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Damanhūr

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Damanhūr ·دمنهور
Hermopolis mikra
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Damanhur (auch Damanhour, arabisch: ‏دمنهور‎, Damanhūr) ist eine Stadt im westlichen Nildelta in Ägypten mit etwa 244.000 Einwohnern (2006). Sie ist der Verwaltungssitz des Gouvernements el-Buḥeira. Von besonderer Bedeutung sind die kolonialzeitlichen Bauten im Stadtzentrum aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Damanhūr befindet sich im westlichen Nildelta etwa 160 Kilometer nordwestlich von Kairo und 70 Kilometer ostsüdöstlich von Alexandria. Das Zentrum der Stadt ist westlich des im 19. Jahrhundert angelegten el-Buḥeira-Bewässerungskanals, arabisch: ‏الرياح البحيرة‎, ar-Raiyāḥ al-Buḥaira, gelegen, der unmittelbar vor dem Delta-Staudamm nördlich von Kairo nach Westen abzweigt und im Norden von Damanhūr nördlich des Dorfes esch-Scheich Aḥmad in den Maḥmūdīya-Kanal einmündet. Der Maḥmūdīya-Kanal zweigt beim Dorf el-Maḥmūdīya vom Rosetta-Nilarm ab und führt etwa in westlicher Richtung bis nach Alexandria.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Stadt war in pharaonischer Zeit unter dem Namen Dmỉ-n-Ḥr.w, dem Dorf/Stadt des Horus, bekannt und bildete die Hauptstadt des 7. unterägyptischen Gaus, des Harpunengaus, der in griechischer Zeit Menelaitēs hieß. Der Name der Stadt lebt in der koptischen Bezeichnung Tmenhor (Ⲧⲙⲉⲛϩⲱⲣ) und der heutigen arabischen Bezeichnung fort. In griechischer Zeit wurde der Ort griechisch Hermopolis mikra (Ἑρμοῦ πόλις μικρά) bzw. lateinisch Hermopolis parva[1] genannt, besitzt also einen Bezug zum Gott Hermes, der dem ägyptischen Schreibergott Thot gleichgesetzt war.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus pharaonischer Zeit gibt es trotz der Bedeutung der Stadt mit ihrem Bezug zum Gott Horus kaum Belege. Da sich die moderne Stadt über dem Niveau des Umlandes erhebt, vermutet man, dass die antike Stadt mit der modernen überbaut wurde. Die wenigen Funde wie vier „Hyksos“-Köpfe, eine Granitstatue des Königs Psametich II. und einen Naos (Schrein) der Göttin Neith aus schwarzem Granit stammen zumeist erst aus der Saitenzeit (26. Dynastie) und sind möglicherweise aus der damaligen ägyptischen Hauptstadt Stadt Sais hierher gebracht worden.[2]

Mehr weiß man von der Stadt aus zahlreichen Papyri in griechisch-römischen Zeit, in der sie Hauptstadt eines Gaus im Bereich des heutigen Alexandria wurde.[3] Neben Horus wurde nun auch der Gott Thot hier verehrt. In dieser Zeit wirkten hier auch verschiedene griechische Geografen wie Stephanos von Byzanz, Strabo und Claudius Ptolemäus.

Aus Damanhur stammt auch die früheste pharaonische Goldmünze, die sich nun im Besitz der Münzabteilung der Sankt Petersburger Ermitage befindet und in die 30. ägyptische Dynastie datiert.[4]

Damanhūr war und ist Bischofssitz der koptischen Kirche. Einige der frühen Bischöfe wie Dracontius, Isidore und Dioscorus sind namentlich bekannt.[5] Zudem war Damanhūr Titularsitz der katholischen Kirche.

Baufragment eines altägyptischen Tempels aus el-Qalʿa

Napoleon wählte im Juli 1798 während seines Ägyptenfeldzuges den Anmarsch über Damanhūr nach Kairo, wo er am 21. Juli die Schlacht bei den Pyramiden gegen das ägyptische Mameluckenheer für sich entscheiden konnte. Vier Jahre später konnten ebenfalls in Damanhūr die Mamluken einen Sieg über das türkische Heer erzielen. Damanhūr war auch Endstation der ersten ägyptischen Eisenbahnlinie, die 1854 eingeweiht wurde und die Stadt mit Alexandria verbindet.

1885 zählte die Stadt etwa 25.000 Einwohner, 1928 etwa 48.000.[6] Der früheste Stadtteil ist el-Qalʿa (arabisch: ‏القلعة‎, „die Zitadelle“). Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dehnte sich die Stadt hauptsächlich nach Norden zwischen Bahnlinie und Maḥmūdīya-Kanal aus. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wächst sie in westlicher Richtung jenseits der Bahngleise weiter. Sie besitzt nun etwa 244.000 Einwohner (2006).[7]

Heutzutage ist die Stadt und das zugehörige Gouvernement Zentrum der Nahrungsmittel- und Landwirtschaft. Es gibt mehrere Fabriken, in denen vor Ort die Baumwolle entkörnt wird. Auch werden in der Stadt Maschinen zur Baumwoll- und Kartoffelverarbeitung hergestellt.

Orientierung[Bearbeiten]

Corniche am Buḥeira-Kanal in Damanhur

Östlich vor dem Bahnhof befindet sich der Bahnhofsplatz Mīdān el-Maḥaṭṭa (arabisch: ‏ميدان المحطة‎) mit dem Denkmal des Islamreformers Muḥammad ʿAbduh. Zwei Häuserblocks weiter östlich, in der Nähe der et-Tūba-Moschee, beginnt die Ahmed Orabi St., die über eine Länge von etwa 700 Metern in nordöstlicher Richtung zum 1 Mīdān en-Nāfūra, arabisch: ‏ميدان النافورة‎, führt. Auf halber Strecke zweigt eine Straße zum 2 Mīdān el-Gumhūrīya, arabisch: ‏ميدان الجمهورية‎, „Platz der Republik“, in dessen Nähe sich das Opernhaus und der Stadtrat befinden, ab. In nordnordwestlicher Richtung führt nun die el-Gumhūrīya St. weiter. Nach etwa 150 Metern bei der Banque Misr zweigt die El-Sign St. (El Segn St., arabisch: ‏شارع السجن‎, „Gefängnisstraße“), die auch Sa'ad Zaghlul St. genannt wird, in nordnordöstlicher Richtung ab. Das Namen gebende Gefängnis befindet sich südlich neben der Ḥabaschī-Moschee.

In östlicher Richtung gelangt man immer zum Maḥmūdīya-Kanal. Auf seiner Westseite wurde eine breite Uferstraße angelegt.

Der alte Stadtkern, el-Qalʿa, befindet sich östlich und südöstlich vom Bahnhof.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Stadtplan von Damanhūr

Damanhūr erreicht man am einfachsten über einen Abzweig von der Fernverkehrsstraße 1 von Kairo nach Alexandria, der Route agricole, die die Stadt im Westen passiert. Etwa zwei Kilometer südöstlich der Stadt gibt es ein 1 Straßenkreuz (31° 0′ 30″ N 30° 28′ 58″ O). Man fährt, von Kairo kommend, links neben der Brückenauffahrt ab. Auf der so abzweigenden Straße gelangt man in das Stadtzentrum von Damanhūr.

Die 2 zentrale Bushaltestelle (31° 1′ 16″ N 30° 28′ 10″ O), u. a. auch für die Fernbusse, befindet sich im Süden der Stadt.

Service-Taxis starten in Damanhūr von den Haltestellen Kūbrī ʿAlawī, arabisch: ‏كوبري علوي‎, im Süden der Stadt und 3 Kūbrī Iflāqa, arabisch: ‏كوبري إفلاقة‎, letztere für die Richtung Raschīd. Die Taxigebühren für die Fahrt zum Bahnhof oder zwischen den Bushaltestellen betragen etwa LE 2 (Stand 9/2010).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Damanhūr befindet sich an der Bahnlinie von Kairo nach Alexandria über Ṭanṭā. Der 4 Bahnhof Damanhūr (31° 2′ 9″ N 30° 28′ 9″ O), Tel.: +20 (0)45 330 8115, 331 7288) befindet sich im Stadtzentrum, etwa einen Kilometer westlich des Maḥmūdīya-Kanals. Es halten nicht alle Schnellzüge von Kairo nach Alexandria in Damanhūr. Die Fahrtzeit von Kairo beträgt etwa zwei Stunden, der Fahrpreis in der zweiten Klasse LE 20 (Stand 9/2010).

Mobilität[Bearbeiten]

In der Stadt verkehren grün-weiße Taxis. Eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet etwa LE 2 (Stand 9/2010).

Im Bereich des Bahnhofs führt eine Brücke über die Gleise.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altägyptische Bauten[Bearbeiten]

Denkmal für Muḥammad ʿAbduh

Heutzutage gibt es im Stadtgebiet keine sichtbaren Bauten aus pharaonischer Zeit. Der älteste Stadtteil, el-Qalʿa (arabisch: ‏القلعة‎), östlich und südöstlich des Bahnhofs, befindet sich auf einem Hügel, der altägyptische Bauten begräbt. Bei Neubauten in diesem Gebiet untersucht der Antikendienst das Gelände und birgt die Funde. Große Architekturfragmente werden gelegentlich vor dem Gebäude des Antikendiensts gelagert.

Denkmäler[Bearbeiten]

Auf dem Bahnhofsplatz befindet sich das 3 Denkmal für den Islamreformer, Religions- und Rechtsgelehrten sowie Großmufti von Ägypten, Muḥammad ʿAbduh (1849–1905). Der im Dorf Maḥallat Naṣr (arabisch: ‏محلة نصر‎) im Bezirk Schubrāchīt (arabisch: ‏شبراخيت‎) in bäuerlicher Verhältnissen geborene und aufgewachsene ʿAbduh ist einer der größten Söhne des Gouvernements el-Buḥeira. Bereits durch seinen Onkel, Scheich Darwīsch, kam er mit den Lehren des Sufismus in Berührung. Mit 17 Jahren begann er ein Theologiestudium an der el-Azhar-Universität in Kairo, das er 1876 abschloss. Ab 1870 wurde er von Gamāl ed-Dīn el-Afghānī (1838–1897), einem Vertreter der islamischen Moderne, unterrichtet. 1878 nahm er die Tätigkeit eines Geschichtsprofessors an der Hochschule Dār el-Ulūm auf.

Seine Lehren waren davon geprägt, den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt der westlichen Welt mit der Rückbesinnung auf den wahren Islam der frommen Vorväter in Einklang zu bringen. Er gehört damit zu den wichtigen Vordenkern des Salafismus.

Als Anhänger der Urabi-Revolte wurde er 1882 von den Briten für sechs Jahre ins Exil geschickt. Er hielt sich in Beirut, Paris und Tunis auf. Nach seiner Rückkehr nach Kairo nahm er 1889 die Stelle eines Qāḍī, eines islamischen Richters, an. Zehn Jahre später wurde er zum Großmufti von Ägypten ernannt. Dieses Amt führte er bis zu seinem Tode aus.

Moscheen[Bearbeiten]

  • 4 Et-Tūba-Moschee (مسجد التوبة, Masǧid at-Tūbā, „Moschee der Buße“) (am südwestlichen Ende der Ahmed-Orabi-St.). Die drittgrößte Moschee Afrikas und älteste Moschee der Stadt besitzt ein Minarett. Die Moschee wurde in der Mitte des alten Friedhofs des Dorfs Sakanīda errichtet. (31° 2′ 11″ N 30° 28′ 9″ O)
Et-Tūba-Moschee
Ostfassade der Ḥabaschī-Moschee
Im Inneren der Ḥabaschī-Moschee
  • 5 Ḥabaschī-Moschee (مسجد الحبشي, Masǧid al-Ḥabaschī), Sa'ad Zaghlul St. (El Sign St.). Die Ḥabaschī-Moschee ist wohl die schönste Moschee der Stadt und steht in der Tradition mamlukischer und osmanischer Architekten. Der Grundstein zu dieser Moschee wurde 1917 vom König Fuʿad I. gelegt, 1922 wurde sie eröffnet. Die Moschee wurde nach dem Prinzen ʿAbd er-Raḥmān al-Ḥabaschī (arabisch: ‏عبد الرحمن الحبشي‎) benannt. Die Moschee ist dreischiffig. Die zentrale Kuppel ruht auf Arkadenbögen, die von runden Säulen gestützt werden. Die Seitenschiffe werden mit Flachdecken abgeschlossen. Die gesamte Moschee ist farbig ausgemalt. Das Licht stömt durch Fester in der Kuppel und durch große Fenster an der Wand in die Moschee. Auf dem Gelände der Moschee befindet sich auch ein Sabil, ein Brunnenhaus. An die Moschee ist ein kleines Krankenhaus angeschlossen, in dem arme Gläubige kostenfrei behandelt werden. (31° 2′ 42″ N 30° 28′ 9″ O)
  • 6 Nāṣir-Moschee (مسجد ناصر, Masǧid Nāṣir). Die Moschee im Stadtteil Schubrā wird in Größe und Alter nur von der et-Tūba-Moschee übertroffen. (31° 1′ 56″ N 30° 27′ 54″ O)

Kirchen[Bearbeiten]

  • 8 Kirche des Erzengels Michael (كنيسة الملاك ميخائيل, Kanīsat al-Malāk Mīchāʾīl). Die älteste Kirche der Stadt wurde 1848 gegründet. (31° 2′ 3″ N 30° 28′ 14″ O)
  • 10 Kathedrale der hl. Jungfrau Maria und des hl. Athanasius des Großen (الكاتدرائية القديسة العذراء مريم والقديس اثناسيوس الرسولي, al-Kātidrāʾīya al-Qiddīsat al-ʿAḏrāʾ Maryam wa-l-Qiddīs Athnāsiyūs ar-Rasūlī). Die Kathedrale ist die Kirche der Diözese el-Buḥeira. (31° 2′ 1″ N 30° 28′ 25″ O)
Kirche Terra Santa
Blick auf den Mīdān el-Gumhūrīya
Sūq el-Bandar
Wohn- und Geschäftshaus am Mīdān el-Gumhūrīya

Profanbauten[Bearbeiten]

Opernhaus in Damanhur

Mit der Verarbeitung von Baumwolle gelangte ein größerer Reichtum in die Stadt. Im Bereich des heutigen Mīdān el-Gumhūrīya wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrere prächtige Verwaltungsbauten und Wohngebäude errichtet.

Am 8. November 1930 legte der König Fuʿad I. den Grundstein für ein Doppelgebäude, das ein Theater, eine Musikschule, eine Bibliothek und die Verwaltung der Kommune aufnehmen sollte. Das westliche der beiden Gebäude bildete das Opernhaus Damanhur. Bemerkenswert ist, dass es zu dieser Zeit Opernhäuser nur noch in Kairo und Alexandria gab.

Beide Gebäude sind dreigeschossig. An der Fassade wurden Architekturelemente aus Andalusien und Ägypten vermischt. Die Empfangshalle wurde im osmanischen Stil ausgeführt.

Als Vorbild des Opernhauses dienten europäische Bühnen wie die der Staatsoper Wien und die heutzutage zerstörte alte Kairoer Oper. Es besitzt neben dem Zuschauerraum, der Loge, einen Balkon und zwei weitere Ränge und bietet etwa 1.500 Personen Platz. An der Kuppeldecke hängt ein großer Kronleuchter.

Das Kino und Theater wurde anfänglich nach dem König Faruq benannt. 1952 wurde es in kommunales Kino (arabisch: ‏سينما البلدية‎, Sīnimā al-Baladīya) und 1977 in en-Nasr Winter Cinema (arabisch: ‏سينما النصر الشتوي‎, Sīnimā an-Naṣr asch-Schatawī) umbenannt. Die Bibliothek im östlichen Gebäude erhielt anfänglich den Namen des Königs Fuʿad I. Nach der Revolution wurde es nach dem ägyptischen Schriftsteller Taufīq el-Ḥakīm (1898–1987) umbenannt.

In den 1980er-Jahren setzte der Verfall des Theaters ein. Auch stürzten Teile der Kuppel ein. Anfang des 21. Jahrhunderts ließ das ägyptische Kulturministerium das Haus wieder restaurieren. Es wurde am 9. Mai 2009 mit einer Aufführung von Figaros Hochzeit von Wolfgang Amadeus Mozart als Opernhaus Damanhūr (arabisch: ‏دار أوبرا دمنهور‎, Dār Ubirā Damanhūr) wiedereröffnet.[8]

Die Musikveranstaltungen finden seitdem regelmäßig statt und werden durch Kairoer Orchester und Bühnen durchgeführt.

Das östliche der beiden 13 Gebäude wird heute ausschließlich vom Stadtrat genutzt. Die einstige Bibliothek wurde in die 14 Öffentliche Ägyptische Bibliothek, arabisch: ‏مكتبة مصر العامة‎, Maktabat Miṣr al-ʿĀma, verlagert und ebenfalls am 9. Mai 2009 eröffnet. Neben dem Bibliotheksgebäude wurde ein weiteres Gebäude mit Seminarräumen und Konferenzsälen errichtet.

Fotografieren innerhalb des Opernhauses und des Stadtrats ist nicht möglich.

Im Stadtzentrum, hauptsächlich auf der Ostseite des Mīdān el-Gumhūrīya, finden sich eine Reihe kolonialzeitlicher Wohn- und Geschäftsbauten.

Wasserbauten[Bearbeiten]

Unter den Brücken über den Maḥmūdīya-Kanal befindet sich eine bewegliche Brücke.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Im Westteil der Stadt befindet sich ein Fußballstadion (2 31° 2′ 15″ N 30° 27′ 26″ O).

Heiligenverehrung[Bearbeiten]

In Damanhūr werden zwei wichtige Mūlids gefeiert:

Das Mūlid des Scheichs Abū Rīsch findet Ende Oktober/Anfang November im Stadtteil el-Qalʿa statt. Es ist ein sufisches Mūlid.

Das Mūlid des Abu Hatzeira fand an zwei Tagen im Januar, zum 19. Tevet des jüdischen Kalenders, im Dorf Dimityūh (arabisch: ‏دمتيوه‎) im Osten von Damanhūr statt. Abu Hatzeira (auch Yaakov Abuhatzeira, Avir Yaakov, arabisch: ‏أبو حصيرة‎, Abū Ḥaṣīra) war ein führender marokkanischer Rabbiner und lebte von 1805 bis 1880. Bei seiner Pilgerreise ins Heilige Land 1879/1880 erkrankte er hier und starb. Er wird von den Juden wegen seiner Frömmigkeit, aber auch wegen der ihm zugeschriebenen Wunder verehrt. Sein Grabschrein (15 31° 1′ 56″ N 30° 29′ 9″ O) im Süden des Dorfs war alljährlich Ziel jüdischer Pilger aus Marokko, aber auch aus Israel. Eine ähnliche Verehrung wird auch seinem Enkel Enkel Yisrael Abuhatzeira (1889–1984) in Netiwot, Israel, zuteil.

Man benötigt eine Genehmigung zum Zugang zum Grabschrein. Ein Gericht in Alexandria hat im Dezember 2014 ein zeitlich unbegrenztes Verbot von Pilgerreisen zu Abu Hatzeiras Grab ausgesprochen.[9]

Einkaufen[Bearbeiten]

In der Innenstadt gibt es den Markt Sūq el-Bandar (1 31° 2′ 14″ N 30° 28′ 12″ O, arabisch: ‏سوق البندر‎).

Küche[Bearbeiten]

  • Caviar Star Restaurant, El Corniche St. (neben el-Sahaba-Moschee).
  • El Amer Restaurant, Ahmed Orabi St.
  • El Shamy Restaurant, Mahmoud El Habrouk St.
  • Gandofli Restaurant for Seafood, Hussein Hegazy St. (gegenüber der Fakultät für Naturwissenschaften). Tel.: +20 (0)45 336 0032. Fischrestaurant.
  • Melokheya Restaurant, Ahmed Orabi St.
  • Pastry Masr (حلواني مصر, Hilwānī Miṣr), Ahmed Orabi St. Tel.: +20 (0)45 333 3676. Konditorei und Café.
  • San Giovanni Pizza (بيتزا سان جيوفانى, Bītzā Sān Giyūfānī), Othman Ibn Affan St. Tel.: +20 (0)45 337 1240.

An der Corniche gibt es mehrere Cafés.

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte findet man z.B. in Alexandria, Kairo, Ṭanṭā und Banhā.

Obwohl Damanhūr eine Gouvernementshauptstadt ist, gibt es hier nur wenige, sehr einfache Hotels. Nach Auskünften von Einwohnern gibt es in der Nähe des Bahnhofs das Funduq el-Maḥaṭṭa (arabisch: ‏فندق المحطة‎, „Bahnhofshotel“).

  • Damanhour Hotel (فندق دمنهور السياحي, Funduq Damanhūr as-Siyāḥī), Corniche St. Tel.: +20 (0)45 333 3904, (0)45 333 3905, (0)45 333 3907. Beton-Neubau mit Zimmern auf sieben Etagen. Der Saal ist auch für Hochzeiten geeignet.
  • Oasis Hotel (فندق الواحة, Funduq al-Wāḥa), El Khairy St. Tel.: +20 (0)45 330 7157, Fax: +20 (0)45 330 7156.

Lernen[Bearbeiten]

  • Damanhour University, 27 Galal Qoraitam Sq. (hinter dem Sportstadium Damanhur). Tel.: +20 (0)45 336 8069. Die Universität war lange Zeit eine Niederlassung der Universität Alexandria. Mit dem Präsidentenerlass vom 26. Oktober 2010 ist sie eigenständig. Die zwölf Fakultäten sind über die Stadt verteilt. Zu den Fakultäten gehören Natur-, Geistes-, Erziehungs-, Ingenieur-, Wirtschafts- und Landwirtschaftswissenschaften, Medizin, Zahnheilkunde, Veterinärmedizin, Pharmazie und Kinderbetreuung.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeinkrankenhaus Damanhur (Damanhour General Hospital), El Gomhoureya St. Tel.: +20 (0)45 331 8008, (0)45 331 8457, Fax: +20 (0)45 331 8222, (0)45 331 8961.

Klima[Bearbeiten]

Aufgrund der Nähe zum Mittelmeer herrscht in Alexandria das ganze Jahr über mildes Klima. Von Oktober bis März, hauptsächlich im Januar, ist mit Regen und Stürmen zu rechnen.

Respekt[Bearbeiten]

Damanhūr ist keine Touristenstadt, und die Bevölkerung ist eher konservativ. Angemessene Kleidung ist angesagt. Das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit wird alles andere als gern gesehen.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Touristik-Information[Bearbeiten]

Eine Touristinformation gibt es nicht in Damanhūr. Hilfe erhält man aber in folgenden Einrichtungen:

  • 2 Antikendienst für pharaonische Denkmäler, Corniche. Tel.: +20 (0)45 333 3207. Der Antikendienst für koptische und islamische Denkmäler ist in Raschīd angesiedelt. (31° 2′ 57″ N 30° 28′ 8″ O)
  • Im selben Gebäude wie der Antikendienst ist auch die Touristenpolizei untergebracht.

Banken[Bearbeiten]

Passstelle[Bearbeiten]

  • Passport Office, Abou El Reesh St. (innerhalb der Sicherheitsdirektion). Tel.: +20 (0)45 330 7337.

Postamt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Habachi, Labib: Damanhur. In: Helck, Wolfgang ; Otto, Eberhard (Hg.): Lexikon der Ägyptologie ; Bd. 1: A - Ernte. Wiesbaden : Harrassowitz, 1975, ISBN 978-3-447-01670-4, Sp. 988 f.
  • Coquin, René-Georges: Damanhur. In: Atiya, Aziz Suryal (Hg.): The Coptic Encyclopedia ; Bd. 3: Cros - Ethi. New York : Macmillan, 1991, ISBN 978-0-02-897026-4, S. 686 f.
  • Timm, Stefan: Damanhūr (I). In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 2: D – F. Wiesbaden : Reichert, 1984, (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,2), ISBN 978-3-88226-209-4, S. 507–515.

Einzelnachweise

  1. Es gab unter den Griechen noch eine zweite Stadt mit dem Namen Hermopolis Parva, und zwar bei dem heutigen Dorf el-Baqlīya (arabisch: ‏البقلية‎), etwa 10 Kilometer südöstlich von el-Manṣūra.
  2. Siehe Porter, Bertha ; Moss, Rosalind L. B.: Topographical bibliography of ancient Egyptian hieroglyphic texts, statues, reliefs, and paintings ; Bd. 4: Lower and Middle Egypt : (Delta and Cairo to Asyûṭ). Oxford : Griffith Inst., Ashmolean Museum, 1934, ISBN 978-0-900416-82-8, S. 49. Die Funde befinden sich heute alle im Ägyptischen Museum von Kairo.
  3. Bernand, André: Le delta égyptien d'après les textes grecs ; Bd. 1: Les confins libyques. Le Caire : Institut français d'Archéologie orientale du Caire, 1970, S. 30 ff.
  4. Bolshakov, Andrey O.: The Earliest Known Gold Pharaonic Coin. In: Revue d’Égyptologie <Paris>, ISSN 0035-1849, Bd. 43 (1992), S. 3–9.
  5. Hermopolis Parva in: Catholic Encyclopedia, New York: Appleton, 1913.
  6. Baedeker, Karl: Ägypten : Handbuch für Reisende ; Theil 1: Unter-Ägypten und die Sinai-Halbinsel. Leipzig : Baedeker, 1885 (2. Auflage), S. 242. Baedeker, Karl: Ägypten und der Sûdan : Handbuch für Reisende. Leipzig : Baedeker, 1928 (8. Auflage), S. 30.
  7. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 7. November 2014.
  8. El-Aref, Nevine: Opera for all (archivierte Version vom 18. Mai 2009 im Internet Archive archive.org), Nachricht der Al-Ahram Weekly vom 14. Mai 2009.
  9. APA: Ägypten: Gericht verbietet Pilgerreisen zu Rabbiner-Grab, Nachricht im Standard vom 29. Dezember 2014.
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