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Neustrelitz

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Neustrelitz
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Neustrelitz ist eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist die ehemalige Residenz des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz.

Hintergrund[Bearbeiten]

Als slawische Siedlung, wahrscheinlich stammt der Name von der slawischen Bedeutung "Ort der Bogenschützen" her, existierte Strelitz bereits im 13. Jhdt. Um 1278 wurde das Dorf urkundlich erwähnt, 1349 erhielt der Ort das Stadtrecht. Das alte Strelitz war im Mittelalter selbständige Landstadt und nach der Aufteilung Hauptstadt des Teilherzogtums Mecklenburg-Strelitz, wo als erster Herzog Adolf Friedrich II. regierte.

Nach dem Brand des alten Strelitzer Residenzschlosses im Jahre 1712 wurde unter Adolf Friedrich III. aus Platzgründen am Ort des Jagdschlosses Glienecke das neue herzogliche Residenzschloss 1726/31 im Barockstil erbaut und daran anstossend Neu-Strelitz als neue Residenzstadt gegründet. Alt-Strelitz verlor zunehmend an Bedeutung und wurde im Nachgang der Weltwirtschaftskrise stark überschuldet im Jahre 1931 in Neustrelitz eingemeindet.

Schloss Neustrelitz (um 1900)
Modell Schloss Neustrelitz

Im 18. Jhdt. wurde die Stadt Neustrelitz in Gehdistanz zum herzoglichen Residenzschloss als barocke Planstadt neu erbaut. Von dem runden zentralen Marktplatz gehen acht Strassen, jeweils im 45-Grad-Winkel ab, die heute noch (vor allem auch aus Luftsicht) das Stadtbild prägen. Das Residenzschloss wurde 1755 unter Adolf Friedrich IV. zu einem dreiflügligen Barockschloss im Stil von Schloss Versailles erweitert. Durch Brandstiftung wurde das Residenzschloss am 29./30.4.1945 weitgehend zerstört, die Bestände des im Schloss eingerichteten Mecklenburg-Strelitzschen Landesmuseums teilweise geplündert, die Steine teils als Material für Neubauten genutzt und die Ruinen des Schlosses 1949/50 gesprengt und abgetragen. Der Schlosspark und die klassizistischen Baudenkmäler, u.a. der Hebe-(Luisen-)Tempel, blieben erhalten.

In Stadtgebiet von Strelitz lebte eine verhältnismässig grosse jüdische Gemeinschaft, der jüdische Bevölkerungsanteil von Oll Mochum ging von knapp 25 % um 1800 auf 100 Personen zurück, im Jahre 1914 wurde der Sitz der jüdischen Landesgemeinden nach Neubrandenburg verlegt und in den Novemberprogromen 1938 die Synagoge zerstört, nur der jüdische Friedhof blieb erhalten.

Strelitzia reginae

Die Blume Strelitzie hat tatsächlich etwas mit (Neu-)Strelitz zu tun: der Schotte Francis Masson, ausgesandt vom britischen Hof um exotische Pflazen aus aller Welt nach London zu bringen, sandte 1773 eine unbekannte Pflanze nach London, welche zu Ehren der Königin Charlotte Strelitzia reginae genannt wurde. Eine Staude gelangte nach Neu-Strelitz in die herzogliche Orangerie und gelangte dort 1822 zum ersten Mal zur Blüte. Im Jahre 1995 wurde die Strelitze zur Stadtblume von Neustrelitz erklärt, im Schlossgarten wurde 2008 eine Edelstahlskulptur der Strelitzie aufgestellt.

Karte von Neustrelitz

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Rostock (IATA CodeRLG), Berlin-Tegel (IATA CodeTXL) und Berlin-Schönefeld (IATA CodeSXF).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Neustrelitz Hbf

Von Berlin erreicht man den 1 Bahnhof Neustrelitz mit dem RE 5 stündlich in etwa 1 h 15 min. Das Angebot des RE 5 wird ebenfalls stündlich von Stralsund über Neubrandenburg angeboten, zweistündlich von Rostock über Güstrow.

Von Hamburg erreicht man Neustrelitz alle zwei Stunden mit einem Umstieg in Hagenow Land über die landschaftlich schöne Strecke Hagenow-Neustrelitz oder mit zwei Umstiegen über Bützow und Güstrow.

Direkte Fernzugangebote bestehen mit einem ICE-Paar Rostock-Berlin-Halle-Nürnberg-München. In den Sommermonaten verkehrt ein EC direkt aus Prag über Dresden und Berlin in die Residenzstadt.

Neustrelitz ist das südliche Tor zur Seenplatte. Von hier aus kann man mit den Regionalzügen die Kleinseenplatte mit den Städten Wesenberg und Mirow erreichen, oder auch die großen Seen um Waren, Malchow und Plau.

Als Tariftipp: Das Berlin-Brandenburg-Ticket für Nahverkehrszüge gilt auch noch im mecklenburgischen Neustrelitz, der VBB Tarif aber nicht.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Neustrelitz wird von Fernbussen angefahren (u.a. Flixbus mit Verbindungen nach Berlin, Greifswald oder Leipzig). Der 2 Fernbushalt Neustrelitz befindet sich am Bahnhofsvorplatz, der hier Rudi-Arndt-Platz heisst.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Aus dem Süden bietet sich ab dem Berliner Ring (A10) die Fahrt ab dem Oranienburger Kreuz über die Allee-Chaussee B96 über Löwenberg, Gransee und Fürstenberg an. Allerdings ist in den Sommermonaten an Feiertagen und Wochenden mit dichtem Verkehr zu rechnen.

Aus dem Westen und Rostock gelangt man am besten ab der Ausfahrt Symbol: AS Röbel der Autobahn A19 über die B198 durch Vipperow, Mirow und Wesenberg nach Neustrelitz.

Aus dem Nordosten gelangt man über die A20 ab Neubrandenburg über die B96 in die Residenzstadt, aus dem Osten besteht hierüber noch die Möglichkeit durch Woldegk über die B 198.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Der Zierker See, an dem Neustrelitz liegt, wird zwar von Booten befahren, es gibt aber keine zur Anreise geeignete Personenschifffahrtslinie.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Neustrelitz liegt am Mecklenburgischen Seen-Radweg und der Eiszeitroute. Nur wenige Kilometer außerhalb des Orts verläuft der Radfernweg Ostsee–Oberbayern bzw. Radfernweg Berlin–Kopenhagen (auch als D-Route 11 und EuroVelo 7 ausgewiesen), von denen sich daher ein Abstecher nach Neustrelitz anbietet. Von Wesenberg sind es über den Mecklenburgischen Seen-Radweg 18 km, von Mirow 43 km, von Waren/Müritz 86 km, von Neubrandenburg 67 km. Von Berlin und Rostock sind es über den Radfernweg jeweils gut 200 km nach Neustrelitz.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Durch Neustrelitz führt der mit dem Muschelsymbol der Jakobswege markierte Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte. Die Etappe von Wesenberg nach Neustrelitz ist ca. 22 km lang, von Prillwitz sind es 14,5 km, von Neubrandenburg ca. 43 km.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz mit Stadtkirche
Hebe-Tempel im Schlosspark
Stadthafen Neustrelitz
Altstrelitzer Wasserturm
  • 1 Marktplatz - Der Platz mit nachts beleuchteten Wasserspielen ist das Herz der Residenzstadt.
Mit den umgebenden Gebäuden, 2 Rathaus Rathaus in der Enzyklopädie Wikipedia Rathaus im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRathaus (Q1342758) in der Datenbank Wikidata und Stadtkirche, macht er den Hauptteil des Barockensembles der Residenzstadt aus.
  • 3 Stadtkirche Neustrelitz Stadtkirche Neustrelitz in der Enzyklopädie Wikipedia Stadtkirche Neustrelitz im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStadtkirche Neustrelitz (Q1295265) in der Datenbank Wikidata mit Aussichtsplattform. Aus 45 m Höhe hat man einen Rundblick über die Stadt bis hin zum Zierker See. Die Stadtkirche wurde 1768/78 errichtet, der Kirchturm erst 1831 vollendet.
  • der 4 Schlosspark Schlosspark in der Enzyklopädie Wikipedia Schlosspark im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchlosspark (Q21043632) in der Datenbank Wikidata mit dem klassizistischen 5 Hebetempel Hebetempel in der Enzyklopädie Wikipedia Hebetempel im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsHebetempel (Q21683592) in der Datenbank Wikidata und dem 6 Luisentempel Luisentempel in der Enzyklopädie Wikipedia Luisentempel im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsLuisentempel (Q20921685) in der Datenbank Wikidata; die neogotische 7 Schlosskirche Schlosskirche in der Enzyklopädie Wikipedia Schlosskirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchlosskirche (Q1325389) in der Datenbank Wikidata wurde 1855/59 unter Friedrich Wilhelm Buttel errichtet und beherbergt heute eine Sammlung plastischer Kunst. In der ebenfalls von F. Buttel errichteten Orangerie ist heute ein Restaurant untergebracht. Der Marstall mit den Stallungen wurde ebenfalls nach Plänen von F. Buttel erbaut und blieb ebenfalls erhalten.
  • das 8 Landestheater Neustrelitz
  • der 9 Tiergarten liegt östlich des Schlossparks
  • an der Strelitzer Strasse steht die ebenfalls nach Plänen von F. Buttel erbaute 10 ehemalige Kaserne mit der Reithalle.
  • in den Strassen rund um den Marktplatz stehen zahlreiche klassizistische und Jugendstil - Gebäude.
  • am Glambecker See liegt das Gebäude des 1795 gegründeten 11 Gymnasium Carolinum, heute noch mit 1100 Schülern eines der grössten Gymnasien Mecklenburg-Vorpommerns.
  • der 12 Stadthafen mit den Speichern
  • Weiße Brücke am Ufer des Zierker Sees

Aktivitäten[Bearbeiten]

Baden am Glambecker See
  • Stadtrundfahrt mit dem Strelitztrolli
  • Besuch des Neustrelitzer Tiergartens
  • Baden am 13 Glambecker See

Einkaufen[Bearbeiten]

Die meisten Ladengeschäfte finden sich in der Strelitzer Strasse, die teilweise verkehrsbefreit ist und vom zentralen Marktplatz nach Südosten (grob Richtung Bahnhof) führt.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Ein 1 Wohnmobilstellplatz wurde in der Nähe des Stadthafens eingerichtet

Lernen[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Im Serrahner Buchenurwald
  • Müritz-Nationalpark, mit 322 km² größter auf dem Festland gelegener Nationalpark Deutschlands und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes, beginnt wenige Kilometer westlich von Neustrelitz. Erwähnenswert ist unter anderem der urwaldähnliche Serrahner Buchenwald (Gemeinde Carpin, 10 km östlich von Neustrelitz).
  • Wesenberg, Altstadt mit Kirche und Burg, 15 km südwestlich
  • Penzlin, 19 km nördlich, mit Burg und Kirche
  • Ankershagen, 20 km nordwestlich (bzw. 9 km westlich von Penzlin), Heinrich-Schliemann-Museum und Dorfkirche
  • Burg Stargard, 27 km nordöstlich, Stadt und Höhenburg
  • Schloss und Park Hohenzieritz mit Königin-Louisen-Gedenkstätte (13 km nördlich von Neustrelitz)
  • in Domjüch am Domjüch-See steht das Gebäude der ehemaligen 14 Landesirrenanstalt Domjüch, die psychiatrische Klinik kam im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde zu trauriger Berühmtheit und wurde später teilweise von Einheiten der Roten Armee genutzt.
  • Neubrandenburg, 30 km nordöstlich, größte Stadt der Region und ehemalige Bezirkshauptstadt; kreisrunder historischer Stadtkern, der von gut erhaltener mittelalterlicher Stadtbefestigung mit vier intakten backsteingotischen Toren umgeben ist.
  • Müritz, Deutschlands größter See, sein Ostufer liegt 27 km westlich von Neustrelitz (mit dem Auto mindestens 35 km, weil der Nationalpark umfahren werden muss)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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