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Qārat Umm eṣ-Ṣugheir

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Burgberg von Qārat Umm eṣ-Ṣugheir
Qārat Umm eṣ-Ṣugheir
قارة أم الصغير
GouvernementMaṭrūḥ
Einwohner
363 (2006)
Höhe
−45 m
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Lage
Lagekarte des Gouvernements Matruh in Ägypten
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Qārat Umm eṣ-Ṣugheir

Qarat Umm es-Sugheir (auch Qaret Umm al-Sughayyar, arabisch: ‏قارة أم الصغير‎, Qārat Umm aṣ-Ṣughair/aṣ-Ṣaghīr) bzw. kurz el-Gāra (arabisch: ‏القارة‎, al-Qāra, „der Hügel“, auch al-Dschāra gesprochen) ist eine ägyptische Oase etwa 140 Kilometer nordöstlich der Stadt Siwa am Nordrand der Qattara-Senke. Das Dorf gehört jedoch verwaltungsmäßig zum Bezirk (arabisch: ‏مركز‎, Markaz) Siwa.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte und Bevölkerung[Bearbeiten]

Das alte Dorf, das dem Burgberg Aghūrmī oder Schālī ähnelt, ist offensichtlich bereits vor der Zeitenwende bewohnt. Der Geograf Claudius Ptolemäus (83–168 n. Chr.) bezeichnet diese Stelle auf einer seiner Karten als „Camp des Alexander [des Großen]“, wohl weil diese Oase auf dem Weg Alexanders des Großen nach Memphis lag.

Auch wenn das Dorf zu Siwa gerechnet wird, so gehören die hiesigen Bewohner aber einer anderen Rasse an. Die Menschen sind etwas dunkelhäutiger. Ehen werden nur unter Einheimischen geschlossen. Die Bewohner sprechen den Berberdialekt Sīwī.

Der Burgberg ist heute unbewohnt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erste Bauten unterhalb des Felsens errichtet. Die Einwohnerzahl ist nie groß gewesen, 1966 lebten hier 142 Menschen, heutzutage sind es etwa 370 Einwohner.[1] Ein Teil der Bevölkerung siedelte in den 1960er-Jahren nach ez-Zeitūn, um ihren ärmlichen Bedingungen zu entfliehen.

Die Einwohnerzahl im Dorf ist seit 1950 recht konstant. Es gibt den Aberglauben, dass, wenn frühmorgens ein Kind zur Welt kommt, am Abend desselben Tages ein anderer Dorfbewohner stürbe.

Das Dorfoberhaupt war seit 1993 Scheich Ḥasan, der 2009 gestorben ist. Seitdem ist Scheich Mahdi das Oberhaupt.

Haupterwerbszweig ist der Anbau von Dattelpalmen. Das Dorf ist zudem heute Ausgangspunkt für die Erdölexploration bzw. -förderung.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Zu den ersten Europäern, die dieses Dorf besucht haben, gehört der Brite William George Browne (1768–1813). Von Alexandria kommend machte er hier am 7. März 1792 vor seiner Weiterreise nach Siwa Rast. Er berichtete:[2]

„Am Mittwoch, dem 7. [März 1792], hatten wir in der Nacht ein kleines Dorf namens قارة ام الصغير Karet-am-el Sogheir erreicht. Es ist ein armseliger Ort, die Gebäude bestehen hauptsächlich aus Ton, und die Bewohner sind auffallend arm und schmutzig. Sie [die Bewohner] boten die jahreszeitliche Fürsorge mit frischem Wasser, etwas Hammel (dafür war der Scheich el Ballad [Dorfvorsteher] so freundlich, ein Schaf zu töten, im Gegenzug für einige unbedeutende Geschenke, die ihm gemacht wurden) und Holz, um den Pilau [ein Reisgericht] zuzubereiten, worauf wir seit dem Verlassen der Küste verzichten mussten. Dieses Dorf ist unabhängig, und seine Umgebung bietet nichts als Datteln, in der selbst die Kamele und Esel dieser Gegend daran gewöhnt sind, ihre Nahrung zu finden.
Etwa anderthalb Meilen weit von Karet-am-el Sogheir gibt es auf dem Land verstreut Dattelpalmen und etwas Wasser zu finden. Danach wird es wieder eine vollkommene Wüste, bestehend aus denselben Bergen aus Sand und kahlem Felsgestein, wie zuvor ausgeführt, für den Zeitraum der etwa fünfstündigen Reise.“

1976 besuchten die deutschen Ethnologen Lothar Stein und Walter Rusch die Oase, 1979 und 1981 der deutsche Ethnologe Frank Bliss.

Anreise[Bearbeiten]

Man benötigt eine Genehmigung vom Militär, die mindestens einen Tag vorher einzuholen ist (siehe auch unter Siwa (Stadt)). Dabei ist die Tourist-Information in Siwa behilflich. Die Genehmigung kostet LE 148 (Stand 9/2014).

Die Anreise von der Stadt Siwa dauert etwa 3 Stunden und führt größtenteils über eine trostlose Hochebene. Die Piste ist an den Spuren gut erkennbar, gelegentlich säumt ein altes Fass den Weg.

Man verlässt die Stadt Siwa in nördlicher Richtung nach Marsa Matruh und zweigt an der Stelle 1 29° 15′ 56″ N 25° 31′ 26″ O nach Osten ab. An der Stelle 2 29° 16′ 7″ N 25° 38′ 31″ O zweigt man nach links in die Wüste ab (der andere Weg führt nach Abu Schuruf).

Kurz nach Beginn der Anreise gelangt man nach 1 Umm Huweiml (29° 20′ 34″ N 25° 52′ 46″ O), arabisch: ‏أم هويمل‎, auch Umm el-Huyūs, arabisch: ‏أم الهيوس‎, genannt. Hier befindet sich ein ungenutztes Bewässerungsprojekt der ägyptischen Regierung zur Neulanderschließung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zuerst gelangt man an einen 2 künstlichen Quellteich (29° 35′ 56″ N 26° 29′ 29″ O).

Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist natürlich die 3 alte Wohnstadt (29° 37′ 18″ N 26° 29′ 50″ O) auf einem etwa 10 m hohen Kalksteinfelsen im Süden der modernen Siedlung. In alter Zeit sicherte ein Tor aus Palmenstämmen den Zugang. Heutzutage führt eine moderne Treppe direkt hinauf. Am Ende der Treppe gibt es eine kleine Aussichtsplattform, auf der man etwas verweilen kann. Die Häuser sind um den zentralen Platz (arabisch: ‏سوق البلد‎, Sūq al-Balad) gruppiert. Die aus Salztonerde errichteten Häuser sind zweistöckig und besitzen nur kleine Fenster. Es gibt keine Anzeichen von Fensterrahmen oder Läden. Die Decken bestehen aus Palmstämmen mit Flechtwerk. Das Untergeschoss war für das Vieh vorgesehen.

Künstlicher Quellteich
Häuser auf dem Burgberg
Häuser auf dem Burgberg

Getrennt werden die Häuser durch enge Gassen. Häuser, der Brunnen (arabisch: ‏بئر الفوقي‎, Biʾr al-Fauqī, „der obere Brunnen“), der aber nur brackiges Wasser lieferte, und die Gassen sind beschriftet, aber nur in Arabisch.

Ein Gebäude, das als Moschee genutzt worden sein könnte, befindet sich wohl in der Nähe des Beobachtungsturms, den man auch besteigen kann. Von ober hat man eine hervorragende Aussicht über das gesamte Gelände.

Nordöstlich befindet sich das moderne Dorf.

Modernes Dorf
Grab des Scheichs Yaga
Grab des Scheichs Yaga

Westlich des Burgbergs befindet sich 4 Grab des Scheichs Yāgā (29° 37′ 17″ N 26° 29′ 48″ O), arabisch: ‏مقام الشيخ ياجا‎, Maqām asch-Schaich Yāǧa, das sich in einem schlichten, geweißten Gebäude befindet. Das Grab wird noch gepflegt. Oberhalb des mit einem grünen Tuch abgedeckten Grabes hängt eine Kette mit Straußeneiern. Auf einer Truhe neben dem Grab befinden sich Flechtkörbe.

El-Qattara
Landschaft im Nordwesten des Dorfes
Sandsteinfelsen westlich des Dorfes

Etwa 1 Kilometer südwestlich befindet sich ein Felsen, der 5 el-Qaṭṭāra (29° 37′ 5″ N 26° 29′ 19″ O), arabisch: ‏القطارة‎, al-Qaṭṭāra, „die Tropfflasche“, genannt wird. In einer kleinen Höhle am Fuße des Berges fallen Wassertropfen von der Höhlendecke. In der Nähe der Höhle wachsen Schilf und einige Blumen.

In den Wänden der Felsen erblickt man mehrere Grabkammern, die aber allesamt undekoriert sind und keine Grabbeigaben enthielten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Es kommt nicht sehr häufig vor, dass Gäste oder Ausländer hierher kommen. So lässt es sich des Oberhaupt Scheich Mahdi nicht nehmen, die Gäste zu Tee, Datteln und Nüssen einzuladen. Diese Zeit sollte man sich nehmen. Beim Gespräch kann man ja auch im Gästebuch blättern.

Küche[Bearbeiten]

Verpflegung muss mitgeführt werden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt keine Unterkünfte.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Viele der modernen Segnungen sind in diesem Dorf noch nicht angekommen. Es gibt kein Telefon und keinen Handyempfang.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fakhry, Ahmed: Siwa Oasis. Cairo : The American Univ. in Cairo Pr., 1973, (The oases of Egypt ; 1), ISBN 978-977-424-123-9 (Nachdruck), S. 135 (in Englisch).
  • Stein, Lothar ; Rusch, Walter: Die Oase Siwa : unter Berbern und Beduinen der Libyschen Wüste. Leipzig : F. A. Brockhaus, 1978, S. 137–143.
  • Bliss, Frank: Siwa – die Oase des Sonnengottes : Leben in einer ägyptischen Oase vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Bonn : Politischer Arbeitskreis Schulen (PAS), 1998, (Beiträge zur Kulturkunde ; 18), ISBN 978-3-921876-21-3 (Pb), ISBN 978-3-921876-22-0 (Leinen), S. 37 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, eingesehen am 3. Juni 2014.
  2. Browne, W[illiam] G[eorge]: Travels in Africa, Egypt, and Syria, from the year 1792 to 1798. London : Candell and Davies, Longman and Rees, 1799, S. 17.
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