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Ṭanṭā

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Ṭanṭā ·طنطا
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Die ägyptische Universitätsstadt Tanta (arabisch: ‏طنطا‎, Ṭanṭā) liegt im Zentrum des Nildeltas, etwa 95 Kilometer von Kairo und 125 Kilometer von Alexandria entfernt. In der Hauptstadt des Gouvernements el-Gharbīya lebten 2006 etwa 430.000 Einwohner. Alljährlich wird in der Stadt das größte islamische Heiligenfest Ägyptens, nämlich für den Sufi-Heiligen Saiyid Aḥmad el-Badawī, begangen. In der Stadt gibt es zudem schöne Beispiele islamischer Architektur aus osmanischer Zeit.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Ṭanṭā liegt im Zentraldelta, etwa 95 Kilometer nördlich von Kairo. Vorteilhaft ist seine Lage, weil die Entfernungen zu weiteren Zentren im Nildelta, Alexandria, Raschīd und Dumyāṭ, etwa vergleichbar sind, und die Stadt ist so auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt ist etwa 125 Kilometer von Alexandria bzw. 135 Kilometer von Ismailia entfernt.

Die Stadt liegt an keinem Nilarm. Im Osten passiert der el-Qāṣad-Kanal, arabisch: ‏ترعة القاصد‎, Turʿat al-Qāṣad, die Stadt, der bei Schibīn el-Kaum vom Rosetta-Nilarm abzweigt. Im Südwesten der Stadt fließt der Ṭanṭā-el-Milāḥīya-Kanal, arabisch: ‏قناة طنطا الملاحية‎, Qanāṭ Ṭanṭā al-Milāḥīya, der vom vorgenannten Kanal beim Dorf Difra, arabisch: ‏دفرة‎, abzweigt.

Geschichte[Bearbeiten]

An der Stelle der heutigen Stadt oder in seiner Nähe muss es wenigstens seit der altägyptischen Spätzeit, seit der 26. Dynastie, eine Siedlung gegeben haben. In der Nähe der Badawī-Moschee wurde ein Block aus rotem Granit mit dem Namen des Königs Amasis (Regierungszeit 570–526 v. Chr.) gefunden. Ein weiterer Granitblock desselben Königs fand sich als Türschwelle in einer Moschee in Maḥallat Marḥūm verbaut.[1] Der französische Ägyptologe Georges Daressy (1864–1938) schlug vor, dass sich die antike Stadt, für die die griechischen Namen Taua, Tαύα, oder Taoua, Tαούα, bzw. lateinisch Tava überliefert sind, beim heutigen Tawa, etwa 3 Kilometer nordwestlich von Tanta, südwestlich von Maḥallat Marḥūm, befunden haben könnte.[2]

Aus dem ersten Jahrtausend n. Chr. ist nichts überliefert. Der arabische Geograf Ibn Ḥauqal (gest. 977) beschrieb als erster 955 (344 AH) den Ort Ṭandatā als landwirtschaftliches Zentrum mit einer Moschee, mit Märkten und mit dem Sitz eines Gouverneurs.[3]

Seit dem 11. Jahrhundert wurde der Ort Tantātho, koptisch: Ⲧⲁⲛⲧⲁⲑⲟ, mehrfach als Bischofssitz genannt. Aber außer den genannten mindestens fünf Bischöfen gibt es kaum weitere Belege über das Christentum in der Ortschaft.

Der Bedeutungszuwachs der Stadt setzte mit dem Sufi-Mystiker Saiyid Aḥmad el-Badawī (geb. 1199 (596 AH) in Fès, Marokko, gest. 1276 (675 AH) in Ṭanṭā) ein, der als einer der bedeutendsten und volkstümlichsten islamischen Heiligen Ägyptens verehrt wurde und wird. Sein Beiname el-Badawī, der „Beduine“, stammt vielleicht von seinem Aussehen, das an Wüstenbewohner erinnerte. Nach seiner Pilgerfahrt nach Mekka, aus dem Irak kommend, ließ er sich 1238 (635 AH) in Ṭanṭā nieder. Schon zu Lebzeiten wurden ihm verschiedene Wundertaten nachgesagt. So soll er u. a. muslimische Gefangene aus den Händen der Kreuzfahrer gerettet und vielen Frauen zu einem Kindersegen verholfen haben.

Seine Schüler begründeten nach seinem Tod die Suṭūḥīya-Sufi-Bruderschaft, später Badawīya- oder Aḥmadīya-Bruderschaft genannt. Nach seinem Tod wurde über seinem Grab eine kleine Moschee, eine Zāwiya, errichtet. Sultan Qāitbāy (Regierungszeit 1468–1496) ließ diese gegen eine größere Grabmoschee ersetzen. Seit dem 14. Jahrhundert wurde jährlich ein Mūlid, einen Heiligenfest, zu Ehren el-Badawīs gefeiert, das sich zum bedeutendsten islamischen Heiligenfest in ganz Ägypten entwickeln sollte.

Mit den anwachsenden Pilgerströmen siedelten sich auch zahlreiche Händler aus dem Nahen Osten und Europa an. Gehandelt wurde mit Leinen, Baumwolle, europäischen Gütern, Tieren und Sklaven. Zusätzlich wurden nun noch alljährlich zwei Warenmessen veranstaltet, die ebenfalls wegweisend für Ägypten waren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in Ṭanṭā etwa ein Dutzend Karawansereien gezählt.

Möglicherweise kam es zu Beginn der osmanischen Zeit zu einem Niedergang, der erst durch den Mamlukenherrscher ʿAlī Bey el-Kabīr (Ali Bey der Große, geb. 1728, gest. 1773) gestoppt wurde. Er ließ 1769 die Badawī-Moschee umbauen. Weitere Umbauten und Erweiterungen erfolgten unter dem Statthalter von Ägypten und Sudan, ʿAbbās I. Ḥilmī (Regierungszeit 1849–1854), unter dem ägyptischen Präsidenten Anwar es-Sādāt (Regierungszeit 1970–1981) und letztmals 2005. Zur Badawī-Moschee gehört ebenfalls eine religiöse Ausbildungsstätte, die in ihrer Bedeutung nur von der el-Azhar-Universität in Kairo übertroffen wurde. 1898 erhielt sie eine Bibliothek.

Es gibt in Ṭanṭā heute die Gräber weiterer 37 Heiliger, unter ihnen das bedeutendste der Scheicha Ṣabāḥ.

Seit 1836 ist Ṭanṭā der Sitz des Gouvernements el-Gharbīya. 1856 erfolgte der Anschluss der Stadt an die Bahnlinie Kairo–Alexandria. Davon konnte auch der Baumwoll-Handel profitieren. Aufgrund des Baumwollbooms siedelten sich hier ab 1860 zahlreiche Europäer, vornehmlich Griechen, an und errichteten Kirchen. Auch die jüdische Gemeinde vergrößerte sich. Diese Entwicklung setzte sich auch nach den Ausschreitungen von 1882 fort, bei denen etwa 100 Christen und Juden getötet wurden. Von diesem wirtschaftlichen Aufschwung zeugen auch die seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts stetig steigenden Bevölkerungszahlen: 1821 gab es etwa 10.000 Einwohner, um 1886 33.750[4] und 1928 74.195[5]. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sanken die Pilgerzahlen von etwa 500.000 in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf 100.000. Heute werden sie jedoch mit etwa zwei Millionen deutlich übertroffen.

Auch heute ist Ṭanṭā das bedeutendste Handelszentrum im Nildelta und Zentrum der Baumwoll- und Textilindustrie.

Seit 1962 ist Ṭanṭā Universitätsstadt. 2006 war sie Wohnort von etwa 430.000 Einwohnern.[6] Ṭanṭā ist Sitz eines Erzbischofs der koptisch-orthodoxen Kirche.

Orientierung[Bearbeiten]

Die Stadt erstreckt sich im Wesentlichen im Norden der Bahnlinien.

Östlich vom Bahnhof beginnt im Bereich des Aḥmadī-Instituts bzw. New Arafa Hotels die 1 El Sikka el-Hadida St. (arabisch: ‏شارع السكة الحديدة‎), und führt in nordöstlicher Richtung nach 350 Metern direkt zur Moschee des Aḥmad el-Badawī. Vor dem Bahnhof, etwa 100 Meter weiter nordwestlich der El Sikka el-Hadida St. beginnt die El Mudiriya St. (arabisch: ‏شارع المديرية‎), auf der man direkt nach knapp 500 Metern den Platz 2 Mīdān es-Sāʿa (arabisch: ‏ميدان الساعة‎) erreicht.

Setzt man seinen Weg in nördlicher Richtung von der Moschee fort, erreicht man nach etwa 250 Metern den Schnittpunkt von El Galaa St. (arabisch: ‏شارع الجلاء‎), und El Geish St. (arabisch: ‏شارع الجيش‎), auch 3 El Bahr St. (arabisch: ‏شارع البحر‎), genannt. Verlässt man die Moschee in westlicher Richtung, erreicht man die El Mudiriya St. oder den Mīdān es-Sāʿa. Vom letztgenannten Platz erreicht man nach reichlich 300 Metern in nordöstlicher Richtung den Schnittpunkt zwischen El Galaa St. und El Geish St.

In der El Geish St., die ungefähr in nördlicher Richtung führt, gibt es mehrere Banken, Geschäfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten.

Anreise[Bearbeiten]

Stadtplan von Ṭanṭā
Bahnhof von Ṭanṭā

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die meisten Züge von Kairo nach Alexandria und umgekehrt halten in Ṭanṭā. Die Züge fahren stündlich und benötigen für die Strecke ab Kairo etwa eine bis anderthalb Stunden. Der 4 Bahnhof Ṭanṭā befindet sich im Süden der Innenstadt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Ṭanṭā erreicht man von Kairo oder Alexandria über die gut ausgebaute Autobahn 1, die Route agricole. Die Autobahn 1 führt im Osten und Norden um die Stadt herum und von dort aus weiter in Richtung Alexandria.

Die 5 südlichere Autobahnabfahrt mündet in die El Galaa St. und führt weiter in nordwestlicher Richtung in das nördliche Stadtzentrum. Die El Galaa St. trifft dort auf die El Geish St. Die 6 nördlichere Autobahnabfahrt führt zum einen auf die Autobahn 5 nach el-Maḥalla el-Kubrā und zum anderen entlang der Bahnlinie in südwestlicher Richtung in die Shams el-Din St. (= Sikka el-Mahalla St.) und El Ganbeya St. Letztere führt zum Bahnhof der Stadt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busse von Kairo nach Ṭanṭā starten in Kairo am Busbahnhof ʿAbūd. Busse fahren halbstündig und benötigen für die Strecke anderthalb Stunden. Weitere Busverbindungen gibt es tagsüber stündlich nach Alexandria und Damanhūr sowie dreimal täglich nach Sues und Port Said. Neben den Fernbussen gibt es auch noch Servicetaxis nach Kairo, Alexandria und Damanhūr.

Der 7 Busbahnhof in Ṭanṭā befindet sich im Nordwesten der Stadt. Bushaltestellen für Minibusse in die umliegenden Dörfer und Nachbarstädte gibt es auch unmittelbar auf der Nordostseite des Bahnhofs.

Mobilität[Bearbeiten]

Es verkehren zahlreiche blau-weiße Taxis für etwa LE 3 und Mikrobusse für etwa 50 pt. in der Stadt (Stand 2013). Viele Ziele sind aber auch leicht zu Fuß zu erreichen. Einzige Ausnahme bilden die Sabil des Ali Bey el-Kabir und der daneben liegende Museumsgarten, die in der El-Galaa St. auf dem Weg zur Autobahn liegen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Moschee des Scheichs Saiyid Aḥmad al-Badawī[Bearbeiten]

1 Moschee des Scheichs Saiyid Aḥmad el-Badawī (جامع السيد أحمد البدوي, Ǧāmiʿ as-Saiyid Aḥmad al-Badawī). Das heutige Erscheinungsbild der Moschee wurde im 19. Jahrhundert zur Zeit des osmanischen Statthalter Abbas I. Hilmi geprägt, als man sie im osmanischen Stil umbaute. Weitere Umbauten wurden 1975 zur Zeit Anwar es-Sadats und 2005 ausgeführt. Die 135 Meter lange und 60 Meter breite Moschee besitzt an ihrer Südseite, wo sich auch der Haupteingang befindet, zwei hoch aufragende Minarette, die durch eine Galerie verbunden sind. Hinter der Fassade befindet sich ein Hof, in dem sich die Waschgelegenheiten für die Gläubigen befinden. Danach erreicht man das eigentliche Moscheegebäude mit seinen drei Kuppeln. (30° 47′ 2″ N 30° 59′ 56″ O)
Moschee des Saiyid Aḥmad el-Badawī
Hof der Moschee
Das kleinere, hintere Minarett der Moschee
Fassade der Moschee
Im Inneren der Moschee
Aḥmadī-Institut

Die große Kuppel markiert die Stelle des Grabs des Sufi-Heiligen und Namensgebers Saiyid Aḥmad al-Badawī, der im 13. Jahrhundert lebte. Neben der Bestattung Badawīs in der zentralen Kuppelhalle finden sich noch in angrenzenden Räumen unter den kleineren Kuppeln die Begräbnisse von seinem Nachfolger Sīdī ʿAbd el-ʿĀl el-Fīschāwī (arabisch: ‏سيدي عبد العال الفيشاوي‎) und von einem Führer der Aḥmadīya aus dem 18. Jahrhundert, Sīdī ʿAlī el-Mudschāhid (arabisch: ‏سيدي علي المجاهد‎).

Hinter dem Grabraum des Aḥmad el-Badawī erstreckt sich die große Gebetshalle mit zahlreichen Pfeilern, in deren Mitte sich ein Lichtdom mit einem Bronzeleuchter befindet. Die Decken sind farbig ausgemalt. Die Gebetsnische, der Mihrab, besteht aus Marmor und ist mit einem farbigen Mosaik geschmückt. Rechts daneben befindet sich die hölzerne Kanzel, der Minbar. Frauen können auf einer Empore ihr Gebet verrichten.

Weiter nördlich befindet sich auf dem Dach ein weiteres, älteres Minarett.

Das einst zur Moschee gehörende Aḥmadī-Institut ist heute in einem separaten Gebäude in Bahnhofsnähe neben der Post untergebracht.

Weitere historisch bedeutsame islamische Bauten[Bearbeiten]

  • 2 Izz-er-Rigal-Moschee (مسجد عز الرجال, Masǧid ʿIzz ar-Rigāl), Seitenstraße der el-Bursa St. Die im 19. Jahrhundert zur Zeit des Chediven ʿAbbās II. Ḥilmī für Muḥammad ʿIzz ed-Dīn angelegte Grabmoschee erreicht man über ihren Eingang an der Nordseite, über dem sich ein hohes Minarett erhebt. Die Moschee ist T-förmig aufgebaut: die Gebetshalle geht in eine breite Halle mit Mihrab und Minbar über. Die einfarbige braune Dekoration wurde auf gelben Grund aufgetragen. Den unteren Abschluss bildet ein Marmorsockel, der grün eingefasst ist. Der angeschlossene Grabraum befindet sich unter einer farbig ausgemalten Kuppel. (30° 47′ 9″ N 31° 0′ 0″ O)
Izz-er-Rigal-Moschee
Im Inneren der Izz-er-Rigal-Moschee
El-Aḥmadī-Sabil
Detail der El-Aḥmadī-Sabil
  • 3 Moschee der Scheicha Sabah (مسجد الشيخة صباح, Masǧid asch-Schaicha Ṣabāḥ). Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Moschee gehört zu den bedeutendsten Heiligengräbern der Stadt Ṭanṭā. Die Scheicha Ṣabāḥ oder Nūr eṣ-Ṣabāḥ (‏نور الصباح‎) wurde 1828 (1248 AH) in Mīt es-Sūdān bei el-Manṣūra geboren und starb 1909 im Alter von 81 Jahren. Das Mausoleum enthält eine farbig ausgemalte Kuppel. (30° 47′ 37″ N 30° 59′ 53″ O)
  • 4 Ahmadi-Sabil (سبيل الأحمدي, Sabīl al-Aḥmadī). Das unter ʿAli Bey el-Kabīr in osmanischer Zeit errichtete Brunnenhaus befindet sich unmittelbar im Nordwesten neben der Aḥmad-el-Badawī-Moschee. Vom Brunnenhaus ist nur noch die Fassade erhalten, die Schule und der Wasserspeicher fehlen heute. Über drei mit hölzernen Ziergittern verschlossene Fenster kann man auf die Moschee blicken. Das Brunnenhaus wird heute als Arbeitsstätte der Antikenverwaltung genutzt. (30° 47′ 5″ N 30° 59′ 57″ O)
Moschee der Scheicha Ṣabāḥ
Im Inneren der Moschee
Kuppel der Moschee
Sabil des ʿAlī Bek el-Kabīr
  • 5 Sabil des Ali Bey el-Kabir (سبيل علي بك الكبير, Sabīl ʿAlī Bek al-Kabīr). Das ebenfalls von ʿAli Bey el-Kabīr errichtete Brunnenhaus ähnelt der Ahmadi-Sabil. Es ist nicht zugänglich. Im Nordwesten des Brunnenhauses wurde der Museumsgarten angelegt. Preis: LE 10, für Studenten LE 5 (Stand 11/2018). (30° 46′ 33″ N 31° 0′ 59″ O)

Auswahl weiterer Moscheen[Bearbeiten]

  • 10 Es-Saiyid-Abd-er-Rahim-Moschee (مسجد السيد عبد الرحيم, Masǧid as-Saiyid ʿAbd ar-Raḥīm). Moschee für den Sufi-Gelehrten es-Saiyid/Sīdī ʿAbd er-Raḥīm. (30° 46′ 38″ N 30° 58′ 56″ O)

Kirchen[Bearbeiten]

  • 13 Kathedrale des hl. Georg (كاتدرائية الشهيد العظيم مارجرجس, Kātidrāʾīya asch-Schahīd al-ʿaẓīm Mār Girgis). Die koptische Kathedrale gehört zu den größten Kirchen im Gouvernement el-Gharbīya und ist gleichzeitig Kirche des Bischofs el-Gharbīya. Die Vorgängerkirche wurde 1939 als Holzkirche errichtet und hatte 15 Jahre Bestand. Der erste Gottesdienst fand am Palmsonntag desselben Jahres statt. Am 11. September 1940 wurde zwar durch den damaligen Erzbischof der Grundstein für eine steinerne Kathedrale gelegt. Wegen des Zweiten Weltkriegs ruhten jedoch die Arbeiten. Mit dem Kauf und der Inbetriebnahme der Glocke 1961 wurde die Kathedrale fertiggestellt. Bei einem islamistischen Anschlag am Palmsonntag 2017 (9. April 2017) wurden 29 Christen getötet. Ein Museum und die Begräbnisstätte der Märtyrer befinden sich südlich der Kathedrale. Reisepass ist für die Besichtigung notwendig. (30° 47′ 27″ N 30° 59′ 23″ O)

Museum[Bearbeiten]

  • 18 Archäologisches Museum Tanta (متحف آثار طنطا, Matḥaf ʾĀthār Ṭanṭā), Muhibb St. - El-Bahr St., Tanta, ش محب - ش البحر ، طنطا (südlich des Andalusischen Gartens). Tel.: +20 (0)40 331 9003. Archäologisches Museum Tanta in der Enzyklopädie WikipediaArchäologisches Museum Tanta (Q21130227) in der Datenbank Wikidata. Die Anfänge des Museums reichen ins Jahr 1913 zurück, als erstmals ein Museum in der Stadt eingerichtet wurde. Das heutige Gebäude wurde 1990 bezogen und wurde nach 19-jähriger Schließzeit Anfang September 2019 wiedereröffnet. Im Museum werden Artefakte aus der gesamten ägyptischen Geschichte aus dem bestand des Museums auf zwei Etagen ausgestellt. Die untere Etage widmet sich einzelnen Fundplätzen im Nildelta einschließlich des Gouvernements el-Gharbīya. Im zweiten Geschoss werden Artefakte thematisch präsentiert. Zum Museum gehören auch Tagungsräume. Preis: Eintritt: LE 60, für ausländische Studenten LE 30, Fotogebühr LE 50 (Stand 11/2019). (30° 47′ 49″ N 30° 59′ 56″ O)

Profanbauten[Bearbeiten]

  • 19 Palast der Prinzessin Ferial (قصر الأميرة فريال, Qaṣr al-Amīra Firyāl). Im Palast befindet sich heute die el-Azhar-Grundschule (‏مدرسة الأزهار الإبتدائية‎, Madrasa al-Azhar al-Ibtidāʾīya). Der für die Prinzessin Ferial (1938–2009), Tochter des letzten ägyptischen Königs Fārūq, errichtete Palast ist zweigeschossig. Im unteren Geschoss befanden sich die Empfangsräumlichkeiten, im oberen die Wohngemächer. (30° 47′ 5″ N 30° 59′ 37″ O)
Palast der Prinzessin Ferial
Detail des Palasts
Wohnhaus am Midan Sa'a

Parks und Gärten[Bearbeiten]

  • 20 Andalusischer Garten (حديقة الأندلس, Ḥadīqat al-Andalus). Der Park befindet sich im Norden der Stadt an der El Geish St. (30° 47′ 51″ N 30° 59′ 57″ O)
  • 21 Museumsgarten an der Sabil des Ali Bek el-Kabir (الحديقة المتحفية, al-Ḥadīqa al-Matḥafīya), El-Galā St. (nordwestlich des Brunnenhauses, zwischen den beiden Fahrbahnen der Straße). Der einstige Museumsgarten wurde nach Diebstählen aufgelöst und die noch vorhandenen Ausstellungsstücke in Raschīd magaziniert. Sie sind so leider nicht mehr zugänglich. (30° 46′ 34″ N 31° 0′ 57″ O)

Aktivitäten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • Universitätstheater Tanta (مسرح جامعة طنطا, Masraḥ Ǧāmiʿat Ṭanṭā).

Kinos[Bearbeiten]

  • Cinema Panorama (سينما بانوراما, Sīnimā Bānūrāmā).

Sport[Bearbeiten]

  • 5 Sportstadion (ستاد طنطا الرياضي, Stād Ṭanṭā ar-Riyāḍī). Das Stadion befindet sich im äußersten Norden der Stadt. (30° 48′ 48″ N 30° 59′ 41″ O)

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Fastfood-Restaurants[Bearbeiten]

  • Pizza Hut, 51 El Geish Rd. (über KFC). Tel.: +20 (0)40 333 5713, Fax: +20 (0)40 340 2908.

Restaurants[Bearbeiten]

  • 9 Om Mohamad Restaurant (مطعم أم محمد, Maṭʿam Umm Muḥammad), 2 El Fateh St. (El Zahraa Tower). Tel.: +20 (0)40 911 5571. Orientalische Küche. Wie der im Restaurant in Arabisch und Englisch veröffentlichten Geschichte zu entnehmen ist, war Umm Muḥammad, die Mutter Muhammads, eine reale Person. Sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen und lebte in der etwa 20 Kilometer westlich von Ṭanṭā gelegenen Stadt Kafr ez-Zayāt. Da sie für ihr gutes Essen bekannt war, entschied sie sich, mit einem Imbiss für Lastwagenfahrer an der Autobahn 1 zwischen Ṭanṭā und Kafr ez-Zayāt etwas Geld zu verdienen. Ihr Sohn eröffnete nach ihrem Tod dieses Restaurant und nannte es zu Ehren seiner Mutter „Om Mohamed“. (30° 47′ 33″ N 30° 59′ 13″ O)

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • 1 Delta City Mall Hotel, 42 El Geish St. (Abzweig El Nahhas St., neben Gouvernementsregierung). Tel.: (0)40 342 1500, (0)40 341 7058, Fax: (0)40 333 7600. Nicht klassifiziertes Hotel mit 15 Zimmern. Preis: Einzelzimmer ab LE 108, Doppelzimmer ab LE 148, Suite LE 285 (Stand 2012). (30° 47′ 42″ N 30° 59′ 52″ O)

Mittel[Bearbeiten]

  • 2 Arafa Hotel (فندق عرفة, Funduq ʿArafa), Station Square (Bahnhofsplatz). Tel.: +20 (0)40 333 6952, (0)40 333 6953, Fax: +20 (0)40 333 1800. 3-Sterne-Hotel mit 43 Zweibettzimmern. Mit Arafa Restaurant. Hotel war im September 2019 wegen Renovierung geschlossen. (30° 46′ 53″ N 30° 59′ 47″ O)
  • 3 Green House Hotel (فندق جرين هاوس, Funduq Ǧrīn Hāus), El Borsa St. (Gomhoria Sq.). Tel.: +20 (0)40 333 0761, (0)40 333 0762, Fax: +20 (0)40 333 0320. 3-Sterne-Hotel mit 30 Zweibettzimmern. Mit Omar El Khayyam Restaurant. Preis: Einzelzimmer ab $ 35, Doppelzimmer ab $ 80, Suite ab $ 100 (Stand 2012). (30° 47′ 11″ N 31° 0′ 3″ O)
  • 4 New Arafa Hotel (فندق عرفة الجديد, Funduq ʿArafa al-Ǧadīd), Station Square (Bahnhofsplatz). Tel.: +20 (0)40 340 5040, (0)40 340 5041, Fax: +20 (0)40 335 7080. Gehobenes 3-Sterne-Hotel mit 58 vorwiegend Zweibettzimmern. Mit New Arafa Restaurant. Hotel war im September 2019 wegen Renovierung geschlossen. Preis: Einzelzimmer ab $ 45, Doppelzimmer ab $ 70, Suite $ 100 (Stand 2012). (30° 46′ 53″ N 30° 59′ 47″ O)
  • 5 Panorama El Delta Hotel (فندق بانوراما الدلتا, Funduq Bānūrāmā ad-Diltā), 16 El Nahas St. Tel.: +20 (0)40 341 9898, (0)40 341 9888, Fax: +20 (0)40 342 0988. 3-Sterne-Hotel mit 49 vorwiegend Zweibettzimmern. Mit Ayam Zaman Restaurant. Preis: Einzelzimmer ab $ 48, Doppelzimmer ab $ 60, Suite $ 100 (Stand 2012). (30° 47′ 19″ N 30° 59′ 21″ O)

Lernen[Bearbeiten]

Tanta-Universität

Die hiesige 1 Universität wurde 1962 als Zweigniederlassung der Universität Alexandria gegründet. Sie bestand damals nur aus der medizinischen Fakultät. 1972 wurde sie unabhängig und hieß ein Jahr lang Middle Delta University. Seit 1973 heißt sie Tanta-Universität. Zur Universität gehören heute zwölf Fakultäten, darunter die für Natur-, Geistes-, Ingenieur-, Landwirschafts-, Erziehungs- und Rechtswissenschaften, Medizin, Zahnheilkunde, Veterinärmedizin und Pharmazie.

Östlich vom Bahnhof, neben dem Postamt an der südlichen Seite der El Ganbeya St., befindet sich seit 1914 das 2 el-Aḥmadī-Institut, arabisch: ‏المعهد الأحمدي‎, al-Maʿhid al-Aḥmadī, das die Moschee des Aḥmad el-Badawī vom Lehrbetrieb entlastet. Dieses Institut bildet heute eine Zweigniederlassung der Kairoer el-Azhar-Universität.

Gesundheit[Bearbeiten]

Siehe hierzu die Anmerkungen unter Ägypten.

Wichtige Krankenhäuser[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Antikendienst[Bearbeiten]

Der 5 Antikendienst für koptische und islamische Altertümer befindet sich etwa 600 Meter südöstlich vom Bahnhof in der El Ganbeya St. Er ist sonntags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

Polizei und Passstelle[Bearbeiten]

Die Touristenpolizei ist im selben Gebäude wie der Antikendienst für koptische und islamische Altertümer untergebracht.

Banken[Bearbeiten]

Post Office[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Der Staudamm von Ziftā befindet sich 25 Kilometer östlich von Ṭanṭā.
  • Etwa fünf Kilometer nordöstlich von Ṭanṭā befindet sich das Dorf Sibirbāi. Mitte Juni findet hier eine Pilgerwallfahrt zur hiesigen Kirche des Erzengels Michael statt. In diesem Dorf befindet sich Ägyptens drittes SOS-Kinderdorf.
  • Nach etwa 40 Kilometern von Ṭanṭā in nordöstlicher Richtung erreicht man Samannūd und Abū Sīr Banā, das einstige Busiris, sowie nach weiteren etwa 10 Kilometern ab Samannūd Bahbīt el-Ḥigāra, das einstige Iseum.
  • Elf Kilometer nördlich von Ṭanṭā befindet sich das Dorf Birmā mit der Kirche des hl. Georg, die als erste Kirche Ägyptens diesem Heiligen geweiht wurde. Alljährlich im Juni pilgern zahlreiche Christen zu dieser Kirche.
  • Etwa 40 Kilometer nordwestlich von Ṭanṭā befinden sich die archäologischen Stätten von Ṣā el-Ḥagar, dem einstigen Sais, und Kōm Giʿeif, dem einstigen Naukratis. Etwa 70 Kilometer nordnordwestlich befindet sich des Grabungsfeld von Tell el-Farāʿīn, dem einstigen Buto.
  • Nach etwa 40 Kilometern von Ṭanṭā in südöstlicher Richtung erreicht man das Trümmerfeld von Tell el-Muqdām, dem einstigen Leontopolis.

Alle archäologischen Stätten können nicht ohne Weiteres besucht werden. Man erkundige sich vorab über Besuchsmöglichkeiten und hole die nötigen Erlaubnisse vom Antikendienst in Kairo ein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mayeur-Jaouen, Catherine: Ṭanṭā. In: Bearman, Peri J. (Hg.): The Encyclopaedia of Islam : Second Edition ; Bd. 10: T - U. Leiden : Brill, 2000, ISBN 978-90-04-12761-6, S. 188 f.
  • Timm, Stefan: Ṭandatā. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 6: T - Z. Wiesbaden : Reichert, 1992, (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,6), ISBN 978-3-88226-561-3, S. 2500–2502.

Einzelnachweise

  1. Gauthier, Henri: A travers la Basse-Égypte. In: Annales du Service des Antiquités de l’Egypte (ASAE), ISSN 1687-1510, Bd. 23 (1923), S. 68–72, insbesondere S. 71 f. (XVII. — Deux monuments d’Amasis dans la région de Tanta).
  2. Daressy, Georges: Les emplacements de la ville de Taoua. In: Annales du Service des Antiquités de l’Egypte (ASAE), ISSN 1687-1510, Bd. 22 (1922), S. 185–192.
  3. Ibn-Ḥauqal, Abu-'l-Qāsim Ibn-ʿAlī ; Kramers, J. H. ; Wiet, G. [Übers.]: Configuration de la terre : (Kitab surat al-ard), Bd. 1. Beirut : Commission Internationale pour la Traduction des Chefs-d'Œuvre, 1964, S. 139.
  4. Amélineau, É[mile]: La géographie de l’Égypte à l’époque copte. Paris : Impr. Nationale, 1893, S. 480.
  5. Baedeker, Karl: Ägypten und der Sûdan : Handbuch für Reisende. Leipzig : Baedeker, 1928 (8. Auflage), S. 32.
  6. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 17. Dezember 2014.
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