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Pragser Dolomiten

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Altpragser Tal, Blick nach Süden auf den Kamm der Gaisl

Die Pragser Dolomiten (ital. Dolomiti di Braies) sind eine Untergruppe der Östlichen Dolomiten. Sie liegen überwiegend in Südtirol und zum Teil auch im Belluno in Venetien.

Regionen[Bearbeiten]

Die Gebirgstäler in den Pragser Dolomiten sind das Altpragser Tal, das von Norden her aus dem Hochpustertal zentral in die Pragser Dolomiten führt und das Grünwaldtal mit dem Pragser Wildsee im westlichen Teil der Gebirgsregion.

Orte[Bearbeiten]

Im Gebirge selber gibt es keine Siedlungen. Der namensgebende Ort Prags liegt am Nordrand des Gebirges.

Im nördlichen Hochpustertal:

  • Olang, (Oberolang, Mitterolang, Niederolang und Geiselsberg, 981 bis 2.567 m) Wintersport am Fuße des Skigebietes Kronplatz;

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Naturpark Fanes-Sennes-Prags: der Naturpark ist mit fast 26.000 Hektar Fläche eines der größten geschützten Gebiete Südtirols und umfasst große Anteile an den Gebirgsgruppen der Pragser Dolomiten und aus der Fanesgruppe. Der Naturpark verteilt sich in der Fläche auf die Gemeinden Abtei, Enneberg, Olang, Wengen, Toblach und Prags. Das Naturparkhaus befindet sich in St. Vigil.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Pragser Dolomiten sind der nordwestliche Abschluss der Östlichen Dolomiten. Namensgebend ist der Ort Prags im Norden des Gebirges.

Die Abmessungen von Nord nach Süd betragen rund 11 Kilometer Luftlinie, von Ost nach West ca. 20 Kilometer. Höchster Gipfel ist die Hohe Gaisl (3.146 m).

Umgrenzt werden die Pragser Dolomiten im Norden vom Hochpustertal, im Osten vom Höhlensteintal und im Westen vom Gadertal (auch Abteital). Im Südwesten schließt die Fanesgruppe an.

Entwässert wird das Gebirgszentrum durch den Finster Bach im Grünwaldtal. Er speist und entwässert auch den Pragser Wildsee. Das Altpragser Tal wird vom Stollenbach entwässert. Beide Gebirgsbäche vereinigen sich im Hochpustertal und münden dann in die Drau.

Geologisch handelt es sich bei den Bergen der Pragser Dolomiten, so wie bei den gesamten Östlichen Dolomiten, um Hauptdolomit (Dachsteindolomit). Dessen Verwitterungsformen sind verantwortlich für die markanten klobigen Felsformationen.

Sprache[Bearbeiten]

Der nördliche Teil und die zentralen Gebirgstäler gehören zu Südtirol, hier wird deutsch gesprochen. Im südlichen Teil wird ladinisch gesprochen.

Anreise[Bearbeiten]

Die einfachste Anreise erfolgt aus dem Norden und über das Hochpustertal.

Das Hochpustertal ist von Norden (Deutschland, Raum München) über die Brennerroute (Brennerautobahn A22 mautpflichtig) erreichbar, mit Ausfahrt Brixen/Vahrn (Pustertal) und dann weiter auf der Pustertalstraße (Staatsstraße SS49-E66) bis in das Hochpustertal.

Aus dem Norden ist die Region über die Felbertauernroute und über Lienz in Osttirol (A), (mautfrei, Gebühren für den Felbertauerntunnel) ebenfalls erreichbar.

Nächste Bahnverbindung ist die Bahnlinie Drautalbahn durch das Pustertal und von Franzensfeste nach Lienz (Österreich / Osttirol).

Mobilität[Bearbeiten]

Von Norden her und aus dem Hochpustertal führen Buslinien zentral in das Gebirge bis zum Pragser Wildsee und hinauf bis zur Plätzwiese in 2.000 Metern Höhe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berge[Bearbeiten]

Hohe Gaisl[Bearbeiten]

Mit 3.146 m (46° 38′ 3″ N 12° 8′ 37″ O, ital. Croda Rossa d'Ampezzo) höchster Gipfel im Gebirge. Der Zustieg zur Hohen Gaisl auf dem Normalweg wird verschiedentlich als schwierigster 3000'er der Dolomiten im Normalanstieg gewertet, er beginnt bei der Plätzwiese und wird klettertechnisch mit III bis IV eingestuft.

Die Erstersteigung erfolgte am 20. Juni 1870 durch den Engländer R.Whitwell mit den Führern Santo Siorpaes(1832-1900) und C. Lauener über die Westschlucht, die Ostwand wurde 1883 vom Sextener Führer Michael Innerkofler erstmals bezwungen.

Dürrenstein[Bearbeiten]

Dürrenstein (Gipfel wolkenfrei links der Bildmitte) und Plätzwiese (re.)

Mit 2.839 m (46° 40′ 21″ N 12° 11′ 7″ O, ital. "Picco di Vallandro") gilt der Dürrenstein als einer der besten Aussichtsberge der Region, er ist daher beliebter Wanderberg im Sommer und auch ein häufig besuchter Skitourenberg im Winter.

Der einfachste Wanderzustieg erfolgt von der Plätzwiese (2.000 m) in rund zwei Stunden als eine mittelschwierige Bergwanderung (Wanderweg 40), Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist erforderlich. Im Winter erfolgt die Besteigung auf Skiern ebenfalls von der Plätzwiese aus, der Gipfelhang gilt wegen seiner Neigung, je nach Schneesituation, als lawinengefährdet.

Seekofel[Bearbeiten]

2.810 m (46° 38′ 46″ N 12° 7′ 24″ O), auf der Grenze zwischen Südtirol und Belluno.

Kleine Gaisl[Bearbeiten]

(2.859 m)

Kleiner Roßkopf[Bearbeiten]

Mit 2.594 m der höhere der beiden Roßköpfe.

Großer Rosskopf[Bearbeiten]

(2.559 m)

Herrenstein[Bearbeiten]

(2.447 m).

Plätzwiese[Bearbeiten]

Die Plätzwiese (46° 39′ 12″ N 12° 10′ 47″ O, ital. Prato Piazza) ist ein weitläufiges Hochplateau und liegt auf etwa 2.000 Meter Höhe. Die Plätzwiese ist eine der höchsten bewirtschafteten Almen Europas, beliebtes Wandergelände im Sommer und Ausgangspunkt zur Besteigung der umliegenden Berggipfel. Im Winter gibt es auf der mit einer Fahrstraße zugänglichen Plätzwiese Loipen (längste Höhenloipe in den Dolomiten), Winterwanderwege, geöffnete Berghütten und auch ein Hotel (siehe im Abschnitt Unterkunft).

Das Werk Plätzwiese (46° 38′ 30″ N 12° 11′ 43″ O) liegt am südlichen Abfall der Plätzwiese in Nähe der Dürrnsteinhütte und ist eine militärische Sperre aus der ersten Generation der sogenannten Panzerfortifikationen. Das Fort wurde Ende der 1880er Jahren unter den Österreichern errichtet und diente der Sperrung des Überganges über die Plätzwiese. In Kriegshandlungen war die Anlage im Jahre 1915 verwickelt, 1917 wurde es nochmals nachgerüstet. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gelangte Südtirol an Italien, das Militärbauwerk verlor seine Funktion. Es steht heute unter Denkmalschutz, die erhaltene Bausubstanz wird derzeit gesichert.

Zufahrt Plätzwiese: von Norden aus dem Pustertal und über das Altpragser Tal zum Alpengasthof Brückele (Parkplatz). Von hier führt eine serpentinenreiche Bergstraße bis zur Hochfläche mit einem weiteren Parkplatz in rund 2000 Metern Höhe. Die Zufahrtsstraße ist derzeit (2014) mautfrei, aber bergwärts von 10 bis 15 Uhr gesperrt, es verkehren Shuttle-Busse. Bei Schnee und Eis gilt Kettenpflicht.

Pragser Wildsee[Bearbeiten]

Winterpanorama Pragser Wildsee mit dem Seefkofel im Süden
Spiegelung am Pragser Wildsee
Daten zum Pragser Wildsee:
Fläche: 31 ha
Volumen: 8.215.000 m³
Umfang: ca. 3.5 km
Breite / Länge: ca. 1,2 km / 300-400 m
Tiefe (mittel/max): 17 / 36 m
Höhe ü. NN: 1.496 m
Koordinaten: 46° 41′ 37″ N 12° 5′ 7″ O

Der Pragser Wildsee (ital.: Lago di Braies) ist der größte natürliche Dolomitensee und eine der meistbesuchtesten Attraktionen der Region. Der Bergsee gehört seit dem Jahre 1856 der Familie Hellenstainer, welche auch im Jahre 1899 das bekannnte Hotel errichten lies. Das Hotel am Pragser Wildsee und mit einer hoch attraktiver Lage entwickelte sich damals schnell zum Ziel der aristokratischen Kreisen in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, Gäste waren unter anderen Erzherzog Franz Salvator und auch der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand mitsamt Familie.

Das Alpenidyll war auch schon immer Drehort für Werbespots, fast die kompletten Außenaufnahmen der italienischen Fernsehserie "Un Passo dal Cielo" mit dem Filmheld "Pietro" (Terrence Hill) als Förster wurden am Pragser Wildsee abgedreht.

Die Wasserqualität gilt als sehr gut, zum Baden ist der Pragser Wildsee aber nur etwas für hartgesottene: die Wassertemperatur erreicht im Sommer maximal 14 Grad. Zu- und Abfluss ist der Finsterbach.

Die Seeumrundung in ca. 1,0 bis 1,5 Stunden und mit rund 90 Metern Höhenunterschied ist möglich und kindergeeignet. Im Sommer Ruderbootsverleih. Vor Ort gibt es einen Souvenirladen.

Zufahrt Pragser Wildsee: von Norden aus dem Pustertal und über St. Veit zum Pragser Wildsee. Bei regulären Bedingungen ist die Strecke auch im Winter gut befahrbar, bei Schnee und Eis gilt Kettenpflicht. Gebührenpflichtiger Parkplatz, Haltestelle für den Linienbus.

Toblacher See[Bearbeiten]

Daten zum Toblacher See:
Fläche: 14.3 ha
Volumen: 286.000 m³
Umfang: ca. 4.5 km
Breite / Länge: ca. 400 m / 600 m
Tiefe (max): 3.5 m
Höhe ü. NN: 1.259 m
Koordinaten: 46° 42′ 12″ N 12° 13′ 9″ O

Der Toblacher See (ital.: Lago di Dobbiaco) liegt im Höhlensteintal, das Toblach mit Cortina verbindet und rund 2 Kilometer südlich von Toblach genau an der Grenze zwischen dem Naturpark Sextner Dolomiten und dem Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Zu- und Abfluss ist die Rienz, seine Entstehung verdankt der Bergsee einem Felssturz, der die Rienz aufstaute.

Es gibt im Sommer einen Naturerlebnispfad, Bootsfahren und die Möglichkeiten zum Wandern, im Winter Eisstockschießen, Curling und Eislaufen.

Im Umfeld des Sees gibt es fünf Bunkeranlagen, die unter Mussolini als Teil des sogenannten Alpenwalls enstanden.

Zufahrt Toblacher See: der See liegt im Höhlensteintal und unmittelbar an der Staatsstraße von Toblach im Hochpustertal nach Cortina.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Allgemeine Ausführungen zum Bergwandern und Bergsteigen und zum Verhalten im Gebirge siehe Bergsteigen.

Anstiege auf die Gipfel siehe bei den Bergen vor

Einziger Klettersteig ist der Olangersteig, er führt aus Olang in rund sechs Stunden über 1080 mH als ein mittelschwerer Klettersteig auf den Hochalpenkopf.

Wandern[Bearbeiten]

  • Naturerlebnisweg Toblacher See: ein im Jahre 2000 angelegter Rundwanderweg um den Toblacher See, 11 Stationen mit Informationen über Flora, Fauna und Geomorphologie des Gebietes.

Weitwanderwege[Bearbeiten]

Der Dolomiten Höhenweg 1 startet am Pragser Wildsee und führt über Etappen von 9 bis 13 Tagen und auf einer Streckenlänge von 150 km (Luftlinie 60 km) in das Belluno.

Klettern[Bearbeiten]

Im Winter[Bearbeiten]

Skipisten im Gebirge selber gibt es nicht, die nächsten Skiregionen befinden sich im nördlich anschließenden Hochpustertal

Mit zahlreichen im Winter vereisten Wasserfällen ist das Altpragser Tal ein beliebtes Revier für das anspruchsvolle Eisklettern.

Küche[Bearbeiten]

winterliche Stolla Alm

Im Sommer bewirtschaftete Almen, keine reguläre Unterkunft wenn nicht extra angegeben:

  • 1 Stolla Alm (1.850m) (in Nähe Plätzwiese). .
Einfachster Zustieg vom Gasthof Brückele zur Plätzwiese und in ca. einer guten Stunde, Anfahrt Plätzwiese mit PKW möglich.
  • 2 Ross Alm (2.164 m) (nördlich vom Kleinen Jaufen). . Das neue Almgebäude trägt die Jahreszahl 2012.
Einfachster Zustieg: Vom Gasthof Brückele (ca. 1.50 m Großparkplatz) auf einem Bergsteig in ca. 2.0 h zur Alm.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein Nachtleben im Gebirge gibt es nicht, es empfiehlt sich das Ausweichen in die Orte des nördlich anschließenden Hochpustertals.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkunft im Tal siehe bei den Ortschaften.

  • 3 Gasthof Brückele (Zimmer), Außerprags 4, 39030 Prags (BZ) (zentral im Gebirge in einem Talkessel am Ende des Altpragser Tals auf 1.500 m Höhe). Tel.: +39 0474 748613.

Am Pragser Wildsee:

  • 1 Hotel Pragser Wildsee, St. Veit 2,7 39030 Prags - Hochpustertal (unmittelbar am Pragser Wildsee in 1.496 m Höhe). Tel.: +39 0474 748602. Das denkmalgeschützte Haus eröffnete im Jahre 1899, die Inneneinrichtung im Stil der damaligen Zeit ist erhalten.

Auf der Plätzwiese (ca. 2.000m Höhe):

  • 2 Hotel Hohe Gaisl (Berghotel), Plätzwiese 60, I-39030 Prags Hochpustertal (auf der Plätzwiese in 2.000 m Höhe). Tel.: +39 0474 748606. Wellnesscentrum

Berghütten[Bearbeiten]

  • 3 Seekofelhütte (ital.: Rifugio Biella alla Croda del Becco, 2.327 m, CAI-Sektion Treviso). Tel.: +39 0436 866991 (Berg), 0436 4467 (Tal). Geöffnet: von Mitte Juni bis Ende September.
Ausstattung: 5 Betten, keine Lager;
Einfachster Zustieg: vom Pragser Wildsee über 900 mH und sieben Streckenkilometer in vier Stunden.
Gipfelmöglichkeiten: Seekofel
Ausstattung: 28 Betten, keine Lager;
Einfachster Zustieg: von der Plätzwiese auf einem Fahrweg in rund einer knappen Stunde;
Gipfelmöglichkeiten: Dürrenstein

Klima[Bearbeiten]

Allgemeine Ausführungen siehe im Abschnitt Klima im Artikel zu den Dolomiten.

Die Pragser Dolomiten liegen im Norden der Dolomiten und bereits im Einflussbereich der Nord- und Südströmungen des Alpenhauptkamms (Nordföhn bzw. Südföhn). Die Folge sind, im Vergleich zu den übrigen Dolomiten, längere, kältere und schneereichere Winter und kürzere kühlere Sommermonate. Das nördlich benachbarte Hochpustertal gilt als das Kälteloch Südtirols.

Die Region liegt auch im Südalpenstau der Tieflagen über der Adria und gilt damit im Sommer als regenreich und im Winter als schneesicher.

  • Lawinenwarndienst für Tirol

Literatur[Bearbeiten]

Gebietsführer[Bearbeiten]

  • Franz Hauleitner: Bergwanderungen in den Dolomiten: Sexten, Toblach, Prags: 52 ausgewählte Wanderungen und Spaziergänge in den Sextener, Pragser und Olanger Dolomiten, Drei Zinnen, Helm, Plätzwiese und Kronplatz, Bd. 5. Bergverlag Rother, 2009 (5. Auflage), (Rother Wanderführer), ISBN 978-3763341993. 12.90 €

Karten[Bearbeiten]

  • WK 57 Bruneck-Toblach/Brunico-Dobbiaco 1:50000. Kompass, (Kompass-Wanderkarte), ISBN 978-3-85026-675-8. 9.99 €
  • WK 054 7 Bruneck-Toblach/Brunico-Dobbiaco 1:50000. Kompass, 2011, (Kompass-Wanderkarte), ISBN 978-3850265249. 9.99 €
  • Pustertal, Bruneck und Umgebung: , 1:25000. Tabacco Editrice, 2008, (Wanderkarte Tabacco), ISBN 978-8883150333. 9.90 €

Weblinks[Bearbeiten]

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