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Chanthaburi

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Chanthaburi
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Chanthaburi (thailändisch: จันทบุรี, ausgesprochen chan-tá-burii, umgangssprachlich müang chan) liegt in der gleichnamigen Provinz in Ostthailand. Sie ist ein Zentrum des Edelsteinhandels und des Obstanbaus.

Hintergrund[Bearbeiten]

Chanthaburi wirkt wegen seiner Bedeutung als Zentrum des Edel- und Schmucksteinhandels (Saphire, Rubine, Smaragde, Jade, Achate) viel lebendiger und interessanter als man bei so einer kleinen Provinzstadt vermuten mag.

Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte: Vermutlich wurde sie im 9. Jahrhundert n. Chr. als Stadt im Khmer-Reich von Angkor gegründet; im 14. Jahrhundert wurde sie dann Teil des siamesischen Königreichs von Ayutthaya. Nach dessen Untergang und Zerstörung durch die Birmanen im Jahr 1767 kam der charismatische Feldherr Taksin hierher, um seine Truppen zu sammeln und die Vertreibung der Besatzer vorzubereiten, später machte er sich selbst zum König.

Bereits zu dieser Zeit gab es eine nennenswerte auslandschinesische Gemeinschaft, die hier – begünstigt durch die Lage an einer Flussmündung – Handel trieb. Im 19. Jahrhundert kamen Flüchtlinge aus Südvietnam hinzu, zumeist Christen, die vor der religiösen Verfolgung in ihrer Heimat flohen. Weitere Migrationswellen kamen in den 1920er- bis 1940er-Jahren (Flucht vor der französischen Kolonialherrschaft) und nach dem Sieg der Kommunisten im Vietnamkrieg 1975. Folge ist das recht multikulturelle Klima in der Stadt, dem Reisenden zeigen sich die entsprechenden Einflüsse vor allem in der vielseitigen Architektur und Küche.

Zwischen 1893 und 1905 war Chanthaburi im Rahmen eines Grenzkonflikts mit dem damals benachbarten französischen Kolonie Indochina durch französische Kolonialtruppen besetzt. Wer genau hinsieht, kann in der Stadt auch einen gewissen französischen Einfluss entdecken.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächstgelegene Flughafen ist der Regionalflughafen von Trat, 60 km südöstlich von Chanthaburi. Mehr Flüge gibt es zum Flughafen U-Tapao zwischen Pattaya und Rayong (siehe unter Pattaya#Mit dem Flugzeug). Von dort sind es 150 km nach Chanthaburi.

Der nächste Flughafen mit interkontinentalen Flügen aus Europa ist Bangkok-Suvarnabhumi (220 km entfernt). Direkte Busse vom Busbahnhof am Flughafen nach Chanthaburi fahren um 10.20, 15.10 und 16.10 (Stand Oktober 2013), zusätzlich kann man auch Busse Richtung Trat und Laem Ngop (Ko Chang) nehmen und in Chanthaburi aussteigen. Ein Taxi von Suvarnabhumi nach Chanthaburi kostet etwa 2400 Baht.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Ein Anschluss ans Eisenbahnnetz besteht nicht.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Entfernungen
Bangkok250 km
Pattaya170 km

Der Busbahnhof befindet sich ca. 1 km westlich der Altstadt. Von dort kann man ein Pickup-Taxi zu seinem Ziel in der Stadt für 40 Baht nehmen.

Fernbusse von Bangkoks östlichem Busbahnhof Ekkamai fahren tagsüber ungefähr im Stundentakt. Die Fahrt dauert gut 5 Stunden und kostet 183 Baht. Dreimal täglich bietet die staatseigene Gesellschaft The Transport Co. Ltd. Busse der Klasse ม.1ข, die über die Autobahn fahren. Sie brauchen nur 4 Stunden, Preis 191 Baht. Minivans fahren ungefähr im Stundentakt vom Siegesdenkmal (Victory Monument) in Bangkok in 4½ Stunden für 220 Baht nach Chanthaburi.

Direktverbindungen gibt es außerdem von/nach Aranyaprathet (an der Grenze zu Kambodscha), Nakhon Ratchasima (in Nordostthailand), Pattaya, Rayong und Ko Chang bzw. Trat.

Vom Übergang Ban Pakkat/Phsar Prum an der kambodschanischen Grenze (19 km nordwestlich von Pailin) gibt es ebenfalls Minivans nach Chanthaburi. Der Behauptung von Schleppern, man müsse ein kostspieliges Taxi nehmen, sollte man keinen Glauben schenken.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Chanthaburi liegt an der Nationalstraße 3 (Thanon Sukhumvit), die an der östlichen Golfküste entlang von Bangkok über Pattaya und Rayong nach Trat und bis an die Grenze zu Kambodscha führt. Von Bangkok sind es etwa 250 Kilometer. Am schnellsten ist es, die mautpflichtige Autobahn Richtung Chon Buri zu nehmen, an der Ausfahrt Ban Bueng/Chon Buri/Klaeng auf die vierspurig ausgebaute Nationalstraße 344 Richtung Ban Bueng zu wechseln (Chanthaburi ist hier bereits ausgeschildert), bevor man bei Klaeng auf die Nationalstraße 3 kommt. So braucht man günstigenfalls etwas mehr als drei Stunden, die tatsächliche Fahrtzeit hängt aber stark von der Verkehrslage ab. Von Pattaya sind es ca. 170 Kilometer (Fahrtzeit etwa 2:20 Std.), von Rayong 110 Kilometer (1½ Std.), von Trat 70 Kilometer (eine Stunde).

Mobilität[Bearbeiten]

In Chanthaburi gibt es Taxis in Form von kleineren, blau-gelb oder rot-blau lackierten Mazda-Pickups (genannt Mad-sa-da). Sie haben kein Taxameter, der Preis muss also ausgehandelt werden. Eine Fahrt innerhalb der Stadt sollte etwa 40 Baht kosten. Will man mit dem Taxi zu einem Ausflugsziel im Umland fahren (z.B. nach Laem Sing für 250 Baht), muss man in der Regel auch gleich die Rückfahrt bezahlen, da die Fahrer fürchten, sonst leer zurückfahren zu müssen.

Außerdem gibt es Songthaeos (größere, blau lackierte Pickups mit Sitzplätzen auf der Ladefläche, die als Sammeltaxis einer Linienführung folgen; Preis 5-15 Baht) sowie Motorradtaxis (max. 60 Baht für Fahrten innerhalb der Stadt.

Songthaeos und Minivans ins Umland fahren in der Thanon Amphawa, am Postamt am Nordende des Marktes ab. Minivans nach Pong Nam Ron (heiße Quelle) und Ban Pakkat (Grenzübergang zu Kambodscha) fahren in der Thanon Trirat, am Ostende der großen Brücke ab.

Wer unabhängig sein will, kann ein Fahrrad oder Motorrad mieten. Manche Gästehäuser und Hotels in der Stadt bieten dies an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis mit Marienstatue
Reiterstandbild Taksins
Altstadt Chanthabun vom Fluss aus gesehen
  • Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis. Eines der größten katholischen Gotteshäuser in Thailand (60 Meter lang und 20 Meter breit); 1880 im neogotischen Stil errichtet, mit zwei Türmen; an einem großen offenen Vorplatz mit Marienstatue. Für Thailand eine ganz ungewohnte Atmosphäre. In Chanthaburi gibt es eine für thailändische Verhältnisse recht große katholische Gemeinde (das Bistum zählt etwa 35.000 Gläubige), meist Nachfahren von Flüchtlingen aus Südvietnam.
  • Taksin-der-Große-Park (Suan Somdet Phrachao Taksin Maharat). Gepflegter öffentlicher Park im Stadtzentrum mit großem Teich, in dem sich eine Insel befindet. In der Mitte befindet sich die Reiterstatue des Königs Taksin. Der legendäre und hochverehrte Kriegerkönig zog sich nach dem Untergang des Königreichs Ayutthaya 1767 nach Chanthaburi zurück, um hier seine Getreuen zu sammeln und anschließend Siam wieder von birmanischer Besetzung zu befreien.
  • Altstadt Chanthabun, am Flussufer des Mae Nam Chanthaburi (englisch „Waterfront“). Die Vorfahren dieser Gemeinde haben sich hier von 300 Jahren zur Zeit der Regierung von König Narai dem Großen von Ayutthaya niedergelassen. Thais und Nachfahren chinesischer und vietnamesischer Einwanderer leben hier zusammen und pflegen ihre jeweiligen kulturellen Einflüsse. Viele der Gebäude sind aus Holz gebaute historische chinesische Stadthäuser, liebevoll restauriert. Es gibt jede Menge Essensstände mit Gerichten und Snacks der unterschiedlichen Landesküchen. Ein sehenswerter Teil von Chanthaburi, in den sich nur wenige ausländische Reisende verirren. Im Learning House. Tel.: (0)81-9455761. Geöffnet: 9–17 Uhr,. kann man etwas über die Geschichte der Siedlung erfahren, mit alten Fotos, Gemälden und Bauplänen.
  • San Lak Müang (ศาลหลักเมือง). Schrein mit der Stadtsäule (Wohnort der Schutzgeister der Stadt).

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Obstfest. Im Mai oder Juni jeden Jahres. Chanthaburi ist ein Zentrum des Obstanbaus (Ananas, Mangos, Rambutan, Mangostanen, Durian usw.). Die meisten Früchte sind in dieser Zeit reif. Das Fest zelebriert das Hauptprodukt der Region.

Einkaufen[Bearbeiten]

Vitrine mit Edel- und Schmucksteinen

Natürlich: Edelsteine. Chanthaburi ist die Stadt der Saphire, Rubine, Smaragde - und die gibt es entlang der Edelsteinstraße Thanon Si Chan im Zentrum der Stadt. Nachdem in den Minen rund um die Stadt nicht mehr viel an Edelsteinen gefunden wird, hat sich ein internationaler Handel etabliert, und Steine aus Afrika oder anderen asiatischen Ländern werden nun in den Schmuckläden angeboten. Die Preise sind moderat, schon für 1000 Baht bekommt man hübsche Ringe mit thailändischem Saphir. Will man mehr investieren, dann sollte man sich schon auskennen. Längst nicht alles, was hier angeboten wird, ist wirklich wertvoll – als Laie kann man auch leicht danebengreifen. Das meiste Angebot gibt es am Wochenende.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Wer Chanthaburi am Wochenende besuchen will, sollte unbedingt vorher reservieren, weil dann die Edelsteinhändler in die Stadt „einfallen“. An Werktagen ist die Nachfrage wesentlich entspannter.

  • Hotel Kamsensarn. Das zentral gelegene Hotel bietet Zimmer ab 980 Baht, am Wochenende wird es allerdings teurer (die Edelsteinhändler sind dann in der Stadt) – so zahlt man fast das doppelte. Zur Waterfront, dem historischen Viertel der Stadt sind es nur wenige Schritte. Die Zimmer haben einen kleinen Balkon und sind ausgestattet mit TV, Kühlschrank und Dusche.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Telefonvorwahl039
Postleitzahl22000

Gesundheit[Bearbeiten]

Das Umland von Chanthaburi ist Malaria-Risikogebiet. Vor allem Besucher der Nationalparks sollten Vorsorgemaßnahmen treffen, insbesondere sich gegen Insektenstiche schützen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Wasserfall im Nationalpark Nam Tok Phlio
  • Edelsteinmine Khao Phloi Waen (เขาพลอยแหวน), ca. 12 km westlich von Chanthaburi. Die Mine kann besichtigt werden.
  • Nationalpark Nam Tok Phlio. Mit schönen Wasserfällen und interessantem, 1 km langem Naturlehrpfad. 17 km südöstlich der Stadt, etwas abseits der Nationalstraße 3 Richtung Trat (gut 20 Minuten mit dem Auto). Songthaeos fahren von der Nordseite des Marktes in Chanthaburi für 50 Baht zu einer Haltestelle 1 km vor dem Parkeingang.
  • Strand von Laem Sing („Löwen-Kap“). Beliebtes Ausflugsziel ca. 25 km südlich der Stadt, an der Trichtermündung des Chanthaburi-Flusses. Mit Bootsverleih, um zu den vorgelagerten kleinen Inseln zu fahren und kleinen Restaurants. In der Nähe gibt es die Überreste zweier Festungen aus dem 19. Jahrhundert. Französische Kolonialtruppen unterhielten hier ab 1893 eine Garnison, als sie einen Teil Ostthailands besetzt hielten. Thailänder, die Widerstand leisteten wurden im Kuk Khi Kai („Hühnermist-Gefängnis“) inhaftiert. Die ebenfalls nahegelegene Oasis Sea World bietet unter anderem Delfinshows sowie eine Schmetterlingsfarm.
  • Wat Khao Sukim. Meditationszentrum 25 km nordwestlich von Chanthaburi (halbe Stunde Autofahrt), 20 km südöstlich des Nationalparks Khao Khitchakut. In einem Museum werden Geschenke ausgestellt, die Gläubige dem Tempel gespendet haben.
  • Nationalpark Khao Khitchakut. Mit dem Krathing-Wasserfall (sehenswert vor allem am Ende der Regenzeit). Schutzgebiet für verschiedene Wildtiere (u.a. Elefanten, diverse Vogelarten). Auf dem Gipfel des Khitchakut-Berges gibt es einen angeblichen Fußabdruck des Buddha. Knapp 30 km nördlich der Stadt an der Straße Nr. 3249 (gut eine halbe Stunde mit dem Auto). Songthaeos fahren vom Postamt an der Nordseite des Marktes in die Nähe des Parkeingangs, kosten 35 Baht und brauchen eine dreiviertel Stunde. Aber Achtung! Auf eine Rückfahrtgelegenheit muss man sehr lange warten.
  • Heiße Quelle Pong Nam Ron. Ca. 55 km nordöstlich von Chanthaburi an der Straße Nr. 3193, in der Nähe des Grenzübergangs Ban Pakkat zu Kambodscha. Geöffnet: 6.00 – 18.00 Uhr.
  • Ko Chang. Der Fährhafen für Fahrten auf die beliebte Ferieninsel im Golf von Thailand befindet sich 75 km südöstlich von Chanthaburi (gut eine Std. Autofahrt).
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