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Carbonia

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Carbonia
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Carbonia ist eine Stadt in der historischen Region Sulcis im Südwesten Sardiniens und ist provisorische Hauptstadt der 2016 etablierten Provinz Südsardinien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stadt Carbonia ist die provisorische Hauptstadt der Provinz Südsardinien, in dieser ging im Jahre 2016 die ehemalige Provinz Carbonia-Iglesias auf, die 2005 - 2016 Bestand hatte und die zwei gleichberechtigte Hauptstädte Carbonia und Iglesias hatte. Carbonia ist Hauptort der historischen Region Sulcis, welche den südwestlichen Zipfel der Insel Sardinien umfasst. Im Norden liegt die alte Region Iglesiente.

Die Region des Alto Sulcis war seit prähistorischen Zeiten besiedelt, bei Sirri im Nordosten wurden Funde aus einer altsteinzeitlichen Kultur, der "Su Carroppu" Kultur, gemacht. In verschiedenen Höhlen fanden sich Spuren früher Kulturen, in der Umbegung um die Stadt fanden sich verschiedenen Nekropolen, die auch als "domus de janas" bezeichnet werden. Aus der Zeit Nuraghenkultur finden sich verschiedene Bauwerke, so der befestigte Nuraghe Sirai westlich des Stadtzentrums.

Auf dem Monte Sirai entstand zunächst eine phönizisch (punische), dann römische Siedlung. Unter byzantinischer Herrschaft wurden Landkirchen und Villen erbaut; später litt das Land unter Einfällen von Piraten und Sarazenen und die küstennahen Landstriche waren in den Epochen der Herrschaft der Judikate und der Aragonesen weitgehend entvölkert.

Um 1851 wurde das Kohlevorkommen von Bacu Abis entdeckt und ab 1853 begann die Ausbeutung. Mit der Gründung neuer Minengesellschaften wurde der Kohleabbau intensiviert, zuletzt ab 1915 durch die S.A. Bacu Abis. Nach deren Konkurs 1933 wurde die Società Mineraria Carbonifera Sarda SpA oder Carbosarda gegründet, die die Kohlevorkommen fortan ausbeutete. Mit der Entdeckung der immensen Kohlevorkommen von Serbariu-Sirai wurde der Entschluss gefällt, eine Bergarbeiterstadt in der Nähe der Kohlevorkommen zu gründen. 1937 erhielt das Vorhaben der Gründung der Stadt Carbonia, der Name rührt von der italienischen Bezeichnung von Kohle her, die volle Unterstützung des faschistischen Regimes unter Mussolini und am 18.12.1938 wurde im Beisein von Mussolini das Haus des Faschismus mit dem Torre Littoria eingeweiht. Während der Kriegsjahre und dem Embargo gegen Italien wurde mit erheblichen Repressalien die Kohleförderung mit allen Mitteln gesteigert, Erhöhung von Preisen für Unterkunft und Lebensmittel führte zu Streiken. Arbeitskämpfe gegen die Führung der Carbosarda prägten die kommenden Jahre, währen alliierte Bombardements den Anlagen nur mässigen Schaden zufügten, waren Streikaktionen ebenso schädlich. Mit 48'000 Einwohnern erlebte die Stadt einen Höhepunkt in der Entwicklung, später kam mit dem Rückgang des Kohlebedarfs der Niedergang der Bergbauindustrie und der jungen Stadt. 1964 wird die Kohlegrube von Serbariu geschlossen, in der Stadt grassiert Arbeitslosigkeit und Kriminalität.

In den Neunzigerjahren - nun mit halbierter Bevölkerung - erlebt Carbonia zögerlich einen neuen Aufschwung, ein Entwicklungsschwerpunkt ist die Industriearchäologie.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Auf dem Luftweg reist man am einfachsten über den 1 Aeroporto di Cagliari-Elmas im Süden an; der 2 Flughafen Alghero (Aeroporto di Alghero-Fertilia) im Nordwesten und der 3 Flughafen Olbia (Aeroporto di Olbia-Costa Smeralda) im Nordosten von Sardinien sind weiter entfernt.

Mit der Bahn / Mit dem Bus[Bearbeiten]

Stazione Carbonia Serbariu
Eisenbahnlinie Cagliari - Iglesias - Carbonia

Von der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung auf Sardinien, der von der Ferrovie dello Stato / Trenitalia bedienten Hauptlinie, welche von Olbia im Nordosten über Macomer, Oristano und nach Süden weiter zur Inselhauptstadt Cagliari führt, führt eine Seitenlinie ab Decimomannu nach Iglesias, das etwas weiter nördlich liegt.

Von dieser Bahnstrecke Cagliari - Iglesias zweigt eine Stichlinie von Villamassargia nach Carbonia ab. Auf dieser 22 km langen Stichlinie verkehren seit 1956 Güter- und Personenzüge nach Carbonia. An Werktagen verkehren heute ca. acht Zugspaare täglich in die Inselhauptstadt Cagliari, die in 60 - 80 Min. erreicht wird. Die alte Bahnstation Carbonia - Stato wurde stillgelegt, die Züge bedienen nun die Station 4 Carbonia - Serbariu, die in der Verlängerung der Via Roma liegt.

Die Eisenbahnlinie Iglesias - Carbonia - Sant'Antioco wurde 1974 stillgelegt.

Die Provinz wird von Bussen der arst / Trasporti Regionali della Sardegna bedient.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Zur Anreise aus dem Nordwesten von Sardinien nutzt man in der Regel die SS131, diese teils vierspurig ausgebaute bedeutendste Nord-Südverbindung im westlichen Sardinien führt von Sassari über Macomer und Oristano nach Cagliari hinab. Zur Anfahrt aus dem Nordosten, von den Fährhäfen um Olbia empfiehlt sich die Anreise über die SS 131DCN über Siniscola und Nuoro.

Von der Hauptachse der SS131 nimmt man die SS130 nach Iglesias, kurz davor führt die SP2 nach Carbonia. Eine weitere Hauptroute ist die SS126 nach Iglesias, die weiter in den Norden und in südlicher Richtung nach Sant'Antioco auf der gleichnamigen Insel führt. In südlicher Richtung, mit etwas Abstand zur Küstenlinie, führt die SS195 nach Cagliari.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die SP2 führt von Carbonia an die Küste nach Portoscuso und dem Industriehafen von Portovesme, von hier gibt es eine Fährverbindung zur Insel Isola di San Pietro; diese Verbindungen sind alle nicht zur Anreise zu nutzen.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Ort bewegt man sich zu Fuss; um die verschiedenen archäologischen Stätten zu besuchen, ist ein Privatfahrzeug sehr hilfreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Fördertürme
Turm der Casa Littoria
Rathaus (Municipio)
Museo Archeologico Villa Sulcis
Monte Sirai
Nuraghe Sirai
Museo Geominerale, Carbonia / Museo dei Palaeoambienti Sulcitani E. A. Martel

Im Zentrum der grösstenteils auf dem Reissbrett entworfenen Stadt liegte die Piazza Roma, umgeben vom Rathaus, der Kirche und dem zentralen Theater. Gegenüber die parkähnliche Piazza Marmilla. In der Stadt finden sich noch zahlreiche schmucklose Monumentalbauten der italienischen faschistischen Architektur.

  • die 1 Chiesa di San Ponziano
  • das 2 Municipio (Rathaus)

In näherer Umgebung liegen:

  • 3 Parco Archeologico Cannas di Sotto. Tel.: +39 0781 63512, E-Mail: . Nekropole mit 26 Grabkammern resp. "Domus des Janas" aus der Jungsteinzeit. Eine Fussgängerbrücke verbindet den Standort mit dem Museum Villa Sulcis. Geöffnet: täglich 08.00-20.00 h. Preis: 2.00 / 2.00 €.
  • 4 Nuraghe Sirai
  • 5 Parco Archeologico di Monte Sirai. Tel.: +39 0781 63512, E-Mail: . archäologischer Park mit Siedlungsruinen aus phönizischer und römischer Zeit. Geöffnet: Sommer Di-So 09.00-19.00h, Winter Di - So 10.00-13.00 h, 14.00-16.00 h, Mo geschlossen. Preis: 6.00 / 5.00 €, Kombiticket mit archäolog. Museum 10.00 €.
  • 6 Nekropole (Domus de Janas) Monto Crobu
  • der Hügel des 1 Monte Rosmarino mit Spazierwegen ist das Naherholungsgebiet der Stadt.

Museen[Bearbeiten]

  • 7 Museo Archeologica Villa Sulcis. Tel.: +39 0781 63512, E-Mail: . in ehem Verwaltungskomplex der Kohlenzeche untergebrachtes Archäologisches Museum mit Funden aus Fundstätten in der Region der Sulcis aus phönizischer und römischer Zeit. Geöffnet: Di - So 10.00-14.00 h, 15.00-19.00 h. Preis: 6.00 / 5.00 €; Kombiticket 10.00 €.
  • 8 Paleo Ambienti Sulcitani (PAS). Tel.: +39 0781 662199, E-Mail: . in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche untergebrachtes Museum mit Funden aus prähistorischer Zeit, einem rekonstruierten Dinosaurier und Versteinerungen aus Sardinien und der ganzen Welt. Geöffnet: Di - So 10.00-14.00 h, 15.00-19.00 h. Preis: 6.00 / 5.00 €; Kombiticket 10.00 €.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Monte Rosmarino, Naherholungsgebiet

Einkaufen[Bearbeiten]

  • grosse Supermärkte liegen im Industriegebiet in Bahnhofsnähe: 1 Conad und 2 Iperpan

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das 2 Ospedale Sirai verfügt über eine Notfallstation.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • 10 Parco Archeologico Montessu, Comune di Villaperuccio. Tel.: +39 0781 64040, E-Mail: . Eine grössere Nekropole, pränuraghische Megalithen und Nuraghen sind auf einem ca. 2 km langen Rundweg zu sehen; Zugang von der SP80 nördlich von Villaperuccio, östlich von Carbonia. Geöffnet: täglich 09.00-19.00 h. Preis: 5.00 / 3.00 €.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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