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Iglesias

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Iglesias
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Iglesias ist eine Stadt in der historischen Region Sulcis - Iglesiente im Südwesten Sardiniens. Als Hauptort der historischen Region Iglesiente war sie zwischen 2005 und 2016 Co-Hauptstadt der Provinz Carbonia - Iglesias und ging nach der Neuordnung in der 2016 etablierten Provinz Südsardinien auf.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die alte Stadt Iglesias war seit Jahrhunderten Hauptort der historischen Region des Iglesiente', wie das Umland genannt wurde. In der Zeit der Provinz Carbonia-Iglesias, die 2005 - 2016 Bestand hatte, war die neben Carbonia eine der zwei gleichberechtigten Hauptstädte. Nach dem sardischen Referendum 2012 wurde 2016 die Provinz Südsardinien mit der Hauptstadt Carbonia geschaffen. In dieser ging im Jahre 2016 die ehemalige Provinz auf. Die Subregion des Iglesiente erstreckt sich unmittelbar nördlich der Sulcis von der Küste (von der Cala domestica bis Nebida) bis ins Landesinnere.

Die ersten Besiedlungsspuren reichen ins Neolithikum zurück. Es fanden sich Nekropolen mit "Domus de Janas", die bis in die Ozieri-Kultur zurückgehen. Später mehren sich die Funde aus der Zeit der Nuraghenkultur. Ganz im Nordosten des Gemeindegebiets liegt der archäologische Park von Matzanni mit nuraghischen Brunnenheiligtümern und einem Tempel aus punischer Zeit. Unklar ist, wo genau in der Region sich die in römischer Zeit errichtete Stadt Metalla befand. Die ganze Region war bekannt für den Mineralbergbau.

Die Region blieb wohl bis ins 9. Jhdt. kaum bevölkert, dann wurde die byzantinische Kirche San Salvatore erbaut. Die Region gelangte unter die Herrschaft des Judikats Cagliari, genauer zur Curatoria Cixerri. Unter dem Pisaner Ugolino della Gherardesca wurde im 13. Jhdt. die Villa di Chiesa oder Villa Ecclesiae (in lateinischer Sprache) gegründet. Die Stadt profitierte vom Reichtum durch den Metallbergbau. So wurde Blei und Silber abgebaut. Die Stadt wurde eine der wichtigsten Silberabbaustätten Europa und eine der bedeutendsten Städte im südlichen Sardinien.

Das zog Begehrlichkeiten nach sich. Nach einer sieben Monate dauernden Belagerung wurde die Stadt im Jahre 1324 von den Aragonesen erobert und erhielt den spanischen Namen Iglesias (Kirchen). Nach mehrfachem Wechsel der Herrschaft zwischen dem Judikat von Arborea und Aragon gelangte die Stadt 1409 definitiv in die Hände der spanischen Herren. Die Bergbauwirtschaft erlebte im 18. Jhdt. einen Niedergang. Mit dem Übergang ins sardische Königreich und der Integration ins Königreich Italien wurden einige der alten Abbaugebiete wieder aktiviert und der Abbau von Kohle, Zink und Blei verlieh der Region bis in die Epoche des Faschismus einen gewaltigen Aufschwung.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Auf dem Luftweg reist man am einfachsten über den 1 Aeroporto di Cagliari-Elmas im Süden an; der 2 Flughafen Alghero (Aeroporto di Alghero-Fertilia) im Nordwesten und der 3 Flughafen Olbia (Aeroporto di Olbia-Costa Smeralda) im Nordosten von Sardinien sind weiter entfernt.

Mit der Bahn / Mit dem Bus[Bearbeiten]

Eisenbahnlinie Cagliari - Iglesias - Carbonia

Von der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung auf Sardinien, der von der Ferrovie dello Stato / Trenitalia bedienten Hauptlinie, welche von Olbia im Nordosten über Macomer, Oristano und nach Süden weiter zur Inselhauptstadt Cagliari führt, führt eine Seitenlinie ab Decimomannu nach Iglesias. Der 4 Bahnhof liegt zentrumsnahe.

Von dieser Bahnstrecke Cagliari - Iglesias zweigt eine Stichlinie von Villamassargia nach Carbonia ab, welche die seit 2016 neue Provinzhauptstadt bedient. Die ehemalige Schmalspur - Eisenbahnlinie Iglesias - Carbonia - Sant'Antioco wurde 1974 stillgelegt.

Die Provinz wird von Bussen der arst / Trasporti Regionali della Sardegna bedient.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Zur Anreise aus dem Nordwesten von Sardinien nutzt man in der Regel die SS131, diese teils vierspurig ausgebaute bedeutendste Nord-Südverbindung im westlichen Sardinien führt von Sassari über Macomer und Oristano nach Cagliari hinab. Zur Anfahrt aus dem Nordosten, von den Fährhäfen um Olbia empfiehlt sich die Anreise über die SS 131DCN über Siniscola und Nuoro.

Von der Hauptachse der SS131 nimmt man die SS130 nach Iglesias. Eine weitere Hauptroute ist die SS126 die vom Norden aus dem Gebiet der Costa Verde (Sardinien) nach Iglesias und in südlicher Richtung nach Sant'Antioco auf der gleichnamigen Insel führt.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Iglesias verfügt nicht über einen Hafen, über die SS126 und die SP2 gelangt man zur Küste nach Portoscuso und dem Industriehafen von Portovesme, von hier gibt es eine Fährverbindung zur Insel Isola di San Pietro; diese Verbindungen sind alle nicht zur Anreise zu nutzen.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Ort bewegt man sich zu Fuss; um die Strände und die verschiedenen archäologischen Stätten zu besuchen, ist ein Privatfahrzeug sehr hilfreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen und Gotteshäuser[Bearbeiten]

Chiesa di San Salvatore
  • der Bau der 1 Cattedrale di Santa Chiara wurde um 1284 begonnen. Der Bau der romanisch - gotischen Kirche wurde vom Pisaner Ugolino della Gherardesca angestossen, der Bau war 1288 vollendet. Mit dem Verlegung des Sitzes der Diözese von der Kathedrale Santa Maria di Monserrato von Tratalias nach Iglesias 1503 nahm die Bedeutung von Iglesias zu; das Gotteshaus wurde im 16. Jhdt. im gotisch katalanischen Stil umgebaut und wurde 1736 definitiv zur Kathedrale erhoben.
  • die 2 Chiesa di San Salvatore wurde im romanischen Stil im 9./11. Jhdt. errichtet.
  • die 3 Chiesa di Nostra Signora di Valverde wurde im romanischen Stil im 13. Jhdt. erbaut und im 16. Jhdt. erneuert.
  • die 4 Chiesa di San Francesco wurde im 16. Jhdt. im katalanisch - gotischen Stil erbaut. Nach verschiedenen Nutzungen wurde sie 1928/35 restauriert und dient heute wieder kultischen Zwecken.
  • die 5 Chiesa Madonna delle Grazie stammt aus dem 12. Jhdt.
  • die 6 Chiesa del Collegio ist ein Barockbau aus dem 17. Jhdt.
  • die 7 Chiesa di San Michele
  • die 8 Chiesa di Sant'Antonio ist eine romanische Landkirche an der nordwärts führenden SS126.
  • die 9 Chiesa del Buon Cammino aus dem 18. Jhdt.

Burgen und Palazzi[Bearbeiten]

  • die Burg 10 Castello di Salvaterra wurde unter den Pisanern im 14. Jhdt. gebaut und beherrhscte auch nach Übergang der Macht an die Aragonesen die Stadt; im 19. Jhdt. wurde eine Villa im neogotischen Stil hinzugefügt.
  • der Mauerring der Stadt mit ursprünglich 20 Wehrtürmen wurde ebenfalls unter den Herren von Pisa ab dem 13. Jhdt. errichtet; im 19. Jhdt. wurden grosse Teile davon abgerissen, um Platz für die Wohnbevölkerung zu schaffen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Porto Flavia, eine Verladeeinrichtung
  • 11 Porto Flavia. Dieser Hafen ist heute nur noch zu Fuss erreichbaren auf der Landzunge nördlich von Masua . Ein Zugangstunnel durch den Berg führte zur Verladeeinrichtung, mit der das in den Bergwerken gebrochene Erz ohne viel Handarbeit direkt auf die Frachter verladen werden konnte. Geführte Touren sind in der Touristeninformation in Iglesias zu buchen. Geöffnet: Di - So, Touren 10.30, 11.30, 12.30, 14.30, 15.30, 16.30 h. Preis: 10.00 / 6.50 €. Typ ist Gruppenbezeichnung

Museen[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Pan di Zucchero
Masua, ehem. Bergbauanlagen
  • 13 Grotta Santa Barbara / Miniera di San Giovanni, Località Miniera S. Giovanni, I-09016 Bindua CI. Tel.: +39 0781 274507. Die Höhle kann im Bereich des ehemaligen Bergwerks von San Giovanni besucht werden. Die Tropfsteinhöhle wurde bei Bergwerksarbeiten entdeckt. Die Tour, mit Grubenzug und Liftfahrt, muss bei der Touristeninformation gebucht werden. Geöffnet: Sa, So 9.00, 10.15, 11.30, 12.45, 14.15, 15.30 h. Preis: 15.00 / 12.00 h.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Trachten von Iglesias
  • Baden an den Stränden, die zu Iglesias gehören:
* 1 Spiaggia Fontanamare Typ ist Farbbezeichnung und die 2 Spiaggia di Porto Paglia Typ ist Farbbezeichnung mit den Anlagen der antiken Tonnara (Thunfischfang- & -verarbeitungsanlage.
* 1 Nebida mit einem Ausblick zum markanten Zuckerhutfelsen 14 Pan di Zucchero Typ ist Gruppenbezeichnung und 3 Cala Portu Banda Typ ist Farbbezeichnung
* die ehemalige Bergbausiedlung 2 Masua mit den zwei Sandstrandbuchten der 4 Spiaggia di Masua Typ ist Farbbezeichnung
* der malerische Strand 5 Cala Domestica Typ ist Farbbezeichnung liegt an der Grenze zum Gemeindegebiet von Buggerru, auf der Klippe der Küstenturm 15 Torre Sabauda Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Besuch der Festlichkeiten in der Karwoche: die Feiern in der Settimana Santa beginnen am Dienstag mit einem Umzug Processione dei Misteri mit in lange Kapuzenmäntel gehüllten Männern, am Mittwoch werden Ölzweige verteilt, am Donnerstag werden Prozessionen zu einigen Kapellen durchgeführt. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildet die Prozession im Schein von Fackeln am Karfreitag, wenn eine Christus- und Madonnenstatue und ein grosses Kreuz durch die Strassen der Stadt getragen werden.
  • Besuch der Festlichkeiten Sancta Maria in Mezo Gosto oder Processione dei Candelieri, bei der am 15. August zur Feier von Maria Himmelfahrt acht Leuchter, oder macchine aus den acht Quartieren ins Zentrum getragen werden. Die Leuchter sind 4 m hoch und werden von 16 - 20 Männern getragen.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Supermärkte liegen an den Ausfallstrassen: 1 Conad Superstore Typ ist Gruppenbezeichnung

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das 3 Krankenhaus Presidio Ospitaliero CTO mit einer Notfallstation liegt an der SS126.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • zur 16 Area Archeologica di Matzanni Typ ist Gruppenbezeichnung, eine archäologische Stätte mit drei Brunnenheiligtümern aus der Nuraghenkultur und dem punischen Tempel Genna Cantoni liegt im gebirgigen Hinterland, an der Grenze zwischen Iglesias und Villacidro. Die Zufahrt ist von Vallermosa aus beschildert, auf den ersten Kilometer ist die schmale Straße asphaltiert, die letzten vier Kilometer zum archäolog. Gelände sind unasphaltierte Schotterpiste.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.visitiglesias.it, ital.; hier Bestellmöglichkeit für Touren in die Grotta Santa Barbara und Porto Flavia.
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