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Otranto

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Otranto dal bastione dei Pelasgi.jpg
Otranto, Otràntu, Derentò,
griech. Ὑδροῦς, lateinisch Hydruntum
RegionApulien
Einwohner
5.742 (2017)
Höhe
15 m
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Lage
Lagekarte von Süditalien
Reddot.svg
Otranto

Otranto ist eine Hafenstadt in Apulien. Sie hat ca. 5.700 Einwohner und liegt in der Halbinsel (Süd)Salento an der Ost- / Adriaküste. Das Capo d'Otranto gilt als östlichster Punkt Italiens und als Grenze zwischen der Adria und dem Ionischen Meer (der Punta Meliso in Santa Maria di Leuca an der Südspitze des Salento wird diese Ehre allerdings auch zugeschrieben).

Hintergrund[Bearbeiten]

Beim Städtchen Otranto liegt mit dem Capo d'Otranto der östlichste Punkt von Italien, von hier beträgt die Distanz nach Albanien über die Straße von Otranto nur etwa 71 km. Das Capo d'Otranto gilt als Grenze zwischen der Adria im Norden und den ionischen Meer im Süden. An der 25 km langen Küstenlinie wechseln sich teils sandige Abschnitte mit Steilküsten und Klippen mit Höhlenbildungen ab.

In der bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelten Region (es fanden sich Spuren bronze- & eisenzeitlicher Besiedelung) ließen sich wohl um 1000 v.Chr. die griechisch- oder nach der Legende kretisch-stämmigen Messapier nieder.
In römischer Zeit war die Stadt eine bedeutende Hafenstadt und stand in wirtschaftlichem Austausch mit den Griechenland vorgelagerten ionischen Inseln. Mit dem Niedergang des römischen Reichs gelangte die Stadt wie die restliche Region von "Magna graecia" unter byzantinische Herrschaft.

Um 1070 eroberten die Normannen die Region, unter ihrer Herrschaft wurde 1088 die Kathedrale erbaut, er folgte die Herrschaft der Stauffer und des Hauses Aragon, deren Fürsten auf dem Thron des Königreichs Neapel regierten.
Im Jahre 1480 wurde Otranto als erste Stadt auf dem heutigen italienischen Festland von den Türken eingenommen, der Sultan von Konstantinopel, der sich als legitimer Nachfolger des Byzantinischen Reiches betrachtete, ließ 800 Christen hinrichten, welche sich der Zwangsbekehrung zum Islam widersetzten. Bereits 1481 wurde die Stadt nach Belagerung der Truppen von Alfons II von Neapel wieder eingenommen, den Türken wurde freier Abzug gewährt.
Im Sechzehnten Jahrhundert konnte sich die Stadt trotz weiterer Angriffe der Sarazenen behaupten und stieg zu einem wirtschaftlichen Zentrum auf. In der Folge litt die Region unter Versumpfung, Malaria und wirtschaftlichem Niedergang. Zahlreiche Bewohner suchten Arbeit in Deutschland und der Schweiz, lokal blühte Menschen- und Zigarettenschmuggel, bis im letzten halben Jahrhundert die Trockenlegung der Sümpfe zu einem Aufschwung der Landwirtschaft führte und sich in den letzten 50 Jahren der Tourismus entwickelt und zunehmend als Wirtschaftsfaktor Bedeutung erlangte.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist derjenige von 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Brindisi-Casale, von dem aus die ganze Halbinsel von Salent versorgt wird. Hier landen neben Alitalia auch verschiedene Billigfluggesellschaften, so Ryanair und EasyJet.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Rete Ferrovie Sud Est

Auf der Salento-Halbinsel in Apulien verkehren Eisenbahnzüge der Privatbahn Ferrovie del Sud Est, die auch den regionalen Busverkehr organisiert, zwischen der Provinzhauptstadt Lecce entlang der Adriaküste bis Gagliano an der Spitze des Caps. Eine Stichlinie verkehrt zwischen Maglie an der Strecke Lecce - Gagliano und dem 1 Bahnhof von Otranto.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Aus den deutschsprachigen Ländern fährt man am besten auf der A14 entlang der Adriaküste über Bari nach Apulien. Von Bari folgt die SS16 resp. die besser ausgebaute SS379 bis Brindisi der Küste entlang, dann geht es weiter auf der älteren SS16 oder der moderner ausgebauten SS613 bis zur Provinzhauptstadt Lecce. Von dort aus führt die SS16 bis Maglie nach Süden und biegt dann nach Otranto zur Küste ab.
Entlang der Adriaküste führt die kurvige SP366 nach Norden, nach Süden bis Santa Maria di Leuca nimmt man die ebenfalls kurvige und langsam zu befahrende Küstenstrasse SP87/ SP358 über Castro / Tricase.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

  • 2 Marina di Otranto, Capitaneria di porto, Via del Porto. Tel.: +39(0)836 801073. Hafenmeisterei; wird nur noch als Jachthafen genutzt, seit den Neunzigerjahren bestehen keine Fährverbindungen nach Korfu und keine Handelsschiffahrt mehr. Typ ist Gruppenbezeichnung

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Otranto

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kathedrale von Otranto
Chiesa di San Pietro
Castello di Otranto
Hypogäum von Torre Pinta
Torre Sant'Emiliano
  • die 1 Kathedrale Santa Maria Annunziata wurde auf älteren Fundamenten 1088 errichtet. Der Mosaikfußboden wurde auf Veranlassung des ersten Erzbischofs 1163/65 vom Mönch Pantaleone vom Kloster S. Nicola di Casole geschaffen und gilt als einer der vollständigsten. Die Kirche nahm nach der türkischen Eroberung 1480 Schaden, welche aber im Folgejahr nach der Rückeroberung behoben wurden.
  • die 2 Chiesa San Pietro wurde im 9./10. Jhdt im byzantinischen Stil erbaut und 968 zur Metropolitankirche erhoben. Um die Zentralkuppel sind drei Apsiden angeordnet, welche mit byzantinischen Fresken aus dem 10./16. Jhdt. ausgemalt sind. Der Bau gilt als eines der bedeutendsten byzantinischen Bauwerke in Apulien.
  • die Barockkirche 3 Chiesa Madonna dell'Altomare wurde 1744 fertiggestellt und ist unmittelbar über dem Strand gelegen.
  • die Kirche 4 Santa Maria dei Martiri wurde auf der Anhöhe des Colle della Minerva im Jahre 1614 am Gedenken an das Massaker an den 800 Christen, "Martiri di Otranto", nach Eroberung durch die Türken im Jahre 1480 errichtet; an das Kirchengebäude schliesst ein Konvent des Ordens des Hl. Franziskus von Paola an.
  • die 5 Cripta di San Nicola ist eine in den felsigen Untergrund geschlagene Höhlenkirche aus dem 10./12. Jhdt. mit Resten von Freskenmalerei.
  • die 6 Cripta di Sant' Angelo
  • das Kloster 7 Monastero San Nicola di Casole liegt einige Kilometer südlich. Es wurde 1098 erbaut und von (griechischen) Basilianermönchen bewohnt. Die Bibliothek mit den griechischen und lateinischen Texten galt als eine der vollständigsten, bis es im Jahre 1480 mit dem Einfall der Türken zur kompletten Zerstörung kam; heute sind nur noch Ruinen vorhanden.
  • ganz im Süden des Gemeindegebiets, an der antiken Via Appia Calabro-Salentina liegt auf der Erhebung der Monti Ferrari die Landkirche 8 Chiesa della Madonna della Serra, das kubische Gebäude aus dem 17. Jhdt. ist mit Fresken ausgemalt.
  • das 9 Ipogeo di Torre Pinta der Turm dient als Zugang zu einem unter der Erdoberfläche gelegenen Columbarium, einem Taubenschlag.
  • das 10 Castello di Otranto: mit der Einnahme der Stadt durch die Normannen wurde die existierende Festung ausgebaut, die heutige Form erhielt es im Jahre 1228 unter dem Stauffer Friedrich II., die quadratische Festung erhielt den Grundriss mit Rundtürmen in den Ecken. Auch nach der Belagerung und Einnahme durch die Türken und der Rückeroberung im folgenden Jahr wurde die Festung nochmals ausgebaut, unter den spanischen Vizekönigen des Hauses Aragon wurde die Festung mit Bastionen Richtung Küste verstärkt, das Wappen über dem Eingang ist dasjenige von Don Pedro von Toledo.
  • entlang der ganzen Küste des Salento stehen zahlreiche Küstentürme, welche im XV./XVI. Jhdt. zum Schutz der Landbevölkerung und als Wachtürme vor Einfällen von Sarazenen errichtet wurden. Der 11 Torre Sant'Emiliano liegt südlich der Stadt, in dessen Nähe die Grotta del Pastore / Grotta di Sant'Emiliano.
  • in der Region sind etliche Masserie, Gutshöfe mit Nebengebäuden, welche teils befestigt waren, zu besuchen.
  • in einer in den Siebzigerjahren stillgelegten 12 Bauxitgrube hat sich ein Badeteich gebildet.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • an der Küste kann an verschiedenen Orten gebadet werden, ein kleiner 1 Badestrand liegt sogar unmittelbar beim Hafenbecken von Otranto.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • 1 IAT - Informazione Accoglienza Turistica, Piazza Castello, Otranto. Tel.: +39 (0)836 801436.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • In der Nähe befinden sich die Städte Lecce und Monopoli.
  • das südlichste Kap der Salentohalbinsel bei Santa Maria di Leuca liegt in 60 km Entfernung, ca. 1½ Fahrstunden entfernt.
  • nach Gallipoli an der Westküste des Salento am ionischen Meer.

Laghi Alimini[Bearbeiten]

Laghi Alimini
Die beiden Seen, der mit dem Meer verbundene 13 Lago Alimini Grande ist ein Salz- resp. Brackwassersee, der 14 Lago Alimini piccolo hingegen ein Süsswassersee, sind unter Naturschutz gestellt.

Baia dei Turchi[Bearbeiten]

Baia dei Turchi
Der Strandabschnitt 2 Baia dei Turchi besteht aus Klippen über einem feinsandigen Strand, teils nur zu Fuss erreichbar.

Sant'Andrea[Bearbeiten]

Torre Sant'Andrea
Ein spektakulärer Strandabschnitt liegt beim kleinen Ort 3 Torre Sant'Andrea, eine der aus dem Wasser ragenden Klippen hat einen natürlichen Bogen gebildet.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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