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Obwalden

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Kanton Obwalden

Der Kanton Obwalden liegt in der Zentralschweiz; da Unterwalden zu einem der drei Gründungskantone der Eidgenossenschaft zählt, ist auch von der Urschweiz die Rede. Als "Halbkanton" hat Obwalden nur einen Nationalrat in der grossen und nur einen Ständerat (anstelle der üblichen zwei) in der kleinen Kammer des Parlaments; zusammen mit dem Geschwister - Halbkanton Nidwalden ist gemeinsam von Unterwalden die Rede.

Der Kanton Obwalden umfasst in etwa das Einzugsgebiet der Sarner Aa bis zu deren Mündung in den Alpnachersee, dieser ist nur durch eine Engstelle vom südwestlichen Ausläufer des Vierwaldstättersees getrennt. Im Norden verläuft die Grenze zum Kanton Luzern auf den Kämmen der Emmentaler Alpen, dahinter liegt das Entlebuch. Im Süden bildet das Tal des Brünigpasses die Grenze zum Kanton Bern. Im Osten grenzt Obwalden an den anderen Halbkanton Nidwalden, die Gemeinde Engelberg ist vom übrigen Kantonsgebiet durch Nidwaldner Gebiet abgetrennt und bildet eine Exklave, eingeklemmt zwischen Gebiet von Nidwalden und Uri.

Der Kanton Obwalden ist geprägt von den Gegensätzen zwischen Bergland, den Unterwaldner Voralpen, und der Ebene der Sarner Aa mit gleich mehreren Seen.

Regionen[Bearbeiten]

  • Hauptgebiet des Kantons im Tal der Sarner Aa und das Seitental Melchtal
  • Exklave mit dem Gebiet der Gemeinde Engelberg
Karte von Obwalden

Orte[Bearbeiten]

Sarnen, Dorfplatz

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Niklaus Von Flüe
Brünigbahn 1895
Landsgemeinde in Sarnen 1987

Im Gebiet von Unterwalden fanden sich erste Siedlungsspuren und Grabstätten aus der Bronzezeit, die Region war ab dem 3. Jhdt. von Kelten und später Römern besiedelt, ab wanderten Alemannen ein und liessen sich vor allem in den Talgründen um die Seen nieder. Die gallorömischen Bewohner hielten sich auf den Höhen am Pilatus, am Sachsler Berg und dem Melchtal. Im 11. Jhdt. wurde die Burg auf dem Landenberg errichtet, die Herren von Lenzburg und die Zähringer, aber auch die Klöster St. Leodegar und Beromünster bauten ihren Einfluss aus, unterstützten aber auch Rodung und Urbarmachung des Landes.

Da die Bewohner von Sarnen Friedrich II. unterstützt hatten und sich gegen Rudolf von Habsburg aufgelehnt hatten, wurden sie gemeinsam mit denen von Schwyz 1247 durch einen päpstliche nErlas exkommuniziert. Die Habsburger übertrugen ihre Lehen in der Region an ihre Gefolgsleute. 1309 erhielt die Talgemeinde durch die Freiheitsbriefe König Heinrich VII die Reichunmittelbarkeit und 1315 schlossen sich die lantlüte und eidgenoze von Unterwalden in einem Bündnis mit Uri und Schwyz zusammen und gehörten so zu den Urkantonen der Eidgenossenschaft. Die Landschaft befreite sich zunehmend von den Einflüssen der Habsburger, Grossbauern gelangten an die Spitze von Korporationen und sechs Kirchgenossengemeinden wurden gegründet; ab 1373 wurde an der Landsgemeinder der Landamman im offenen Handmehr gewählt.

Die Obwaldner, die im Gebiet "ob dem (Kern)Wald" lebten, beanspruchten in politischen Belangen stets zwei Drittel der Entscheidungen und stellte in zwei von drei Jahren den Vertreter an der eidgenössischen Tagsatzung, der Versammlung der eidgenössischen Regierung. Zu Beginn des 15. Jhdt. dehnte Obwalden gemeinsam mit den Urnern den Einfluss entlang der Achsen von Brünigpass - Grimselpass - Griespass und Gotthardpass nach Süden aus und brachten die Leventina bis Bellinzona und das Val d'Ossola südlich der Alpen unter ihre Kontrolle. Nach einem Friedensvertrag mit Mailand 1426 vermochten die Obwaldner ihre Stellung zu festigen.

Mit der Einführung der Reformation in Zürich sprachen sich die Obwaldner in der Badener Disputation klar zum Verbleib beim alten Glauben aus und der Katholizismus prägt den Kanton wie auch die übrige Zentralschweiz bis heute. Der Kanton blieb lange landwirtschaftlich geprägt, Säumer transportierten (Sbrinz-)Käse und Vieh nach Norditalien und brachten Getreide und Wein auf dem Rückweg mit, sie transportierten auch Salz ins Simmental, eine kurze Zeit lang wurde Erz abgebaut. Bedeutung hatte auch das Söldnerwesen, Obwaldner dienten vor allem in Truppen katholischer Herren und brachten den Offiziersfamilien eine gesellschaftliche hohe Stellung und Reichtum.

Der Eremit Bruder Niklaus von Flüe in Ranft wurde bereits zu Lebzeiten fast als Heiliger verehrt und gilt heute als Pandespatron der Schweiz, an seinem Grab wurde eine heute noch oft besuchte Kapelle errichtet. 1615 wurde das Benediktinerinnenkloster St. Andreas von Engelberg nach Sarnen verlegt; wegen der restaurativen Politik Nidwaldens schloss sich das Kloster Engelberg im Jahr 1815 an Obwalden an und bildete fortan eine Exklave im Kantonsgebiet.

1798 wurde die französische Revolution auch auf die Schweiz übertragen und unter französischer Besetzung die Helvetische Republik errichtet, Obwalden gelangte in den kurzlebigen Kanton Waldstätte. Mit der Mediationsakte von 1803 wurde das "Ancien Régime" und somit auch der Kanton wiederhergestellt, Obwalden musste aber auf seinen Zweidrittelsvorteil gegenüber Nidwalden verzichten. 1814 erhielt Obwalden die ersten Kantonsverfassung, die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Nationalstaat 1848 wurde von Obwalden mit grosser Mehrheit abgelehnt und die Neuerungen nur widerwillig eingeführt. Die Landsgemeinde blieb auch nach Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1972 bis zur Abschaffung 1998 die oberste Legislative.

Obwalden blieb agrarisch geprägt und hatte im Vergleich zur übrigen Eidgenossenschaft nur ein geringes Bevölkerungswachstum; in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. entwickelte sich in Engelberg der Tourismus, mit dem Bau der Bahnen über den Brünig (1888), auf den Pilatus (1889) und das Stanserhorn (1893) und 1898 der Bahn nach Engelberg hat der Fremdenverkehr stark an Bedeutung gewonnen. In Engelberg, Melchsee-Frutt und Lungern wurden Skiliftanlagen errichtet und bildeten die Grundlage zum Wintertourismus.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache in Obwalden ist Deutsch, gesprochen wird mit Obwaldnerdyytsch ein von Fremden nicht immer einfach zu verstehender höchstallemannischer Dialekt.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Strasse[Bearbeiten]

Von der Gotthard - Autobahn A2 wird das Sarnertal über die Abzweigung Symbol: AS Hergiswil-Süd / Verzweigung Lopper erreicht; der Loppertunnel unterquert die Felsnase des Lopper, um den sich die Hauptstrasse H4 am Seeufer herumwinden musste, direkt und die Strasse erreicht als Autobahn A8 Alpnachstad am Alpnachsee und führt weiter nach Sarnen. Am Sarnersee endet die Autobahn und die Route wird als Brünigstrasse H8 über den Brünigpass geführt. Der Ausbau zu einer Autobahnverbindung ist projektiert.

Kantonsstrassen führen ins Melchtal und über Stans im Kanton Nidwalden nach Engelberg.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit der 1886/88 erbauten Brünigbahn über den Brünigpass ist der Kanton mit Luzern und Brienz im Berner Oberland verbunden; 2004 wurde die einzige Schmalspur- und Zahnradbahnstrecke der SBB an die Zentralbahn verkauft. In Luzern steigt man vom Normalspurnetz der SBB auf die meterspurige Brünigbahn um; über Lungern erreicht man Meiringen im Haslital, die Strecke führt nach Fahrtrichtungswechsel dann weiter, bis in Interlaken Ost wieder ein Anschluss ans SBB - Normalspurnetz besteht.

Die Luzern-Stans-Engelbergbahn führt ebenfalls von Luzern nach Hergiswil und zweigt dort dann aber ab, um über Stans nach Engelberg zu gelangen. Auch diese meterspurige Zahnradbahn ist 2005 in die Zentralbahn eingegangen.

Mobilität[Bearbeiten]

Neben den beschriebenen Eisenbahnverbindungen verbinden die gelben Postautos auch die kleineren Orte mit den Umsteigebahnhöfen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ranftkapelle, Sachseln
Kirche St.Theodul Sachseln
Landenberg, Schützenhaus
  • 1 Obere Ranftkapelle, Klause : In Flüeli-Ranft lebte 1417 - 1487 Niklaus von Flüe, der als Bauer, Ratsherr und Offizier im Alten Zürichkrieg sich zum Einsiedlerdasein entschied. Auf einer Pilgerreise hatte er im Windental oberhalb von Liestal BL eine Vision, kehrte zurück und baute in der nahen Ranftschlucht eine EInsiedlerklause. Dort lebte er bis zu seinem Tode und war als Beter, aber auch als gottesfürchtiger Ratgeber in der Umgebung und Politik geachtet und wurde zum Landespatron der Schweiz, seit der Heiligsprechung im Jahre 1947 wird die Stätte seines Wirkens und die Grabstätte in Flüeli-Ranft weiterhin von Pilgern besucht.
  • die 2 Pfarrkirche St. Theodul in Sachseln mit der Grabkapelle von Niklaus von Flüe
  • das 3 Zeug- und Schützenhaus Landenberg in Sarnen, hier wurde auch die Landsgemeinde von Obwalden abgehalten.
  • der sogenannte 4 Hexenturm in Sarnen, der als Archivturm genutzt wurde.

In Engelberg[Bearbeiten]

Kloster Engelberg
  • das 5 Kloster Engelberg
  • das 6 Herrenhaus Grafenort und die Kapelle

Aktivitäten[Bearbeiten]

Pilatusbahn, Talstation
  • Ausflug mit der 1 Pilatusbad von Alpnachstad auf den Pilatus
  • Fahrt von Stans aus mit der 2 Stanserhornbahn aufs 7 Stanserhorn , dies liegt zwar auf der Grneze zwischen Nidwalden und Obwalden, der Blick auf den Kanton ist den Ausflug wert.
  • Ausflug von Engelberg auf den 8 Titlis (3062 m ü.M.), an der Grenze zum Kanton Uri

Küche[Bearbeiten]

  • Bätziwasser ist ein klarer Schnaps aus gedörrten Apfelschnitzen mit einem Alkoholgehalt von 40 % vol., der vor allem im Kanton Obwalden hergestellt und konsumiert wird.
  • Der Sbrinz ist ein Hartkäse, der mit zu den ältesten Käsesorten Europas zählt. Er wird nach traditioneller Methode in Handarbeit in Kupferkesseln in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden hergestellt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Nachtschwärmer finden um Luzern das beste Angebot.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Im Kanton herrscht ein voralpines - alpines Klima; ist es an den Seen oft mild, muss in den Höhen zwischen Oktober und April mit Wintereinbrüchen gerechnet werden und entsprechende Winterausrüstung ist im Auto mitzuführen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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