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Zellenberg

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Zellenberg
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Wappen

Zellenberg ist ein kleines Winzerdorf im französischen Elsass und Mitglied des Verbandes der Pays de Ribeauvillé et Riquewihr. Das Dorf liegt im 3. Abschnitt der Elsässischen Weinstraße (Terre et Vins au Pays de Colmar) und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Riquewihr und Hunawihr. Die Winzer verfügen im Gemeindegebiet des Ortes über eine bestockte Rebläche von 15 ha. Der Wein ist der Grand Cru Froehn.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt malerisch auf einem Hügel in strategischer Lage über der Elsässer Rheinischen Tiefebene. Es ist rundum von Weinbergen umgeben. Der fast rechteckige historische Dorfkern wird von zwei parallel verlaufenden Straßen durchzogen, der Rue de la Fontaine und der Rue du Schlossberg.

Einiges zur Geschichte[Bearbeiten]

Das Gelände, auf dem heute Zellenberg steht, war schon im Jahre 564 von den Alemannen besetzt. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde das Dorf als Celeberch ("Berg der Klosterzelle") erwähnt. Im 10. Jahrhundert erbauten die Mönche des Klosters Luxeuil hier eine Kapelle. Im Jahre 1252 erhielt der Ort eine Befestigungsmauer im Zuge des Umbaus eines Gutshofes zu einer Burg am Südende und höchsten Punkt der Ortschaft. Hier war ursprünglich auch die Mönchszelle eines Eremiten, die dem Ort seinen Namen gab. An jeder der vier Ecken des rechteckig angelegten Dorfes stand ein Turm, von den zwei, der Nordost- und der Südostturm, bis heute erhalten geblieben sind. Zwei weitere Türme lagen im Westen, von denen schon 1640 auf den Stichen von Matthäus Merian nichts mehr zu sehen ist.

Von der Mauer und der Burg ist heute nichts mehr erhalten. Ende des 18. Jahrhunderts war die Burg unbewohnbar geworden. Man verkaufte sie an einen Ziegeleibesitzer aus Ribeauvillé, der die Steine als Baumaterial weiterverkaufte.

Das Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: (Quelle: Wappenbuch der Gemeinden in Haut-Rhin von 1981)

D'argent à l'écusson d'azur chargé d'un mont de trois coupeaux d'or accompagné de trois merlettes de sable
Prosaübersetzung (nicht exakt heraldisch): "Auf Silber ein blaues Schild mit einem Berg aus drei goldenen Hügeln, begleitet von drei kleinen schwarzen Amseln"

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Straßburg Website dieser Einrichtung Flughafen Straßburg in der Enzyklopädie Wikipedia Flughafen Straßburg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFlughafen Straßburg (Q1165367) in der Datenbank Wikidata (IATA: SXB) , 63 km, und EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg Website dieser Einrichtung EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg in der Enzyklopädie Wikipedia EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsEuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (Q156971) in der Datenbank Wikidata (IATA: BSL, MLH, EAP) , 76 km.

Der Flugplatz Colmar-Houssen (11 km entfernt) erlaubt das Landen kleiner Privatflugzeuge.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Auto erfolgt

  • von Norden und Süden über die A35 Autoroute Alsacienne, N 83, Symbol: AS 22 Ostheim, dann über die D 3 in die Ortsmitte von Ostheim, weiter über die D 416 Richtung Ribeauvillé, nach Ortsende links ab auf die D 3 (Rue d'Ostheim) Richtung Bebblenheim, in den Weinbergen rechts ab direkt nach Zellenberg.
  • von Westen aus dem Landesinneren (Sainte-Marie-aux-Mines) über die N 59 bis Lièpvre und D 481 zur Departementsgrenze, dann auf der jetzt heißenden D 42 und die D 1bis über Ribeauvillé nach Zellenberg.
  • von Osten: Der nächste Rheinübergang nach Deutschland ist bei Marckolsheim (27 km)

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Einen Bahnhof hat der Ort nicht. Der nächstliegende Bahnhof mit TGV-Halt ist in Sélestat.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein Bus der Linie 106 verbindet den Ort alle 3 Stunden mit Beblenheim oder Ribeauvillé. Eine Busverbindung nach Sélestat gibt es nicht, man fährt mit der gleichen Buslinie nach Colmar und dann mit dem Zug nach Selestat.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Zellenberg

Der Ort ist wie viele andere der Region von Weinbergen umgeben. Die Ortslage ist zweigeteilt: Es gibt die Altstadt, in der die beschriebenen Sehenswürdigkeit zu finden sind, und ein neueres Wohngebiet im Norden und Nordosten des Stadtkerns. Die beiden Hauptstraßen Rue du Schlossberg und Rue de la Fontaine haben von Schlossberg bis zur Kirche im Norden von etwa 15 m auf etwa 350 m.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Saint-Ulrich[Bearbeiten]

Bilder der Kirche Saint-Hippolyte
Altarraum

Ein möglicher Spaziergang durch den Ort kann an der Kirche, resp. auf dem Kirchplatz beginnen: (Die Nummern in Klammern geben die Bildnummer in der nebenstehenden Galerie "Kirche Saint-Ulrich" an.)

  • 1 Église - Kirche Saint-Ulrich: Der Ort hatte schon mal eine Kirche auf dem Gelände des heutigen Friedhofs, also weit außerhalb des Ortes. Diese Kirche wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg aufgegeben. 1760 erbaute man die heutige Pfarrkirche etwa außerhalb der befestigten Stadtmauer. Sie steht auf dem aufgeschütteten Stadtgraben. Der achteckige Kirchturm birgt den Chor der Kirche. (2) Im Inneren steht eine mehrfarbige, hölzerne Pieta aus dem 15. Jahrhundert. Drei Gemälde aus dem Ende des 18. Jahrhunderts schmücken den Altar. (1) Die Kirchenfenster sind aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1842.

Straßen und Bauwerke[Bearbeiten]

Die Nummern in Klammen geben an, an welcher Stelle das entsprechende Bild in der Galerie "Bilder aus Zellenberg" steht.

Bilder aus Zellenberg
Merian-Stich (1640): Blick von Westen. Man sieht angedeutet rechts die Dörfer Colmar (A), Hausen (D) (vielleicht Riquewihr?), Mittelwihr (E) und Bennwihr (F), oben Breysach (B) vor den Bergen des Brysgaw (Breisgau) (G).

Bei einer Besichtigung des Ortes sollte man auf die vielen Zunftzeichen, Erbauungsjahre und Initialen des Hausbesitzers achten, die meist am Türsturz des Hauseingangs oder im Zenit von Torbögen zu sehen sind, auf die hier aber nicht im einzelnen eingegangen wird. Es bedeuten: Ein Hammer, mit zwei Zwingen gekreuzt: der Küfer (Böttcher); der Kaufmann zeigt eine 4 stellvertretend für die 4 Segel eines Waren transportierenden Schiffes; der Winzer hat ein Rebmesser (Cerpette) als Zunftzeichen; ein Stern ist das Zeichen des vereidigten "Weinschmeckers", eines Vermittlers zwischen Winzern und Weinhändlern oder Konsumenten.

  • 2 Puits à balancier - Brunnen, evtl. früher mit einem Schwengel ausgestattet. Er soll 9 m tief gewesen sein und jederzeit 6 m Wassersäule gehabt haben.
  • Der Brunnen steht vor dem Haus der Madame Tichkewa: Dieses Haus wurde im Jahre 1785 als erstes außerhalb der Stadtbefestigung gebaut. Die Inschrift auf dem Giebel weist einen Perückenmacher François Antoine Muller als Bauherrn aus, der mit seiner russischen Gattin Eudokia Anna Tichkewa aus Moskau zurückgekehrt war, wo er mit seinem Handwerk wohl zu einigem Reichtum gekommen war, da im französischen Elsass Perücken aus der Mode gekommen waren. Nach der Französischen Revolution wurde Muller der erste Bürgermeister des Dorfes. (Auf dem Nr. 4 das linke weiße Haus mit der Inschrifttafel am Giebel)
  • 3 Christuskreuz - Die Christusfigur am Kreuz wurde 1508 aus Holz geschnitzt. Künstler war vermutlich Paul Windecker aus Sélestat. Die Passionsfigur wurde mehrfach restauriert. (3)
  • 4 Tour d'angle Nord-Est - Nordöstlicher Eckturm von 1315 mit Storchennest (5)
  • 5 11 rue du Schlossberg - 11 rue du Schlossberg, Das Wachsthaus aus dem Jahr 1722 diente zur Überwachung des Ortseingangs. Das Türmchen mit einer Glocke aus dem Jahr 1445 stand ursprünglich auf dem Stadttor, das hier zwischen dem nordöstlichen Eckturm und dem Wachthaus die Rue du Schlossberg überspannte. Die Glocke diente Alarmzwecken , aber auch zur Bekanntmachung von wichtigen Anlässen wie Versteigerungen, Hochzeiten, Wahlen etc.
  • 6 10 rue du Schlossberg - 10 rue du Schlossberg: Hier war von 1490 bis 1791 die Bürgerstube untergebracht und die Schulmeisterwohnung mit einem Klassenzimmer. Heute ist hier die Herberge Au Nid de Cigogne ("Zum Storchennest").
  • 7 14 rue du Schlossberg - 14 rue du Schlossberg: Backhaus, eines der ältesten Häuser der Stadt. Hier wurde von 1490 bis 1694 Brot und Kuchen gebacken, so auch der berühmte Baeckaoffa. (6)
  • 8 Fontaine - Der aus Sandstein gemauerte Brunnen stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist somit der älteste des Dorfes. Die eingravierte Jahreszahl 1876 zeigt das Jahr einer Renovierung an. Die kleine Statue zeigt ein Kind mit Weintrauben. (7)
  • 9 Mairie - Dieses Gebäude hat eine vielfältige Benutzung erfahren: Als einziges auf der Stadtmauer errichtet, war es ab 1490 Krankenhaus, im 17. Jahrhundert Pfarrhaus, ab 1791 ein Winzerhaus, ab 1912 erneut Pfarrhaus und seit 1994 Rathaus und Pfarrhaus. Hinter dem äußeren Treppenabgang befindet sich ein geräumiger Keller mit Gewölbedecke. (10)
Gegenüber dem Rathaus (Haus-Nr. 25) steht ein Gebäude, das von 1635 bis 1757 als Wirtshaus für die Dorfbewohner diente und dann ein Winzerbetrieb wurde. Typisch ist der Baustil für nicht besonders betuchte Bürger: Gemauerter Keller mit Erdgeschoss, darauf eine Fachwerketage mit großen Andreaskreuzen für die Wohnräume. Große Voluten und Masken schmücken die geschnitzten Eckpfeiler.
  • 10 27 rue du Schlossberg - Der Fenstersturz des Hauses 27 rue du Schlossberg trägt die Initialen von Hans Schaller (HS), rechts davon sieht mann das Wappenbvon Zellenberg mit den drei kleinen Amseln und das Zunftzeichen des Schallers ("Ausrufer").
  • 11 24-28 rue du Schlossberg - Dieses Anwesen von 24 bis 28 rue du Schlossberg diente bis 1791 als Abgabenhof.
  • 12 32 rue du Schlossberg - Das ganz aus Stein im Jahre 1580 (siehe Fenstersturz im EG) erbaute Haus muss einem reichen Winzer gehört haben, da es komplett aus Stein gebaut ist. Der Vogt von Zellenberg, Claus Debus, ließ es im Jahre 1621 umbauen und verewigte seine Initialen und sein Wappen mit sogar drei Zunftzeichen (Händler, Winzer und Weinkommissionär) in den Türsturz des Eingangstors. 1742 ließ es der Böttcher Mathias Ruhlmann umbauen. Seine Initiaöen und sein Zunftzeichen sieht man in einer kleinen Zierleiste in der Hausfassade.
  • 13 Fontaine - Place du 19 décembre 1944: Zwei Wochen nach der Befreiung und Besetzung des Dorfes durch die Amerikaner wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht bombardiert, wobei hier auf dem Platz ein Phosphormunitionslager getroffen wurde und sieben Häuser in Schutt und Asche gelegt wurden. Der Brunnen ist aus dem 19. Jahrhundert. (8)
  • 14 Tour d'angle Sud-Est - Südöstlicher Eckturm mit (leerem) Storchennest. Der Turm ist einer der beiden einzigen erhaltenen Türme der Befestigungsanlage. Es ist der Geburtsort des Freiheitskämpfers François-René Roeckel (1909-1944), der in Mont Valérien erschossen wurde. (9)
  • 15 Schlossberg - Hier, am Ende der Rue du Schlossberg, stand einst am höchsten Punkt des Ortes die Burg. Die Burg mit ihrem quadratischen Grundriss und den vier alles überragenden Türmen lag außerhalb der Stadtmauern und war der Sitz der Vogtei für die Orte Zellenberg, Bennwihr, Wihr-en-Plaine und Houssen. Die Burg war der sicherste Ort in Zellenberg und nur über eine ZUgbrücke mit einem Tor zu betreten. Sie verfiel ab 1782, wurde nicht mehr restauriert und zur Errichtung anderer Gebäude ausgeschlachtet.
  • 16 63 rue de la Fontaine - Im Haus 63 rue de la Fontaine waren von 1635 bis 1757 die Pferde der Gemeinde untergebracht.
  • 17 69 rue de la Fontaine - 69 rue de la Fontaine: Haus des Vogteischreibers ab 1653. Bei einer Restaurierung hat man im Türsturz eine Waage eingraviert als Zeichen der Rechtsprechung.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Der Ort eignet hervorragend sich als Startpunkt für Ausflüge nach Straßburg, Sélestat, Haut-Koenigsbourg und in die anderen Orte des Gemeindeverbunds.
  • Von Mitte Juli bis Mitte September werden Spaziergänge auf dem Weinbaupfad der Grands Crus mit anschließender Kellerbesichtigung und Dégustation ("Verkostung") angeboten, die von einem französisch sprechenden Winzer begleitet werden.
  • Ohne Führung kann man während des ganzen Jahres den Spaziergang machen, ein Faltblatt hierzu ist im Tourismusbüro erhältlich.
  • Einige Wanderwege sind ausgeschildert.

Einkaufen[Bearbeiten]

Eine Einkaufsmöglichkeit für Güter des täglichen Bedarfs gibt es nicht oder kaum, alles bekommt man in den größeren benachbarten Orten, hauptsächlich im nahe gelegenen Sélestat.

Küche[Bearbeiten]

In einem typischen elsässischen Weinort wie diesem gibt es viele Winstubs, die neben Wein auch kleine, regionale Speisen anbieten. Restaurants findet man auch, aber auch in den Nachbargemeinden.
Hier eine Auswahl von ortsansässigen Restaurants:

Gehoben[Bearbeiten]

  • 3 Restaurant Maximilien, 19a route d'Ostheim, 68340 Zellenberg. Tel.: +33 (0)3 89 47 99 69. Geöffnet: Mittags 12 h bis 13:30 h, abends 19:30 bis 21 h. Geschlossen am Sonntagabend, Montagmittag und -abend und Freitag.

Unterkunft[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Notrufnummern[Bearbeiten]

Siehe Notrufnummern in Frankreich

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Der Ort hat keine eigene Poststelle.

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt in die anderen sehr schönen Dörfer des Gemeindeverbands, in die Vogesen, zur nahe gelegenen Burgruine Haut-Koenigsbourg und nach Colmar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zellenberg, historischer Rundgang, hsg. vom Parc naturel régional des Ballons des Vosges, im Tourismusbüro erhältlich.

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  • Broschüre der Tourist-Information (auch in deutsch)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Eine offizielle Webseite ist nicht bekannt. Bitte auf Wikidata nachtragen.
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