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Tokat

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Tokat liegt im Hinterland der Südküste des Schwarzen Meeres und ist die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Provinz. Die Stadt zählt ca. 120.000 Einwohner.

Tokat
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Hintergrund[Bearbeiten]

Schon in der Bronzezeit war die Region umkämpft. Hier verlief die Grenzregion zwischen den Hethitern und den Kaschkäern. Zur Zeit der persischen Herrschaft ab 6. Jahrhundert vor Christus sind Siedlungen auf dem Stadtgebiet nachgewiesen. In Tokat wurde eine Wachstation errichtet. Die sogenannte Comana Pontica (8 km vom jetzigen Stadtzentrum entfernt ) gewann schnell durch die Lage an zwei wichtigen Karawanen-Routen an Bedeutung. Erst unter den Byzantinern änderte sich dieses und die Comana Pontica verschwand und es entstand die Stadt Dazimon, die später in den Namen Tokat umbenannt werden sollte. Die Stadt fiel 1392 den Osmanen zu, was aber dem Wachstum der Stadt keinen Abruch tat. Im Gegenteil, denn im Osmanischen Reich bekam der Karawanenhandel eine neue Dimension und Tokat profitierte davon. Erst als im 20. Jahrhundert der Karawanenhandel niederging, ging auch die Blütezeit von Tokat zu Ende. Doch noch viele Gebäude zeugen davon. Heute ist vor allem die Taback Industrie der Garant für Lohn und Brot. Bekannt ist der Ort außerdem für Kupferwahren und farbenfrohen in der sogenannten "Yazma-Technik" hergestellten Textilien. Und obwohl die Stadt geradezu vollgestopft mit Sehenswürdigkeiten ist, sind Touristen hier sehr selten anzutreffen.

Anreise[Bearbeiten]

Per Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt mindestens ein Flug zwischen Istanbul und Tokat. Siehe Borajet bzw. Anadolujet.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Tokat ist u.a. auf dem Landwege zu erreichen.

  • Aus dem Nordwesten fährt man am besten die Straße 180 ab Amasya den Yeşilırmark entlang bis nach Tokat
  • Aus dem Südwesten fährt man am besten die Straße 200 aus Yozgat kommend bis Yildızeli. Kutz danach biegt man nach links auf die 850 in Richtung Tokat ein.
  • Aus dem Südosten von Sivas kommend gleich die 850 in Richtung Tokat fahren
  • Aus dem Nordosten entweder die 010 (Schwarzmeer Küstenstraße) bis Ünye und dann die Verbindungsstraße über Niksar nach Tokat oder auf der anderen Seite des pontischen Gebirges auf der 100 aus Richtung Erzurum kommend bei Niksar links in Richtung Tokat abbiegen.

Der Busbahnhof liegt ca.1,5 km außerhalb des Zentrums im Norden der Stadt. Hier gibt es direktverbindungen von und nach Amasya, Ankara, Erzurum, Istanbul, Samsun, Sivas und Trabzon

Mobilität[Bearbeiten]

Auch in Tokat bewegt man sich bequem mit dem Dolmuş. An der nähe der Touristen Information findet man alle Busverbindungen für den Stadtbereich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tokat Stadtplan

In der Innenstadt kreuzen sich die Sulu Sokak, die in die Altstadt führt, und die Gazi Osman Paşa Bulvari, die die Hauptverkehrsader darstellt. An diesen beiden Adern reihen sich die meisten Sehenswürdigkeiten, während die Burg über der Stadt thront.

  • Tokat Kalesi (1). Die angeblich auf hethitischen Fundamenten stehende mit einem fünfeckigen Schutzwall und 28 Türmen versehene Burgruine stammt noch aus byzantinischer Zeit, wurde aber unter osmanischer Führung noch einmal ausgebaut. Der Zugang durch einen Tunnel ist zwar mittlerweile versperrt, aber immer noch eindrucksvoll. Zudem findet sich im südlichen Teil ein altes pontisches Felsengrab.
  • Taş Hanı (2). Auch Voyvoda Hanı genannt, liegt neben dem Museum. In dem zweistöckigen Gebäude aus dem Jahre 1631 n. Chr. befinden sich kleine Handwerksläden und eine nette Teestube.
  • Gök Medrese (3). In diesem ursprünglich in den Jahren 1271 bis 1277 von den Seldschuken errichteten Gebäude befindet sich heute das archäologische und ethnographische Museum. Das Gebäude wurde vom letzten seldschukischen Großwesir Muineddin Pervane gestiftet. Bemerkenswert sind das Stalaktitenportal, die hethitischen Fundstücke aus Maşat Höyük und die Ikonensammlung aus der armenischen Periode. Geöffnet: Täglich 9.00 – 12.00 Uhr + 13.00 – 17.00 Uhr (Mo ist Ruhetag).
  • Hatuniye Külliyesi (4). Dieser Stiftungsbau aus dem Jahre 1485 wurde von Sultan Beyazit II. für seine Mutter Gülbahar Hatun errichtet. Er enthält unter anderem die Kuppelmoschee Meydanı Camii, in der antike Säulen aus Commana Pontica verbaut worden sind.
  • Horozoğlu Hanı (5).
  • Halef Gazi Tekkesi (6). Kleines seldschukisches Derwisch-Kloster von 1292 n. Chr.
  • Sünbül Baba Zaviyesi (7). Kleines seldschukisches Derwisch-Kloster von 1292 n. Chr. mit Mausoleum.
  • Nureddin Ibn Sentimur Türbesi (8). Mausoleum aus dem Jahre 1314 n. Chr.
  • Hamza Bey Mescidi (9). Kleine Moschee im Osten der Stadt.
  • Paşa Hamamı (10). Dieses Bad wurde unter der Leitung von Yürgüç Paşa, einem Wesir des Sultans Mehmet des I., 1425 erbaut. Mit zahlreichen zinkverkleideten Kuppeln ist dieses Doppelbad eines der Highlights in Tokat.
  • Ali Paşa Külliyesi (11). Dieser Stiftungsbau wurde in den Jahren 1565 bis 1572 n. Chr., wie der Name schon sagt von Ali Paşa angelegt, dessen Mausoleum sich dort auch befindet. Es steht auf dem Friedhof der Ali Paşa Moschee, die hier ebenfalls integriert ist. Weiterhin sind hier eine Koranschule und ein Bad zu finden.
  • Latifoğlu Konağı (12). Dieses im barocken Stil gebaute alte osmanische Wohnhaus aus dem 19.Jahrhundert ist restauriert und enthält noch zum Teil originales Inventar. Auf zwei Stockwerken wird in Form eines Museums (Mo – Fr 8.00 – 17.00 Uhr) gezeigt, wie großzügig und luxuriös damals in Tokat gewohnt wurde. Ein kleines dem Hause angeschlossenes Café lädt zum Verweilen ein.
  • Yağçı Hanı (13).
  • Ebulkasim Türbesi (14). Dieses Mausoleum aus dem Jahre 1233 n. Chr. ist für den seldschukischen Wesir Ebulkasım Bin Ali El Tusi Kendisi errichtet worden.
  • Sefer Paşa Türbesi (15). Dieses Mausoleum wurde 1251 von einem gewissen Ebu Bekir bin Lokman errichtet. Es ist nicht so ganz klar, wer hier begraben ist. Der dazu gehörige Brunnen wurde jedenfalls von Sefer Paşa gestiftet.
  • Han (16).
  • Sulu Han (17). Diese zweigeschossige, restaurierte an der Sulu Sokak gelegende Karawanserei stammt wahrscheinlich aus osmanischer Zeit und beherbergt heute eine Armenküche.
  • Bedesten (18). Dieser überdachte Teil des Basars stammt aus dem 15. Jahrhundert n. Chr. und kopiert die Basare aus Bursa und Aleppo.
  • Kazançılar Mescidi (19). Diese kleine Moschee wurde 1518 von Sultan Selim errichtet. Bemerkenswert sind die Inschriften über dem Eingangsportal.
  • Hisariye Medrese (20).
  • Çukur Medrese (21). Diese aus dem Jahre 1152 n. Chr. stammende theologische Schule wurde unter seldschukischer Führung von Sultan Izzetin Kaikaus baulich modifiziert.
  • Haci Turkhanı Mescidi (22).
  • Sultan Hamamı (23).
  • Paşa Hanı (24).
  • Güdük Minare (25).
  • Tatar Haci Mesçidi (26).
  • Saat Kulesi. Ein achteckiger Uhrenturm aus dem Jahre 1902, der im Süden der Stadt zu finden ist.
  • Yolbaşi Camii. Im südöstlichen Teil der Stadt befindet sich diese Fachwerkmoschee.

In der Umgebung:

  • Sebastopolis. Folgt man der 850 in Richtung Sivas, kann man nach 18 km rechts abbiegend der Beschilderung in Richtung Sulusaray folgen. Dieses kleine Städtchen ist im wahrsten Sinne mit der alten antiken Stadt Sebastopolis verbunden, da fast jedes der Häuser weitestgehend aus antikem Baumaterial dieser Stadt besteht. Noch zu sehen sind Überreste eines Bades, Überreste eines Tempels , Teile der antiken Stadtmauer und all das, was noch nicht in einem Wohnhaus verbaut wurde, auf dem Gelände eines Freilichtmuseums.
  • Comana Pontica. 8 km in nordöstlicher Richtung liegen diese Ruinen der frühen Stadt. Die Gesellschaftsform war im wesentlichen geprägt durch einen Kult um die große Erdmutter und so verwundert es nicht, dass der Oberpriester auch der mächtigste Mann im Staate war. Einige wenige Überreste des Ma-Artemisten-Tempels auf einem Hügel bei dem Dörfchen Gümenek sind noch zu finden. Die Grabungsfunde sind im Museum zu finden.
  • Ballıca Mağarası. Etwa 30 km entfernt, in der Nähe des Örtchens Pazar liegt diese Tropfsteinhöhle, die aufgrund ihrer Farbvielfalt zu den schönsten in der Türkei gehört. Auf 680 Metern Länge bis 70 Meter tief kann man in verschiedenen Ebenen prachtvolle Stalagmiten bewundern. Diese etwa 15 Millionen Jahre alte Höhle wurde erst 1992 entdeckt.
  • Kale. In diesem etwa 15 km entfernten Dorf finden sich die Überreste der römischen Stadt Magnopolis. Eine kleine Burg mit unterirdischen Gängen ist noch zu finden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Für den, der eine geschichtsträchtige Stadt erleben will, ohne dabei von Touristenströmen überrollt zu werden, ist Tokat der richtige Ort. Hier gibt es viel zu entdecken.
  • Baden kann man hervorragend im Ali Pasa Hamani aus dem Jahre 1572. Der Haman ist für Männer und Frauen bis spät in den Abend geöffnet.
  • Vogelbeobachtung.
  • Paragliding.
  • Trekking.
  • Rafting.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Der Wochenmarkt findet jeweils sonntags statt.
  • Käsespezialitäten gibt es im Yörük Mandira im südlichen Teil der Stadt.
  • Im Basarbereich gibt es viele regionale Produkte zu erstehen.

Küche[Bearbeiten]

Tokat Kebap

Die Spezialität ( neben all den regionalen Köstlichkeiten, die in jeder Stadt aus dieser Region zu bekommen sind ) von Tokat ist der Tokat Kebap. Hier handelt es sich um einen leckeren Grillspieß serviert mit viel Tomaten und Knoblauch.

  • Huzur Restaurant, Gazi Osman Pasa Bulvari. Tel.: +90 356 2142685. Regionale Küche.
  • Sultan Restaurant, Cumhuriyet Meydani. Tel.: +90 356 2148147. Regionale Küche.
  • Tokat Evi Honca. Regionale Küche.

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Huzur Restaurant, Gazi Osman Pasa Bulvari. Tel.: +90 356 2142685. Hier gibt es manchmal Live Musik.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Yeni Çinar Otel, Gazi Osman Paşa Bulvari 98, Tokat. Tel.: +90 356 2140066, Fax: +90 356 2131927.
  • Çavuşoğlu Otel, Gazi Osman Paşa Bulvari, Tokat. Tel.: +90 356 2122829, Fax: +90 356 2128568.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

In Tokat ist man nicht gewohnt, ausländische Touristen zu empfangen. Daher sind die Einwohner zwar sehr freundlich, sprechen aber in der Regel weder Deutsch noch Englisch. Aber mit den Händen und Füßen kommt man dank der Freundlichkeit der Einwohner meist sehr weit. Trotzdem sollte man auf Miniröcke und Shorts verzichten, um sich diese Freundlichkeit bei der teilweise sehr konservativen Landbevölkerung nicht zu verspielen.

Die Vorwahl ist 0356. Die Post befindet sich im Süden der Stadt am Rathaus

Ausflüge[Bearbeiten]

In der Umgebung gibt es viele Ziele, die mindestens einen Abstecher Wert sind:

  • Amasya. Eine malerische Altstadt zu Füßen eines Burgberges mit pontischen Grabanlagen.
  • Zile. Hier siegte einst Caesar kurz und entschlossen und kommentierte es mit "Veni, Vidi, Vici!".
  • Niksar. Sehenswerte Altstadt mit schöner Burgruine.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Offizielle türkische Webseite[1]
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