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Sulcis

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Die historische Region Sulcis liegt im Südosten von Sardinien, sie gehört heute zur Provinz Sud Sardegna.

Hintergrund[Bearbeiten]

Monti del Sulcis
Übersichtskarte der Sulcis
Blick vom Monte Sirai nach Sant'Antioco auf der gleichnamigen Insel
Parco Naturale Regionale del Sulcis

Die Region Sulcis ist eine historische Region, die die Südwestspitze Sardiniens umfasst. Im Mittelalter war die Region Teil der Region Sulcus-Iglesiente, die zum Judikat Cagliari gehörte.

Die historische Region umfasst das Gebiet südlich des Tal des Flüsschens Cixerri. Sie umfasst die Küstenebene, die sich vom 1 Capo Altano Typ ist Farbbezeichnung bis zum 2 Capo Teulada erstrecken Typ ist Farbbezeichnung (teils rechnet man den Abschnitt bis zum 3 Capo Spartivento Typ ist Farbbezeichnung dazu), inbegriffen die Inselgruppe von Sant'Antioco und Isola di San Pietro, und das Hinterland bis zum Massiv der Monti del Sulcis.

Die Geschichte menschlicher Besiedelung der Sulcis beginnt mit Zeichen prähistorischer Besiedelung in Su Carroppu di Sirri. Im vierten vorchristlichen Jahrtausend wurden die ersten Nekropolen aus dem Stein geschlagen (ein sehenswertes Beispiel ist die Nekropole von Montessu), Gigantengräber und Menhire errichtet.
In der Nuraghenzeit wurden in der Region zahlreiche Nuraghen errichtet. Einfache oder komplexe Nuraghen sind relativ dicht teils entlang der Küsten und vor allem auch auf Hügeln und Bergkuppen errichtet worden. Schöne Beispiele sind der Nuraghe Sirai und der Nuraghe Arresi. Bronzene Bootsdarstellungen deuten darauf hin, dass bereits in der Nuraghenzeit die Seefahrt eine gewisse Rolle spielte.
Die Situation änderte sich grundlegend mit der Ankunft der Phönizier, die ab dem 8. Jhdt. in den Naturhäfen von Sulki, Inosim, Bithia und außerhalb des eigentlichen Gebietes der Sulcus in Nora Handeslniederlassungen gründeten. Eine größere Stadt wurde auf dem Monte Sirai bei Carbonia errichtet. Im 6. Jhdt. traten die Punier, die Bewohner der nordafrikanischen Gründung Karthago die Nachfolge der Phönizier an. Im ersten punischen Krieg erlangten die Römer einen Sieg in der Seeschlacht bei Sulky. Im zweiten punischen Krieg wurde das Gebiet, in dem seit punischer Zeit Erzvorkommen ausgebeutet wurden, von den Römern eingenommen, die hier Silber- und Bleiminen ausbeuteten. Die genaue Lage der Stadt Metalla in der Sulcis ist bis heute nicht gesichert.

Im 5. Jhdt. wurde in Sulky das erste christliche Bistum gegründet. Nach dem Untergang dem weströmischen Reichs und einer kurzen Herrschaft der Vandalen und der Byzantiner wurden die Inseln des Archipels von Sant'Antioco immer wieder von Sarazenen und Piraten heimgesucht. Die Inseln und der Küstenstreifen der Sulcus wurden aufgrund dieser Raubzüge, die es auch auf die Entführung und Versklavung der Bevölkerung abgesehen hatten, weitgehend entvölkert. Im Mittelalter war die Diözese Sulcis Teil des Judikats von Cagliari. Der Sitz der Diözese wurde nach Tratalias verlegt. Nach Pestzügen und als Folge des Konflikts zwischen dem Judikat Arborea und den Aragonesen war die Region Sulcis nach zeitgenössischen Berichten als "wild und verlassen" beschrieben. Erst der Bau der aragonesischen Küstentürme vermochte dem Treiben der Sarazenen etwas Einhalt zu geben, wenn auch es im 18. Jhdt. noch zu heftigen Kämpfen zwischen sarazenischen Piraten und der Garnison von Sant'Antioco kam.
Im 18. Jhdt. wurde die abgesehen von einigen Thunfischfanganlagen landwirtschaftlich geprägte Sulcis zunehmend wieder bevölkert und die alten Ortschaften und Kirchen restauriert. Mit der Neuansiedlung von ursprünglich ligurischen Auswanderern, die in Tabarka an der tunesischen Küste angelegt hatten, wurden Carloforte und Calasetta gegründet.
Zu Beginn des 20. Jhdt. erlebte der Bergbau mit der Entdeckung von Kohlevorkommen neben den Erzvorkommen einen gewaltigen Aufschwung und Carbonia wurde als Retortenstadt gegründet, mit dem Ziel, den Kohlebedarf des faschistischen Regimes zu decken. Aufgrund der minderwertigen Qualität und sozialer Unruhen kam der Kohleabbau nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend zum Erliegen und es herrschte eine grosse Arbeitslosigkeit. Mit dem langsamen Aufschwung von Landwirtschaft, Viehzucht und einem eher individuell geprägten Tourismus kommt das Wirtschaftsleben der Region langsam in Fahrt. Etliche der Bergwerke wurden als Zeugen der Industriearchäologie erhalten.

Orte[Bearbeiten]

Monte Arcosu in den Sulcis-Bergen

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist das Italienische. Im Süden von Sardinien wird umgangssprachlich sardisch gesprochen. Die Inselgruppe Sant'Antioco zeichnet sich allerdings dadurch aus, dass sie von zwei unterschiedlichen Volksgruppen bewohnt ist, die ihr Sprache bewahrt haben: In Sant'Antioco und im Süden der Hauptinsel wird sardisch gesprochen, im Norden um Calasetta sowie auf der Isola di San Pietro (mit dem Hauptort Carloforte) Tabarchino. Die Bewohner dieser Region waren ligurischen Ursprungs und lebten in Tabarka auf Tunesien, bis sie im Jahre 1738 auf die Isola di San Pietro übersiedelten.

Anreise[Bearbeiten]

Von der Hauptachse der SS131, die Sardinien in Nord-Südrichtung durchzieht, nimmt man die SS130 nach Iglesias, kurz davor führt die SP2 nach Carbonia und man kann zur SS126 weiterfahren, die bis nach Sant'Antioco führt.

Zur Anreise von Norden her nimmt man die SS126 über Iglesias, die von dort in südlicher Richtung nach Sant'Antioco führt.

Zur Anreise aus dem Süden kann man die SS195 nehmen, die mit etwas Abstand zur Küstenlinie von der Verlängerung der SS126 nach Cagliari führt, aber wesentlich langsamer zu befahren ist.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Die SP2 führt von Carbonia weiter an die Küste nach Portoscuso und dem Industriehafen von Portovesme. Von hier gibt es eine Fährverbindung zur Isola di San Pietro und weiter nach Calasetta im Norden der Isola di Sant'Antioco. Diese Verbindung ist nicht zur Anreise zu nutzen.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Gebiet der Sulcis bewegt man sich am einfachsten mit dem Privatfahrzeug oder Fahrrad. Carbonia und das nördlich der eigentlichen Sulcis gelegene Iglesias sind ab Cagliari mit der Bahn erreichbar. In die Ortschaften in der Sulcis gelangt man nur mit den Bussen der arst.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Sehenswürdigkeiten in den wichtigsten Orten sind in den Ortsartikeln beschrieben.
Besonders lohnt der Besuch der pränuraghischen Nekropole von Montessu und der punischen Stätten von Sulki (Sant'Antioco), Inosim (Carloforte), Monte Sirai, Bithia(Chia) und außerhalb des eigentlichen Gebietes der Sulcis in Nora (Pula).
  • Die mittelalterliche Kirche von Tratalias
  • Im Carbonia werden verschiedene Bergbauanlagen im Rahmen eines aufkommenden Interesses an Industriearchitektur gesichert und zugänglich gemacht.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Besichtigung der verschiedenen archäologischen Stätten
  • Baden und Wassersport an den verschiedenen Stränden zwischen Fontanamare (bei Gonnesa) und der Costa del Sud sowie auf den Inseln.

Küche[Bearbeiten]

  • Carloforte ist bekannt für den dort servierten Thunfisch

Nachtleben[Bearbeiten]

  • in den Sommermonaten sind an vielen Stränden Lidi und Strandbars eingerichtet. Außerhalb der Saison ist die Gegend ausgesprochen ruhig.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Sicherheitslage ist unbedenklich, das organisierte Verbrechen konnte in Sardinien nie Fuß fassen. Im Sommer ist in der Sommerhitze auf Sonnenschutz und Trinkwasserreserven zu achten, bei Bergtouren mit Wetterumstürzen und Nebel zu rechnen.
Das Gebiet südlich von Sant'Anna Arresi ist militärisches Sperrgebiet und darf nicht begangen werden.

Klima[Bearbeiten]

Es herrscht warmes Mittelmeerklima mit milden Wintern und heißen Sommern, in denen aber auf den Gebirgszügen Nebel und auch Gewitter und Regengüsse vorkommen können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Broschüre Carbonia und Umgebung, u.a. in deutsch, Patrimonio culturale Sardegna

Weblinks[Bearbeiten]

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