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Beblenheim

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Beblenheim
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Beblenheim ist eine Stadt im französischen Elsass und Mitglied des Verbandes der Pays de Ribeauvillé et Riquewihr. Die Stadt liegt an der Elsässischen Weinstraße.

Hintergrund[Bearbeiten]

Beblenheim hat eine lange Geschichte: Schon in vorgeschichtlicher und gallo-römischer Zeit war das Ortsgebiet besiedelt, wie Tonscherben bezeugen. Seit dem Mittelalter waren die Geschicke des Ortes mit denen des nur 1 km westlich gelegenen Lehnsgutes von Riquewihr verbunden, dem der Ort unterstand. Wie das gesamte Elsass war der Ort im Laufe der Geschichte Spielball der Nationen. 1635, im 30-jährigen Krieg, wurde der Ort von den Lothringern belagert, geplündert, die Bewohner wurden misshandelt und als Geiseln genommen und die Häuser zerstört. Obwohl der Krieg 1648 beendet war, zeigte der Ort noch 20 Jahre danach ein Bild der Trostlosigkeit, sieben Jahre lang war der Ort unbewohnt. 1945 wurde der Ort endgültig französisch.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Beblenheim

Blasonierung:

D'azur à l'agneau pascal d'argent, portant une hampe croisetée d'or en barre de laquelle pend une bannière aussi d'argent chargée d'une croix de gueules.
("Auf Blau ein silbernes Osterlamm, eine goldene Fahnenstange mit einem Kreuz tragend, an dem eine ebenso silberne Fahne mit einem [elsässischen] Kreuz hängt.")

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Flughäfen, auch für den Tourismus, sind

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Auto erfolgt

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der nächstliegende Bahnhof mit TGV-Halt ist in Colmar.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein Bus der Linie 106 verbindet den Ort alle 3 Stunden mit Colmar und mit Ribeauvillé

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Beblenheim

Der Ort ist rundum von Weinbergen umgeben und ist stolz auf seine Grand-Cru-Lagen des "Sonnenglanz". Er hat eine Ausdehnung von nur wenigen hundert Metern in jeder Richtung. Allerdings sind die Hauptstraßen innerorts keine Fußgängerzonen. Größere Steigungen gibt es auch nicht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Beblenheim
Mairie
  • 1 - Der Sandsteinmonolith auf dem Vorplatz der Kirche erinnert an Chrétien Oberlin (1831-1916), der zwischen 1870 bis 1902 Bürgermeister des Ortes und der bedeutendste Pionier des Elsässer Weinbaus. Er gründete in Colmar das Weinbauinstitut und entwickelte als genialer Ampelograf eine Methode, die Weinreben entlang eines Drahtes zu führen, was heute weltweit Anwendung findet.
  • 2 Église St-Sébastien - Die protestantische Kirche Saint-Sébastian wurde zwischen 1864 und 1866 als Ersatz für eine zum Sultaneum gewordene Kirche aus der Zeit Ludwigs XIV. gebaut. Hinter der Kirche schmücken neun Grabsteine von wohlhabenden Bürgern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert eine Mauer.
  • 3 - Das Haus des Historikers Christian Pfister (1857-1933), in dem er seine Kindheit erlebte. In dieser Zeit wurde er geprägt von Jean Macé, wurde Universitätsdozent an der Ècole Normale und ab 1904 an der Sorbonne. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er Dekan der literarischen Fakultät der Uni Straßburg und 1927 Rektor der Akademie Straßburg, bevor er sich 74-jährig 1931 in dieses Haus zurückzog, wo er zwei Jahre später starb.
  • 4 - Die katholische St.-Martin-Kirche wurde von 1864-1866 auf einem ehemaligen Friedhof errichtet. Mit dem gleichzeigen Bau der protestantischen Kirche war damit die Zeit de Simultaneums beendet.
  • 5 - Zwischen 1838 und 1840 wurde das Rathaus errichtet. Hier wurde Pfister geboren. In der 1. Etage des Hauses ist die Büchersammlung von Jean Macé.
  • 6 - In der Rue Scheurer-Kestner sind an den Fachwerken die Küfer- und Wagnersymbole sowie die Initialen der Hausbesitzer zu bewundern.
  • 7 - Der schlanke Brunnen Saint-Nicolas steht unter Denkmalschutz und ist aus gelbem Sandstein in gotischem Stil gebaut. Geschmückt mit Blumenverzierungen, Zinnen und Darstellungen der Hl. Antonius, Nikolaus und Johannes (leider während der französischen Revolution verunstaltet) ist er ein besonders schönes Beispiel für die Brunnen in in den hiesigen Weindörfern.
  • 8 - Das beeindruckende Haus 4 rue des Raisins wurde 1569 erbaut. Auf dem Türsturz des Torvorbaus ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und Glück zu erkennen, eine so genannte "Swastika". Das Fachwerk des Holzbalkons ist Form von "kurulischen Stühlen" ausgeführt. Jünger ist das schmiedeeiserne Schild mit dem Brauer-Logo, einem Stern.
  • 9 - 5 rue des Chevaliers: Im Keller des Gebäudes mit der eingravierten Jahreszahl 1673 soll der Zahnt gelagert worden sein. Zu beachten ist auch eine reich geschnitzte Zierleiste auf dem Torvorbau mit einem Küferzeichen.
  • 10 - Rue Jean Macé: Das Haus Nr. 26 aus dem Jahre 1551 trägt ein Winzerzeichen, das Haus Nr. 25, ein vollkommen gemauertes Herrenhaus aus 1791, trägt die Initialen MG und MV. Ein alter Brunnen weiter rechts, an der Ecke zur rue des Vosges, ist ein Relikt der zahlreichen Wasserstellen zur Versorgung des früheren Dorfes.
  • 11 - 37 rue Jean Macé: 1623 wurde dieses Haus erbaut mit sehr schön mit Schnitzereien verzierten Eckpfosten für Mathias Vogel, einen herrschaftlichen Lehnsintendant von Schoppenwihr. Das ist zu lesen auf einer Inschrift auf dem Türsturz, von der Straße allerdings nicht zu sehen.
  • 12 - Der Misspfad gegenüber dem Haus Nr. 37 und neben dem Haus Nr. 33 folgt dem Weg eines Bachbettes, dessen Wasser früher das Dorf mit Wasser versorgte. Man folgt dem Weg in Richtung rue Stutz und trifft auf ein kleines Fachwerkhaus, das den Dorfbewohnern vermutlich als Pulvermagazin diente.
  • 13 - Rue Stutz: Frau Stutz vermachte im Jahre 1863 der Gemeinde ihr Vermögen mit der Auflage, es für soziale Zwecke zu nutzen. Die rue Stutz bildet die östliche Grenze des alten Dorfes.
  • 14 - 7 rue de la Grande Cave: Die Straße "des großen Kellers" hat nicht zu Unrecht ihren Namen von diesem haus: Die weitläufigen Kellerräume von 228 qm dienten den Beblenheimern im letzten Weltkrieg als Unterschlupf. Das Haus wurde im 19. Jahrhundert mit den Steinen der Burg Zellenberg erbaut und 1926 vom Besitzer der Gaststätte L'Agneau Blanc (gegenüber der evangelischen Kirche) dieses Haus von einem Winzer, um darin seinen Weinkeller unterzubringen und den Munsterkäse reifen zu lassen, was noch heute dort so durchgeführt wird.
  • 15 - Das Haus Nr. 25 war das von Chrétien Oberlin, der es 1866 erbauen ließ. Das kleine, links daneben stehende Haus hatte er für seine Bediensteten errichten lassen.
  • 16 - Auch das Haus 15 rue de Hoen mit seiner auffallenden Giebelwand zur Straße hin wurde nach Plänen Chrétiens errichtet. Das Winzerhaus von 1901 mit seinen weiß gestrichenen Fensterumrahmungen aus Sandstein.
  • 17 - Das gegenüber dem vorgenannten liegende Anwesen beherbergt heute eine Winzergenossenschaft. Diese früher als Dinghof genutzte Burg aus dem 15. Jahrhundert war von 1605 bis 1938 im Besitz der Familie Hoen de Dillenbourg und wurde dann an einen Weinhändler verkauft, der es 1952 an die Winzergenossenschaft de Ortes überschrieb. Von der Burg ist ein Wohngebäude und ein aufgestockter Verteidigungsturm mit Fenstern übrig geblieben, er steht an der Rückseite des Gebäudes. Außerdem sind erwähnenswert: Im gemauerten Erdgeschoss: die Markierung eines Steinmetzes auf seinem Werkstück zur Festsetzung seins Lohns am Fenster rechts von der Tür; die Jahreszahl 1461 in römischen Ziffern; ein teilweise beschädigtes Wappen auf der Gebäudeeckverzahnung; auf der Gebäuderückseite ein Feldschlangen-Schießscharte.
  • 18 - Das "kleine Schloss" war eine in den 1840ern gegründete Jungmädchen-Pension. Hier lehrte auch Jean Macé von 1852 bis 1872, bevor er nach Monthiers "floh", weil er die deutsche Staatsangehörigkeit nicht annehmen wollte. Seine Asche wurde 1946 nach Beblenheim überführt und unter seinem Denkmal beigesetzt.
  • 19 - Das Jean-Macé-Denkmal am westlichen Ortseingang ist aus schwarzem Marmor und enthält Bronzeskulpturen des Künstlers A. David. Das mittige Medaillon trägt die Büste von Macé, zur Linken sieht man Macé, umgeben von seinen Schülerinnen im Petit Château, zur Rechten überreicht Macé der Nationalversammlung am 19. Junin 1871 in Versailles die Unterschriften der Bittsteller für ein kostenloses , konfessionsloses und vorgeschriebenen Schulsystems. Eingraviert sind außerdem die Titel der wichtigsten Werke von Macé.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Von Mitte Juli bis Mitte September führt ein Winzer auf dem Weinlehrpfad der Grands Crus durch die Weinberge. Anschließend gibt es eine Kellerbesichtigung mit Weinprobe.
  • Im Sommer gibt es Besichtigungen im Zusammenhang mit dem Leben Macés.
  • Im Tourismusbüro gibt es einen Führer für Wanderungen auf dem Weinbaupfad der Grands Crus.

Einkaufen[Bearbeiten]

Güter des täglichen Bedarfs gibt es in einem kleinen Proxi-Markt, alles andere, natürlich außer Wein, bekommt man in den größeren benachbarten Orten.

Küche[Bearbeiten]

Außer den unten genannten Restaurants gibt es noch eine große Zahl von Winstubs, die neben Wein auch kleine, regionale Speisen anbieten.

  • 1 Auberge à l'Agneau Blanc, 3 rue de Hoen, 68980 Beblenheim. Tel.: +33 (0)3 89 47 91 92, Fax: +33 (0)3 89 47 93 28, E-Mail: . Komplett renoviertes Restaurant mit sichtbaren Balken. Speisekarte je nach Saison, Kinderspeisenkarte. Terrasse im Innenhof mit Grill. Spezialitäten: In Thymiansaft geräuchertes Lammfilet, Zanderfilet mit Riesling, gebratene Stopfleber. Geöffnet: Ganzjährig geöffnet, mittwochs Ruhetag, mittags: 11:45 h bis 13:45 h, abends: 18:30 h bis 21 h. Preis: Preise: à la carte: max. 25 €, Menüs bis 64 €. Akzeptierte Zahlungsarten: Zahlungsmittel: EC- und Kreditkarten, Schecks, Essensgutscheine, Feriengutscheine, Barzahlung, Restaurant-Tickets.
  • 2 Restaurant au Bouc Bleu, 2 rue du 5 décembre, 68980 Beblenheim. Tel.: +33 (0)3 89 47 88 21. Geöffnet: Geö.: freitags bis dienstags, mittwochs und donnerstags geschlossen, ebenso an Sonntagabenden im Winter. Telefonische Reservierung empfohlen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Chambres La Bergerie, 8 rue de la Grande Cave, 68980 Beblenheim. Tel.: +33 (0)3 89 49 01 33, Fax: +33 (0)3 89 47 94 80, E-Mail: . Familienhotel, Sommergarten mit Grillgerät. Besondere Angebote während der Nebensaison. Hausgemachte Marmelade. Fahrräder stehen den Kunden zur Verfügung. Geöffnet: Ganzjährig. Preis: EZ max. 60 €, DZ 60 € bis 70 €, 3-BZ + 4-BZ max. 100 €, Frühstücksbuffet 8 €. Akzeptierte Zahlungsarten: EC- und Kreditkarten, Schecks, Diner's Club, Barzahlung.

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt in die anderen sehr schönen Dörfer des Gemeindeverbands, in die Vogesen und nach Colmar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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