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Milseburgradweg

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Als Teil des Hessischen Radfernweg R3 wurde die Trasse der ehemaligen Milseburgbahn mit großem Aufwand zu einer Radbahn mit Feinasphaltdecke ausgebaut. Von Götzenhof bei Fulda bis Hilders in der Hochrhön kann man nun 27 km komplett abseits des Verkehrs radeln. Die verkehrsfreie Strecke ist ideal für Familien sowie auch für Inline-Skater. Höhepunkt der Strecke ist sicherlich der 1187 m lange Milseburgtunnel, der von Mitte April bis Ende Oktober durchfahren werden kann. Das Bauwerk ist Deutschlands längster Fahrradtunnel. Aus Naturschutzgründen (Winterquartier für Fledermäuse) ist der Tunnel in der kalten Jahreszeit gesperrt. Eine Tunnelumleitung für das Winterhalbjahr ist ausgeschildert.

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Streckenprofil[Bearbeiten]

  • Länge: 27 km; zusätzlich bergige Radanfahrt vom Hauptbahnhof Fulda: 4,7 km einfach
  • Ausschilderung: Vorbildliche Radwegweisung, neben der streckenbezogenen FGSV-Wegweisung ("ADFC-Norm") wurden im Bereich der Strecke liegende Sehenswürdigkeiten zusätzlich mit braunen Schildern ausgeschildert.
  • Steigungen: Der Radweg selbst verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse mit max. 3,5 % Steigung. Wer vom Hauptbahnhof Fulda zum Einstieg fährt, muss ca. 75 Höhenmeter Steigung meistern. Auf 105 Meter Länge kommen einmal kurz 11 % Steigung auf einem zu.
  • Wegzustand: sehr gute Asphaltdecke. Der Weg ist 2,5 m breit.
  • Verkehrsbelastung: komplett verkehrsfrei
  • Geeignetes Fahrrad: Für die Bahntrasse ist ein 3-Gang Fahrrad ausreichend
  • Familieneignung: Der verkehrsfreie Bahntrassenradweg ist sehr gut für Familien geeignet.
  • Inlinereignung: Ist auf der Bahntrasse gegeben. Die 5 km des R3 bis zur Bahntrasse sind aber nicht inlinetauglich. Hier nutzt man am besten Öffentliche Verkehrsmittel, oder fährt mit dem PKW direkt zum Parkplatz am Streckenanfang.
Sehenswert: Das Rhönpanorama im Bereich des Routenbeginns.
Sehenswert: Das Rhönpanorama im Bereich des Routenbeginns.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Biebertalbahn Götzenhof–Wüstensachsen wurde gebaut um Braunkohle aus Melperts und Basalt aus Seiferts zu transportieren. Sie fuhr von 1889 bis September 1986. Der Güterverkehr war noch bis 1992 in Betrieb. Die Gleise wurden im November 1995 abgebaut.

2003 wurde auf der Bahntrasse ab Götzenhof bis Hilders der Milseburgradweg gebaut.

Die Milseburg ist übrigens ein Berg und keine historische Feste.

Anreise[Bearbeiten]

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

  • Bahnanreise: Mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof Fulda.
  • Rhön-Rad-Bus: Die Freizeitbuslinie mit kostenlosem Radtransport verkehrt vom 1. Mai bis zum 3. Oktober an Sonn- und Feiertagen am Milseburgradweg entlang. Die Strecke führt von Fulda parallel zur Radroute über Hilders hinaus bis zur Wasserkuppe und dann abwärts nach Gersfeld. Hier besteht Anschluss an die Rhönbahn nach Fulda.
- Infos des RMV: Streckenplan, Fahrplan 2011
- weitere Infos siehe auch: www.lng-fulda.de
am Haltepunkt Bieberstein

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Am Streckenbeginn bei Fulda-Götzenhof gibt es bei 50° 34′ 40″ N 9° 43′ 6″ O einen großzügigen, kostenlosen KFZ-Parkplatz. Sogar eine Buswendeschleife ist vorhanden. Anfahrt überregional über die nahe Autobahn A 7 Abfahrt Fulda-Nord (Nr. 91).

Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Streckenbeginn am Parkplatz mit Schild "kombinierter Fuß- und Radweg" und der ersten Schutzhütte. Rechts unübersehbar die mobile Sanitärkabine.
  • Fulda - Die Stadt mit ihrer lebendigen Stadtmitte ist für Bahnanreisende Ausgangsort für eine Radtour über den Milseburgradweg. Wer Fulda noch nicht kennt, sollte unbedingt Zeit für einen Abstecher in die barocke Stadtmitte zum Dom und Schloss einplanen.
Werden noch Getränke oder Verpflegung benötigt, so kann man auf dem Weg zur Route im Stadtteil Lehnerz noch einen kurzen Abstecher vom R 3 zum Supermarkt Norma einlegen (zu finden bei 50° 34′ 31″ N 9° 42′ 3″ O).
Alternativ findet man zum Einkehren im Bereich der Strecke Gelegenheiten.
→ Vom Hauptbahnhof Fulda den Schildern zum hessischen Radfernweg R3 bis zum Beginn des Bahnradwegs bei Petersberg-Götzenhof folgen (etwa 5 km mit teilweise steilen Anstiegen).
  • Parkplatz Beginn Milseburgradweg - großzügiger Parkplatz. Als sanitäre Einrichtung gibt es immerhin eine mobile Sanitärkabine. Eine Infotafel stellt ferner die Strecke vor. Die Schutzhütte mit Schlauchautomat für Fahrradeschläuche rundet die Ausstattung ab (Schlauch 5 €, Einwurf von Münzgeld).
Direkt hinter dem Parkplatz beginnt das Abenteuer Milseburgradweg sofort mit einem attraktiven Programmpunkt: Die Panoramasicht auf die Hochrhön mit Milseburg und Wasserkuppe. Bis man die hohe Rhön erreicht, heißt es von hier aber noch etwas strampeln..
~ Fahrrad-Symbol 01 KMJ.png ~> Von Parkplatz führt die Route zunächst leicht abwärts durch grüne Wiesen, Felder und an netten Dörfern vorbei. Unterwegs hat man immer wieder Blicke auf die langsam näher kommende Milseburg bzw. Hochrhön. Als Landmarke liegt das Schoss Bieberstein oft im Blick.
→ Anschluss an den Haunetal-Radweg in Almendorf Richtung Hünfeld.
~ Fahrrad-Symbol 01 KMJ.png ~> Bis zum ehemaligen Bahnhof Langenbieber (Biergarten) geht es nur gering bergauf. Hinter Langenbieber wird es steiler (aber auch nur maximal 4 % Steigung).
Route zwischen Haltepunkt Bieberstein und Westportal Tunnel.
Vorbei am Freibad Bieberstein mit Direktblick auf das Schloss radelnt man in zwei langezogenen Schleifen bergauf Richtung Westportal des Tunnels. Schloss Bieberstein kann nicht besichtigt werden. Der Bau beherbergt heute ein gymnasiales Oberstufeninternat. Unterwegs kommt man an einem "Panoramarastplatz" (siehe Bild unten) und am ehemaligen Haltepunkt Bieberstein (Schutzhütte) vorbei.
Mit den Umlaufsperren am ehemaligen Haltenpunkt Bieberstein sind 80 % der Drängelgitter an der Strecke geschafft. Nun lässt es sich bis ist 6,5 km entfernte Steinbach, das bereits hinter dem Milseburgtunnel liegt "flüssig" radeln.
~ Fahrrad-Symbol 01 KMJ.png ~> Am Rastplatz Bieberstein, der am ehemaligen Haltepunkt liegt, taucht die Route in den schattigen Wald ein.
Nun führt die Strecke südlich an Elters vorbei und weiter zum Milseburgtunnel. Nahe Elters merkt man bereits deutlich, dass der Milseburgradweg an Höhe gewonnen hat. Es ergeben sich ersten, kleine Fernsichten Richtung Westen (z. B. zum Knüll). Wer ein richtiges Rhönpanorama genießen möchte, der sollte nach der Tunneldurchfahrt den anstrengenden, aber echt lohnenden Abstecher zur Milsburg unternehmen (siehe unten).
Der Milseburgtunnel
Der Milseburgtunnel. Selbst im Hochsommer bei mehr als 30 Grad Celsius Außentemperatur wird es im Tunnel maximal 10 - 12 Grad "warm".
  • Milseburgtunnel - Der Milseburgtunnel ist von Ende Oktober bis Mitte April eines jeden Jahres zum Schutz der Fledermäuse gesperrt. Es gibt aber eine ausgeschilderte Umfahrung, die allerdings ein recht anspruchsvolles Höhenprofil besitzt (zusätzliche 125 Höhenmeter). Diese führt in der Westauffahrt über steile Schotterwege (mit bis zu 14 Prozent Steigung; siehe auch Bilddokumentation Umfahrung Milseburgtunnel).
  • → Optional: Sportlicher Abstecher zur Milseburg - Der Berg liegt abseits der Strecke. Er ist aber ein schöner Aussichtspunkt, der über die Tunnelumfahrung erreicht werden kann. Dazu den Tunnel von Fulda kommend durchfahren und vom ehemaligen Bahnhof Milseburg (auf 548 m Höhe) über asphaltierte Strecken über Oberbernhards bis zum KFZ-Parkplatz auf etwa 650 m Höhe auffahren. Diese 120 bis 130 Höhenmeter gehen besonders mit Reisegepäck bei 10 bis 12 % Steigung über längere Strecken richtig in die Waden. Der Gipfelanstieg des Weges ist für Radfahrer gesperrt. Das Weiterfahren macht sowieso keinen Sinn, da der Weg sehr steil und steinig ist. Am besten die Räder im Bereich des Wanderparkplatz: bei 50° 33′ 7″ N 9° 53′ 48″ O anschließen. Die Gehzeit ab KFZ-Parkplatz beträgt etwa 30 - 45 Minuten einfach. Als MTB'ler bitte das Fahrverbot auf dem Gipfelweg respektieren, da viele Wanderer unterwegs sind.
~ Fahrrad-Symbol 01 KMJ.png ~>Nach dem Tunnel geht es bergab. In Steinbach heißt es an vier Umlaufsperren noch einmal: "Achtung auf die Packtaschen".

über Steinbach und Rupsroth. Vor Eckweißbach ist ein kurzes Stück der alten Trasse nicht ausgebaut. Der Radweg verläuft direkt neben der ehemaligen Bahnstrecke auf einem gut asphaltierten Weg. Bei Aura trifft der Milseburgradweg auf den Ulstertalradweg (Rastplatz am Verzweig; allerdingas ohne Schutzhütte). Nach einer langezogenen Kurve folgt man dem Verlauf der Ulster bis zum ehemaligen Bahnhof Hilders. Ein "Fahrraddenkmal" markiert hier den Endpunkt der Strecke.

Panorama am Rastplatz in der Schleife (unterhalb des ehemaligen Haltepunktes Biberstein gelegen): Der namensgebende Berg des Weges, die 835 m hohe Milseburg, ist im Bild markiert. Vor Ort steht eine Panoramatafel, die alle Berge im Ausblick vorstellt.
Panorama am Rastplatz in der Schleife (unterhalb des ehemaligen Haltepunktes Biberstein gelegen): Der namensgebende Berg des Weges, die 835 m hohe Milseburg, ist im Bild markiert. Vor Ort steht eine Panoramatafel, die alle Berge im Ausblick vorstellt.

Weitere Übernachtungsorte[Bearbeiten]

  • Tann (Rhön) - hübsches Rhönstädtchen; liegt ca. 10 km Ulsterabwärts vom Ende des Radwegs.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gute Lösung des Querungsproblems ohne Drängelgitter am neueren Bahnradweg Treysa - Oberaula im Knüll: Ein Stoppschild und getrennte Fahrbahnen sichern die Querung ab. Fährt jemand gedankenversunken weiter gerade aus, dann wird er durch die Pflastersteine in der Wegmitte "aufgeweckt". Die Pflasterinsel ist so lang bemessen, dass bis zur Querung noch genüngend Zeit zum Bremsen bleibt. Zusätzlich steht außerhalb des Bildes noch ein Achtungschild mit Zusatz "Stop in 50 m." Hier gibt es keine Ablenkung durch hängengebliebene Packtaschen und der Radfahrer kann sich voll auf den querenden Verkehr konzentrieren!
Drängelgitter und ehemalige Pfostensperren
Umfahrung der zu eng stehenden Drängelgitter. Insgesamt gibt es am gesamten Radweg mit Stand 2009 an 11 Querungen Umlaufsperren. Macht also 22 Drängelgitter.

Die Sicherheit des gesamten Radwegs ließ in der Vergangenheit zu wünschen übrig: mehrere schwere Unfälle an den Pfostensperren überschatten die ansonsten gute Gestaltung des Radwegs. Inzwischen wurden die meisten Pfosten "rückgebaut", die Markierungen und Reste der gefährlichen Sperren wurden beseitigt. Die gefährlichen Pfosten sind mittlerweile alle zurückgebaut. (Stand 30.09.2011).

Allerdings gibt es an den Straßenquerungen noch reichlich eng stehende Drängelgitter (auch Umlaufsperre genannt). Die Umfahrungsspuren dieser Sperren zeigen, dass die Gestaltung nicht optimal ist. Auch für Fahrradanhänger, Tandems und Rollstühle ist die Gestaltung der Sperren unbefriedigend. Bei starkem Radlerverkehr kann die Straßenüberquerung behindert werden, da sich ein Rückstau an den Drängelgittern bildet.

Drängelgitter, an denen Räder mit vorgepackten Packtaschen schon mal hängenbleiben, gibt es mit Stand 30.09.2011 noch immer. Achtung, paradoxe Situation: An den Drängelgittern mit voll bepackten Reiserädern nicht zu sehr vom "Umfahrungs- bzw. Umschiebeproblem" an der Sperre ablenken lassen, sondern vor allem auf den Verkehr auf der querenden Straße achten.

Der Milseburgtunnel selbst ist vorbildlich abgesichert. Die Tunnelstrecke ist videoüberwacht. Ferner gibt es Fernsprecher mit Standleitung zur Polizei in Hilders. Alle seitlichen Nischen im Tunnel wurden zugemauert, so dass sich hier niemand verstecken kann.

Ausflüge[Bearbeiten]

Ist den Abstecher auf den namengebenden Berg der Radroute schon alleine wert: Der Panoramablick von der Milseburg in Richtung hohe Rhön: Die Wasserkuppe, mit 950 m höchster Berg der Rhön, ist markiert.
Ist den Abstecher auf den namengebenden Berg der Radroute schon alleine wert: Der Panoramablick von der Milseburg in Richtung hohe Rhön: Die Wasserkuppe, mit 950 m höchster Berg der Rhön, ist markiert.

Literatur- und Kartenhinweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Lust auf mehr Bahntrassenradeln bekommen? Weitere Bahnradwege sind hier gelistet.

Weblinks[Bearbeiten]

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