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Bennwihr

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Bennwihr
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Wappen von Bennwihr

Bennwihr ist eine Stadt in französischen Elsass und Mitglied des Verbandes der Pays de Ribeauvillé et Riquewihr. Sie liegt an der Elsässischen Weinstraße.

Hintergrund[Bearbeiten]

Schon in der Steinzeit war das Gebiet von Bennwihr von Menschen besiedelt, die hier fruchtbaren Boden und Fischreichtum in den Flüssen Fecht und Weiss vorfanden. Die Ersterwähnung als "Bebonivillare" (nach ""Bebo", einem Römer, der hier seinen Sitz eingerichtet hatte) erfuhr der Ort im Jahre 777 in einer Schenkung des Abtes Fulrad. Nach den Wirren und Zerstörungen im 30-jährigen Krieg und in der Französischen Revolution gab es im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung und des Baues der ersten Eisenbahnlinie durch den Elsass einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nach den Verlusten im 1. Weltkrieg wird das Dorf im 2. Weltkrieg, im Dezember 1944 während der Kriegshandlungen rund um Colmar, zerstört. Am 5. Dezember 1944 wurde das Dorf im Zuge der Kampfhandlungen vollkommen zerstört; nur vier Häuser blieben stehen und das Mahnmal für die Toten des 1. Weltkriegs, 20 Einwohner wurden getötet. Die Einwohner flohen zunächst in ihre Keller, vom 14. bis 22. Dezember, als der Granatregen und die Brände immer stärker wurden, in 24 benachbarte Gemeinden, wobei weitere 13 Einwohner starben, oft aus Erschöpfung im überaus harten Winter. Die Befreiung des Dorfes erfolgte durch die 3. Infanteriedivision der US-Armee am 24. Dezember, einen Monat lang blieb es jedoch noch Artillerie-Zielscheibe der deutschen Wehrmacht. Von 1946 bis 1959 wurde der Ort wieder aufgebaut, die letzten Baracken des provisorischen Dorfes im Südosten des zerstörten Dorfes konnten im September 1959 verlassen werden.[1]

Seit 2007 ist Bennwihr eine Ville fleurie, eine "blumengeschmückte Stadt" und trägt im Concours des villes et villages fleuris ("Wettbewerb der blumengeschmückten Städte und Ortschaften") 3 von 4 Rosen.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: (Quelle: hier)

d'azur à la croix d'argent
("auf Blau ein silbernes Kreuz")

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Verkehrsflughäfen sind der Flughafen Straßburg (IATA CodeSXB, 65 km) und Basel-Mulhouse (IATA CodeBSL, MLH, EAP, 71 km).

Der Flugplatz Colmar-Houssen (6 km entfernt) erlaubt das Landen kleiner Privatflugzeuge.

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Die Anreise mit dem Auto erfolgt

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Bennwihr ist nicht mehr in Betrieb. Der nächstliegende Bahnhof mit TGV-Halt ist in Colmar.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Ein Bus der Linie 106 verbindet den Ort alle 24 Min. mit Colmar und mit Ribeauvillé.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Bennwihr

Der Ort ist rundum von Weinbergen umgeben und stolz auf seine Grand-Cru-Lagen des "Marckrain". Er hat eine Ausdehnung von nur 1200 m in NS-Richtung und 300-500 m in OW-Richtung (ohne den OT Bennwihr Gare). Im Norden grenzt er unmittelbar an Mittelwihr. Fast alle Sehenswürdigkeiten liegen in der Dorfmitte in der Nähe der Kirche. Größere Steigungen gibt es nicht, die Hauptstraße (Route du Général de Gaulle) ist nach Norden Richtung Mittelwihr/Riquewihr leicht ansteigend (17 m auf 1200 m).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder aus Bennwihr
St.-Peter-und-Paul-Kirche

Zum Kapitel "Sehenswürdigkeiten" ist zu bemerken, dass das alte Dorf, wie schon erwähnt, im Dezember 1944 "platt" gemacht wurde und von den früher sicherlich vorhandenen schönen Gassen und Häusern nichts übrig blieb - alles außer dem Totenmahnmal wurde zwischen 1946 und 1959 neu errichtet.

  • 1 - Das Rathaus wurde 1957 nach Plänen der Architekten Pouradier-Duteil und Pillon gebaut. Der Giebel zeigt das Wappen des Ortes (Lapislazuli-Schild mit Silberkreuz) und darunter ein Ehrenkreuz zur Erinnerung an das provisorische "Martyrdorf"
  • 2 - Das Denkmal für die Gefallenen und die deportierten und umgekommenen Bürger der beiden Weltkriege wurde 1925 als Totendenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs eingeweiht. Es stellt zwei Frauen in ihrer Regionaltracht dar, eine Elsässerin und eine Lothringerin, die zusammen einen Trauerkranz tragen zum Gedenken an die Soldaten. Abgesehen von ein paar Geschosseinschlägen, die heute noch zu sehen sind, ist das Mahnmal im 2. Weltkrieg unversehrt geblieben, obwohl das sonstige Dorf, auch die Kirche, vor der es damals stand, in Schutt und Asche lag. Im Zuge des Neuaufbaus des Ortes wurde es im November 1958 an seine heutige Stelle verlegt.
  • 3 - Es gab mal eine Kirche, die im Brand von 1498 zerstört wurde. Eine neue Kirche wurde 1507 errichtet, die zeitweilig restauriert und umgebaut, bis Dezember 1944 der Mittelpunkt der katholischen Kirchengemeinde war. Von ihr sind erhalten geblieben: eine Passionsfigur, ein mit der Jahreszahl 1779 gravierter Stein und ein Kruzifix von 1890. Sie schmücken die Außenwand der Kirche unter den Verbindungsbögen zwischen Kirche und Kirchturm. Außerdem hatten die Bewohner Bennwihrs zwei Statuen in Sicherheit gebracht, die heute in der Jungfaru-Maria-Kapelle im Inneren der Kirche links neben dem Chor stehen. Die jetzige Kirche wurde im Sommer 1959 als symbolischer Abschluss des Wiederaufbaus des Dorfes eingeweiht. Architekten waren auch hier die des Rathauses, Pouradier-Duteil und Pillon. 1957 wurde die Kirche nach Plänen des Architekten Jacques Prioleau renoviert. Äußerlich auffallend ist das schöne Dach mit "Burgunder"-Motiv. Besonders eindrucksvoll sind die Kirchenfenster, Christi Auferstehung darstellend. Der Altar im Chorraum ist aus Carraramarmor. Hier stehen auch eine Christus- und eine Madonnenstatue. Die Kapelle links vom Kirchenchor ist der Jungfrau Maria gewidmet. Man sieht außerdem einen Kreuzweg. Zum Kirchenensemble gehören dann noch eine kreisförmige Taufkapelle und der 42 m hohe Glockenturm aus Sandsteinquadern, die aus dem zerstörten Dorf und der Kirche stammen. Der Glockenraum des Campanile-ähnlichen Turms ist nach allen vier Seiten offen, so dass sein Geläut weithin zu hören ist.
  • 4 - Der Brunnen der Sainte-Odile, Schutzpatronin des Elsass, wurde an der Stelle des alten, 1944 zerstörten Brunnens am 22. August 1987 von der Tochter (?) des Marschalls Jean de Lattre de Tassigny eingeweiht.
  • 1 - Die Schule von 1956 hatte Vorgängerbauten aus dem 17. Jahrhundert.
  • 5 - Das Haus 5 rue du Général de Gaulle ist eines der vier nicht völlig zerstörten Häuser des alten Dorfes. Es hatte seine Außenwände behalten und wurde durch einen Flügelanbau vergrößert.
  • 6 - Der Weinkeller der Winzergenossenschaft wurde 1946 für alle Winzer geschaffen, weil man nicht für jeden zerstörten Weinkeller einen neuen finanzieren konnte. Nach anfänglich 32 Winzern, die das Unternehmen umsetzten, und 54 Winzern, deren Trauben die ersten gekelterten waren, zählt die Genossenschaft heute rd. 250 Winzer. Im Hof (links von der Straße aus) sieht man einen historischen Brunnen aus dem 16. Jahrhundert und (rechts) eine überdachte, alte Kelter von 1827.
  • 7 - Der kleine Brunnen aus dem Jahre 1760 wurde 2008 im Zuge der Umgestaltung des Rathausplatzes hierher verlegt und bezeichnet die Stelle, an der das provisorische Barackendorf (1946-1959) begann.
  • 8 - Die Passionsfigur von Katzenzungen steht hier einsam am Weg und ist das einzige Zeugnis des Früheren Dorfes Katzenwangen, das im 15. Jahrhundert nach einer Pestepidemie verschwand. Die beiden letzten, in anderen Dörfern verstoßenen Überlebenden wurden in Bennwihr aufgenommen. Zum Dank ging der Bezirk an Bennwihr über. Im 16. Jahrhundert baute man hier eine Wallfahrtskapelle, in der ein Hl. Grimmen (?) verehrt wurde, vo ihr ist heute nichts mehr erhalten.
  • 9 - Der Bahnhof von Bennwihr liegt an der ersten, 1840 eröffneten Bahnstrecke Basel-Straßburg und wurde 1874 gebaut. Im Zuge der verbesserten Infrastruktur und der Verlagerung des Güter- und Personentransports auf die Straße wurde er mittlerweile geschlossen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Von Mitte Juli bis Mitte September führt ein Winzer auf dem Weinlehrpfad der Grands Crus durch die Weinberge. Anschließend gibt es eine Kellerbesichtigung mit Weinprobe.
  • Im Tourismusbüro gibt es einen Führer für Wanderungen auf dem Weinbaupfad der Grands Crus.

Einkaufen[Bearbeiten]

Eine Einkaufsmöglichkeit für Güter des täglichen Bedarfs gibt es nicht, alles, natürlich außer Wein, bekommt nur man in den größeren benachbarten Orten, im OT Bennwihr und im gleich angrenzenden Houssen. Hier gibt es allerdings auch ein großes Einkaufszentrum, in dem auch zwei Hotels zu finden ist.

Küche[Bearbeiten]

Restaurants gibt es nicht, jedoch ein paar Winstubs, die neben Wein auch kleine, regionale Speisen anbieten. Die nächsten Restaurants, auch eines mit den "Goldenen Bögen", sind im Nachbarort Houssen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels gibt es im Ortskern von Bennwihr nicht, jedoch drei Ferienwohnungs-Anbieter:

In nur 6 km Entfernung liegt der OT Bennwihr-Gare und der Ort Houssen, wo sich innerhalb des Einkaufszentrums zwei Hotels befinden.

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt in die anderen sehr schönen Dörfer des Gemeindeverbands, in die Vogesen und nach Colmar.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Faltblatt "Bennwihr" des Tourismusbüros der Pays de Ribeauvillé et Riquewihr.

Weblinks[Bearbeiten]

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