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Prag/Josefstadt

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Die Josefstadt (Josefov) ist das ehemals Prager Jüdische Viertel, es liegt im Norden der Altstadt von Prag. In dem ehemaligen Ghetto findet man einige bedeutende Zeugnisse des jüdischen Lebens in der Stadt Prag, erhalten wurden mehrere Synagogen und insbesondere der Alte Jüdische Friedhof.

Alter jüdischer Friedhof, Prag

Hintergrund[Bearbeiten]

Altneu-Synagoge

Josefov (Josefstadt) ist das ehemalige Judenviertel der Stadt. Die jüdische Gemeinde in Prag gilt als eine der ältesten und wichtigsten jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa und ist bereits im 10. Jh. bezeugt. Während der Kreuzzüge kommt es 1096 zu Ausschreitungen gegen die Prager Juden, die als "Mörder des Heilands" bezeichnet werden. Bei der Belagerung der Prager Burg 1142 wurde die älteste Synagoge und Teile des jüdischen Viertels zerstört. Im Mittelalter wurden Juden häufig zwangskonvertiert, in ihren Rechten beschränkt und das Ghetto errichtet. Unter der Herrschaft von Karl IV. und Wenzel IV. zu Ende des 14. Jh. erhielt die jüdische Gemeinde eine gewisse Autonomie. Prag war von der europäischen Pestepedemie von 1348 verschont geblieben, die in Europa üblichen Pogrome gegen die Juden blieben hier aus. Zu Ostern 1389 wurden die Juden der Hostienschändung bezichtigt. Das Ghetto wurde geplündert, der Großteil der jüdischen Bevölkerung getötet und die überlebenden Frauen und Kinder zwangskonvertiert.

1501 bestätigte der Böhmische Landtag die Rechte der Juden. Jüdische Flüchtlinge aus Österreich, Mähren, Deutschland und Spanien siedelten sich in Prag an. Ferdinand I. lässt 1541 und 1557 die Juden aus Prag vertreiben. Die Regierungszeit von Maximilian II. (1564 bis 1576) und Rudolf II. (1576 bis 1612) gilt als das "Goldene Zeitalter" des jüdischen Prag. Den Juden wurde wirtschaftliche Freiheit zugestanden. Der berühmte Rabbi Judah Löw ben Bazalel veröffentlichte zahlreiche philosophische und religiöse Schriften. Weiter bedeutende Persönlichkeiten waren der Astronom David Gans und der wohltätige Gemeindevorsteher Mordechai Maisel. Zu Beginn des 18. Jh. war ein Viertel der Prager Bevölkerung Juden. Das Toleranzedikt von Joseph II. garantierte die Religionsfreiheit. So wurde der Stadtteil nach Joseph II. Josefov (Josefstadt) genannt. 1849 wurde den Juden die bügerlichen Rechte zugestanden, 1852 wurde das Ghetto aufgelöst. In der Folge verließen zahlreiche wohlhabende Juden das Ghetto, und um das Jahr 1900 wurde ein Großteil der alten Häuser abgerissen und ersetzt durch neue Gebäude, ihre Jugendstilfassaden dominieren heute das Bild dieses Stadtteils.

Zeremonienhalle neben Klausen-Synagoge

Die Juden wurden zunehmend in den Nationalitätenstreit zwischen Deutschen und Tschechen verstrickt. Bedeutende Dichter des 20. Jh., wie Franz Kafka, Max Brod und Franz Werfel entstammten der jüdischen Gemeinde.

Beim Einmarsch der deutschen Truppen 1939 lebten ungefähr 55.000 Juden in Prag. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde in den Vernichtungslagern des Dritten Reichs ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten viele tschechische Juden nach Israel aus. Die jüdische Gemeinde in Prag umfasst derzeit ungefähr 1.600 Personen.

Das Stadtviertel lässt sich nicht exakt abgrenzen, die wichtigsten Straßen sind Kaprova, Maiselova, Pařížská, Široká und Dušní.

Anreise[Bearbeiten]

Metro: Linie A 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Staroměstská

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische jüdische Stätten[Bearbeiten]

  • 1 Staronová synagóga (Altneusynagoge), Červená 2.
  • 2 Vysoká synagóga (Hohe Synagoge). . Die Hohe Synagoge gegenüber der Altneusynagoge wird seit ihrer Renovierung 1995 als Bethaus, für Trauungen und Beschneidungen benützt.
  • 3 Klausová synagóga (Klausensynagoge). . Die Klausensynagoge befindet sich am Eingang zum alten jüdischen Friedhof. Der Name leitet sich vom deutschen Wort „Klause“ bzw. vom Lateinischen „claustrum“ ab und bezeichnete drei kleine Gebäude, die Mordechai Maisel, das Oberhaupt der Prager jüdischen Gemeinde anlässlich eines Besuches von Kaiser Maximilian II. im Prager Ghetto 1573 errichten ließ. Nach der Zerstörung dieser Gebäude im Brand von 1689 wurde die heutige Synagoge erbaut. Sie spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte des jüdischen Prag, sie war die größte Synagoge im Ghetto und Sitz der Prager Begräbnisgesellschaft. Heute ist hier eine Ausstellung zum Thema „jüdische Sitten und Traditionen“ untergebracht.
  • 4 Maiselova synagóga (Maisel-Synagoge), Maiselova 10. . Die Maisel-Synagoge wurde in den Jahren 1590 bis 1592 vom Gemeindevorsteher der jüdischen Stadt, Mordechai Maisel errichtet. Architekten waren Josef Wahl und Juda Goldsmied de Herz. Das Gebäude wurde beim Brand des Ghettos 1689 zerstört, in der Folge im Barock-Stil wiederaufgebaut und in den Jahren 1893 bis 1905 im neugotischen Stil umgebaut. Vom ursprünglichen Bau sind nur der Grundriss mit einer dreigeteilten zentralen Halle und dem Obergeschoss für die Frauen erhalten. Die Maisel-Synagoge dient heute als Ausstellungsraum und Lager des Jüdischen Museums. Die Ausstellung behandelt die Geschichte der Juden in Böhmen und Mähren vom 10. bis zum 18. Jh. Im Eingangsbereich sind glossierte frühmittelalterliche Handschriften und tschechische Denare aus dem 10. und 11. Jh. Ausgestellt. In der Mitte des Hauptschiffes befindet sich eine Vitrine mit Silbergegenständen. Zu den wertvollsten Objekten gehört eine 1702 hergestelltes Becken aus der Pinkas-Synagoge. In weiteren Vitrinen sind Faksimiles eines Pergamentcodex aus dem 15. Jh. mit Privilegien, die König Premysl Otakar II. und Kaiser Karl IV. den Juden gewährt haben, Gegenstände, die vom Leben und Werk bedeutender Gelehrter vom 12. bis 18. Jh., wie Rabbi Loew, dem Astronom David Gans und dre ersten jüdischen Schriftstellerin Rebekah Tiktiner, berichten. Zwischen den Pfeilern sind böhmische und mährische Torah-Vorhänge ausgestellt. Die wertvollsten Objekte sind zwei Vorhänge vom Ende des 16. Jh. die von der Familie Perlsticker und von Mordechai Maisel gestiftet wurden. Eine weitere Vitrine behandelt die Person von Mordechai Maisel und die Geschichte der Synagoge. Im nördlichen Seitenschiff sind Gegenstände aus dem Besitz prominenter jüdischer Persönlichkeiten ausgestellt, zum Beispiel ein vergoldeter Silberkelch, der Rabbi Loew gehörte und ein Faksimilie des Privilegs von Jacob Bassevi, der als erster jüdischer Bürger im Habsburgerreich geadelt wurde.
  • 5 Pimlasova synagóga (Pinkassynagoge), Siroká 3. . Die Synagogue wurde 1535 von Aaron Horowitz zwischen seinem Haus und dem alten jüdischen Friedhof errichtet. Bei der Restaurierung nach einem Wassereinbruch 1968 wurde ein überwölbter Raum mit einem alten Brunnen und einem rituellen Bad entdeckt. Seit dem 2. Weltkrieg beherbergt es eine Gedenkstätte für 80.0090 jüdische Opfer des Holocaust aus Böhmen und Mähren.
Spanische Synagoge
  • 6 Spanelská synagóga (Spanische Synagoge), Vězeňská 1. . Die Spanische Synagoge wurde 1868 an der Stelle des ältesten jüdischen Gebetshauses in Prag Altschul im maurischen Stil vom Architekten Vojtech Ignatz Ullmann errichtet. Die Synagoge hat einen quadratischen Grundriss, der Mittelraum ist von einer großen Kuppel überwölbt. Der ganze Raum einschließlich Wänden, Türen und Ballustraden der Galerien ist mit Stuck (Arabesken mit islamischen Motiven) verziert. Innenausstattung und Glasfenster sind das Werk der Architekten A. Baum und B. Munzberg. Der Komponist der tschechischen Nationalhymne Frantisek Skroup war von 1836 bis 1845 Organist der Spanischen Synagoge. In der Synagoge wird heute die Silbersammlung des Jüdischen Museums aufbewahrt. Die ältesten Stücke sind Becher für Begräbnisgesellschaften und Zeremonientassen aus der Zeit um 1600, ein Großteil des Silbers der Synagoge stammt aus dem 1. Drittel des 19. Jh., als die jüdischen Gemeinden die Verluste der napoleonischen Kriege zu ersetzen suchten. Eine ständige Ausstellung im Hauptraum im Erdgeschoss und in der Galerie im Obergeschoss zeigt die Geschichte der Juden in Böhmen und Mähren von der Befreiung bis zu Gegenwart (2.Teil der Ausstellung zur Geschichte der Juden in Böhmen und Mähren in der Maisel-Synagoge). Die Ausstellung im Erdgeschoss behandelt die Zeit vom späten 18. bis zum frühen 20. Jh., die schrittweise Erweiterung der Freiheiten der Juden von den Reformen Joseph's II. bis zur vollständigen politischen Befreiung 1967, die Assimilation in die deutsche und tschechische Kultur, die Entstehung der zionistischen Bewegung und ihre kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Aktivitäten und den jüdischen Beitrag zur industriellen Entwicklung. Die westliche Galerie im Obergeschoss behandelt die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakischen Republik (1918 bis 1938), die nördliche Galerie ist dem Holocaust an böhmischen und mährischen Juden (1939 bis 1945) gewidmet und die südliche Galerie behandelt die Geschichte und den Wiederaufbau des Pragers Ghettos.
  • 7 Stary zidovsky hrbitov (Alter jüdischer Friedhof), Siroká. Typ ist Gruppenbezeichnung. Der alte jüdische Friedhof wurde in der 1.Hälfte des 15.Jh. gegründet. Er ist neben der Altneusynagoge eine der wichtigsten historischen Stätten des jüdischen Prags und gilt als der älteste erhaltene jüdische Friedhof Europas. Der älteste Grabstein kennzeichnet das Grab des 1430 gestorbenen Dichters und Gelehrten Avigdor Karo, Hofdichter von Wenzel IV. Das letzte Begräbnis fand hier 1787 statt. Der Friedhof enthält mehr als 12.000 Grabsteine. Tatsächlich befinden sich hier aber wesentlich mehr Gräber. Da die Gräber nach jüdischem Gesetz nicht aufgelöst werden dürfen, wurden immer wieder neue Lagen von Erde aufgeschüttet. Die bekannteste Persönlichkeit, die auf dem alten jüdischen Friedhof begraben liegt, ist Juddah Loew ben Bazael, bekannt als Rabbi Loew, der mit der Legende vom Golem im Verbindung gebracht wird und 1609 gestorben ist. Andere prominente Personen, die hier beigesetzt wurden, sind der Vorsteher der jüdischen Stadt Mordechai Maisel (gestorben 1601), der Astronom David Gans (gestorben 1613) und der Sammler jüdischer Bücher und Manuskripte David Oppenheim (gestorben 1736).
  • Die 8 Zeremonienhalle Typ ist Gruppenbezeichnung wurde um 1911 im Stil der Romanik erbaut, diente für religiöse Zeremonien. Sie wurde hauptsächlich als Leichenhalle und für Trauerfeierlichkeiten benutzt. Heute ist sie Teil des Jüdischen Museums.

Museen[Bearbeiten]

Jugendstilhaus in Josefov
  • 9 Zidovské muzeum Praha (Jüdisches Museum Prag), U Starého Hrbitova 3a (Metro: Staromestska). Tel.: 222317191. Geöffnet: Apr bis Okt So bis Fr 9 bis 18 Uhr, Nov bis März So bis Fr 9 bis 16.30 Uhr. Preis: Kc 300 bzw. Kc 480.. Zum jüdischen Museum gehören die Maisel-Synagoge, Spanische Synagoge, Pinkas-Synagoge, der alte jüdische Friedhof, die Klausen-Synagoge, die Zeremonienhalle und die Robert-Guttmann-Gallerie (nicht aber die Altneu-Synagoge).
  • 10 Klaster sv. Anezky (Agneskloster), U Milosrdných 17 (Metro A: Staromestská, Metro B: Námestí Republiky). Geöffnet: Di bis So 10 bis 18 Uhr. Preis: Kc 150.. Im 1.Stock des Agnesklosters befindet sich eine Außenstelle der Tschechischen Nationalgalerie mit einer Ausstellung mittelalterlicher Kunst aus der Zeit von 1350 bis 1500. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der tschechischen Kunst von Holztafeln und Plastiken aus der Mitte des 14. Jh. (Meister des Hohenfurter Altars, Meister der Madonna von Michle) und dem weichen Stil des Meisters Theodorich zu den Gemälden des Meisters von Wittingau und des internationalen Stils (St. Veit Madonna, St. Peter aus Slivice, Krumlauer Madonna). Die Kunst des 15. Jh. ist dadurch gekennzeichnet, dass verstärkt Anregungen von außen aufgenommen wurden (Meister des St.Georg-Altars, Meister des Puchner-Bogens, Meister des Altars von Leitmeritz). Böhmischen und mährischen Werken aus dem 15. und Beginn des 16. Jh. werden Werke aus mitteleuropäischen Regionen, mit denen Böhmen enge kulturelle Verbindungen hatte, gegenübergestellt (Gemälde Madonna mit Kind des Meisters IW und Lucas Cranach der Ältere. Hauptwerke des Meisters der Beweinung Christi von Zebrak beweisen die hohe Qualität der Holzschnitzkunst Südböhmens der damaligen Zeit. Die Werke des Meisters IP zeigen den Einfluss der Donauschule und Albrecht Altdorfers.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • 12 Jüdisches Rathaus Typ ist Gruppenbezeichnung. Ein erstes jüdisches Rathaus wurde bereits 1541 urkundlich erwähnt. Das derzeitige Gebäude wurde 1763-1765 anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus errichtet. Von Interesse ist die Uhr in seinem barocken Turm: außer einer normalen Anzeige hat sie auch ein hebräisches Zifferblatt, bei dem die Zeiger rückwärts laufen.
  • 13 Geburtshaus von Franz Kafka Typ ist Gruppenbezeichnung, Maiselova 2

Aktivitäten[Bearbeiten]

Führung durch das Judenviertel mit einem geprüften Stadtführer und Eintritt in die Maisel-Synagoge, die Spanische Synagoge, die Pinkas-Synagoge, den Alten Jüdischen Friedhof, die Jüdische Zeremonienhalle und die Klausen-Synagoge.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Restaurace u staré synagogy

Günstig[Bearbeiten]

  • Valentin, Valentinska 9. Tel.: 260294. Geöffnet: 10 bis 22 Uhr. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Mikulka's Pizzeria, Benediktska 16. Tel.: 2315727. Geöffnet: 11.30 bis 23.30 Uhr. Typ ist Gruppenbezeichnung

Mittel[Bearbeiten]

  • Shalom, Maiselova18. Tel.: 24810929. Geöffnet: So bis Fr 12 bis 16, 18 bis 21 Uhr.. Koscheres Restaurant in der alten jüdischen Stadthalle, schöner Raum mit Holztäfelung und Kristallleuchtern, unbedingt reservieren!
  • U cerveneho kola (Zum Roten Rad), Anezska 2. Tel.: 24811118. Geöffnet: 11 bis 15, 17 bis 23 Uhr.. Elegantes Restaurant beim St.Agnes-Kloster.
  • U Golema (Zum Golem), Maiselova 6. Tel.: 2329165. Geöffnet: Mo bis Fr 11 bis 22 Uhr.. Gemütliches Gasthaus, häufig von Touristen besucht.

Gehoben[Bearbeiten]

  • U stare synagogy (Zur Alten Synagoge), Pariska 17. Tel.: 2318552. Geöffnet: 12 bis 24 Uhr.. Elegantes Restaurant mit traditioneller tschechischer Küche (Svickova und Gulasch).

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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