Küstenregion von Kenia

Die Küstenregion von Kenia ist die Region, die an den Indischen Ozean grenzt.
Hier befinden sich die bekannten Strände und Badeorte, die neben den Safaritouren zu den Hauptattraktionen des Landes zählen. Besonders im Winter füllen sich die Strände mit Touristen aus Europa, die für 1-2 Wochen dem Winter entfliehen wollen, aber auch mit vielen Rentnern, die hier überwintern.
Regionen
[Bearbeiten]Das kenianische Küstenland ist die Region Kenias, die in einer durchschnittlichen Breite von 40 km an den Indischen Ozean grenzt. Es umfasst von Norden nach Süden die Regionen Lamu, Tana River (südlicher Teil), Kilifi, Mombasa und Kwale.
In Reiseführern und Reisebüros ist es üblich, den Teil der Küste südlich von Mombasa, also weniger als 100 Kilometer, als „Südküste“ und den Rest als „Nordküste“ zu bezeichnen. Die Nordküste erstreckt sich über 430 Kilometer.
Hintergrund
[Bearbeiten]Der Pauschaltourismus überwiegt den Individualtourismus bei weiten und ist gerade für Leute, die noch nie in Kenia waren, zu empfehlen. Reiseveranstalter bieten normalerweise Strandurlaube an der Südküste oder Nordküste an, was einfach südlich oder nördlich von Mombasa bedeutet. Neben Safarireisen, ist der Strandurlaub einer der Hauptgründe Kenia zu besuchen. Viele der Besucher teilen ihren Urlaub in eine Woche Safari in den Nationalparks und 1-2 Wochen Strandurlaub, um dem Winter eine Weile zu entfliehen. Kenia ist eines der wenigen sicheren Reiseländer in Afrika dafür.
Südküste
[Bearbeiten]Die Südküste (etwa 100 km mit Tiwi Beach, Diani Beach, Galu Beach, Gazi Beach, Msambweni Beach, Mwazaro Beach) hat die schöneren Strände und die ursprünglichere Natur im Vergleich zur Nordküste. Allerdings gibt es auch weniger Attraktionen, Geschäfte, Märkte, Restaurants, Nachtleben, als an der Nordküste. Diese Gegend ist auf Tourismus eingestellt und so hat man auch weniger landestypische Begegnungen und Eindrücke. Die Südküste ist das Haupttouristengebiet Kenias.
Nordküste
[Bearbeiten]
Die Nordküste bei Mombasa und Mtwapa (Njali Beach, Bamburi Beach, Shandzu Beach, Mtwapa Beaches, Kikambala) bietet viel mehr Aktivitäten und Attraktionen und ist landestypischer, als der ganz auf Tourismus ausgerichtete Teil der Südküste um Diani. Dafür können die Strände nicht mit der Schönheit der Südküste mithalten. Besonders die Nähe zu Mombasa ermöglicht interessante Besichtigungs- und Einkaufstouren. Mtwapa ist Zentrum des Nachtlebens (auch Prostitution) und bekannt als der Ort, der niemals schläft.
Die Strände weiter nördlich (Kilifi, Watamu, Malindi) sind wie Südküste, ursprünglich und ruhig, nicht so lang und breit wie Diani Beach, aber noch fotogener und werden gerne von italienischen Touristen besucht. Die Zahl der touristisch interessanten Attraktionen ist auch hier geringer als an den Stränden nahe Mombasa.
Ganz im Norden liegt Lamu. Es hat zwar auch wunderschöne Strände, ist aber mehr ein Ort um die Swahili-Kultur zu erleben. Lamu liegt recht isoliert und wegen der Nähe zu dem politisch instabilen Somalia, kann man in der Umgebung wenig unternehmen.
Swahili-Kultur
[Bearbeiten]


Die Küste Kenias hat eine lange und reiche Geschichte, die bis ins 1. Jahrtausend n. Chr. zurückreicht. Zu dieser Zeit entstanden entlang der Küste Handelszentren, die als Swahili-Städte bekannt sind. Diese Städte dienten als wichtige Handelsknotenpunkte für den Handel zwischen Afrika, Arabien und Asien.
Die Swahili-Kultur ist eine Mischung aus afrikanischen, arabischen und indischen Einflüssen, die sich entlang der Ostküste Afrikas entwickelt hat und bekannt für ihre Architektur, Musik, Tänze, Kunst, Handwerkskunst, Küche und religiösen Praktiken. Die Swahili-Architektur zeichnet sich durch ihre charakteristischen Türme, Bögen und Schnitzereien aus, die oft mit arabischen und indischen Mustern verziert sind. Die Swahili-Musik besteht aus einer Mischung von arabischen, indischen und afrikanischen Klängen und Instrumenten wie dem Oud, der Tabla und der Ngoma. Der Taarab-Tanz ist eine beliebte Form des Swahili-Tanzes, bei dem Frauen in farbenfrohen Kleidern tanzen. Sie Swahili-Küche ist berühmt für ihre Gewürze und Aromen, die von arabischen, indischen und afrikanischen Einflüssen geprägt sind. Beliebte Gerichte sind Pilau (ein gewürzter Reis), Biryani (ein Reisgericht mit Fleisch oder Gemüse) und Samosas (gefüllte Teigtaschen). Die Swahili-Sprache, die von etwa 100 Millionen Menschen gesprochen wird, ist ein wichtiges Merkmal der Kultur. Die Swahili-Religion ist eine Mischung aus dem Islam, dem Christentum und traditionellen afrikanischen Religionen. Viele Swahili praktizieren eine synkretistische Religion, die Elemente aus verschiedenen Glaubensrichtungen kombiniert.
Die Swahili benutzten Dhaus (oder Daus), traditionelle Segelschiffe, als Transportschiffe. Sie sind noch heute in Betrieb und werden auch als Ausflugsboote genutzt.
Die Swahili-Kultur endete nicht abrupt, sondern durch eine Reihe von Ereignissen, die ihre Vormachtstellung und ihren Einfluss allmählich schwächten. Ein entscheidender Faktor war die Ankunft der Portugiesen gegen Ende des 15. Nachdem Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, begannen die Portugiesen, die Handelsrouten entlang der ostafrikanischen Küste zu kontrollieren. Die Portugiesen führten eine Reihe von Feldzügen gegen die Swahili-Städte durch, zerstörten und plünderten einige von ihnen und errichteten Festungen, um ihre Kontrolle zu sichern. Dies führte zur Unterwerfung vieler Swahili-Städte und zur Zerstörung des traditionellen Handelsnetzes, auf dem die Swahili-Kultur basierte.
Im 17. Jahrhundert wurden die Portugiesen jedoch von den Omanis verdrängt, die die Küste übernahmen und ihre eigene Herrschaft etablierten. Unter omanischer Kontrolle florierten einige Aspekte der Swahili-Kultur erneut, aber die politische und wirtschaftliche Macht der Swahili-Städte war stark geschwächt.
Die endgültige Schwächung erfolgte im 19. Jahrhundert durch die Kolonialisierung, die vor allem von Großbritannien und Deutschland vorangetrieben wurde. Diese übernahmen die Kontrolle über die ostafrikanische Küste, zerschlugen die lokalen Machtstrukturen und integrierten die Region in ihre Kolonialreiche.
Orte
[Bearbeiten]
- 3 Kilifi Dieser kleine, touristisch wenig beachtete Ort besticht durch seine schöne Lage an einer großen, tief ins Land reichenden Bucht und einem langen Sandstrand am Meer. Ein Reiseziel für Menschen, die mehr von dem typischen Afrika erleben wollen, als es in den touristischen Hochburgen möglich ist.
6 Ukunda - Diani Beach bekannteste und touristischste Strandregion Kenias. In der Hochsaison von Dezember bis März fest in mitteleuropäischer Hand. Beste Hotel, viele Restaurants, Beach Bars, Wassersport aller Art.
Weitere Ziele
[Bearbeiten]Südküste
[Bearbeiten]


- 1 Shimba Hills Nationalreservat (Shimba Hills National Reserve) waldreiches Schutzgebiet. Tiersichtungen wegen der Vegetation etwas schwierig, aber schöne Naturattraktionen und Aussichtspunkte.
- 2 Elefantenschutzgebiet Mwaluganje (Mwaluganje elephant sanctuary) ist ein genossenschaftseigener Elefantenpark, ein Naturschutzgebiet für Elefanten und Encephalartos-Palmfarne .
- 1 Kisite-Mpunguti-Meeres-Nationalpark Meeresgebiet mit vier kleinen Inseln, die von einem artenreichen Korallenriff umgeben sind.
- 3 Chale Insel (Kisiwa cha Chale) 600 Meter vom kenianischen Festland entfernt. Die Insel ist 1,2 Kilometer lang und 800 Meter breit, teilweise von einem Mangroven-Urwald bedeckt und befindet sich in Privatbesitz. Es gibt ein Hotel.
- 4 Funzi Insel (Kisiwa cha Funzi (Kwale)) Funzi Island besteht aus vier mit Mangroven bewachsenen Inseln, wobei Funzi Island die Hauptinsel und die einzige mit ständigen Einwohnern ist. Es gibt ein Dorf auf der Insel mit ungefähr 1500 Mitgliedern des Shirazi-Stammes. Die absolute Mehrheit sind Muslime und ernähren sich von Fischerei und Landwirtschaft. Die Insel ist bekannt für ihre schönen Strände und als Kenias bester Nistplatz für eine Vielzahl von Meeresschildkröten.
- 5 Wasini Insel (Kisiwa cha Wasini) Die Insel ist Teil des Meeresnationalparks Kisite-Mpunguti und ist dank der Anwesenheit von Korallenformationen und echten Unterwassergärten das beste Ziel für Tauchbegeisterte. Wasini ist mit einer kurzen Bootsfahrt vom Shimoni Pier auf dem Festland aus erreichbar.
Nordküste
[Bearbeiten]


- 1 Takwa ist eine Ruinenstadt auf der Insel Manda. Takwa war eine Swahili-Handelsstadt aus dem 15./16. Jahrhundert.
- 2 Kiunga-Marine-Nationalreservat Der Park umfasst ein Gebiet mit etwa 50 Inseln und Korallenriffen im Lamu-Archipel. Die äußeren Inseln des Reservats beherbergen viele Seevögel.
- 6 Dodori-Nationalreservat (Eneo Tengefu la Dodori) Im Dodori-Nationalreservat kommen Topis, kleine Kudus, Giraffen, Flusspferde und Löwen vor. Es dient als Brutgebiet für viele Vogelarten, darunter der Pelikan. Im Flussdelta leben Suppenschildkröten, die an den Flussufern brüten, sowie Dugongs.
- 7 Boni-Nationalreservat (Boni National Reserve) Der Boni-Wald, nach dem das Reservat benannt ist, ist ein einheimischer offener Baumkronenwald. Der Wald beherbergt eine hohe Dichte an Pflanzenarten, die zu den höchsten der Welt gehören, und wurde zum Biodiversitäts-Hotspot erklärt. Häufige Pflanzenfresser in der Region sind Flusspferde, Buschschweine, Warzenschweine, Büffel, Ducker, Topi und Wasserböcke. Häufige Fleischfresser im Reservat sind der gefährdete afrikanische Wildhund und der Erdwolf.
- 8 Witu Forest Reserve (Utwani Forest Reserve) (Msitu wa Witu) Der waldreiche Park gehört nicht zu den sicheren Regionen und vor ein Besuch sollte man sich bei den lokalen Behörden über die aktuelle Sicherheitslage erkundigen.
- 9 Tana River Primatenreservat Die üppigen Flusswaldflecken sind Reste westafrikanischer Wälder. Der Fluss schneidet durch trockenes Waldland und offene Savanne. Es gibt dort 262 registrierte Vogelarten und mindestens 57 Säugetierarten leben dort. Es gibt mehrere endemische Baumarten sowie eine Vielzahl anderer Tiere und Pflanzen. Viele der Vogel- und Tierarten im Reservat sind in Ostafrika ungewöhnlich und typisch für den zentralafrikanischen Tieflandregenwald.
- 3 Watamu-Meeres-Nationalpark Der Meeres-Nationalpark besteht aus einem Korallenriff mit bis zu 200 verschiedenen Fischarten wie Doktor- und Papageifische, Muränen, Weißspitzen-Riffhaie und Meeresschildkröten.
- 2 Ruinen von Gedi (Gedi) Ab dem 9. Jahrhundert entstand an der Ostküste Afrikas eine Reihe von wichtigen Handelsstädten, die einerseits mit den Ländern am Indischen Ozean, andererseits auch mit dem Hinterland Handel trieben. Gedi liegt fünf Kilometer vom Meer entfernt und war daher wohl am Seehandel weniger beteiligt aber dennoch war es eine wohlhabende Stadt. Die Ruinen der Häuser aus Korallenkalk sind noch sehr gut erhalten und gelten als Musterbeispiel ostafrikanischer Architektur.
- 4 Malindi-Meeres-Nationalpark Der Meeres-Nationalpark bietet Lebensraum für über 300 Fischarten. Das Watt und die Saumriffe beheimaten Hummerartige, Krabben, Muscheln, Kraken, Seesterne und etwa 140 Korallenarten. Zudem leben Delfine und verschiedene Schildkrötenarten wie die Unechte Karettschildkröte, die Suppenschildkröte, die Echte Karettschildkröte und die Oliv-Bastardschildkröte in dem Schutzgebiet. An der Küste befindet sich ein Mangrove-Ökosystem. Zudem sind zahlreiche Vogelarten in dem Gebiet beheimatet.
- 11 Arabuko-Sokoke-Nationalpark (Hifadhi ya Taifa ya Arabuko Sokoke) Der Nationalpark erstreckt sich mit lediglich sechs Quadratkilometern nur über einen kleinen Teil der 420 km² Küstenregenwald in Ostafrika mit seiner großen Anzahl endemischer Säugetiere, Vögel und Pflanzen.
- 3 Panga ya Saidi Archäologische Höhlenstätte in den Kalksteinhügeln von Dzitsoni. Die Höhlenstätte verfügt über reiche archäologische Ablagerungen aus der mittleren Steinzeit, der jüngeren Steinzeit und der Eisenzeit. Als UNESCO Welterbe vorgeschlagen.
- 12 Heilige Mijikenda Kaya Wälder (Misitu mitakatifu ya Mijikenda Kaya) Eine Kulturstätte, die im Kilifi County als UNESCO-Weltkulturerbe registriert ist und deren Praktiken und Traditionen, die dort fortgeführt werden, auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes eingetragen sind, das dringend geschützt werden muss. Die Kayas sind etwa fünfzig befestigte Dörfer, die sich in elf verschiedenen Waldgebieten nördlich von Mombasa befinden. Ab dem 16. Jahrhundert erbaut, wurden sie ab Mitte des 20. Jahrhunderts nach und nach aufgegeben, gelten aber noch heute als Wohnstätten der Vorfahren und werden als Bewahrer spiritueller Überzeugungen verehrt. Da dies ein heiliges Land für die Mijikenda ist, muss der Besucher hier mehr als anderswo den Ort respektieren.
- 5 Mombasa Marine Nationalpark und Reservat Der Park hat Korallenriffe in seinen Gewässern und bietet eine Heimat für eine Vielzahl von Meeresarten, darunter Krabben, Seesterne, Steinfische, Gurken, Seeigel, Korallen, Schildkröten, Seegräser und Zugvögel.
Im Küsteninneren
[Bearbeiten]- 13 Tsavo East Nationalpark (Hifadhi ya Taifa ya Tsavo Mashariki) Die beiden Tsavo Nationalparks sind die nächstgelegenen Parks zu den Stränden von Diani Beach, Mombasa, Malindi. So lassen sich Safari und Strandurlaub preiswert verbinden, da die Anfahrt auf der Straße erfolgen kann und nicht via teurem Flug. Bekannt ist Tsavo vor allem für die große Elefantenpopulation (die größte in Kenia) und seine Löwen. Die „roten Elefanten vom Tsavo“ verdanken ihrer Farbe der roten Erde im Nationalpark.
- 14 Tsavo West Nationalpark (Hifadhi ya Taifa ya Tsavo Magharibi) Der weitläufige Park ist berühmt für Leoparden, Geparde, Wildhunde, Büffel, Nashörner, Elefanten, Giraffen, Zebras, Löwen, Krokodile.
- 15 Amboseli Nationalpark (Hifadhi ya Taifa ya Amboseli) bekannt für seine großen Herden afrikanischer Elefanten und die direkte Sicht auf den höchstens Berg Afrikas, den Kilimandscharo (5.895 m).
- 16 Chyulu Hills National Park (Hifadhi ya Taifa ya Chyulu Hills) Der Chyulu Hills National Park ist Teil der Tsavo Naturschuztgebiete. Die Chyulu Hills sind ein 100 Kilometer langes Vulkangebirge. Ihr höchster Gipfel ist 2188 Meter hoch. Die Chyulu Hills standen für die weniger malerischen Ngong Hills für die Dreharbeiten zu Out of Africa. Besonders bekannt ist die 11 km lange Levithianröhre (auch als Kisula-Höhlen bekannt).
- 17 Arawale National Reserve Das Reservat ist ein Zufluchtsort für eine Reihe von Wildtierarten, darunter vier weltweit bedrohte Arten: Hirola, Grevy-Zebra, ostafrikanischer Wildhund, ostafrikanischer Gepard.
Sprache
[Bearbeiten]Englisch wird fast überall gut verstanden. Am Diani Beach kommt man auch mit Deutsch recht gut zurecht. Die bei den Einheimischen meist verwendete Sprache ist Swahili .
Anreise
[Bearbeiten]Flugzeug
[Bearbeiten]- 1 Mombasa Airport (Uwanja wa Ndege wa Kimataifa wa Moi, IATA: MBA) Die meisten Touristen kommen mit dem Flugzeug zum Flughafen Mombasa an die Küste und nur wenige über den Flughafen Nairobi und von dort mit Bus oder Bahn.
- Um vom Flughafen Mombasa an die Südküste zu gelangen, fahren die meisten Besucher entweder mit dem Taxi (ca.50€) oder nutzen die Angebote eines der Reisebüros am Diani Beach, die Abholservices anbieten, um Gäste zu den Hotels zu bringen. Die Strände und Hotels an der Nordküste in der Nähe von Mombasa können mit dem Taxi (ca.25€) oder mit einem Matatu (kleine Minibus-„Taxis“, auf Suaheli Matatus genannt) erreicht werden, während die weiter nördlich gelegenen Strände normalerweise mit Fernbussen von Mombasa aus zu erreichen sind.
Regionalflughäfen: werden von u.a. von Safarifliegern angeflogen
- 2 Ukunda Airport (IATA: UKA) Der Ukunda Airport ist vor allem für Touristen interessant, die die Strände von Diani und die Luxusresorts der Südküste besuchen. Die Landebahn ist etwa 1,4 Kilometer lang und ermöglicht Flüge mit kleineren bis mittelgroßen Flugzeugen. Fluggesellschaften wie Safarilink, Airkenya und Jambojet bieten regelmäßige Inlandsverbindungen an, vor allem nach Nairobi und zu anderen nationalen Zielen.
- 3 Malindi Airport (IATA: MYD) Der Malindi Airport dient hauptsächlich Touristen, die Malindi, Watamu und dem Lamu-Archipel bereisen. Mit einer 1,8 Kilometer langen Landebahn kann er neben Inlandsflügen auch internationale Charterflüge, insbesondere aus Italien, abwickeln. Fluggesellschaften wie Safarilink und Fly540 fliegen regelmäßig nach Nairobi, während in der Hochsaison zusätzliche Charterverbindungen angeboten werden.
Flugplätze: für kleine Sportflugzeuge für Besichtigungsflüge
- 5 Lamu Airport (Manda Airport, IATA: LAU) Die Landebahn ist lang genug für kleinere Verkehrsflugzeuge. Fluggesellschaften wie Safarilink und Airkenya bieten regelmäßige Verbindungen von Nairobi und Mombasa an. Der Flughafen ist besonders wichtig für Reisende, die die Altstadt von Lamu, Shela Beach oder die abgelegenen Resorts auf den umliegenden Inseln besuchen.
- 6 Kiwayu Airport (IATA: KWY) Kiwayu ist ein winziger Landestreifen auf Kiwayu Island, nördlich des Lamu-Archipels. Der Flughafen besteht im Wesentlichen aus einer einfachen Sandpiste und wird fast ausschließlich von Privatflugzeugen oder Safarichartern genutzt.
Bus
[Bearbeiten]- 7 Busbahnhof Mombasa, Mwembe Tayari Road Der Busbahnhof von Mombasa ist der Knotenpunkt für alle Reisebusse, die die Küste befahren.Die vier wichtigsten Unternehmen sind: Spanish Coach Express (nach Nairobi), Coast Bus (nach Nairobi), Modern Coast (nach Nairobi, Malindi, Dar es Salaam), TTS Express (nach Lamu), Pwani Tawakal (nach Lamu).
Bahn
[Bearbeiten]- 8 Mombasa Hauptbahnhof 2 mal täglich gibt es eine Zugverbindung zwischen Mombasa und Nairobi. Reisebüros in Diani oder Mtwapa bieten Bustransfers, was günstiger ist als Taxi.
Mobilität
[Bearbeiten]
Sehr viele tiefe Schlaglöcher und kleine Hügel quer zur Fahrbahn, die den Verkehr verlangsamen sollen, machen das Vorankommen auf den Straßen recht mühsam und langsam. Man sollte immer deutlich mehr Zeit einplanen, als man es z. B. aus Mitteleuropa gewohnt ist.
Mit Ausnahme der Region Mombasa ist das Straßennetz nicht sehr dicht. Internationale Straßen, erkennbar an dem Buchstaben „A“ gefolgt von einer gelben Zahl auf grünem Grund, und Nationalstraßen, erkennbar an dem Buchstaben „B“ gefolgt von einer weißen Zahl auf rotem Grund, sind asphaltiert. Regionalstraßen, erkennbar an dem Buchstaben „C“ gefolgt von einer weißen Zahl auf braunem Grund, sind außerhalb geschlossener Ortschaften nicht immer asphaltiert. Gemeindestraßen, erkennbar an dem Buchstaben „D“, gefolgt von einer Zahl in weißer Schrift auf gelbem Grund, sind nie asphaltiert.
- Überlandbusse verbinden die einzelnen Städte. Dies ist das bequemste und sicherste Verkehrsmittel.
- Matatus (Minibusse) verbinden ebenfalls die Zentren, sind aber überfüllt und die Fahrer oft sehr risikofreudig. Obwohl sehr billig, sollte man sich der Gefahr bewusst sein.
- Mietwagen: wegen des teils chaotischen Verkehrs, ist es unüblich sich Mietwagen zu nehmen und wenn doch, dann meist mit einheimischen Fahrer. Als Selbstfahrer wird man gerne Opfer der polizeilichen Willkür, die immer auf der Suche nach illegalen Nebeneinkünften ist. Man wird dann für tatsächliche oder erfundene Vergehen zur Kasse gebeten. Schon aus diesem Grund sollte man einen einheimischen Fahrer nehmen (Kosten ca. 10-15 €/Tag).
- Taxi: teuerste aber bei weiten sicherste und bequemste Art überall hin zu gelangen (Preis ca.1€/km)
- Tuktuks (Dreirad) oder Mopedtaxi: nur Kurzstrecke.
Aktivitäten
[Bearbeiten]

- Baden und alle Arten des Wassersports entlang der gesamten Küste
- Safaris: die nächstgelegenen Parks sind Tsavo-East-Nationalpark, Tsavo-West-Nationalpark, Amboseli-Nationalpark, Shimba Hills National Reserve. Sie können auch per PKW von der Küste relativ schnell erreicht werden.
- Dau-Fahrten: Segeln mit den typischen Booten.
- Tauchbasen - das Tauchen ist zwar nicht vergleichbar mit den Top Destinationen, wie Rotes Meer, aber doch ganz schön, wenn man nicht zu viel erwartet.
Küche
[Bearbeiten]
Die Küche entlang der Küste Kenias ist bekannt für ihre würzigen und vielfältigen Aromen, die durch arabische, indische und afrikanische Einflüsse geprägt sind. Hier sind einige der bekanntesten Gerichte:
- Pilau - Ein gewürzter Reis, der oft mit Hühnchen, Lamm oder Rind serviert wird. Er ist in der Regel mit Gewürzen wie Kreuzkümmel, Zimt, Ingwer und Kardamom zubereitet.
- Biryani - Ein Reisgericht mit Fleisch, Fisch oder Gemüse, das mit Gewürzen wie Kurkuma, Chili, Kreuzkümmel und Kardamom zubereitet wird.
- Samosas - Kleine, gefüllte Teigtaschen, die oft mit Hackfleisch, Gemüse oder Käse gefüllt sind und mit Chutneys serviert werden.
- Maharagwe - Ein Gericht aus roten Bohnen, Kokosmilch und Gewürzen, das oft mit Ugali (Maisbrei) serviert wird.
- Nyama Choma - Gegrilltes Fleisch, das oft mit Kachumbari (einem Salat aus Tomaten, Zwiebeln und Zitronensaft) und Ugali serviert wird.
- Mchuzi wa Samaki - Ein Fischgericht in einer würzigen Tomatensoße mit Kokosmilch und Gewürzen.
- Mandazi - Süße, frittierte Teigbällchen, die oft zum Frühstück serviert werden.
- Kaimati - Frittierte Teigbällchen in Sirup getränkt, die oft als Dessert serviert werden.
- Eine besondere Spezialität der Giriama und Chonyi der Kilifi-Region ist Rattenfleisch (Panya auf Suaheli und Kadzora auf Giriama). Dieser wird gegrillt und ähnelt optisch gegrilltem Fisch.
- Selbstverständlich werden auch alle Arten von Fast-Food und Pizza angeboten, sowie auf den Geschmack der Touristen abgestellte internationale Gerichte.
- Streetfood: Restaurantbesuche können in Kenia teuer sein (20€/Person). Wenn man günstiger essen möchte, gibt es Streetfood in den Kibandas (Bretterbuden-Restaurants), die man an allen belebten Orten findet. Hier wird einfache und preiswerte lokale Küche angeboten. Die hygienischen Verhältnisse und die Qualität der Ausgangsprodukte zum Kochen sind natürlich meist entsprechend. Sauberes Wasser zum Spülen und Händewaschen fehlt oft. Als normaler Tourist, der nur 2 Wochen Urlaub macht, sollte man den Besuch meiden. Auf keinen Fall sollte man ungekochte Salate essen. Wer länger in Kenia bleibt, z. B. über den Winter, für den kann es interessant sein, sich Kibandas auszusuchen, in denen zumindest die hygienischen Grundvoraussetzungen gegeben sind. Man kann auch als Gast einen Blick in die Küche werfen. Aber auch dann sollte man auf alles verzichten, was nicht gekocht oder gebraten wurde.
Unterkunft
[Bearbeiten]Wer keine Erfahrung mit Reisen in Kenia hat, ist gut beraten eine Pauschalreise mit Unterkunft in einer der Luxus- oder Mittelklassehotels am Strand zu buchen. Da ist man besser bedient, als auf eigene Faust eine Unterkunft zu buchen, weil man viele Fehler vermeidet, die durch Unkenntnis des Landes und seiner Gegebenheiten entstehen können. Wenn man öfter in Kenia war, dann kann man deutlich günstiger Unterkünfte finden, da man dann mit Fragen des Transportes, Verpflegung und Sicherheit vertraut ist.
Souvenirs
[Bearbeiten]

Wie überall in Afrika ist es üblich, in kleinen Läden und kleinen Handwerkern zu feilschen. Der Preis, den Sie verlangen, ist oft überteuert, besonders wenn man keinen einheimische Begleitung hat.
- Kanga oder Khanga: Ein Stück Stoff, verziert mit farbenfrohen Mustern, das von Frauen um die Taille oder Brust getragen oder auf dem Kopf gebunden wird. Es ist mit einer Bordüre verziert, die entlang der vier Seiten verläuft und verschiedene Muster sowie ein Sprichwort auf Suaheli darstellt;
- Kikoi : mit bunten Streifen oder Karos verziertes Stück Stoff, das um die Taille oder Brust getragen oder auf dem Kopf gebunden wird. In Wolle ist es dann ein Kleidungsstück, das eher für Männer bestimmt ist,
- Batik : Die ursprünglich aus Java stammende Batiktechnik ist an der kenianischen Küste seit Jahrhunderten bekannt. Dies sind Stoffstücke, die nicht gewebt, sondern von Hand bemalt wurden. Aufgrund der Drucktechnik wird eine Maschinenwäsche nicht empfohlen,
- Ndala: mit Perlen geschmückte Ledersandalen. Handgefertigt, kein Paar ist identisch,
- Kunsthandwerk, die in Übereinstimmung mit dem muslimischen Erbe geschnitzt sind, das keine Bilder verwendet, sondern geometrische Muster bevorzugt. Sehr viel werden auch typisch afrikanische Schnitzereien von Tieren und Figuren angeboten.
- Schmuck: Silberschmuck und bunter Perlenschmuck der Massai.
- Kibandas. Hierbei handelt es sich um kleine, oft provisorische Läden oder Verkaufsstände, die an Straßenrändern, auf Märkten und in Wohngebieten zu finden sind. Kibandas werden häufig von Einzelhändlern betrieben und bieten eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen an, darunter Lebensmittel, Getränke, Haushaltswaren und sogar Aufladekarten für Mobiltelefone. Kibandas spielen eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft, da sie leicht zugänglich sind und Produkte oft zu niedrigeren Preisen anbieten als größere Geschäfte oder Supermärkte.
Nachtleben
[Bearbeiten]Das Nachtleben findet in den ländlicheren Gebieten meist in den Hotels oder Beach Bars statt. In Mombasa und Mtwapa ist das Nachtleben besonders ausgeprägt und findet in den zahlreichen Nachtclubs statt. Sowohl an der Nord-, als auch der Südküste ist Prostitution weit verbreitet. Man wird in den Beachbars, Nachtclubs und Stränden unweigerlich angesprochen.
Sicherheit
[Bearbeiten]- Tagsüber gibt es wenige Sicherheitsbedenken. In der Nacht sollte man immer mit dem Taxi zu Restaurantbesuchen fahren, nicht zu Fuß oder mit Motorradtaxis.
- Nördlich von Malindi, Richtung Grenze zu Somalia, ist es ratsam sich aktuelle Sicherheitsinfos zu holen. Hier ist die Sicherheit nicht besonders gut.
- Gesundheit: Tipps zum Gesundbleiben
- Malaria Das Malariarisiko ist an der Küste eher gering. Wenn man sich nach Einbruch der Dunkelheit viel im Freien aufhält, sollte man ein wirksames Mückenschutzmittel dabei haben. In der Trockenzeit (Hauptreisezeit) gibt es allerdings kaum Mücken. Vor allem Leute, die oft an der Küste waren oder Langzeitgäste verzichten meist auf vorbeugende Malariamedikamente (Malerone). Hier muss jeder individuell über Risiken und Nebenwirkungen entscheiden. In Apotheken in Kenia sind Malaria-Schnelltests erhältlich. Damit kann man im Krankheitsfall schnell feststellen, ob man sich mit Malaria angesteckt hat. Es lohnt sich auch, einen Schnelltest mit nach Hause zu nehmen, falls man nach der Rückkehr erkrankt und Malaria ausschließen möchte. Bei Reisen in küstenferne Gebiete (Safaris) ist das Malariarisiko erhöht und eine Prophylaxe eher angezeigt!
Klima
[Bearbeiten]- Obwohl das Klima entlang der gesamten Küste tropisch (ganzjährig feucht-warm) ist, sind es die Niederschläge und die Höchsttemperaturen, die die verschiedenen Teilregionen unterscheiden. Im Süden gibt es eine starke Regenzeit zwischen Mitte April und Ende Mai und eine kurze Regenzeit im Oktober und November. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr ist das Klima ähnlich tropischer Savannen mit einer einzigen Regenzeit zwischen Mitte April und Mitte Juni und etwas kühler als im Süden.
- Beste Reisezeit: Ende November bis Anfang März
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]- Respekt vor der Kultur: Es gibt viele kulturelle Unterschiede, die oft zu Verständigungsproblemen zwischen Besuchern und Einheimischen führen. Es ist besser, sich im Voraus zu informieren und nicht zu erwarten, dass alle Einheimischen die Gäste verstehen.
- Kleiderordnung: Obwohl Kenia größtenteils christlich und relativ liberal ist, gibt es Regionen mit starkem muslimischen Einfluss, vor allem entlang der Küste. Dort gilt es als unpassend, kurze oder zu offene Kleidung zu tragen - das gilt auch für die christlichen Gebiete auf dem Land. Trotzdem sind die Einheimischen im Allgemeinen sehr freundlich. Strandkleidung ist am Strand und im Hotel angemessen, nicht aber beim Bummeln durch die Stadt, beim Essen in guten Restaurants oder beim Besuch von Einheimischen.
- Dresscode in den Resorts: Männer sollten beim Abendessen eine lange Hose tragen. Für das Frühstück und das Mittagessen sind kurze Hosen und T-Shirts oder Strandkleider akzeptabel. Es sollte jedoch nie in Badehose oder Bikini zum Essen gegangen werden.
- FKK und Oben-ohne-Baden sind in Kenia nicht erlaubt. Es ist unangemessen, sich in der Öffentlichkeit zu küssen oder eindeutig zu berühren. Homosexualität ist gesetzlich verboten, wird aber im Verborgenen praktiziert. Offene Demonstrationen von Homosexualität, insbesondere von Männern, können zu Feindseligkeiten führen. Obwohl gewalttätige Reaktionen selten sind, ist es ratsam, diskret zu sein, wenn man an solchen Aktivitäten mit Mitreisenden oder Einheimischen teilnimmt. Es ist jedoch üblich, dass sich Personen des gleichen Geschlechts bei Gesprächen an den Händen halten.
Swahili Ortschaften
[Bearbeiten]Es gab eine Vielzahl von Swahili Orten entlang der Küste. Von den meisten gibt es keine Spuren mehr. Erhalten sind noch:
- 4 Kipungani Auf Lamu Island: ein historischer Swahili-Ort mit traditioneller Siedlungsstruktur.
- Takwa Ruinen Auf der Manda-Insel (Lamu County) liegen die Takwa-Ruinen. Stätte einer Swahili-Handelsstadt aus dem 15./16. Jahrhundert. Besonders bemerkenswert ist die „Freitagsmoschee“ mit einer großen Säule bzw. Pfeiler an der Qibla-Wand. Wahrscheinlich wurde die Stadt wegen Wasserproblemen (Salzung) aufgegeben.
- 5 Siyu / Shanga auf Pate Island Shanga: Eine der komplettesten mittelalterlichen Swahili-Städte. Ruinen von ~ 130 Häusern, 300 Gräbern, Moscheen etc. Siyu Fort: Ein Fort aus Korallenstein und Mangrovenholz, mit Moscheen und Gräbern in der Stadt. Shanga gilt als die früheste Präsenz moslemischer Siedler an der ostafrikanischen Küste und auch südlich der Sahara.
- Lamu Old Town Eine lebende Stadt, sehr gut erhalten mit traditioneller Swahili-Architektur. Gebaut aus Korallenstein und Mangrovenholz, enge Gassen, Innenhöfe, große geschnitzte Holztüren. Lamu ist eines der ältesten durchgehend bewohnten Swahili-Siedlungen (über 700 Jahre).
- Gede Ruinen (Gedi) Bei Gede (Kilifi County) liegen die Ruinen einer ehemaligen Swahili-Stadt, mit Moschee, Palast, Wohnhäusern und Grabtürmen gebaut aus Korallenstein, Erde und Putz, typische Swahili-Architektur. Die Stadt war wahrscheinlich vom 11./12. Jahrhundert bis ins 17. Jahrhundert besiedelt.
- 7 Jumba la Mtwana Diese Ruinenstadt liegt nördlich von Mombasa (nahe Mtwapa) im Kilifi County. Es gibt Überreste von vier Moscheen, mehreren Häusern und einem Grabmal.Die Mauern sind meist aus Korallenstein („coral rag“) gebaut.Es war im 14. Jahrhundert besiedelt und wurde im 15. Jahrhundert verlassen.
Swahili-Orte waren städtische Handelszentren, die sich vom etwa 8. bis zum 16. Jahrhundert n. Chr. entlang der Küste Ostafrikas (vom heutigen Somalia über Kenia, Tansania bis nach Mosambik) entwickelten. Sie waren die Heimat der Swahili-Kultur, die aus der Vermischung von einheimischen afrikanischen Gemeinschaften (Bantu-sprachig) mit Händlern und Einflüssen aus der arabischen Welt, Persien und später auch Indien und China entstand.
Ihre geografische Lage wurde danach gewählt, wie gut sie als Hafen für den Seehandel dienen konnte. Also fast immer direkt am Indischen Ozean, oft auf Inseln oder in geschützten Buchten, wo eine Durchfahrt des der Küste vorgelagerten Riffs gefahrlos erfolgen konnte. Dies war entscheidend für die Anlandung von Segelschiffen (Dhows).
Ihre wirtschaftliche Grundlage war der transkontinentale Handel. Exportiert wurden vor allem Elfenbein, Gold, Sklaven, Tierhäute, Ebenholz, Ambra, Schildpatt. Importiert wurden Luxusgüter wie chinesisches Porzellan, persische und arabische Keramik, indische Baumwollstoffe, Glasperlen und Glaswaren. Es gab auch lokales Handwerk, wie die Herstellung von Textilien, Schmuck und die Verarbeitung von Eisen. Diese Orte waren die Knotenpunkte eines globalen Handelsnetzwerkes, lange bevor die Europäer den Seeweg nach Indien entdeckten.
Gesellschaftsstruktur: Der Islam war ein zentrales Identitätsmerkmal der städtischen Eliten. Die Sprache Swahili (Kiswahili), eine Bantu-Sprache mit vielen Lehnwörtern aus dem Arabischen, war die Lingua Franca des Handels und des Alltags. Die Gesellschaft war hierarchisch aufgebaut, mit einer wohlhabenden Elite aus Händlern und lokalen Herrschern, die oft arabische oder persische Abstammung für sich beanspruchten, sowie Handwerkern, Fischern und Bauern und Sklaven.
Reisezeiten: Die Händler konnten nicht einfach zu jeder beliebigen Zeit segeln, da die Dhows mit ihren Lateiner Segeln und bauartbedingt kaum gegen den Wind kreuzen konnten, sondern mussten mit dem Wind segeln. Der Nordost-Monsun (Swahili: Kaskazi) weht von Dezember bis März von Indien und der arabischen Halbinsel in Richtung Ostafrika. Dies war die Zeit, in der Schiffe aus Persien, Arabien und Indien die Küste Ostafrikas erreichen konnten. Sie segelten mit dem Wind im Rücken direkt nach Süden. Der Südwest-Monsun (Swahili: Kusi) weht von Juni bis September von Ostafrika in Richtung Indien und Arabien. Dies war die Rückreise. Beladen mit afrikanischen Gütern segelten die Händler nun wieder nach Norden und Osten, zurück in ihre Heimatländer oder weiter nach Indien.
Ruhezeiten: April - Mai ist eine Phase der Windstille und Unbeständigkeit. In dieser Zeit wurde nicht gesegelt. Die Händler warteten in den Hafenorten auf die Wendung des Windes. Auch Oktober - November war eine weitere ruhigere Phase des Wartens. Dies waren die Zeiten der Bevölkerungsmischung zwischen den arabischen Matrosen und den ortsansässigen Bantu-Frauen, die der Bevölkerung an der Küste ihre typischen Merkmale bescherte. Diese Zeiten strukturierten das gesamte wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben an der Küste.
Architektur und Stadtplanung: Die wohlhabenderen Bewohner errichteten Häuser aus Korallenstein, die oft mit Mörtel verputzt waren. Diese „Steinstädte” unterschieden sie von den ländlichen Lehm- und Flechtwerksiedlungen im Hinterland. Die typischen Swahili-Häuser hatten eine Bank (Baraza) vor dem Haus, die zum Ausruhen und für Gespräche genutzt wurde, sowie Innenhöfe, die für Privatsphäre und Luftzirkulation sorgten. Die Fassaden zur Straße waren geschlossen, um die Privatsphäre der Familie zu schützen. Meist hatten sie eigene Zisternen zur Wasserspeicherung sowie Badebereiche. Allerdings befanden sich die Latrinen in unmittelbarer Nähe der Brunnen. Dies führte zu erheblichen Trinkwasserproblemen. Da in den Ruhezeiten auch die Schiffsbesatzungen untergebracht werden mussten, gab es zum Teil recht große Anwesen, die Hotels oder Karawansereien ähnelten. Sie verfügten über kleine Zimmer für die Mannschaften und bequeme, große Räume für die Offiziere und Kapitäne. In jeder Stadt gab es eine oder mehrere Moscheen. Größere Orte hatten auch einen zentralen Platz und einen Palast für den Herrscher.
Wichtige Swahili-Orte in Kenia waren Lamu (die am besten erhaltene Altstadt), Mombasa (Old Town), Malindi, Gedi (eine mysteriöse Ruinenstadt im Wald) und Jumba la Mtwapa.
Störung und Wandel: Mit der Ankunft der Portugiesen (ab dem 16. Jahrhundert n. Chr.) und später der Omanis änderten sich die Handelsstrukturen. Die europäischen Schiffe (Karacken und Galeonen) waren weniger von den Monsunwinden abhängig, da sie auch „kreuzen” (im Zickzack gegen den Wind segeln) konnten. Dadurch verringerte sich die saisonale Abhängigkeit. Die traditionellen Dhows verloren an Bedeutung – und damit auch das traditionelle Zusammenleben in den Swahili-Orten.
Die Herrschaft der Portugiesen über die Swahili Städte: Da Vasco da Gama (1498) und die nachfolgenden portugiesischen Flotten in den Swahili-Städten auf starken Widerstand stießen, entwickelte sich an der ostafrikanischen Küste ein langanhaltender Konflikt. Die etablierten arabischen und swahili-arabischen Händler lehnten die Portugiesen als Konkurrenten ab und verweigerten ihnen den Zugang zum wertvollen Gewürzmarkt. Da die Portugiesen auf rein ökonomischem Weg keine Chance gegen diese gewachsenen Netzwerke hatten, erzwangen sie ihre Beteiligung durch Gewalt und technologische Überlegenheit. Ihr strategisches Ziel war dabei nicht die Eroberung weiter Landstriche, sondern die Kontrolle der Seewege durch eine Kette befestigter Stützpunkte, den sogenannten Estado da Índia, zu dem neben Goa und Malakka auch Mombasa gehörte. Zur Sicherung ihrer Macht führten die Portugiesen ab 1502 das Cartaz-System ein, eine Form der maritimen Schutzgelderpressung. Jeder Händler im Indischen Ozean war nun gezwungen, diesen kostenpflichtigen Handelspass zu erwerben. Wer ohne Cartaz aufgegriffen wurde, riskierte die Versenkung seines Schiffes sowie die Beschlagnahmung der Ladung und die Versklavung der Besatzung. Das System diente jedoch nicht nur der Gebühreneinnahme, sondern ein komplexes Instrument zur Monopolbildung. Schiffe mit einem Cartaz wurden gezwungen, portugiesische Häfen anzulaufen und dort Zölle von bis zu 20 Prozent abzuführen. Gleichzeitig beanspruchte die portugiesisch Krone den Handel mit strategischen Gütern wie Gewürzen, Eisen und Pferden exklusiv für sich. Militärisch stützte sich dieser Anspruch auf einen massiven technologischen Vorsprung. Die robusten portugiesischen Karacken waren den lokalen Dhows an Feuerkraft weit überlegen, da sie mit schweren Kanonen bestückt waren, die ganze Handelsflotten in Schach halten konnten. Städte wie Mombasa, die sich diesem wirtschaftlichen Würgegriff widersetzten, wurden durch Strafexpeditionen und Bombardierungen mehrfach dem Erdboden gleichgemacht. Um diese gewaltsame Vorherrschaft dauerhaft zu zementieren, errichteten die Portugiesen schließlich zwischen 1593 und 1596 das massive Fort Jesus in Mombasa. Doch trotz der steinernen Festung und des repressiven Cartaz-Systems blieb der Widerstand bestehen. Die Ära der portugiesischen Dominanz in dieser Region endete schließlich nach 2 Jahrhunderten 1698, als arabische Streitkräfte aus dem Oman das Fort nach einer fast dreijährigen Belagerung eroberten und die Portugiesen nach Süden zurückdrängten.
Die Dau
[Bearbeiten]

Dau oder Dhow (داو auf Arabisch und dau auf Suaheli) ist ein umgangssprachlicher Name für verschiedene Arten von Booten im Indischen Ozean, die hauptsächlich zum Fischen und für die Kabotage an der Küste oder zwischen den Inseln verwendet werden. Traditionell sind sie aus Holz gebaut und mit einem oder zwei Masten getakelt, die jeweils ein trapezförmiges Segel mit einer abgeschnittenen Vorspitze tragen, die als "arabisches Segel" bekannt ist. Derzeit werden die größten Dhaus ihrer Segel, sogar ihres Mastes, beraubt und von einem Dieselmotor angetrieben. Die wichtigsten Dau-Typen entlang der kenianischen Küste sind:
- Baggala : 30 bis 50 m lang und in der lage, 150 bis 500 Tonnen zu tragen, ist die größte der Daus. Ihr Heck ist quadratisch, der Bhum oder Boom ähnlich dem Baggala, aber sein Heck ist spitz, Die mit einem Achterdeck und manchmal mit einem Vorderdeck ausgestattete Jahazi ist die typischste der Dhaus der kenianischen Küsten. Gebaut werden sie unter anderem noch heute in Matondoni auf der Insel Lamu.
- Zaroug oder Kidau ist die kleinste und schnellste der Daus. Ausgestattet mit einem einzigen Mast wird es hauptsächlich zum Fischen verwendet. Sechsmal im Jahr werden in Lamu Geschwindigkeitsrennen zwischen Vidau (Plural von Kidau) organisiert.
Die ostafrikanische Küste, an der die Swahili lebten, ist durch zahlreiche Inseln, Riffe und Buchten gekennzeichnet. Die Dhaus, mit ihrem flachen Tiefgang und ihrer Fähigkeit, in seichten Gewässern zu segeln, waren ideal für die Navigation in diesen Gewässern. Sie konnten problemlos in Küstennähe operieren und sogar in flachen Häfen anlegen, was größere Schiffe nicht konnten. Deshalb werden sie auch bis heute genutzt.
Die Dhaus waren relativ einfach und kostengünstig zu bauen und zu betreiben. Sie bestanden zumeist aus Holz und wurden oft ohne Nägel gebaut, stattdessen wurden die Bretter mit Kokosfasern zusammengebunden. Diese Bauweise war sowohl praktisch als auch nachhaltig, da die Materialien in der Region leicht verfügbar waren.
Nachteilig ist, dass Dhaus nicht gut gegen den Wind segeln können, weil ihre traditionelle Bauweise und das große Lateinersegel nicht geeignet sind, strömungsgünstig getrimmt zu werden. Dadurch fehlt ihnen der nötige Vortrieb beim Kreuzen, und sie driften seitlich ab. Sie sind für Fahrten mit Rücken- und Seitenwind optimiert, nicht für das Segeln hart am Wind.
