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Zittauer Gebirge

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Das Zittauer Gebirge liegt in der Oberlausitz, im südöstlichsten Zipfel von Sachsen, am Dreiländereck mit Polen und Tschechien. Der bis zu 792 m hohe Höhenzug ist Teil des Lausitzer Gebirges, das teilweise auch zu Nordböhmen in Tschechien gehört.

Westblick vom Hochwald. Der spitze Bergkegel links ist übrigens die Lausche

Orte[Bearbeiten]

Frühlingserwachen bei Jonsdorf
Burgruine Oybin
  • Großschönau - Ort an der tschechischen Grenze mit dem Deutschen Damast- und Frottiermuseum, dem Motorrad-Veteranen- und Technikmuseum sowie dem Trixi-Park, einem Ferienpark für die ganze Familie mit Ferienhäusern, Camping, Sport, Erlebnisbad und Wellness.
  • Jonsdorf - Kurort an der tschechischen Grenze mit der Eishalle Jonsdorf, dem Gebirgsbad und dem Schmetterlingshaus.
  • Olbersdorf - Ort im Grenzland mit der Freizeit-Oase Olbersdorfer See im Norden des Ortes, dem Volksbad und dem bekannten Museumsbahnhof Bertsdorf im Westen und der Kokosweberei im Niederdorf, sowie dem Skulpturenpark im Oberdorf.
  • Oybin - Kurort mit dem gleichnamigen Berg, der historischen Burg Oybin und den Ortsteilen Hain und Lückendorf
  • Waltersdorf
  • Zittau – die südlichen Ausläufer der namengebenden Stadt liegen bereits im Gebirge

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Im Zittauer Gebirge wird vorrangig die Oberlausitzer Mundart des Deutschen gesprochen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Flughäfen sind Dresden (100 km nordwestlich von Zittau) und Prag (145 km südwestlich). Von keinem der beiden gibt es jedoch einen bequemen Anschluss mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zittauer Gebirge: Vom Dresdener Flughafen ist man mit dem Zug (zweimal umsteigen) über drei Stunden unterwegs; von Prag mit dreimal Umsteigen über vier Stunden. Ein Flug dorthin bietet sich also nur an, wenn man sich im Anschluss einen Mietwagen nimmt.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Zittau ist der Endpunkt einer jeweils zweistündlichen Trilex- (private Regionalbahn) und Trilex-Express-Linie (Regionalexpress) von Dresden. Dort besteht Anschluss vom Fernverkehr. Von Dresden braucht man 1½ Stunden (Express) bzw. knapp zwei Stunden (Trilex). Zudem fährt stündlich die Ostdeutsche Eisenbahn von Cottbus über Görlitz nach Zittau (35 Minuten von Görlitz, 1:50 Std. von Cottbus). Aus Berlin braucht man mit Umsteigen in Cottbus 3:20 Stunden. Jeweils zweistündlich fährt ein Trilex und Trilex-Express vom tschechischen Liberec nach Zittau (30–35 Minuten). Ebenfalls zweistündlich fährt ein Trilex vom tschechischen Rybniště über Großschönau nach Zittau (35 Minuten). Aus Richtung Prag kann man entweder über Turnov und Liberec oder über Děčín und Rybniště fahren (von Prag 3:40 bis 3:50 Stunden, von Mladá Boleslav zwei Stunden, von Děčín 1:40 Std.)

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Autobahn A 4 (Dresden–Görlitz–Breslau), Anschlussstelle Weißenberg, führt die streckenweise autobahnähnlich ausgebaute B 178 bzw. B 178n ins Zittauer Gebirge. Für die 125 km von Dresden muss man knapp 1½ Stunden Fahrt einplanen. Die Fahrt über Bautzen ist zwar streckenmäßig kürzer, dauert aber wegen des geringeren Ausbaugrads länger. Aus Richtung Görlitz kann man parallel zur Neiße auf der B 99, aus Bautzen auf der B 96 anreisen. Aus Turnov und Liberec in Tschechien führt die ebenfalls weitgehend autobahnähnliche Straße I/35 (Europastraße 442) bis in die Nähe des deutsch-polnisch-tschechischen Dreiländerecks. Für die 135 km von Prag ist mit eine Fahrtzeit von 1½ Stunden zu rechnen.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Oder-Neiße-Radweg führt von Görlitz (37 km), Rothenburg (68 km), Bad Muskau (110 km), Forst (bei Cottbus; 140 km) und Guben (166 km flussaufwärts) bzw. in der Gegenrichtung von der Neißequelle und Liberec nach Zittau. Die Deutschland-Route D 4 (Mittelland-Route) führt von Dresden am Nordrand der Sächsischen Schweiz entlang und durch die südliche Oberlausitz nach Zittau (ca. 110 km von Dresden).

Mobilität[Bearbeiten]

Das Zittauer Gebirge liegt im Tarifgebiet des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON). Dessen Tickets gelten in Regionalzügen und Bussen, allerdings nur eingeschränkt in den Zügen der Zittauer Schmalspurbahn. Für Fahrten in die benachbarten Teile Polens und Tschechiens gibt es das Euro-Neiße-Ticket.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Zittauer Schmalspurbahn

Zittauer Schmalspurbahn – Die schmalspurige Dampfbahn verbindet Zittau mit Olbersdorf, Oybin und Jonsdorf im Gebirge (Seite der Schmalspurbahn). Die Fahrt von Zittau nach Olbersdorf dauert ca. 20 Minuten, nach Bertsdorf 30 Minuten, nach Oybin oder Jonsdorf 40 Minuten. Während der Hauptsaison (Weihnachten, Silvester und Winterferien in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) fahren täglich vier, am Wochenende fünf Züge von Zittau nach Oybin; werktags ein, wochenends drei Züge von Zittau nach Jonsdorf. Auf der gemeinsamen Strecke zwischen Zittau und Bertsdorf ergeben sich damit täglich fünf, am Wochenende neun Züge je Richtung. Zwischen Jonsdorf und Oybin fahren werktags drei, wochenends vier Züge. Durch Umsteigen zwischen den einzelnen Verbindungen am zentralen Bahnhof Bertsdorf ergeben sich noch weitere Verbindungen. Während der Nebensaison fahren täglich nur zwei Züge von Zittau über Bertsdorf nach Oybin und zurück, zwei Züge von Oybin über Bertsdorf nach Jonsdorf sowie zwei Züge nur zwischen Oybin und Bertsdorf. Zwischen Zittau und Jonsdorf gibt es in dieser Zeit gar keinen durchgängigen Zuglauf. Die einfache Fahrt kostet je nach Entfernung zwischen 3 und 9 €. Ermäßigungsberechtigt sind Kinder, Azubis und Studenten, Kinder bis 14 fahren in Begleitung eines Erwachsenen sogar kostenlos. Außerdem spart man, wenn man eine Hin- und Rückfahrkarte oder eine 10-Fahrten-Karte kauft. Die Tageskarte des ZVON-Verkehrsverbunds gilt auch in der Schmalspurbahn.

Ein regulärer Zug (Trilex) fährt zudem ungefähr stündlich von Zittau nach Großschönau (13 Minuten) und Varnsdorf in Tschechien (18 Minuten) und dann entweder weiter nach Seifhennersdorf (28 Minuten) oder Rybniště (40 Minuten).

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Busverkehr im Zittauer Gebirge wird von der Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Dreiländereck betrieben. Fahrpläne siehe hier.

Buslinie 5 fährt stündlich von Zittau über Olbersdorf (15–20 Minuten) und Bertsdorf (23 Minuten) nach Jonsdorf (halbe Stunde); Buslinie 6 von Zittau über Olbersdorf nach Oybin (30–40 Minuten); Buslinie 1 ungefähr stündlich von Zittau über Mittelherwigsdorf (10–15 Minuten), Hainewalde (20–25 Minuten) und Großschönau (30–40 Minuten) nach Waltersdorf (45 Minuten). Zwischen Großschönau, Jonsdorf, Oybin und Lückendorf fährt ein paarmal am Tag die Buslinie 13 (Großschönau–Jonsdorf ca. 25 Minuten; Jonsdorf–Oybin 20 Minuten; Oybin–Lückendorf 7 Minuten).

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Umgebindehaus-Radweg verbindet Zittau, Olbersdorf, Jonsdorf, Waltersdorf, Großschönau miteinander (und weiter nach Oderwitz, Herrnhut, Ebersbach, Neusalza-Spremberg). Darüber hinaus gibt es weitere empfehlenswerte Radrouten in der Region.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Das Zittauer Gebirge ist vor allem ein Ziel für Wanderer. Ausgeschilderte Wanderwege gibt es zwischen allen Orten der Region.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berge und Aussichtspunkte[Bearbeiten]

  • Lausche - Der spitze Vulkankegel ist mit 793 m Höhe der höchste Berg des Gebirges. Von der Gipfelterrasse auf der Bergspitze hat man eine schöne Aussicht. Eine Einkehrmöglichkeit gibt es direkt auf dem Berg nicht. Über den Berggipfel verläuft die Grenze zwischen Tschechien und Deutschland. Zu finden ist die Lausche etwa 2 km südlich von Waltersdorf bei 50° 50′ 56″ N 14° 38′ 49″ O.
  • Hochwald - Der Berg ist mit 764 m zweithöchste Erhebung des Gebirges.
- Aussichtsturm (Eintritt)
- Gipfelgastronomie "Hochwaldbaude". Von der oberen Terrasse der Baude hat man ebenfalls eine schöne Aussicht (außer Richtung Norden). Wer möchte kann auch in der Berghütte übernachten. Es stehen 6 Doppelzimmer zur Verfügung. Weitere Infos: Seite der Hochwaldbaude
  • Nonnenfelsen südwestlich von Jonsdorf - An den Felsklippen liegt eine Gastwirtschaft. Neben Klettermöglichkeiten (Klettersteig) gibt es auch eine gesicherte Aussichtsplattform mit Geländer. Lage der Felsen: 50° 51′ 3″ N 14° 41′ 1″ O

Verschiedenes[Bearbeiten]

Schloss Hainewalde
Ruine der Klosterkirche Oybin
  • Schmetterlingshaus Jonsdorf, Zittauer Straße 24. In einem 500 Quadratmeter großem Tropenhaus leben im Durchschnitt etwa 200 Schmetterlinge. Des Weiteren gibt es Schlangen, Insekten und auch Reptilien zu sehen.
Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr
Eintrittspreise siehe www.schmetterlingshaus.info
  • Schloss Althörnitz: Das Schloss, welches im 17. Jahrhundert erbaut wurde, dient nun als Hotel und ist nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.
  • Weberstube Jonsdorf: Die Weberstube im Kurort Jonsdorf ist eine der bekanntesten Schauwerkstätten des Weberhandwerks.
  • Mühlsteinbrüche: In den Mühlsteinbrüchen befinden sich Felsgebilde, die durch den Abbau von Mühlsteinen übrig geblieben sind. Die Mühlsteinbrüche im Kurort Jonsdorf sind ein beliebtes Kletter- und Wanderziel. Hier finden geführte Wanderungen durch den Jonsdorfer Gebirgsverein 1880 e.V. statt.
  • Berg Oybin: Auf dem Berg Oybin befindet sich neben einer Klosterruine des Ordes der Cölestiner aus dem 14. Jahrhundert, auch eine Burganlage. Besonders bekannt sind die regelmäßigen Ritterspiele.
  • Zittauer Fastentücher: In Zittau sind das kleine und das große Fastentuch ausgestellt. Es sind zwei der wenigen verblieben Exemplare der Fastentücher, die in sehr gutem Zustand sind.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Nonnenfelsen bei Jonsdorf
  • Wandern - Im Gebirge gibt es ein dichtes Wegenetz. Man kann zahlreiche Aussichtspunkte auf Felsklippen erklimmen. Lohnenswert ist zum Beispiel eine Wanderung zur Hochwaldbaude auf dem gleichnamigen Berg.
  • Klettern - Das Zittauer Gebirge ist nach der Sächsischen Schweiz Sachsens zweitgrößtes Klettergebiet. In der Felsdatenbank des Deutschen Alpenvereins sind für das Zittauer Gebirge etwa 110 Felsen erfasst.
  • Wintersport - Aufgrund seiner östlichen Lage in Deutschland ist das Zittauer Gebirge recht schneesicher. Es gibt einige kleinere Skilifte. Die längste Piste an der Lausche ist 500 m lang. Für Freunde des Nordischen Skisports gibt es im Gebirge insgesamt 40 km Skiwanderwege. Mit etwa 19 km ist der Skiwanderweg “Zittauer Gebirge” der längste. Auf einer Höhe zwischen 500 und 600 m erschließt er das gesamte Gebirge. Weitere Infos sind im Wintersport-Prospekt der Gemeinde Oybin zu finden.
Den aktuellen Wintersportbericht (Ski Alpin und Nordisch) für das gesamte Gebirge findet man hier. Hier sind unter "sonstiges" auch Adressen von Skiverleihern zu finden.
  • Radwandern - Fünf ausführlich beschriebene Tourenvorschläge mit Karte können auf der Seite des Naturparks Zittauer Gebirge heruntergeladen werden.
  • Schwimmen - Im Trixi-Bad Großschönau (mit Sauna und Wellnessbereich), der Freizeit-Oase Olbersdorfer See, dem Volksbad Olbersdorf oder dem Jonsdorfer Gebirgsbad
  • Reiten – Der Reiterhof Bertsdorf, welcher mit ökologischer Landwirtschaft betrieben wird, ist ein tollen Ausflugsziel für Freizeitreiter. Desweiteren befinden sich noch 2 Reitanlagen im Zittauer Gebirge, die zu Kutschfahrten und Reitausflügen einladen.

Küche[Bearbeiten]

Neben der böhmischen Küche sind im Zittauer Gebirge auch Lausitzer Spezialitäten wie Teichelmauke, Quarkkeulchen siehe Quarkkäulchen und Stupperle zuhause. Die Küche ist allgemein sehr deftig, neben Kartoffeln werden in der Oberlausitz häufig Klöße gereicht.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Stadtbesichtigung von Zittau
  • Stadtbesichtigung von Liberec, das im nahen Tschechien liegt.

Literatur[Bearbeiten]

Karten[Bearbeiten]

  • Handgezeichnete Detailwanderkarten des Kartographischen Verlag Böhm - Die künstlerischen Karten sind für Wanderfreunde auch ein schönes Reiseandenken. Für das Zittauer Gebirge gibt es zwei Karten, die je 4,80 € kosten:
- Zittauer Gebirge (West) 1 : 10000 - Bereich Jonsdorf, Lausche und Waltersdorf, ISBN 3-910181-12-0 13 (3. Auflage 2006)
- Zittauer Gebirge (Ost) 1 :10000 - Bereich Oybin, Hochwald und Lückendorf, ISBN 978-3-910181-11-3 (2. Auflage 2001)
- Stand: 01-2010, evtl. Neuauflagen siehe Verlagsseite

Weblinks[Bearbeiten]

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