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Neuschwanstein

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Schloss Neuschwanstein 2013.jpg
Schloss Neuschwanstein
RegierungsbezirkSchwaben
Höhe
940 m
Tourist-Info+49 (0)8362 93083-0 (Ticketcenter)
www.neuschwanstein.com
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Lage
Lagekarte von Deutschland
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Neuschwanstein

Das weltberühmte Schloss Ludwigs II. ist eines der bayerischen Königsschlösser. Es liegt im Ammergebirge in der Nähe von Füssen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Erbaut wurde Schloss Neuschwanstein von König Ludwig II. in den Jahren 1869-1880 als "Neue Burg" in Anlehnung an die Architektur der damals soeben wiederaufgebauten Wartburg in Eisenach mit Motiven nach Entwürfen von Bühnenbildern des Münchner Theatermalers Christian Jank.

Nach einer Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) im Mai 2013 und unter 15.000 ausländischen Gästen ist Schloss Neuschwanstein die beliebteste deutsche Sehenswürdigkeit für die internationalen Besucher.

Bei der im Jahre 2007 veranstalteten und im nachhinein umstrittenen Wahl zu den "Neuen sieben Weltwundern" fiel Neuschwanstein noch durch: gegen die bevölkerungsreichen Länder Südamerikas hatte der deutsche Vertreter keine Chance, die UNESCO distanzierte sich von der "privaten Kampagne". Seit Ende 2011 steht Neuschwanstein mit Schloss Linderhof auf der deutschen Vorschlagsliste zur Aufnahme in das UNESCO-Weltkulturerbe, im Jahr 2015 soll dann die sogenannte Tentativliste Deutschlands für das Unesco-Welterbe offiziell fortgeschrieben werden, das ganze zieht sich also noch etwas. Wer nicht solange warten kann, darf sich seit Februar 2012 Neuschwanstein in die Hosentasche stecken: Ludwigs Schloss ziert die Ausgabe der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze für 2012.

Anreise[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte von Bayern
Neuschwanstein
Neuschwanstein
Entfernungen (Straßen-km)
Schwangau2,9 km
Füssen4,6 km
Reutte8,0 km
Schongau38 km
Fernpaß49 km
Kempten51 km
Garmisch61 km
Augsburg103 km
Innsbruck115 km
München128 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächster Großflughafen ist "Franz Josef Strauß" (IATA CodeMUC) nahe München, ca. 156 km entfernt und knapp zwei Stunden Fahrtzeit. Leicht erreichbar ist auch der Flughafen in Innsbruck ca. 106 km entfernt und ebenfalls knapp zwei Stunden Fahrtzeit.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof ist Füssen, die Entfernung nach Hohenschwangau beträgt 4,4 km, weiter mit dem Bus oder mit dem Taxi (Fahrtzeit Taxi etwa 10 Minuten); Direkt am Bahnhof gibt es einen Fahrradverleih (9-18 Uhr), der auch E-Bikes verleiht.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • von Norden:
Auf der A7 (Autobahn Ulm-Kempten-Füssen) bis zum Autobahnende bei Nesselwang-Lachen, dann weiter Richtung Füssen und über die Bundesstraße B17 Richtung Schwangau, am Ortsende rechts Richtung Hohenschwangau.
Oder über die Bundesstrasse 16 von Marktoberdorf;
  • von Süden (aus Österreich):
Über die Bundesstrassen 198 oder 179 nach Reutte, weiter auf der 179 bis Füssen und Hohenschwangau.
  • Parken ist nur im Ort Hohenschwangau möglich, gebührenpflichtig (Automaten).

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Bitte Beachten
Der Transport zu den Schlössern findet nur bei schnee- und eisfreien Witterungsverhältnissen statt. Bei Schnee und Eis geht es unter Umständen nur zu Fuß hinauf. Die Transportunternehmen geben keine Garantie auf das rechtzeitige Erreichen der gebuchten Führung, man sollte immer einen Zeitpuffer vorsehen.
  • Der RVO/ RVA (Regionalverkehr Oberbayern / Allgäu) betreut die Buslinien der Region, www.rvo-bus.de.
  • Linie 73 Füssen - Schwangau - Halblech - Steingaden.
  • Linie 78 Füssen-Hohenschwangau-Schwangau - Tegelbergbahn.

Anstieg zu den Schlössern[Bearbeiten]

  • Gehzeit vom Ticket-Center zum Schloss Neuschwanstein etwa 30 bis 50 Minuten je nach Kondition auf einem Steilen, geteerten Weg. Alternativ kann von Hohenschwangau aus einer der Sommerwege begangen werden, die meist steil, an feuchten Tagen auch nass und überwiegend unbeschildert zum Schloss führen. Ausgangspunkte sind in Hohenschwangau an der Kreuzung beim Cafe Kainz sowie etwa 50 m unterhalb und oberhalb des Ticketcenters.
  • Der landschaftlich reizvollste, aber auch anstrengendste Anstieg führt über die Pöllatschlucht. Der Zugang befindet sich zwischen Hohenschwangau und Tegelbergbahn (beide mit kostenpflichtigen Parkmöglichkeiten) am Ende des Gipsmühlweges. Dort steht die Ruine einer historischen Gipsmühle, die einst den Kalk der Pöllatschlucht verarbeitete. Das denkmalgeschützte Gebäude brannte 1988 aus - die Wasseranlagen sind noch gut erhalten.
  • Für Schloss Hohenschwangau sollte man etwa 20 bis 40 Minuten vorsehen. Der Weg beginnt am Alpsee.
  • Die Pferdekutschen zum Schloss Neuschwanstein starten beim Hotel Müller oberhalb des Ticket-Centers. Die Hinfahrt kostet 6,00 €, die Rückfahrt 3,00 € (08/2011). Mit etwas Kondition ist man zu Fuß schneller als mit der Kutsche.
  • Die Pferdekutschen zum Schloss Hohenschwangau starten vor dem Ticket-Center. Die Hinfahrt kostet 4,00 €, die Rückfahrt 2,00 (08/2011).
  • Bustransfer gibt es nur zum Schloss Neuschwanstein. Abfahrt ab Schlosshotel Lisl zur Marienbrücke. Die Hinfahrt kostet 1,80 €, die Rückfahrt 1,00, Hin- und Rückfahrt 2,60 € (08/2011). Die Gehzeit von der Marienbrücke zum Schloss Neuschwanstein beträgt etwa 15 bis 20 Minuten. Der Weg ist für Gehbehinderte nicht geeignet, weil sehr steil angelegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

oberer Schlosshof, Palas (Wohnbau)

Schloss[Bearbeiten]

Erste Vorarbeitem mit der aufwändigen Einebnung des Geländes begannen 1868, die Grundsteinlegung fand am 5. September 1869 statt, Bauleiter war zunächst Baurat Eduard Riedel (1813–1885).

Das Motiv für die äußere Form von Schloss Neuschwanstein stammte im Schwerpunkt aus den Bühnenbildern des Hoftheatermalers Christian Jank (1833–1888) für die Wagner-Oper Lohengrin und wurde vom Architekten Eduard Riedel ab dem Jahre 1871 im neo-romanischen Baustil umgesetzt, das Schloss gilt als ein herausragendes Beispiel für den seinerzeit modernen Baustil des Historismus, der umfangreich Elemente historischer Baustile zitierte.

Das Schloss entstand dann stilistisch als eine gewollte Synthese der Gralsburg mit Tannhäuser- und Lohengrinschloss nach den Vorstellungen Ludwigs II. Ab 1874 übernahm Georg Dollmann von Riedel die Bauleitung und mit überarbeiteten Plänen, am 29. Januar 1880 war Richtfest. Kennzeichen für die Baustelle waren die ständigen Änderungen und Umplanungen auf Veranlassung Ludwigs, was die Bauleitung oft an den Rand der Verzweiflung und darüber hinaus brachte und auch die Baukosten dramatisch in die Höhe trieb.

Die Arbeitsverhältnisse waren seinerzeit äußerst "innovativ", so wurden die beiden Lastkräne mit Dampfmaschinen angetrieben, die beschäftigten Arbeiter waren alle sozialversichert, damals die absolute Ausnahme.

Die Innenräume des als privates Wohnschloss konzipierten Palasgebäudes sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Diese im Stil verschiedener Epochen aufwändig und verschwenderisch gestalteten Innenräume sind im wesentlichen der Sängersaal im obersten Geschoss mit Wandbemalungen aus dem Parzifal-Thema von A. Spieß, in der Ebene darunter die Privaträume des Königs mit Wohnzimmer und Arbeitszimmer in üppiger Ausstattung und einem äußerst aufwändig gestaltetem Schlafzimmer, und der Thronsaal in byzantinischer Architektur nach Entwürfen von J. Hoffmann. Die technische Ausstattung war "High Tec", es gab Raffinessen wie eine Heißluft-Zentralheizung und eine batteriebetriebene Klingelanlage für die Dienerschaft, Toilettenspülung und einen Speiseaufzug. Das Schloss hatte mehrere Telefonanschlüsse in den oberen Stockwerken, auch wenn für eine der allerersten Telefonanlagen Bayerns damals nur wenige Gesprächspartner zur Verfügung standen.

Torbau[Bearbeiten]

unterer Schlosshof und Torbau

Der Torbau war der erste fertige Bauabschnitt am Schloss, zum 11. Juni 1872 wurde Richtfest gefeiert und Ende 1873 war das Gebäude bezugsfertig. Im 2. Obergeschoss hatte Ludwig II. dann jahrelang bei seinen Besuchen seine Wohnung mit einem direkten Blick auf die Schlossbaustelle. Die Wohnung Ludwigs im Torbau war, im Unterschied zum benachbarten Bau des Palas, vergleichsweise einfach gehalten. Im ersten Obergeschoss des Torbaus befand sich die Bauleitung.

Schlossführungen[Bearbeiten]

Bitte beachten
Beachten Sie bitte die Tournummer und Einlasszeit auf dem Ticket. Zu dieser Zeit müssen sie im jeweiligen Schlosshof sein. Wenn Sie nicht rechtzeitig zum Start der Tour dort sind, verliert das Ticket seine Gültigkeit.

Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer Führung möglich, Dauer etwa 35 Minuten. Die Verteilung der Eintrittskarten auf die Führungen erfolgt nach einem Nummernsystem mit Anzeige, wegen des enormen Andrangs ist nach dem Ticketerwerb mit erheblichen Wartezeiten (Stunden !!) bis zur Führung zu rechnen. Wer sein Ticket online reserviert zahlt 1,80€ Reservierungsgebühr, spart dafür aber unter Umständen viele Stunden Zeit. Zur Reservierung wird eine Kreditkarte benötigt, die Bezahlung erfolgt jedoch erst vor Ort. Achtung! Wenn man sein Ticket nicht rechtzeitig eine Stunde vor der gebuchten Führung abholt, wird der Gesamtbetrag trotzdem von der Kreditkarte abgebucht! Im Winter ist weniger los, dafür muss man unter Umständen zu Fuß gehen. Etwa eine Stunde vor Beginn der Führung werden keine Tickets mehr verkauft, da nicht mehr sicher gestellt ist, dass man die Führung noch erreicht. In solchen Fällen muss man die darauffolgende Führung nehmen. Im Schlosshof werden die Nummern der Führungen an elektronischen Anzeigetafeln angezeigt und man kann sich in die entsprechende Schlange einreihen.

Täglich geöffnet: April-Sept.: 9.00-18.00 Uhr, Kassenöffnung: 8.00-17.00 Uhr.
Okt.- März.: 10.00 - 16.00 Uhr, Kassenöffnung: 9.00 - 15.00 Uhr. Eintrittskarten:Ticketcenter Hohenschwangau. · Erwachsene: 12,- €, Studenten 11,- €, Kinder unter 18 Jahre frei.

Außenbereich[Bearbeiten]

  • Der untere Schlosshof ist frei zugänglich, hier bilden sich die Warteschlangen und stehen die Anzeigetafeln und Absperrungen für die Führungen.
  • Der obere Schlosshof ist zu einem kleinen Teil zugänglich, über eine Treppe vom unteren Schlosshof gelangt man hinauf.
Marienbrücke und Pöllatschlucht

Marienbrücke[Bearbeiten]

Die 90 Meter tiefe Pöllatschlucht wird von der historischen Marienbrücke mit einer Spannweite von über 30 Metern überspannt. Sie ist von der oberen Bus- und Pferdekutschenhaltestelle aus in wenigen Minuten erreichbar, vom Schloß aus zu Fuß in 10-15 Minuten. Die Brücke ist kostenfrei zugänglich, erfordert aufgrund des niedrigen Geländers eine gewisse Schwindelfreiheit und bietet eine wunderbare Blickperspektive auf Schloß Neuschwanstein und in die Pöllatschlucht. Hinter der Brücke geht ein Weg ("nur für Geübte") weiter auf den Tegelberg.

Einkaufen[Bearbeiten]

Eine Vielzahl an Läden am Parkplatz und vor dem Schloss decken den üblichen Touristenbedarf.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft im Königsschloss ist nicht möglich. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist das wenige Gehminuten entfernte Schlossrestaurant Neuschwanstein, das aufgrund der Lage an einer stark begeangenen Fußgängerstaße nur eingeschränkt mit Privat-PKW zugänglich ist. Der nächste Ort ist Hohenschwangau am Fuße des Schloßberges, nächste Stadt ist Füssen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das nächste Krankenhaus befindet sich in Füssen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Schloss Hohenschwangau
  • Schloss Linderhof und Kloster Ettal benachbart im Ammergebirge.
  • Schloss Hohenschwangau, in unmittelbarer Nachbarschaft, wurde von König Maximilian II., als er noch Kronprinz war, als Ruine einer alten Burg gekauft und neu aufgebaut. Der Großteil der Einrichtung stammt aus dieser Zeit. Das Schloss diente der königlichen Familie als Sommerresidenz und war die Kinderstube Ludwigs II.. Es gibt ein Kombi-Ticket für den Besuch beider Schlösser an einem Tag.
  • Die Wieskirche zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegt nur ca. 26km von Hohenschwangau entfernt.
  • Besonders zum Wandern eignet sich der Tegelberg (Bahn), welcher sich 'hinter' dem Schloss befindet, zu Empfehlen ist ein Aufstieg über die Pöllatschlucht, am Schloss vorbei über die Marienbrücke bis zur Bergstation der Tegelbergbahn.
  • Füssen, mit historischem Stadtkern.
  • Forggensee

Literatur[Bearbeiten]

Zum Schloss Neuschwanstein, König Ludwig II. und zu seinen weiteren Schlössern gibt es eine breite Literaturauswahl, folgend nur einige Beispiele:

In den Jahreszeiten
im Sommer
  • Paul Wietzorek: König Ludwig II. von Bayern und seine Schlösser. Imhof, Petersberg, 2011, ISBN 978-3865686831; 64.
  • Ernst Wrba, Michael Kühler: Die Schlösser König Ludwigs II.: Burgen & Schlösser. Stürtz, 2008, ISBN 978-3800318674; 128. ca. 19,95 €. Der prächtige Bildband zeigt die Schlösser und Einblick in das Leben des Märchenkönigs.
  • Peter O. Krückmann: Neuschwanstein (Museumsführer Compact), Taschenbuch. Prestel Verlag, 2000, ISBN 978-3791323725; 60. ca. 6.- €
  • Klaus G. Förg: Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau. Rosenheimer Verlagshaus, 2003 (1. Auflage), ISBN 978-3475534188; 88. ca. 12,95 €

Karten[Bearbeiten]

  • WK 352 Ehrwald-Lermoos-Reutte-Tannheimer Tal 1: 50 000. freytag & berndt, 2011, ISBN 9783850847490. Wander + Freizeitkarte; 7,95 €

Weblinks[Bearbeiten]

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