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Münnerstadt

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Münnerstadt
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Münnerstadt ist eine Stadt in der fränkischen Rhön, am Südrand des Naturparks Bayerische Rhön gelegen, mit prächtigen Fachwerkbauten und einer 700 Jahre alter Stadtmauer.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Amtssitz war Münnerstadt bereits seit dem Mittelalter; im Jahre 1862 wurde aber das Amt dem Bezirksamt Kissingen zugeordnet, seitdem gehört das Städtchen zum Landkreis Bad Kissingen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächste internationale Flughäfen sind der Flughafen in Frankfurt, in Erfurt und der Flughafen in Nürnberg.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Münnerstadt liegt an der Bahnstrecke (Würzburg-)Schweinfurt-Meiningen (-Erfurt) und wird bedient von Zügen der Deutschen Bahn (DB) und der Erfurter Bahn (EB). Die DB fährt mit Regionalexpresszügen alle 2 Stunden von Würzburg und Erfurt direkt nach Münnerstadt. In Würzburg und Erfurt besteht Anschluss zum Fernverkehr. Die EB setzt alle 2 Stunden ihre Züge zwischen Meiningen und Schweinfurt ein, zudem wird das Angebot durch weitere Züge zwischen Schweinfurt und Mellrichstadt verdichtet, so dass sich nahezu ein Stundentakt durch die EB ergibt. In Schweinfurt gibt es Anschlüsse von und nach Würzburg, Bamberg, Nürnberg, sowie Bayreuth/Hof, meist innerhalb weniger Minuten am selben Bahnsteig.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von der Autobahn A71 (Thüringer-Wald Autobahn), Symbol: AS Münnerstadt;
  • Von der A7 (Würzburg-Fulda), Symbol: AS Bad Kissingen/Oberthulba und weiter über die Bundesstraßen B287 und B19.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Münnerstadt
Pfarrkirche, Innenraum
Riemenschneideraltar
  • ÖPNV Bad Kissingen (öffentlicher Personennahverkehr):
Buslinien: Linienverzeichnis und Linien-Netzplan;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

1 Den besten Überblick im Nahbereich hat man von dem 2008 eröffneten Verlobungstempel (Aussichtsplattform mit Pavillon im Nordosten über Münnerstadt.

Zufahrt über die Kreisstraße nach Strahlungen, Abzweig "Verlobungstempel" ausgeschildert und noch ein ganz kurzer Fußweg (Feldweg) zum Pavillon.

Die ganze historische Altstadt mit zahlreichen verwinkelten Straßen und Gässchen steht als Ensemble in ihrer Geschlossenheit unter Denkmalschutz.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena erbaut von 1428 bis 1446 im gotischen Baustil;
Glasmalereien in den Chorfenstern aus dem frühen 15 .Jahrhundert; um 1657 wegen Einsturzgefahr des nördlichen Seitenschiffs Renovierung und Umgestaltung durch den Würzburger Fürstbischof Julius Echter im Zuge der Gegenreformation (u.a. Abbruch des Riemenschneider-Altars); im Jahre 1818/20 und 1833 Neugotisierung der Kirche und Abbau der barocken Ausstattungen. Weitere Gesamtrenovierung von 1970 - 1979 mit Sanierung von Kriegsschäden und Restaurierung der Glasgemälde.
Öffnungszeiten: Mai bis Ende Sept. 8.00 - 18.00 Uhr, Okt. bis April 8.00 - 16.00 Uhr,
Besonders sehenswert im Inneren der Kirche sind:
  • Riemenschneideraltar, 15 m hoher geschnitzter Flügelaltar in der Stadtpfarrkirche, gefertigt von Juni 1490 bis September 1492 in der Werkstatt des Würzburger Meisters w: Tilman Riemenschneider für einen Lohn von 145 Gulden.
Wesentliche Arbeiten an Figuren und Reliefs wurden vermutlich von Riemenschneider selbst erstmals in einer neuen Technik gefertigt, bei der er die Strukturen nur einfarbig mit Lasur bemalte. Den Auftraggebern missfiel dieses, sodass sie 1504 den Nürnberger Bildhauer und Schnitzer w:Veit Stoß für 222 Gulden mit einer farbigen Übermalung beauftragten. 1649 wurde dann der mittlerweile baufällige und nicht mehr "zeitgemäße" Altar durch einen neuen Altar in barockem Stil ersetzt, Teile aus dem Altar Riemenschneiders wurden teilweise mitverwendet oder abgegeben.
Im Jahre 1833 wurde der barocke Altar durch einen neugotischen Schrein ersetzt, in den die in Münnerstadt verbliebenen Teile aus Riemenschneiders Werk neben anderen Elementen wiederverwendet werden. 1981, 1992 und 1999 weitere Restaurationsphasen mit meisterhaften Kopien der außerhalb von Münnerstadt (in Berlin und München) befindlichen Figuren, unter anderem durch den Künstler Lothar Bühner.
  • Tafelgemälde von Veit Stoß, vier Tafeln mit der Geschichte des Martyriums der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan an der linken Seitenwand des Chores der Stadtpfarrkirche.
Zunächst gefertigt für die Rückseite des Riemenschneideraltars, aber nach dessen Abbau 1649 als eigenständige Kunstwerke weitergeführt, und wegen der wenigen vom Künstler überlieferten Werke von hoher künstlerischer Bedeutung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Bauwerke
Zehntscheune
  • 1 Rathaus. Erbaut im Fachwerkstil um 1469.
  • 2 Zehntscheune. Erbaut in den Jahren 1648 - 1699, heute beherbergt das Gebäude die Feuerwehr, die Städtische Musikschule und das Stadtarchiv.
  • 3 Bildhäuser Hof, Bauerngasse 42. Wurde 1365 erstmals erwähnt und gilt damit als ältester Gebäudekomplex der Stadt, ehemaliger Patrizierhof und dann ab 1405 die Stadtniederlassung des Klosters Maria Bildhausen. Der Bildhäuser Hof ist im Privatbesitz und wurde 2007 umfangreich als Wohnraum saniert (Denkmalpreis 2007 Landkreis Bad Kissingen).
  • 4 Landgerichtsgebäude. Das Landgerichtsgebäude war ab 1588 der Sitz des Amtmannes des Bischofs von Würzburg. Das Gebäude wurde dann in den Jahren 1744 - 48 in barockem Stil nach Plänen von Balthasar Neumann umfassend umgebaut und erweitert; noch bis 1973 war es der Sitz des Münnerstädter Amtsgerichts für den Altlandkreis, heute befinden sich hier Büroräume.
  • 5 Henneberger Hof, Jörgentorgasse. Ursprünglich das Wohnhaus des hennebergischen Amtmannes. Nachdem der Würzburger Bischof die lutherischen Henneberger (Wappen über dem Tor) aus der Stadt verdrängen konnte (1583 starben die Henneberger aus), erfolgte die Nutzung von 1600 – 1689 als Sitz des katholischen Pfarrers; das Gebäude war später auch Sitz des Gymnasiums und dient heute als privater Wohnraum.

Stadtmauer[Bearbeiten]

Stadtmauer
Jörgentor mit Vortor und Torhof

Die mittelalterliche Stadtmauer mit ihren Zugangstoren ist noch in großen Teilen sehr gut erhalten, sie wurde bereits im Jahre 1251 erwähnt, obwohl Münnerstadt erst 1335 Stadtrechte erhielt. Die Stadtmauer und auch eine größere Zahl von kleineren Mauertürmen wurden in Teilbereichen im 20. Jahrhundert abgebrochen, die Grenzen der Altstadt zeichnen sich aber noch umlaufend auch an den Fehlstellen klar ab.

  • 6 Jörgentor, östliches Stadttor mit Vortor und Torhof, erbaut um 1250. Das Fachwerkobergeschoss entstand gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Die eingemauerten Steinkugeln im Vortor stammen von 1595. Früher wurde das Jörgentor als Jugendherberge genutzt, heute ist hier der Zweigverein des Rhönklubs untergebracht, der im Sommer auch gelegentlich einen Zugang für Fremde ermöglicht.
  • 7 Oberes Tor, Südliches Stadttor, erbaut Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Obergeschoss entstand um 1570. Das 35 Meter hohe Obere Stadttor war früher die Wohnung des Türmers. Für den Erhalt des Oberen Tores ist der Türmerverein zuständig, der auch den Zugang ermöglicht.
  • 8 Dicker Turm. Nordwestlicher Stadtturm, erbaut um 1240 und damit ältester Turm der hier nicht mehr vorhandenen Stadtmauer. Das nordwestliche Stadttor befand sich unmittelbar am Turm, der Turm wurde vermutlich im 16. Jahrhundert als Lochgefängnis genutzt. Heute gehört es zum benachbarten Jugendhaus der Augustiner, ist selber aber nicht bewohnbar und wird für gelegentliche Veranstaltungen genutzt; der Dicke Turm ist für Fremde nicht zugänglich.
  • Unteres Tor: Das nördliches Stadttor an der heutigen Zufahrtsstraße von Norden wurde 1945 beim Einzug der Amerikaner gesprengt, um mit Panzerfahrzeugen einfahren zu können. Die Lücke in der Stadtmauer wurde nicht wieder geschlossen.

Museen[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Besuch des historischen Freilichtspiels „Die Schutzfrau von Münnerstadt“.
  • 1x jährlich das "Queens of Metal" Festival in Kleinwenkheim (Ortsteil von Münnerstadt)
  • regelmäßige Konzerte im Deutschordenschloss
  • Besuch des Henneberg Museums im Deutschordenschloss
Der Lauf in Münnerstadt wird zu den härtesten Matschläufen in Deutschland gezählt und findet seit 2010 regelmäßig Anfang März statt, fast 2500 nationale und internationale Extremsportler nehmen einen Parcour durchs Gelände, mit Schwimm- und Schlammpassagen, und mit zahlreichen weiteren natürlichen und künstlichen Hindernissen an rund 45 Stationen auf sich. Nicht alle kommen durch, einzelne Teilnehmer sind anschließend krankenhausreif. Namensgeber des Laufes ist der englische Begriff für Tapferkeit (bravery, braveness).

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

  • 1 Café & Hotel Winkelmann, Marktplatz 13, 97702 Münnerstadt. Tel.: (0)9733 1037. Geöffnet: Apr – Okt: täglich 8.00 – 18.00 Uhr; Öffnungszeiten Nov – Mrz: täglich 9.00 – 17.00 Uhr.
  • 2 Gasthof Hellmig, Meininger Straße 1, 97702 Münnerstadt. Tel.: (0)9733 81850, Fax: (0)9733 818523. Das Restaurant bietet vorwiegend einheimische Gerichte. Übernachtungen sind ebenfalls möglich.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 2 Hubertushof, Friedhofstrasse 5, 97702 Münnerstadt. Tel.: (0)9733 81150, Fax: (0)9733 811525, E-Mail: . Das dazugehörige Restaurant bietet fränkische Kost, wie z.B. Wildspezialitäten aus eigenem Revier oder saisonale Gerichte. Preis: EZ ab 38 €, DZ ab 69 €.
  • 3 Hotel Tilman, Riemenschneiderstr. 42, 97702 Münnerstadt. Tel.: (0)9733 81330, Fax: (0)9733 813366, E-Mail: . Geöffnet: Restaurant: täglich ab 9.00 Uhr (warme Küche 11.30 – 14.00 Uhr + 18.00 – 21.30 Uhr). Preis: EZ ab 42,50 €, DZ ab 73 €, Halbpension möglich.

Lernen[Bearbeiten]

Bundesausbildungszentrum der Bestatter (THEO-REMMERTZ-AKADEMIE e.V., Ausbildungszentrum, Gästehaus, Lehrfriedhof), Seminarstraße 8-10, 97702 Münnerstadt. Tel.: +49 (0)9733 78 71-10. Der weltweit einzige Lehrfriedhof dient der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft (Totengräber) und ist ein abgegrenzter Teil des städtischen Friedhofs.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Apotheken-Notdienst: +49 (0)137 - 888 22 8 33;

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Kurzinfos
Telefonvorwahl09733
Postleitzahl97702
KennzeichenKG
ZeitzoneUTC+1
Notruf112 / 110
  • 4 Deutsche Post, Filiale Münnerstadt, Veit-Stoß-Str. 6, 97702 Münnerstadt (Hauptstraße in Nähe Marktplatz).

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bayer. Amt für Denkmalpflege (Hg.): Die Kunstdenkmäler von Bayern. München : Oldebourg, 1914, Nachdruck 1983, (Dritter Band: Unterfranken und Aschaffenburg; Heft X, Stadt Bad Kissingen und Bezirk Bad Kissingen;), ISBN 3-486-50464-9; 254.

Weblinks[Bearbeiten]

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