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Totes Meer (Israel)

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Ufer des Toten Meeres bei En Gedi Spa

Im Südosten des Landes verfügt Israel über einen Zugang zum Toten Meer. Anders als die Abschnitte weiter nördlich, die zum Westjordanland gehören, ist diese Region israelisches Staatsgebiet.

Touristische Höhepunkte der Region sind die Felsenfestung Masada, die Oase En Gedi und der Badeort En Bokek.

Regionale Gliederung[Bearbeiten]

im Toten Meer treibt man obenauf...
und kann gemütlich lesen

Der israelische Küstenabschnitt des Toten Meeres ist umgeben vom palästinensischen Teil der Judäischen Wüste im Norden und Nordwesten, das Tote Meer bzw. Jordanien im Osten und die Wüste Negev im Süden und Westen. Die Region zieht sich etwa 60 Kilometer am Südwestufer des Toten Meeres entlang und ist nur wenige Kilometer breit. Der eigentliche Küstenstreifen ist relativ schmal, da das Gelände weiter westlich sehr schnell um mehrere hundert Meter zum Judäischen Bergland ansteigt.

Der israelische Küstenabschnitt grenzt an beide Teile des Toten Meeres, in die der Binnensee inzwischen faktisch geteilt ist. Der nördliche, größere Teil trocknet seit vielen Jahren zunehmend aus, während der Wasserspiegel des südlichen Teils - der auch industriell genutzt wird - über Pumpen permanent nachgefüllt wird, so dass das Austrocknen hier nicht auffällt. In einigen Jahren könnte sich das jedoch ändern: Das dauernde Nachpumpen führt nämlich dazu, dass sich im Südteil des Toten Meeres verstärkt Ablagerungen bilden, wodurch der Wasserspiegel paradoxerweise langsam immer weiter steigt (eine interessante Bildstrecke zu diesem Thema findet man bei der Süddeutschen Zeitung).

Orte[Bearbeiten]

  • En Gedi, direkt südlich der Grenze zum Westjordanland gelegen, ist eine bekannte Oase mit zwei schönen Naturparks am Westufer des Toten Meeres. Dort gab es früher auch einen öffentlichen Strand, er ist leider z.Zt. geschlossen. Die Eintrittsgebühren für Ein Gedi Spa (inkl. Wellnessangebot) sind für einen reinen Badestop am Toten Meer horrend.
  • Am südlichen Teil des Toten Meeres liegt mit En Bokek der bekannteste israelische Badeort am Toten Meer. Im öffentlichen Strand sehr bequeme Bademöglichkeiten (geringe Parkgebühren; Duschen vorhanden).
  • Noch südlich von En Bokek liegt die israelische Siedlung Neve Zohar mit ebenfalls einem öffentlichen Strand (keine Süsswasserduschen).

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Zwischen En Gedi und En Bokek befindet sich mit Masada eine bekannte Felsenfestung, die ursprünglich auf Herodes den Großen zurückgeht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bizarre Wüstenlandschaft bei Masada

Das Westufer des Toten Meeres, also auch der israelische Küstenabschnitt, gehört geographisch überwiegend zur Judäischen Wüste, die nach Süden langsam in die Wüste Negev übergeht. Während der Negev eine Trockenwüste ist, ist die Judäische Wüste eine Regenschattenwüste. Dem Reisenden fällt der Unterschied indessen kaum auf; die ganze Region westlich des Toten Meeres ist Steinwüste.

Der Bereich wird aufgrund der Sehenswürdigkeiten dennoch gern aufgesucht, außerdem bietet die Gegend mit En Bokek einen der touristisch am besten erschlossenen Orte am ganzen Toten Meer.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

In der Regel wird man über den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv anreisen und von dort einen Mietwagen oder Busse nehmen. Ein kleiner Flugplatz (der im regulären Flugverkehr nicht bedient wird) befindet sich auch bei Masada, ein weiterer Flugplatz mit Verbindungen aus Deutschland in Eilat an der Südspitze des Landes.

Mit dem Zug[Bearbeiten]

Die Region ist nicht an das Netz der israelischen Bahn angebunden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

An das Tote Meer bestehen Verbindungen von Jerusalem, Be'er Scheva (Beerscheba), Eilat und Arad (detaillierte Hinweise findet man in den Ortsartikeln). Die Busse verkehren vergleichsweise selten und unregelmäßig, man sollte sich im Vorfeld über die Fahrpläne informieren.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Entlang der Westküste des Toten Meeres verläuft in Nord-Süd-Richtung (nur) die israelische Straße 90. Diese Straße durchquert Israel insgesamt von Eilat im Süden über das Westjordanland und den See Genezareth bis hoch in den Norden bei Kirjat Schmona. Zubringer sind von Jerusalem die Straße 1, die bei Jericho kreuzt, und die Straße 31 von Arad; auf die letztgenannte Straße kann man schon nördlich von Be'er Scheva auffahren.

Aufgrund von "Sinkholes", Erosionen und Unterspülungen der Strasse, kam es im Raume von Ein Gedi im Frühjahr 2015 zum Unterbruch der Strasse 90, die Strassenführung wurde angepasst und etwas ins Landesinnere verlegt. Ein Zugang zum früheren abgesunkenen Badestrand von Ein Gedi ist nicht mehr möglich.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Buslinien, die zugleich die Zubringer zur Region sind, verkehren entlang der Straße 90 und können damit auch für die Fortbewegung entlang der Küste genutzt werden.

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, hält man sich ebenfalls an die Straße 90; sie führt an allen wichtigen Orten vorbei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind En Gedi und Masada. Daneben beeindruckt jedoch auch die karge und schroffe Wüstenlandschaft am westlichen Toten Meer mit ihrer bizarren Formenvielfalt und ihren wenigen grünen Flecken.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Anekdote Schwimmen im Toten Meer
Im stark salzhaltigen Wasser des Totes Meers ist der Auftrieb so groß, dass man ohne eigenes Dazutun schwimmt. Hierzu einige "technische Hinweise": Am besten trägt man wegen der scharfkantigen Salzkrusten Badeschuhe, Badehosen, welche ihre besten Tage gesehen haben (salz ruiniert vieles). Mit offenen Wunden kann es beim Eintauchen ins Wasser zu starkem Brennen kommen. Jedes Springen, hastige Bewegungen und Herumspritzen ist besser zu unterlassen, auf keinen Fall in den Augen reiben und besser auch nicht in der Nase bohren... - Kinder unter 12 Jahren werden von der Badeaufsicht in der Regel nicht zugelassen. Am einfachsten geht man langsam ins tiefer werdende Wasser (evtl. in der Nähe eines Halteseils oder -stange) und setzt sich bequem ins Wasser, wenn dieses Brusthöhe erreicht hat, wie in einen Lehnstuhl, dann lässt man sich etwas nach hinten kippen und legt sich ins Wasser und hebt die Beine an. Erst in einem zweiten Schritt kann man versuchen, sich in Bauchlage zu drehen (gibt ein Gefühl wie bei einem Badeentchen...). Höhere Schule ist das Schwimmen mit der für das obligate Photo für die Daheimgebliebenen ausgebreiteten Zeitung, welche beim Weg ins Wasser nicht nasswerden sollte. Da es etwas anstrengend ist, in Rückenlage den Kopf aus dem Wasser zu heben, hat sich ein aufblasbares Nackenkissen für den optimalen Badegenuss bewährt.
En Gedi Spa - Totes Meer
En Gedi Spa
Ein Gedi: einschlammen...
in En Bokek amToten Meer

Die wichtigste Aktivität ist wahrscheinlich das Baden im Toten Meer; die Möglichkeit hierzu besteht - nachdem der öffentliche Strand bei Ein Gedi infolge von Unterspülung und Entwicklung von Sinkholes abgestürzt ist, noch in En Gedi Spa (bewirtschaftet, hohe Eintrittsgebühr, zudem Thermalbäder gespeist aus heissen Quellen), En Bokek (zahlreiche Hotels mit eigenen Stränden, auch freie Strandabschnitte) und Neve Zohar.
Zum Badevergnügen gehört für viele auch, sich mit dem stark mineralhaltigen Schlamm einzuschmieren und die Pampe nach einiger Enwirkungszeit mit (Süss-)Wasser abzuspülen.
Wichtig: das Mitführen des abgepackten Heilschlamms, der für Schlammpackungen zum Verkauf angeboten wird, im Reisegepäck kann beim Heimflug zu größeren Befragungen und Kofferkontrollen am Flughafen führen; der mineralhaltige Schlamm fällt offenbar an den Durchleuchtungsanlagen unangenehm auf!

In der kühleren Jahreszeit kann man in der Region Wanderungen unternehmen; dabei gibt es auch abseits der Hauptziele interessante Wanderungen. Archäologisch Interessierte kommen insbesondere in Masada auf ihre Kosten, Ausgrabungen gibt es aber auch in En Gedi und En Bokek.

Küche[Bearbeiten]

In En Bokek gibt es zahlreiche Hotels und Restaurants (auch das Schnellimbissrestaurant mit dem grossen M für diejenigen, welche nur auf gewohnte Kost vertrauen), am En Gedi Spa ein Kaffee / Restaurant und im En Gedi Kibbuz ein abends geöffnetes Speiserestaurant.

Nachtleben[Bearbeiten]

Da viele Reisende Tagesausflüge machen, wird es abends am Toten Meer ruhig, am ehesten ist in En Bokek mit seinen Hotels etwas los.

Sicherheit[Bearbeiten]

Sinkholes / Einbruchsgefahr

Gelegentlich sieht man entlang der Küste Menschen, die außerhalb der ausgewiesenen Strände am Toten Meer baden. Davon sollte man im eigenen Interesse Abstand nehmen. Nur an den offiziellen Stränden gibt es Süßwasserduschen und es ist unangenehm, wenn das Salzwasser längere Zeit auf der Haut einwirkt. Außerdem kann es gefährlich sein, wenn man Wasser schluckt oder in die Augen bekommt, weil weder Bademeister in der Nähe sind noch man das Wasser auswaschen kann. Eine weitere Gefahr ist eher unscheinbar, aber nicht zu unterschätzen: Durch das Absinken des Toten Meeres kommt es am nördlichen Teil des Toten Meeres zu unterirdischen Auswaschungen; in der Folge brechen immer wieder Hohlräume in Ufernähe ein.

Klima[Bearbeiten]

Am Toten Meer ist es allgemein sehr warm, feucht und oft stickig; im Vergleich zu Jerusalem ist es am Toten Meer im Schnitt ca. 10 Grad wärmer. Das liegt zum einen an der tiefen Lage unter dem Meeresspiegel (Jerusalem liegt ca. 1200 Meter höher), andererseits an den geographischen Gegebenheiten: Der vorherrschende Westwind fällt am Ostrand des Judäischen Berglandes ab und erwärmt sich dadurch (ähnlich wie die Föhnwinde in den Alpen). Die hohe Luftfeuchtigkeit ergibt sich durch die hohe Verdunstung. Im Sommer können durchaus Temperaturen von über 40°C erreicht werden, im Winter fallen die Temperaturen nicht unter zehn Grad.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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