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Saint-Émilion

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Saint-Émilion
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Saint-Émilion (okzitanisch: Sent Milion) ist eine südwestfranzösische Stadt mit rund 1850 Einwohnern im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Der Ort und das umliegende Weinbaugebiet Saint-Émilion (AOC) wurden im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Saint-Émilion liegt am oberen Ende eines steiler werdenden Talkessels über den Niederungen des Unterlaufs der Dordogne in einer Höhe von etwa 65 Metern ü. d. M. Bordeaux liegt etwa 40 Kilometer (Fahrtstrecke) westlich, Libourne nur knapp zehn Kilometer nordwestlich.

Auf dem Nullmeridian von Greenwich hat man vom Nordpol auf dem Weg zum Äquator in Saint-Émilion exakt den halben Weg zurückgelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus prähistorischer Zeit belegen die lange Anwesenheit des Menschen in dieser Region. Die Römer brachten den Weinbau mit. Im 8. Jahrhundert beschloss Aemilianus, ein gebürtiger Bretone und Mönch im Priorat von Saujon, sich im Wald von Combes unter einem Felsüberhang (abri), der sowohl Schutz vor Wetterunbillen als auch vor Wildtieren bot, niederzulassen. Bei den Dorfbewohnern der Umgebung galt er als wundersam und wundertätig und so scharten sich bald einige Anhänger um ihn, die ihn nach seinem Tod unter dem Felsen bestatteten. Die Menschen pilgerten auch weiterhin zu seinem Grab und so ging sein Name allmählich auf den Platz über, an welchem sich eine klösterliche Gemeinschaft entwickelte, die jedoch bei einem Normannenangriff im 9. Jahrhundert ein Ende fand. Im 12. Jahrhundert gründeten Benediktiner- und Augustinermönche kleine Klöster, um die herum sich der an einer Nebenstrecke des Jakobswegs gelegene Ort weiterentwickelte. Während des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) blieb der Ort unversehrt, doch die religiös motivierten Auseinandersetzungen während der Hugenottenkriege (1562–1598) richteten große Schäden an.

Karte von Saint-Émilion

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 3.471 3.403 3.323 3.010 2.799 2.345 2.124

Im 19. Jahrhundert hatte Saint-Émilion beständig um die 3.000 Einwohner. Auch während der Reblauskrise im Weinbau und trotz der Mechanisierung der Landwirtschaft stieg die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch leicht an, um erst in den letzten Jahrzehnten merklich abzusinken.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher lebten die Bewohner als Selbstversorger von der Landwirtschaft, d. h. die seit der Antike hier existierenden Rebflächen waren durchsetzt von Feldern. Daneben wurden in unterirdischen Stollen Steine gebrochen, die zum Bau von Häusern bis nach Libourne oder Bordeaux exportiert wurden. Das Weinbaugebiet um Saint-Émilion gehört heute zu den bekanntesten und bedeutendsten im Südwesten Frankreichs. Auch der Kultur- und Weintourismus spielen seit den 1970er Jahren eine zunehmend wichtige Rolle für die Einnahmen des Ortes.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flughafen Bordeaux (IATA: BOD). Flughafen Bordeaux im Reiseführer Wikivoyage in einer anderen Sprache Flughafen Bordeaux in der Enzyklopädie Wikipedia Flughafen Bordeaux im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFlughafen Bordeaux (Q612731) in der Datenbank Wikidata. ca. 60 km entfernt

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der 1 Gare de Saint-Émilion Gare de Saint-Émilion in der Enzyklopädie Wikipedia Gare de Saint-Émilion im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGare de Saint-Émilion (Q3097636) in der Datenbank Wikidata liegt an der Bahnstrecke von Libourne nach Le Buisson-de-Cadouin.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die A89 kommt von Bordeaux, geht bei Libourne an Saint-Émilion vorbei und weiter in Richtung Lyon.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Felsenkirche mit Glockenturm
Donjon des Château du Roi
Kreuzgang des Franziskanerklosters
Stadttor
  • 1 Felsenkirche. Felsenkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Felsenkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFelsenkirche (Q3586033) in der Datenbank Wikidata. Mitten im Ort erhebt sich der gotische Glockenturm direkt über der 38 Meter langen und elf Meter hohen Felsenkirche, deren Innenraum ganz aus dem Kalksteinfelsen herausgehauen wurde. In einem Nebenraum ist eine Gruft zu sehen, in der die Gebeine der Toten bestattet wurden; ein Loch in der Felsdecke soll den Seelen das Entweichen ermöglicht haben. In einer weiteren Felshöhle nebenan wird die Grotte des Einsiedlers Emilion gezeigt. Die Felsenkirche ist seit dem Jahre 1886 als Monument historique anerkannt; der Turm folgte im Jahr 1907.
  • 2 Chapelle de la Madeleine Die Magdalenenkapelle aus dem 13. Jahrhundert war Teil eines größeren Bautenkomplexes mitsamt Friedhof. Sie ist seit 1965 als Monument historique eingestuft.
  • Aus dem 12. Jahrhundert stammen die Apsis und der – im 16. Jahrhundert umgearbeitete – Vierungsturm der Kirche 3 Saint-Martin de Mazerat Saint-Martin de Mazerat im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSaint-Martin de Mazerat (Q22920312) in der Datenbank Wikidata, die seit 1925 als Monument historique anerkannt ist.
  • Etwas außerhalb des Ortes steht die kuppelgedeckte Kollegiatkirche (Eglise collégiale) des seit 1110 in Saint-Émilion ansässigen Augustinerordens, die – zusammen mit dem angrenzenden Kreuzgang – bereits im Jahre 1840 als Monument historique eingestuft wurde.
  • Auch die unmittelbar benachbarte gotische Kapelle des Chorherrenkapitels (Ancienne chapelle du Chapître) aus dem 13. und 15. Jahrhundert ist seit 1964 als Monument historique anerkannt.
  • Die dazugehörigen Klausurgebäude (Refektorium, Kapitelsaal etc.) wurden im Jahr 1964 gesondert unter Schutz gestellt.
  • Der imposante Wehrturm (Donjon) der mittelalterlichen Burg 4 Château du Roi ist seit 1886 als Monument historique anerkannt.
  • Auch Teile der aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammenden mittelalterlichen Stadtmauern (remparts) von Saint-Émilion wurden im Jahr 1886 als Monument historique anerkannt. Dazu gehört auch ein im Jahr 1920 unter Schutz gestelltes Stadttor (Porte de la Cadène).
  • Der kleine Kreuzgang des Franziskanerklosters 5 Cloître des Cordeliers Cloître des Cordeliers in der Enzyklopädie Wikipedia Cloître des Cordeliers im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsCloître des Cordeliers (Q2979776) in der Datenbank Wikidata aus dem 13. Jahrhundert ist das bedeutendste Überbleibsel der hiesigen Niederlassung des Ordens, von der noch Teile erhalten sind. Diese wurden im Jahr 2005 als Monument historique eingestuft, während der Kreuzgang bereits 1886 unter Schutz gestellt wurde.
  • Von dem als ‚Bischofspalast‘ (Palais des Archevêques ou Palais Cardinal) bezeichneten Bau aus dem 12. Jahrhundert stehen nur noch Teile der Außenwände, die seit 1886 als Monument historique anerkannt sind.
  • Auch der 1215 gegründete Dominikanerorden war in Saint-Émilion ansässig; das Kloster stand jedoch etwas außerhalb des Ortes. Von der Klosterkirche ist eine Seitenwand erhalten, deren einziger Schmuck die hohen Blendbögen sind. Die heute malerisch inmitten von Weinfeldern stehende Kirchenruine ist seit 1957 als Monument historique anerkannt.
  • Mehrere mittelalterliche oder frühneuzeitliche Wohnhäuser sind ebenfalls als Monuments historiques eingestuft.
  • Auch eine Markthalle (halle) sowie mehrere Waschhäuser (lavoirs) gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Kleinstadt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 894–902.

Weblinks[Bearbeiten]

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