Saint-Paul (Réunion)

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Saint-Paul
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Saint-Paul liegt an der Westküste von Réunion, ist nach Einwohnern die zweitgrößte Kommune der Vulkaninsel und war bis 1738 auch die Inselhauptstadt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Kommunne Saint Paul besteht aus mehreren eigenständigen Städten und Orten entlang der Küste und im Hinterland, darunter ist auch Saint-Gilles-Les-Bains mit dem Strand bei L'Hermitage, wichtigster Badeort der Insel mit der umfassendsten touristischen Infrastruktur. Mit einer Fläche von 24028 Hektar ist Saint-Paul nach der Fläche gemesssen die drittgrößte Stadt im gesamten politischen Frankreich.

kleine Stadtchronik[Bearbeiten]

Die Bucht vor Saint Paul gilt als der Ort des ersten offiziellen Landgangs der Franzosen: Im Jahre 1638 landet Kapitän Solomon Goubert mit seinem Schiff Alexis in der Bucht vor Saint-Paul und nimmt die Insel im Namen des Königs Louis XIII. für Frankreich in Besitz. Aus dem Namenstag der heiligen Peter und Paul am Landungstag ergibt sich die Bezeichnung der Bucht und später der Stadt.

Die allerersten Bewohner der Insel waren dann ab 1654 aus Madagaskar verbannte Verschwörer, und zwölf bereits 1646 ausgesetzten Meuterern, die einige Jahre in einer Höhle an der Küste bei Saint-Paul hausten. Nach den Angaben der Meuterer entsteht auch die erste Karte der Insel. Offiziell gilt die Insel aber bis in das Jahr 1663 als unbewohnt.

Die offizielle Landnahme erfolgt dann im Jahre 1663: Die St. Charles, ein Schiff der französischen Ostindien Companie (La compagnie des Indes) und aus Madagaskar kommend landet mit zwei freiwilligen (Louis Payen und Pierre Pau), und zehn Bediensteten, darunter drei Frauen in der Bucht vor Saint Paul. Da einige der Bediensteten sehr schnell in die Berge flüchteten, ist der Status wohl eher der von Sklaven gewesen. Im Jahre 1665 folgt dann ein weiteres Schiff mit Etienne Regnault, dem ersten Gouverneur der Insel und zwanzig weiteren Siedlern. Von da an beginnt die echte Besiedlung der Insel. Im Jahre 1686, werden in der einzigen Inselsiedlung Saint Paul bereits 308 Inselbewohner, bestehend aus 108 schwarzen und 200 weißen Einwohnern gezählt. Saint Paul ist die offizielle Hauptstadt der damals noch Île Bourbon genannten Insel Réunion.

Ein Zyklon im Jahre 1718 und ein Stadtbrand 1723 führen zu Rückschlägen, die alte Siedlung wird fast vollkommen zerstört. Die Einführung von Kaffee bevorteilt das südlich gelegene und klimatisch begünstigte Saint-Pierre, Saint Paul verliert auf der Insel an Bedeutung. 1738 wird das wirtschaftlich unbedeutende Saint-Denis wegen der strategisch günstigeren Lage des Hafens die neue Inselhauptstadt.

Der Gerichtshof der Kolonie verbleibt aber bis 1833 in der Stadt und auch wirtschaftlich und kulturell ist Saint Paul bis heute die wichtigste Stadt auf der Insel.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straßen-km)
Le Port10 km
Saint-Paul24 km
Saint-Gilles-Les-Bains10 km
Saint-Leu26 km
Saint-Pierre53 km
Saint-Joseph71 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen für Réunion ist Roland Garros, er liegt ca. acht Kilometer östlich von Saint-Denis und 30 km von Saint Paul entfernt. Der Flughafen hat über Air France und Air Austral (die Fluggesellschaft Réunions) täglich Verbindung nach Paris und zu weiteren Orten in Frankreich.

Ein weiterer Flughafen der Insel ist Flughafen Pierrefonds bei Saint-Pierre im Süden der Insel. Von hier aus gibt es regionale Verbindungen nach Mauritius und Madagaskar.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

  • Linien B1, C1 und E führen wie Linie A entlang der Westküste, aber nur bis Saint-Leu.

Die Buslinien betreibt CAR JAUNE, Kennfarbe gelb. Die Busse fahren in der Frühe an Werktagen bereits ab ca. 4.30 Uhr (Sonn- und Feiertags deutlich später) bis Abends um ca. 18 Uhr in etwa im Stundenrhythmus.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Saint-Denis aus führt die am 5. März 1976 eröffnete RN1 (Route du Littoral) am Steilufer der Nordküste entlang und dann auch weiter an der Westküste der Insel und an Saint Paul vorbei.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen, Moscheen, Tempel[Bearbeiten]

  • 1 Église de la Conversion de Saint-Paul (église de la Conversion de saint Paul), im Zentrum, 54 Rue Auguste Babet. Église de la Conversion de Saint-Paul in der Enzyklopädie Wikipedia Église de la Conversion de Saint-Paul im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsÉglise de la Conversion de Saint-Paul (Q3585748) in der Datenbank Wikidata. Kirche der Bekehrung des heiligen Paulus aus Lavasteinen. Eine erste Kapelle an Stelle der heutigen Kirche wird 1688 geweiht und umgebaut, 1703 wird sie unter Namensänderung zur Pfarrkirche in Stein erweitert, brennt in weiterer Folge mehrmals ab und wird wieder restauriert.
  • Shiva-Tempel, Rue de L'embarcadere, ca. 500 m nördlich des Zentrums.

Bauwerke[Bearbeiten]

Im Zentrum gibt es zahlreiche noch gut erhaltene Gebäude und Villen im kolonialen Baustil zu besichtigen.

  • Rathaus. In einem Gebäude der französischen Ostindien-Kompanie aus dem Jahre 1735.
  • Hôtel Lacaye, am Strand / Kai. Historisches Gebäude, erbaut als Hotel für Reisende und Marineoffiziere im Jahre 1867. Derzeit Nutzung durch die Kommune für öffentlichen Zwecke.

Denkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

  • 2 Le Cimetière marin (Seemannsfriedhof). Le Cimetière marin (Seemannsfriedhof) in der Enzyklopädie Wikipedia Le Cimetière marin (Seemannsfriedhof) im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsLe Cimetière marin (Seemannsfriedhof) (Q2972625) in der Datenbank Wikidata. Der Friedhof von Saint Paul gilt als einer der schönsten auf der Insel, er entstand ab dem 7. April 1788 nachdem der Friedhof an der Kirche nicht mehr ausreichte. Bekanntestes Grab ist das des legendären Seeräubers "La Buse" (1680 ? – 1730). Olivier Le Vasseur war unter seinem Spitznamen der "Bussard" der bekannteste und berüchtigste Pirat seiner Zeit im Indischen Ozean und um den Seeräuber rankt sich natürlich auch eine Geschichte mit einem Piratenschatz: Vor seiner Hinrichtung in Saint-Paul und schon mit dem Strick um den Hals waren seine letzten Worte "Mes trésors à qui saura comprendre!": "Mein Schatz gehört demjenigen, der dies versteht". Eine in das Publikum vor dem Schafott geworfenen, verschlüsselte Schatzkarte konnte bis heute noch nicht entschlüsselt werden. Die Beute des Piraten, auf mehrere Milliarden Euro nach heutigem Wert geschätzt, bleibt bisher verborgen. Lage des Friedhofs: am südlichen Ortseingang und einige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • 3 Caverne des Premiers Francais (grotte des Premiers Français), gegenüber dem Friedhof in der Felswand an der südlichen Ortsausfahrt. Caverne des Premiers Francais in der Enzyklopädie WikipediaCaverne des Premiers Francais (Q3117218) in der Datenbank Wikidata. Die Grotte mit kleiner Parkanlage ist bezeichnet nach den Franzosen der ersten Landung, die in den Höhlen eine allererste geschützter Unterkunft fanden. Bis in die sechziger Jahren hieß der Ort noch "die Höhle der zwölf Verbannten" nach den vermutlich wirklich allerersten Inselbewohnern. Der Ort hat für die Inselbewohner hohe historische Bedeutung.
  • Omega, im Süden vor der Stadt. 407 m hoher Antennenmast und Teil einer weltweiten Sendeanlage / Navigationshilfe.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wasser[Bearbeiten]

Die Bucht vor Saint Paul besteht aus schwarzem Vulkansand und ist nicht durch ein Korallenriff vor Haifischen und den Wellen des Indischen Ozeans geschützt. Für Taucher wurde ein künstliches Riff aus einem versenkten Lastkahn angelegt.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Marché du vendredi, der ganztägige Freitags- und Samstag Vormittagsmarkt im Ortszentrum.

Küche[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

  • Chez Paul (asiatische Küche, Fischrestaurant), 16 CD4 Savannah, 97460 Saint Paul. Tel.: +262 (0)262 45 32 53.

Gehoben[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]