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Mittelwihr

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Mittelweier
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Wappen

Mittelwihr ist ein Winzerdorf im französischen Elsass, Departement Haut-Rhin, und Mitglied des Gemeindeverbundes Pays de Ribeauvillé et Riquewihr. Mittelwihr liegt im 3. Abschnitt der Elsässischen Weinstraße (Terre et Vins au Pays de Colmar). Das Dorf liegt zwischen Bennwihr und Beblenheim und ist wie diese von Weinbergen umgeben.

Mittelwihr ist eine Ville fleurie, eine "blumengeschmückte Stadt" und trägt im Concours des villes et villages fleuris ("Wettbewerb der blumengeschmückten Städte und Ortschaften") 2 von 4 Rosen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Einiges zur Geschichte[Bearbeiten]

Das Musée Unterlinden in Colmar birgt ein Fundstück, das in Mittelwihr ausgegraben wurde: ein Bruchstück eines Jupiter gewidmeten römischen Altars. Das belegt, dass schon zu römischer Zeit in Mittelwihr Menschen gelebt haben. Mehrere elsässische und lothringische Abteien (Ebersmunster, Saint-Dié-des-Vosges, Murbach, Pairis) besaßen im Mittelalter Besitztümer in Mittelwihr. Vom 13. Jahrhundert bis Dezember 1944 besaß der Ort ein Schloss, das ursprünglich den Herren von Reflingen (ehem. elsässische Adelsfamilie) gehörte und nach mehreren Besitzerwechseln in Staatseigentum überging. Im Dezember 1944 wurde Mittelwihr fast vollständig zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.

Das Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: (Quelle: Wappenbuch der Gemeinden in Haut-Rhin von 1981)

D'argent au lion rampant de gueules.
"In silbernem Schilde ein nach rechts gewendeter, steigender, rotbewehrter, roter Löwe."

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Straßburg (IATA CodeSXB, 64 km) und Basel-Mulhouse (IATA CodeBSL, MLH, EAP, 72 km).

Der Flugplatz Colmar-Houssen (7 km entfernt) erlaubt das Landen kleiner Privatflugzeuge.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Einen Bahnhof hat der Ort nicht. Der nächstliegende Bahnhof mit TGV-Halt ist in Colmar.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein Bus der Linie 106 verbindet den Ort 3x tgl. in 16 Min. mit Colmar und in 18 Min. mit Ribeauvillé.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Auto erfolgt

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Mittelwihr

Der Ort ist wie viele andere der Region von Weinbergen umgeben. Die Ortslage ist leicht nach Südost abfallend geneigt. Der touristisch interessante Ortskern hat eine Ausdehnung von nur etwa 200 m in jeder Himmelsrichtung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Mittelwihr
Blick auf das Dorf

Aufgrund der Zerstörungen im Dezember 1944, bei denen nur wenige Häuser verschont blieben, so wie die unteren Teile des mittelalterlichen Kirchturms und einige Bogengänge der Kirche aus dem 19. Jahrhundert, sind die schönen Fachwerkhäuser früherer Jahrhunderte nicht mehr erhalten, sofern sie nicht originalgetreu wieder aufgebaut wurden.

Zentraler Platz des Ortes ist der Place du Général de Gaulle. Hier stehen

  • 1 - Das Rathaus, erbaut im Jahre 1960, trägt auf dem Giebel einen metallenen Löwen, das Wappentier des Ortes. Ein als "Herren"- oder "Ratsstube" bezeichnetes Haus hatte das Dorf bereits im Jahre 1530, das ab der Französischen Revolution als Rathaus diente.
  • 2 - Einer der Zeugen der Vorkriegszeit ist die Skulptur des Löwen, dem im Zweiten Weltkrieg - damals noch Teil eines Totendenkmals in der Nähe der Mehrkonfessionskirche - von einer Granate der Unterkiefer weggeschossen wurde.
  • Der runde Springbrunnen vor dem Rathaus wird von einem bronzenen Seepferdchen geschmückt, das um 1960 gefertigt wurde.
  • 3 - Maison Bott-Greiner: Im großräumigen Keller dieses Hauses waren in Dezember 1944 rund 200 Personen für zwei Wochen untergebracht. An der Hausfassade in der Rue de l'École entdeckt man eine holzgeschnitzte Fensterumrahmung mit Kragstücken. An der hofseitigen Fassade erinnert eine Gedenktafel an den Gründer der elsässischen Winzergenossenschaft, Friedrich Paul Greiner (1871-1927).
  • 4 - Im Keller des Hauses Preiss-Henny, den es heute noch gibt, waren im Dezember 1944 fast 300 Personen untergebracht. An der Kellereingangstür befindet sich ein Wappen mit etlichen alten, beschädigten Wappenschilden.
Einiges aus der Geschichte der Familie, gefunden auf der Website des Hauses:
Die Geschichte der Familie begann, ursprünglich in Riquewihr, im Jahre 1480 mit der Geburt von Hans Brus, ein Martin Preiss wurde 1550 geboren, und 1574 erfolgte der erste Eintrag eines Familienmitglieds als Winzer in einem Verzeichnis, wiewohl schon 1535 der Weinbaus betrieben wurde. Die Familie wohnte im Schloss Mittelwihr, das 1944 zerstört wurde. Der Betrieb ist immer noch im Familienbesitz. Hubert Preiss (* 1946) heiratete 1969 Chantal Beyer, Tochter der bekannten Eguisheimer Winzerfamilie Léon Beyer.
  • 5 - Die Kirchen: Schon im Jahre 1046 hatte das Dorf eine Kirche, die im 15. Jahrhundert durch eine Wehrkirche ersetzt wurde. Ab 1534 diente sie im Zuge der Reformation den Protestanten, ab 1688 beiden Konfessionen. 1866 wurde die Kirche abgerissen und durch eine neue ersetzt, wobei jedoch der Glockenturm erhalten blieb. Beim Wiederaufbau entdeckte man das Bruckstück eines römischen Altars und Grabplatten, ein Hinweis darauf, dass hier schon zu Römerzeiten eine Stätte der Religion gewesen war. Die Zerstörungen im Dezember 1944 "überlebten" nur die unteren Teile des gotischen Glockenturms und die Bogengänge des Kirchenschiffes. 1960 beschloss man den Bau von zwei Kirchen, je eine für jede Konfession. Die unteren Teile des Glockenturms dienen heute als Totenkapelle.
  • 6 - Im Keller der 1936-37 erbauten Schule waren im Dezember 1944 rund 100 Dorfbewohner und nach Kriegsende im wenig beschädigten Gebäude die deutschen Gefangenen untergebracht. Die Gefangenen waren zur Minenräumung des Ortes und zum Aufräumen der Straßen und in Bauernhöfen eingesetzt. 1954 wurde das Gebäude nach den Originalplänen wieder restauriert.
  • 7 - Beim Bouxhof wurden römische Münzen gefunden, ein weiterer Hinweis auf die Anwesenheit von Römern. Seit 1168 gehörte der heute im Privatbesitz befindliche Hof der Zisterzienserabtei von Kloster Pairis. Schon damals war das Gut ein bedeutender Wirtschaftsbetrieb mit 50 bis 80 ha Landbesitz. 1474 wurde auf dem Gut eine Kapelle errichtet. 1525 - es tobte gerade der Deutsche Bauernkrieg in Süddeutschland - fielen 200 bis 300 Bauern aus benachbarten Dörfern über das Gut her, vertrieben die kirchlichen Angestellten und Mönche, bedienten sich des vorhandenen Weins und verwüsteten alles. Die Französische Revolution bewirkte den Verkauf des Gutes an Privatleute. Ab Dezember 1944 diente das Gut, leicht beschädigt, den Alliierten bis Februar 1945 als militärischer Vorposten. Gut Bouxhof ist heute noch ein Weinbaubetrieb und hat das Siegel eines Monument Historique.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Zwischen Mittelwihr und dem Nachbarort Beblenheim befindet sich eine Anhöhe, der Mandelberg (Colline des Amandiers), die schon seit Generationen für seine exzellente Weinlage bekannt ist. Seine Lage im Nordosten von Mittelwihr schützt den Ort vor den kalten Winden aus dieser Richtung. Die Qualität des Terroirs (Kalkböden, Granit und Tonkalk-Megel) war schon den Römern bekannt, Mandelbäume und Rebstöcke wurden schon vor deren erstem Erscheinen gepflanzt. Vor 1964, als das Kataster überarbeitet wurde, hatte jede Parzelle auf dem 20,85 ha umfassenden Hügel einen eigenen Namen, seitdem heißt er nur noch Mandelberg, so wie sein bekanntes Weinprodukt, der Grand Cru Mandelberg, ausgebaut hauptsächlich aus Trauben des Gewürztraminers. Ein Schauspiel besonderer Art ist die Mandelblüte im Frühjahr.

Einkaufen[Bearbeiten]

Eine Einkaufsmöglichkeit für Güter des täglichen Bedarfs gibt es nicht oder kaum, alles bekommt man in den größeren benachbarten Orten, in Ribeauvillé, Colmar oder Sélestat.

Küche[Bearbeiten]

Es gibt viele Winstubs, die neben Wein auch kleine, regionale Speisen anbieten. Restaurants findet man in einigen Nachbargemeinden.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Zwei Hotels findet man auf der Website der Tourist Information:

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Notrufnummern[Bearbeiten]

Siehe Notrufnummern in Frankreich

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt in die anderen sehr schönen Dörfer des Gemeindeverbands, in die Vogesen und nach Colmar.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  • Broschüre der Tourist-Information (auch in deutsch)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Eine offizielle Webseite ist nicht bekannt. Bitte auf Wikidata nachtragen.
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