerhalb deren Stadtgrenzen sich ein Nationalpark befindet, der Gateway Arch National Park.
Geschichte
[Bearbeiten]Erste Indigene in der Gegend zwischen 900 vor Christus und 1500 nach Christus waren die Erbauer von Erdhügeln (englisch: mound builders), die für Zeremonien oder Gräber genutzt wurden.[1] Ihnen folgten die indigenen Illiniwek und Osage, die diese Kultur fortsetzten. Daran erinnert heute der 1 Big Mound , ein einst knapp 10 Meter hoher Felshügel, der als Begräbnisstätte für Indigene diente und bis 1869 systematisch abgetragen wurde. An seiner Stelle steht heute ein 1929 errichtetes Monument.
Die ersten Europäer in der Gegend waren die französischen Entdecker Louis Jolliet und Jacques Marquette, als sie ab dem 17. Mai 1673 das Mississippi River-Valley durchquerten.[2] Sie gelangten allerdings nicht bis zum heutigen St. Louis, sondern traten am 30. September 1673 an der St. Francis Xavier Mission in Wisconsin die Rückkehr an.
Die Stadt wurde am 14. Februar 1764 durch die französischen Händler Gilbert Antoine de St. Maxent, Pierre Laclède und Auguste Chouteau gegründet[3], die sie zu Ehren von König Ludwig IX. von Frankreich benannten. Am 9. April 1768 erklärte René-Robert La Salle die Region zum Teil des französischen Louisiana, das er „La Louisiane“ zu Ehren Ludwig XIV. benannte.
Der am 20. Oktober 1803 geschlossene Louisiana Purchase machte diese Gegend mit einem Kaufpreis von 15 Millionen US-$ zum Bundesstaat der USA.
Die Lewis-und-Clark-Expedition, die von St. Louis ausgehend das noch unbekannte Land bis zur Westküste der USA erkundete, begann am 14. Mai 1804 und endete am 23. September 1806 jeweils in St. Louis.[4] Sowohl der Louisiana-Kauf als auch die Expedition trugen zur Erweiterung der USA bei. St. Louis avancierte dabei als Eingangstor (englisch: gateway) zum Westen.
Ab 1818 war St. Louis ein wichtiger Hafen für Dampfschiffe auf dem Mississippi und diente als Tor zu den weiten Gebieten westlich des Stromes. Die Bevölkerungszahl vervielfachte sich Mitte des 19. Jahrhunderts und überschritt in den 1850er-Jahren die Marke von 100000 Einwohnern. Missouri wurde am 10. August 1821 als 24. Bundesstaat gegründet. St. Louis war 1904 Gastgeber der Weltausstellung und – als erste Stadt außerhalb Europas – der Olympischen Sommerspiele. Im Zuge der Great Migration zogen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts viele Afroamerikaner aus den Südstaaten in die großen Industriestädte im Norden, so auch nach St. Louis.
Danach entwickelte sich ein von St. Louis ausgehender Musikstil, der St.-Louis Blues als eine Form des Jazz, die durch den im April 1925 veröffentlichten Musiktitel Saint Louis Blues popularisiert wurde. Die Einwohnerzahl erreichte 1950 mit 856000 ihren Höhepunkt.
Seither ist die Bevölkerung von St. Louis – wie in vielen Großstädten des Mittleren Westen – deutlich geschrumpft. Mit einem Rückgang von 64 % ist St. Louis allerdings (noch vor Detroit) die Großstadt, die am schwersten von dieser Entwicklung betroffen ist. Vor allem weiße Mittelschichtsangehörige zogen in den 1960er- und 1970er-Jahren scharenweise in die Suburbs, im eigentlichen Stadtgebiet blieben vor allem die Afroamerikaner. Deren Bevölkerungsanteil stieg von 18 % im Jahr 1950 auf 49 % im Jahr 2010. Dabei gibt es eine deutliche Segregation: im Norden der Stadt sind über 90 % schwarz, im Süden dagegen nur ein Viertel. Seit der Zeit der Jugoslawienkriege ist St. Louis außerdem die Stadt mit der größten bosnischen Bevölkerungsgruppe in den USA. Ihr gehören im Großraum ca. St. Louis ca. 70000 Migranten an, die auch zahlreiche Geschäfte und kulturelle Einrichtungen betreiben, vor allem im Stadtteil 1 Bevo Mill , der auch "Little Bosnia" genannt wird.
Das international bekannteste Unternehmen mit Sitz in St. Louis ist der Brauereikonzern Anheuser-Busch. Er wurde 1852 von deutschen Einwanderern gegründet, seine bekannteste Marke ist Budweiser (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen tschechischen Brauerei in České Budějovice).
Stadtteile
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In St. Louis gibt es 79 politische Bezirke (englisch: neighborhoods). Für touristische Zwecke sind von Bedeutung:
- 2 Academy
- 3 Baden
- 4 Benton Park
- 5 Brentwood
- 6 Carondelet
- 7 Central West End
- 8 Covenant Blu-Grand Center
- 9 Downtown
- 10 Downtown West
- 11 Dutchtown
- 12 Gate District
- 13 Greater Ville
- 14 Hamilton Heights
- 15 Lacledes Landing
- 16 LaSalle Park
- 17 Mark Twain
- 18 Midtown
- 19 Mount Pleasant
- 20 Near North Riverfront
- 21 North Riverfront
- 22 Old North St. Louis
- 23 Patch
- 24 Peabody Darst Webbe
- 25 St. Louis Hills
- 26 Skinker DeBaliviere
- 27 The Hill
- 28 The Ville
- 29 Vandeventer
- 30 Walnut Park East
- 31 Walnut Park West
Klima
[Bearbeiten]Die Stadt St. Louis hat ein feuchtes subtropisches Klima. Im Sommer zwischen Juni und August liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 30 °C und 32 °C, nachts werden 20 °C selten unterschritten. 42 °C ist die höchste gemessene Temperatur. Im Winter zwischen Dezember und Februar gibt es Nachtfrost um -5 °C. Die niedrigste Wintertemperatur lag bei -28 °C. Der Regen weist keine saisonalen Schwankungen auf, monatlich gibt es 5 bis 8 Regentage. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt im Sommer zwischen 67 und 70 %, im Winter zwischen 72 und 76 %.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]St. Louis kann ganzjährig besucht werden. Die Stadt verfügt über derart viele Sehenswürdigkeiten, dass sie ein eigenständiges Reiseziel darstellen kann. Wer die Route 66 befährt, gelangt automatisch auch nach St. Louis, das aber auch im Rahmen einer Rundreise durch den Mittleren Westen besucht werden kann.
Anreise
[Bearbeiten]Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Der Hauptflughafen der Stadt (und der einzige mit kommerziellen Flügen) ist 1 St. Louis Lambert International Airport (IATA: STL) . Er wird von über 14 Millionen Passagieren jährlich und hauptsächlich von der Billigfluggesellschaft Southwest Airlines bedient. Daneben sind American Airlines und Delta Airlines mit einer Reihe von Verbindungen vertreten. Direktflüge aus Deutschland gibt es seit dem Frühjahr 2022 wieder, hierbei fliegt Lufthansa von Frankfurt aus dreimal die Woche (mittwochs, freitags und sonntags) nach St. Louis. Zudem bieten sich Umsteigeverbindungen über Chicago (American, United) oder Atlanta (Delta, Frontier, Southwest) an.
Der Flughafen wird von Metrolink bedient, so dass man nicht unbedingt am Flughafen einen Mietwagen nehmen muss, sondern mit dem ÖPNV in die Innenstadt fahren kann.
Mit der Bahn
[Bearbeiten]Amtrak bedient den Bahnhof 2 Gateway Station mit regelmäßigen Zügen aus Chicago (fünfmal täglich; Fahrtzeit 5½ Stunden), Kansas City (zweimal täglich; 5:40 Std) sowie einmal täglich von Little Rock (7:45 Std), Dallas (15:45 Std) und San Antonio (24:30 Std). Mit einem Umstieg in Kansas City sind auch Verbindungen aus dem Südwesten der USA (z. B. Albuquerque, Los Angeles) möglich, was jedoch bis zu zwei ganze Tage in Anspruch nimmt. Die Züge halten an der . Am benachbarten Civic Center kann man in die rote oder blaue Linie des Metrolink umsteigen. Der 1892 erbaute Bahnhof Union Station wird von MetroLink (Red und Blue-Linien) für den ÖPNV benutzt.
Mit dem Bus
[Bearbeiten]Greyhound-Fernbusse halten ebenfalls an der Gateway Station. Sie verbinden St. Louis mehrmals täglich mit Kansas City (4–4½ Std; ab 22 $), Indianapolis (4–4½ Std; ab 34 $), Chicago (5:10–7 Std; ab 18 $), Nashville (6½–7½ Std; ab 60 $), Tulsa (7½–8½ Std; ab 73 $), Oklahoma City (10–11 Std; ab 96 $) und Denver (über 16 Std; ab 145 $); einmal pro Tag mit Memphis (5:40 Std; ab 30 $).
Auf der Straße
[Bearbeiten]Mit dem Auto ist St. Louis über die Interstate Highways
,
,
,
und
erreichbar. Die legendäre Route
führte früher über die 1929 eröffnete Chain of Rocks Bridge von Chicago kommend mitten durch die Stadt über den Lindbergh Boulevard und die Watson Road Richtung Springfield. Heute wird für die Route 66 der Interstate
über die Poplar Street Bridge genutzt.
Mit dem Schiff
[Bearbeiten]Per Schiff kann St. Louis nicht erreicht werden. Auf dem Mississippi-River verkehren ausschließlich Rundfahrtschiffe (englisch: riverboats), auch nachgebaute Schaufelraddampfer, für Sightseeing-Toren. Sie fahren ab/bis St. Louis.
Mobilität
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1 MetroLink , das städtische Light-Rail-System (in etwa vergleichbar mit deutschen Stadtbahnen) mit zwei Linien (rot und blau), 38 Haltestellen und insgesamt 74 Streckenkilometern deckt zwar bei weitem nicht die ganze Stadt ab, aber man erreicht viele der touristisch interessanten Punkte sowie den Flughafen damit. Viele der Gebiete, die Metrolink (noch) nicht abdeckt, werden von Bussen bedient. Im MetroLink und MetroBus gelten die gleichen Fahrkarten.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]- Gebäude




Die Sortierung erfolgt nach Baujahr.
- 2 Lewis Bissell Mansion, 10225 Bellefontaine Road wurde 1820 gebaut und gilt als ältestes Gebäude in St. Louis. Es steht seit 2020 leer.
- 3 Tower Grove House 1849 erbautes Landhaus von Henry Shaw, dem Gründer des Missouri Botanical Garden.
- 2 Washington University in St. Louis, One Brookings Drive, Saint Louis, MO 63130-4899 1853 gegründete private Universität.
- 4 Chatillon-DeMenil House das Herrenhaus wurde 1848 für den Pionier Henry Chatillon begonnen und dann von 1855 bis 1863 vom prominenten Geschäftsmann Nicolas DeMenil erweitert.
- 5 Old Courthouse das 1864 erbaute Gerichtsgebäude mit 59 Meter hoher Kuppel fungierte als Bundesgericht und Gericht des Bundesstaats. Es verlor seine Funktionen 1930 durch die Auslagerung der Gerichte in das Civil Courts Building und ist heute Teil des Gateway Arch National Parks.
- 6 Anheuser-Busch Brewery, 721 Pestalozzi Street ist ein 1875 errichteter Gebäude-Komplex einer Brauerei der deutschstämmigen Familien Anheuser und Busch. Deren Brauerei entwickelte sich zur größten der USA, die Marktführer auf dem US-Biermarkt ist.
- 7 United States Customhouse and Post Office ein Gerichtsgebäude, zwischen 1873 und 1884 erbaut und heute von der Universität und von der Justiz genutzt wird.
- 3 Saint Louis University, One North Grand Blvd, Saint Louis, MO 63103-2097 1818 gegründete Universität, die im heutigen, 1888 errichteten Universitätsgebäude untergebracht ist.
- 3 Union Station prächtiges Bahnhofsgebäude, 1892–94 im neoromanischen Stil erbaut, mit 85 Meter hohem Uhrenturm. Mit 42 Gleisen war der Bahnhof bei seiner Eröffnung der größte der Welt und die Bahnhofshalle mit ihrem 20 Meter hohen Tonnengewölbe aus Kalkstein, Buntglas-Fenstern und Blattgold-Dekor sicherlich eine der prächtigsten. Infolge des Niedergangs des Eisenbahnpersonenverkehrs in den USA wurde der Betrieb 1978 eingestellt. Anschließend wurde das Gebäude bis 1985 umgebaut und dient heute dem Personennahverkehr und als Einkaufszentrum mit Restaurants und Hotel (siehe unter #Einkaufen und #Unterkunft). Geöffnet: stillgelegt.
- 8 Civil Courts Building 1930 eröffnetes Gebäude für die Zivilgerichte.
- 1 Washington University Medical Center 1962 erbauter und aus mehr als 60 Gebäuden bestehender medizinischer Teil der Washington University.
- 4 University of Missouri–St. Louis, One University Boulevard, Saint Louis, MO, 63121-4400 eine 1963 gegründete staatliche Universität als Teil des University of Missouri-Systems (UMSL). Sie darf nicht mit der privaten Saint Louis University verwechselt werden.
- Museen und Theater


- 9 Eugene Field House ein historisches Hausmuseum, 1845 als Wohnhaus des Rechtsanwalts Roswell Field erbaut.
- 10 Campbell House Museum ein Museum im 1851 erbauten Wohnhaus Campbell House, das im Februar 1943 zum Museum umgewandelt wurde.
- 12 Saint Louis Art Museum, 1 Fine Arts Drive (im Forest Park; Bus 90 "Fine Arts @ Art Museum"). Tel.: (314) (0)721 0072 1879 gegründetes Kunstmuseum, 2013 erweitert. Die Sammlung umfasst über 30000 Exponate. Bemerkenswert ist insbesondere die Sammlung europäischer Malerei des Impressionismus und der klassischen Moderne (Monet, van Gogh, Picasso usw.). Ein Schwerpunkt liegt auf deutscher Malerei des 20. Jahrhunderts, u. a. befindet sich hier die weltgrößte Sammlung von Werken Max Beckmanns (darunter das Bild Christus und die Ehebrecherin), aber auch Künstler der Zeit nach 1945 (z. B. Joseph Beuys, Gerhard Richter). Geöffnet: Di-So 10:00–17:00 Uhr, Fr bis 21:00 Uhr, Mo geschlossen. Preis: Eintritt Dauerausstellung 14 US-$, Kinder (6–12 J.) 6 US-$, freitags frei.
- 13 Samuel Cupples House, 3673 West Pine Boulevard ein historisches Herrenhaus, das von 1888 bis 1890 von Samuel Cupples erbaut wurde. Es ist heute ein Museum auf dem Campus der Saint Louis University.
- 15 Scott Joplin House State Historic Site der Jazz-Komponist Scott Joplin zog hier 1900 ein, nachdem er mit seinem Maple Leaf Rag (Urheberrecht am 18. September 1899) einen Klassiker des Jazz komponiert hatte.
- 1 St. Louis Municipal Opera Theatre, 1 Theatre Drive, St. Louis, MO 63112-1019 das 1919 gebaute Amphitheater bietet Platz für 11000 Personen, wird „The Muny“ genannt und ist zwischen Juni und August für alle Arten von Konzerten geöffnet.
- 16 Museum of Westward Expansion ein zum Gateway Arch National Park gehörendes Museum, das die Ausdehnung der USA nach Westen präsentiert. Es ist im Old Court House untergebracht.
- 17 St. Louis Science Center entstand 1963 als Planetarium, bietet heute interaktive Erfahrungen im Landwirtschafts-Pavillon, Planetarium und im OMNIMAX-Theater.
- 18 City Museum, 750 N 16th Street (Bus 99 "16th Street @ Lucas"; Bus 19, 97 "14th Street @ Washington") der Name ist irreführend: Es handelt sich nicht um ein herkömmliches Stadtmuseum, sondern vielmehr um einen riesigen Abenteuerspielplatz. In einer ehemaligen Schuhfabrik wurden ausrangierte Fahr- und Flugzeuge sowie Industrieanlagen gesammelt, zu Treppen, Rutschen, Wippen, Kletterparcours usw. umgestaltet, bunt angestrichen oder phantasievoll dekoriert. Auf dem Dach wartet ein altertümliches Riesenrad mit tollem Blick über die Stadt. Die Idee hierzu stammt vom Künstler Bob Cassilly. Geöffnet: Mi+Do 09:00–17:00 Uhr, Fr+Sa 09:00–24:00 Uhr, So 11:00–17:00 Uhr, Mo+Di geschlossen. Preis: Eintritt (ab 3 Jahre) 15,36 US-$, keine Kinderermäßigung; Besuch des Daches kostet Aufpreis.
- 19 The Griot Museum of Black History ist ein 1997 gegründetes Wachsmuseum, das ausschließlich Wachsfiguren negrider Persönlichkeiten zeigt.
- Kirchen

- 1 Basilica of St. Louis, King of France (Old Cathedral) ihr Vorgänger-Bau entstand 1770 und war die erste Kathedrale westlich des Mississippi. Die heutige, 1834 erbaute Kirche im klassizistischen Stil ist die älteste der Stadt. Das Kircheninnere ist mit riesigen Mosaiken der Firma Tiffany versehen, insgesamt wurden über 41 Millionen Glasteilchen verarbeitet. Die Kirche ist dem heiliggesprochenen König Ludwig IX. von Frankreich geweiht (nach dem auch die Stadt St. Louis benannt ist) und hat den Status einer Basilica minor. Sie wurde als einziges historisches Gebäude der zentralen Uferzone am Mississippi erhalten, alle anderen mussten dem Gateway Arch Platz machen.
- 2 St. Mary of Victories Church 1843 erbaut und damit die zweite katholische Kirche der Stadt.
- 3 Christ Church Cathedral die 1867 entstandene Kirche ist die bischöfliche Kathedrale der Diözese Missouri.
- Parks und Zoos

- 1 Hyde Park 1854 gegründeter Stadtpark.
- 2 Missouri Botanical Garden, 4344 Shaw Boulevard (Bus 8, 80 "Tower Grove @ Cleveland") 1859 von Henry Shaw erbauter Garten. Er ist mit 32 Hektar gestalteter Fläche einer der größten botanischen Gärten der Welt, der zweitgrößte botanische Garten in Nordamerika (hinter dem von New York City) und mit jährlich 750000 Besuchern eine Hauptsehenswürdigkeit von St. Louis. Dazu gehören der 5,7 Hektar große japanische Spaziergarten Seiwa-en, das 1960 eröffnete „Climatron“ in Form einer geodätischen Kuppel mit einem Durchmesser von 42 Metern war das erste vollständig klimatisierte Gewächshaus mit einer festen Plexiglasverkleidung und zeigt 1400 Arten tropischer Pflanzen. Diese sind Teil von über 51000 Pflanzenarten. Es gibt zudem Kinderspielplätze einschließlich eines nachgebauten Pionierdorfs, eines Osage-Indianerdorfs und eines Schleusensystems, das dem Panamakanal nachempfunden ist. Geöffnet: täglich 09:00–17:00 Uhr, Mi+Sa ab 07:00 Uhr (nur Freigelände). Preis: Eintritt (ab 13 J.) 12 US-$, Kinder bis 12 J. frei.
- 3 Forest Park der am 24. Juni 1876 eröffnete Park ist 555 Hektar groß. Hierin befinden sich unter anderem der St. Louis Zoo, das Saint Louis Art Museum, das Missouri History Museum und das St. Louis Science Center.
- 4 Saint Louis Zoo nach der Weltausstellung 1904 in St. Louis entstand die Idee eines Zoos, der schließlich 1913 eröffnet wurde. Er beherbergt etwa 500 Tierarten in 16000 Individuen. Geöffnet: täglich 09:00–17:00 Uhr; Sommer: Mo-Do 08:00–17:00 Uhr; Fr-So 08:00–19:00 Uhr. Preis: Eintritt frei, einzelne Attraktionen (Minibahn, Karussell, Streichelzoo, Seelöwen-Show usw.) kosten extra, "Adventure Pass" für mehrere dieser Sonder-Attraktionen 10,95 US-$.
- 5 Kiener Plaza ein Park, dessen Ostteil 1965 und dessen Westteil 1986 eingerichtet wurde.
- Brücken

- 21 Eads Bridge die am 4. Juli 1874 eröffnete Brücke ist die älteste in St. Louis und die weltweit erste größere Stahlbrücke mit einer Länge von 1964 Metern.
- 22 McKinley Bridge eine 1910 eröffnete, 1924 m lange Stahlfachwerkbrücke.
- 24 Martin Luther King Bridge 1951 erbaute 1222 m lange Brücke, über welche die Interstate Highways
,
und
führen. - 25 Poplar Street Bridge 1967 eröffnete, 660 m lange Brücke für die Interstate Highways
und
sowie den U.S. Highway
. - 26 Stan Musial Veterans Memorial Bridge am 9. Februar 2014 eröffnete, 854 m lange Brücke für den Interstate
. - 27 New Chain of Rocks Bridge eröffnet am 11. Juli 2014, 1649 m lang, mit dem Interstate
als Umgehungsautobahn.
- Sonstiges
- 28 Grand Avenue Water Tower ein Wasserturm aus 1871.
- 29 Bissell Street Water Tower ein Wasserturm aus 1886.
- 30 Gateway Arch der am 25. Mai 1968 eröffnete Stahlbogen soll das "Tor zum Westen" der USA symbolisieren und ist das Wahrzeichen von St. Louis. Architekt war der Finne Eero Saarinen, der die Fertigstellung nicht mehr erlebte. Das erste rostfreie Stahldreieck wurde am 12. Februar 1963 angeliefert. Die Statik des kettenlinien-ähnlich geformten Bogens war komplizierter als dies von außen erkennbar ist. Seine endgültige Form schuf der deutsch-amerikanische Bauingenieur Hannskarl Bandel. Noch komplizierter ist ein durchgehend vom Süd- zum Nordtor fahrender Aufzug, der für Fahrgäste die Biegungen ausgleicht, um aufrecht sitzend zum Scheitelpunkt zu gelangen. Die Einweihung fand am 25. Mai 1968 statt, am selben Tag wurde das National Monument zum National Memorial erhoben, und am 22. Februar 2018 erhielt es den Status als Nationalpark. Der Gateway Arch ist heute neben dem Museum of Westward Expansion und dem St. Louis Old Courthouse Teil des Jefferson National Expansion Memorial. Er hält gleich mehrere Rekorde: der höchste Bogen der Welt, das höchste menschengemachte Monument auf der westlichen Hemisphäre und das höchste zugängliche Gebäude im Staat Missouri. Geöffnet: Sommer: täglich 08:00–20:00 Uhr; Winter: 09:00–18:00 Uhr. Preis: Fahrt zur Aussichtsplattform je nach Termin 12–14 US-$, Kinder 8–11 US-$.
- 2 Busch Stadium das am 4. April 2006 eröffnete Baseball-Stadion ist Heimat der St. Louis Cardinals. Sponsor ist ein Mitglied der Anheuser-Busch-Familie.
Ausflüge
[Bearbeiten]
Kein Ausflug im engeren Sinne, da in der Stadt befindlich, ist der Besuch des 6 Gateway Arch National Park , ein um den Gateway Arch gegründeter Nationalpark. Die Parkgründung ist auf das Jefferson National Expansion Memorial zurückzuführen, das am 21. Dezember 1935 errichtet wurde. Es erinnerte an den dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson, der von Frankreich für 15 Millionen US-$ den heutigen Bundesstaat Louisiana mittels Kaufvertrag von Frankreich erwarb, was am 10. März 1804 in St. Louis gefeiert wurde. Hauptobjekt des Parks ist heute das Wahrzeichen von St. Lous, der Gateway Arch. Er ist mit lediglich 78 Hektar der kleinste Nationalpark in den Vereinigten Staaten.
Am Ufer des Mississippi River befinden sich die 4 Gateway Arch Riverboats für Ausflüge ab/bis St. Louis auf dem Fluss.
- 31 Cahokia Mounds, Collinsville, Illinois (14 km östlich von St. Louis, am Interstate 55/70) Überreste des Hauptzentrums der Mississippi-Kultur und der größten präkolumbischen Stadt nördlich von Mexiko. Die Stadt existierte ab etwa 700 n. Chr. und erlebte im 11. Jahrhundert einen großen Bevölkerungszuwachs. Auf ihrem Höhepunkt um 1200 hatte sie schätzungsweise 6000 bis 40000 Einwohner (je nachdem, ob man die dicht besiedelte, landwirtschaftlich geprägte Umgebung mitzählt). Im 13. Jahrhundert begann der Niedergang, mutmaßlich aufgrund ökologischer Überforderung. Um 1400 wurde die Stadt ganz aufgegeben. Bemerkenswert sind insbesondere der Monks Mound, eine 30 Meter hohe Erdpyramide mit einer Grundfläche von 5,6 Hektar. Er diente vermutlich als religiöses und politisches Zentrum der Stadt mit einem Tempel auf der oberen Plattform; der rekonstruierte Pfahlkreis des Cahokia Woodhenge; sowie der Erdwall Nr. 72, der als Begräbnisstätte diente. Die archäologischen Stätten sind von einem 390 Hektar großen Park umgeben und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
- 7 Butterfly House, 15193 Olive Blvd, Chesterfield (30 km westlich von St. Louis, an der State Route 340) Das Schmetterlingshaus mit 2000 Schmetterlingen, die zu 80 verschiedenen Arten gehören, ist eine Außenstelle des Missouri Botanical Garden.
- 32 Fort Kaskakia, Ellis Grove, Illionois (90 km südöstlich von St. Louis, an der Illinois State Route 3) Überreste einer Redoute und eines Pionierstädtchens aus dem 18. Jahrhundert.
- 33 Deutschheim, Hermann, Missouri (125 km westlich von St. Louis über den I-44 und State Route 100; oder gut 1½ Std. mit der Bahn) Historische Häuser, eine Scheune und ein Weingut deutscher Siedler, erbaut zwischen 1842 und 1869.
- Mark Twain National Forest, in der Nähe von Potosi, Missouri (ca. 125 km südwestlich von St. Louis, an der State Route 8) Über 6000 km² großer Wald und Naturschutzgebiet. Darin gibt es sieben Gebiete (insgesamt 320 km²), die als Totalreservate (wilderness areas) sich selbst überlassen sind. Man kann hier wandern, campen und Wildwasser-Kajak fahren.
- auf der legendären Route 66 in nordöstlicher Richtung nach Springfield (Illinois) (155 km), Bloomington (260 km) und Chicago (480 km); oder in südwestlicher Richtung nach Rolla (170 km), Springfield (Missouri) (345 km) und Joplin (455 km).
- Parallel zur Route 66 fährt viermal täglich der 5 Lincoln Service der Bahngesellschaft Amtrak: man erreicht Alton in 45 Minuten, Springfield (Illinois) in zwei Stunden, Bloomington/Normal in drei Stunden, Joliet in 4½ Stunden, Chicago in 5½ Stunden.
- Der 6 Missouri River Runner der Amtrak fährt zweimal täglich quer durch den Bundesstaat Missouri: Mit ihm kommt man in einer halben Stunde nach 5 Kirkwood , in 1½ Std. nach Hermann, in 2:20 Std. nach Jefferson City, in 3½ Std. nach Sedalia, in 5:40 Std. nach Kansas City.
Aktivitäten
[Bearbeiten]- 3 St. Louis Symphony, Powell Hall, 718 N Grand Blvd (Bus 97 "Delmar @ Grand") klassisches Sinfonieorchester, 1880 gegründet, ist das zweitälteste des Landes nach den New Yorker Philharmonikern.
- 4 Dampferfahrt auf dem Mississippi, 50 S. Leonor K. Sullivan Boulevard (am Gateway Arch). Tel.: +1 (877) 982-1410 einstündige Fahrt mit einem historischen Mississippi-Dampfer mit Erläuterungen des Kapitäns oder eines Nationalpark-Rangers. Geöffnet: März–November: täglich, genaue Abfahrtszeiten variieren. Preis: Vollzahler 20 US-$, Kinder (3–15 J.) 10 US-$.
- 7 Anheuser-Busch sehr lohnenswert ist ein Ausflug zur Brauerei Anheuser-Busch, einer 1852 von zwei deutschen Auswanderern in St. Louis gegründeten Brauerei, deren Konzern Anheuser-Busch-InBev die größte Brauerei der Welt ist und deren Biermarken in den USA – insbesondere „Budweiser“– Marktführer sind.
Einkaufen
[Bearbeiten]- 1 Soulard Farmers Market, 730 Carroll Street ein bereits seit 1779 bestehender Markt mit Agrarprodukten.
- 2 Plaza Frontenac, 1701 S Lindbergh Blvd Einkaufszentrum für gehobene Bedürfnisse mit Luxusmarken.
- 3 Saint Louis Galleria, 1155 St Louis Galleria St seit 1955 bestehendes, riesiges Einkaufszentrum für den täglichen Bedarf; Lebensmittelabteilung und Kinos sind vorhanden.
- Union Station Mall, 1820 Market St Im renovierten ehemaligen Bahnhofskomplex ist heute u.a. eine kleine Shopping Mall untergebracht. 45 Einzelhändler, Serviceanbieter und Schnellrestaurants. Geöffnet: stillgelegt.
Küche
[Bearbeiten]Außer der allgegenwärtigen US-amerikanischen Küche gibt es einige Spezialitäten. Angeboten werden Barbecues im St. Louis-Stil, bei denen den Spareribs die knorpeligen "Rib tips" abgeschnitten werden, um eine rechteckige Form mit mehr Fleisch zu erhalten; die so genannten karamellisierten Enden vom Schweinebauch (englisch: burnt ends and pork steaks) oder die Pizza St. Louis mit dünner Kruste und Provolone-Käse. Weitere regionale Gerichte sind geröstete Ravioli, das St. Paul-Sandwich und die Nachspeise eines butterreichen und deshalb klebrigen Butterkuchens (englisch: gooey butter cake).
- 1 Caruso’s Deli, 1000 Washington Ave (zwischen 10th und 11th St) Sandwich-Bistro mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Nachtleben
[Bearbeiten]Von großer Bedeutung für das Nachtleben sind die vielen Jazz- und Blueskneipen wie das 1 Jazz St. Louis (3536 Washington Ave), 2 BB's Jazz, Blues and Soups (700 S Broadway) oder 3 St. Louis Jazz Club (1500 Renderer Dr).
Das 4 Old Rock House ist benannt nach dem aus 1818 stammenden und nicht mehr existierenden Warenhaus für den Pelzhandel. Heute finden hier Live-Konzerte statt.
Unterkünfte
[Bearbeiten]Der Webseite Booking.com zufolge gibt es in St. Louis 147 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien. Darunter befinden sich:
- Günstig
- Mittel
- 3 Best Western St Louis Kirkwood Route 66 : 1200 South Kirkwood Rd
- 4 Days Inn by Wyndham Downtown St. Louis : 2810 N 9th St
- Gehoben
- 5 Hyatt Regency Saint Louis at The Arch : 315 Chestnur St (910 Zimmer, darunter 62 Suiten)
- 6 The Westin St. Louis : 811 Spruce St (255 Zimmer)
- 7 Horseshoe St. Louis : am 19. Dezember 2007 eröffneter Hotel- und Casino-Komplex.mit 294 Suiten (999 N 2nd St).
- 8 St. Louis Union Station Hotel, 1820 Market St (Downtown) Dieses außergewöhnliche Hotel ist im sehr eindrucksvollen 1894 eröffneten Bahnhofsgebäude von St. Louis untergebracht. Ein Hotel gab es hier schon immer, nach dem Ende des Bahnbetriebes im Jahre 1985 wurde es aber erheblich ausgebaut und gehört seit 2012 zur Hilton-Kette. 539 Zimmer auf 7 Etagen, alle mit Kaffeemaschine und Kühlschrank. Mehrere Hausrestaurants sowie ein Starbuck’s Café. Parken kostenpflichtig. Selbstversorger finden zwei Blocks nordöstlich, unter der Adresse 201 N 17th St (bei Pine St), einen 7-Eleven. Zum Mississippi bzw. zum Gateway Arch ist man zu Fuß eine halbe Stunde unterwegs (größtenteils entlang von Grünanlagen), mit dem Metrolink 7 Minuten. Preis: ab 144 US-$.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Auskünfte erteilen das unterirdisch gebaute 8 Gateway Arch Visitor Center am Gateway Arch und die 9 St. Louis Convention & Visitors Commission (701 Convention Plaza, Suite 300).
Sicherheit
[Bearbeiten]St. Louis hat eine der höchsten Kriminalitätsraten der USA, vor allem was Gewalt- und Tötungsdelikte angeht. Zwar ist die Zahl der Straftaten seit einem Höhepunkt in den 1990er-Jahren kontinuierlich zurückgegangen, sie ist aber immer noch sehr hoch. Von der Kriminalitätsstatistik sollte man aber nicht darauf schließen, dass ein Besuch in der Stadt generell gefährlich wäre.
Die meisten Gewalttaten konzentrieren sich in einem annähernd dreieckigen Gebiet im Norden der Stadt, zwischen Dr. Martin Luther King Drive, Goodfellow Boulevard, West Florissant Avenue und Vandeventer Avenue. Dieses sollte zu jeder Tages- und Nachtzeit gemieden werden; dort gibt es für Touristen aber ohnehin kaum Interessantes.
Downtown, Central West End und Forest Park, wo sich die meisten Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen befinden, sind dagegen als verhältnismäßig sicher einzustufen. Allgemein sind die Stadtteile nördlich des Delmar Boulevard unsicherer, die südlich davon sicherer.
Literatur
[Bearbeiten]- Axel Pinck, DuMont Reise-Handbuch Reiseführer USA, Südstaaten, DuMont-Verlag, 2014, S. 362 ff.; ISBN 978-3770177523.
Weblinks
[Bearbeiten]- greaterstlinc.com (en) – Offizielle Webseite von St. Louis
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Henry Clyde Shetrone, The Mound-Builders, University of Alabama, 2004, S. 340
- ↑ Paul R. Wonning, Colonial American History Stories 1665 - 1753, Mossy Feet Books, 2017, S. 264
- ↑ Frank Cazorla/Rose Baena/David Polo/Marion Reder Gadow, The governor Louis de Unzaga (1717–1793) Pioneer in the Birth of the United States of America, Foundation Malaga, 2019, S. 57–65, ISBN 978-1104820039
- ↑ Elizabeth Raum, Expanding a Nation: Causes and Effects of the Louisiana Purchase, Capstone, 2014, S. 19 f.

