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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Olympia (Griechenland)

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Olympia

Olympia ist in der Region Elis das Ziel vieler Touristen. Dabei stehen die Wettkampfstätten der antiken Olympischen Spiele im Mittelpunkt des Interesses, weniger der touristisch ausgerichtete Ort Alt-Olympia (griechisch: Αρχαία Ολυμπία), Archea Olymbia, wie sich das moderne Dorf am Rande der Ausgrabungsstätten nennt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Säule des Zeus-Tempels

Die Ruinen des antiken Olympia liegen in einer Ebene am Fuß des Kronos-Hügels am Ufer des Flusses Kladeos kurz vor dessen Mündung in den Alfios. Durch Überschwemmungen des Kladeos wurden sie im Laufe der Zeit mit einer meterhohen Schlammschicht bedeckt. Nach ihrer Wiederentdeckung im 18. Jh. werden sie bis heute u.a. von deutschen Archäologen systematisch ausgegraben. Die wichtigsten Funde sind im Archäologischen Museum Olympia aufgestellt. Im Jahr 1988 wurde die archäologische Stätte von Olympia in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Die Entstehung der Olympischen Spiele in der Antike wird auf das Jahr 776 v.Chr. datiert, die letzten Spiele wurden offiziell 393 n.Chr. durchgeführt, danach waren sie als heidnische Bräuche verboten. Während dieser recht langen Epoche haben sich die Spiele und das Gelände vielfach gewandelt.

Ausgangspunkt ist der Heilige Hain am Fuß des Kronos-Hügels, er wurde im Laufe der Zeit mit einer Mauer umgeben. In diesem Altis genannten Bereich standen die Tempel, hier war auch das Orakel von Olympia. Anfangs befand sich hier auch das Stadion, dies zeigt den religiösen Ursprung der Spiele. Westlich und südlich des Altis gruppieren sich die Trainings- und Wettkampfgebäude für die Athleten, das Stadion wurde Richtung Osten verlegt, dort soll sich auch eine Bahn für Wagenrennen befunden haben.

Anfangs waren die Spiele wohl beschränkt auf einen einzigen Tag mit dem einzigen Wettkampf des Stadionlaufs. In den späteren Jahren kamen weitere Kämpfe hinzu: Weitsprung (aus dem Stand), Speer, Diskus, Ringen, Boxen, mehrere Laufdisziplinen, das Wagenrennen und das Pankration als eine Art des antiken Catchens erforderten eine zeitliche Ausweitung der Spiele auf mehrere Tage.

Säulen der Palästra

Hinzu kommt, dass die Olympischen Spiele beileibe nicht die einzige Sportveranstaltung der Antike waren, wohl aber die bekannteste. Es gab noch weitere dieser Panhellenischen Spiele in Delphi, in Korinth und in Nemea, und als Siegerkranz gab es nicht nur einen Olivenzweig oder einen Lorbeerkranz, viel wichtiger waren den Athleten neben Ruhm und Ehre auch handfeste Preise wie mit Öl oder Wein gefüllten Amphoren, von denen sie gut leben konnten. Viele der antiken Sportler waren Profis, und es sind auch etliche Skandale und Betrugsversuche aus jener Zeit überliefert.

Anreise[Bearbeiten]

Plan des Heiligtums von Olympia

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten nationalen Flughäfen sind in Kalamata, ca. 115 km und der Flughafen Araxos bei Patras

Auf der Straße[Bearbeiten]

Olympia erreicht man von Patras auf der N33 (ca. 100 km), von Tripoli auf der N74 (ca. 115 km), von Kalamata auf der E65 (ca. 115 km).

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Der nächste große Hafen ist in Patras (110 km). Dort oder in Katakolo (34 km) legen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe an, deren Passagiere dann in Massen mit Bussen nach Olympia gefahren werden.

Mobilität[Bearbeiten]

Die antiken Stätten sind sehr gut zu Fuß zu erkunden, das Dorf ist ebenfalls recht übersichtlich. Vom Dorf gelangt man auf einem Fußweg über eine Brücke zum östlichen Ufer des Kladeos zum Archäologischen Museum. Ein Stück weiter südlich beginnt das Ausgrabungsgelände, von dem man auf einem Gehweg entlang der Fahrstraße wieder zurück ins Dorf gelangt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ansichten von Olympia
Am Heratempel wird das olympische Feuer entzündet

Im Zentrum des Bildes erkennt man den ummauerten Bereich des Altis mit dem Zeus-Tempel (15), dem Heraion (4). Neben dem (grünen) Nymphaion (6) sind die Schatzhäuser (I-XII), davor die Zanes (8). An der linken Seite sind die Trainings- und Wettkampfstätten mit der Palaestra (21) und der Unterkunft Leonidaion (29), dazwischen waren die Werkstatt des Phidias (24) sowie weitere Unterkünfte. An der rechten Seite ist das Stadion (10), daneben wahrscheinlich die Bahn für das Wagenrennen. Im unteren Teil erkennt man nochmals Thermen (30) sowie die Villa des Nero (33).

  • Zeus-Tempel. Der Tempel wurde um 460 v.Chr. errichtet, er war 64 m lang und 28 m breit. In seiner Cella befand sich eine 12 m hohe Zeus-Statue, die zu den Sieben Weltwundern gezählt wurde. Zum Bau des Tempels wurde Muschelkalk aus der näheren Umgebung benutzt, er wurde mit feinem Stuck überzogen. Dach und Fries bestanden aus Marmor. Die Wasserspeier hatten die Form von Löwenköpfen, die Giebelfriese stellten den Gründungsmythos von Olympia dar. Details dazu sind im archäologischen Museum zu finden.
  • Hera-Tempel. Der Tempel wurde um 600 v.Chr. errichtet und war 50 m lang und über 18 m breit. Aus ihm stammt die Hermes-Statue des Praxiteles. Seit 1936 wird vor dem Heraion das Olympsche Feuer entzündet.
  • Das runde Nymphäum (Nymphaion) des Herodes Atticus und die Schatzhäuser sind nördlich des Hera-Tempels. Vor ihnen ist eine ganze Reihe von Sockeln. Darauf befanden sich die Zanes, Zeus-Statuen, diese mussten von Athleten gestiftet werden, wenn sie des Betrugs überführt weren konnten. Man fand 17 Sockel, Dunkelziffer unbekannt.
    Im Archäologischen Museum
    Statue des Hermes mit dem Knaben Diogenes
  • Werkstatt des Phidias. In frühchristlicher Zeit wurde dieser Bau umgestaltet und als Basilika genutzt. Bei Ausgrabungen fanden sich eindeutige Hinweise auf die Nutzung als Werkstatt.
  • Palaestra. Von den Trainings- und Wettkampfstätten der Ringer und Faustkämpfer ist nur wenig erhalten. Ein solcher Bau bestand in der Regel aus einem Umkleideraum, einem Raum für Massagen und Salben, Übungsräumen für Ballspieler, Faustkämpfer und Ringer. Die Athleten kämpften hier nackt, nur die Ringer ölten sich zuvor ein und bestreuten sich mit Sand. Vielleicht ergänzten daher die Römer die Anlage um ihre Thermen.
  • Stadion. Gegenüber anderen Stadien aus jener Zeit war ausgerechnet das Olympia-Stadion schlecht ausgestattet. Sitzreihen für bis zu 45.000 Zuschauer fehlen ganz, es gab nur eine Tribüne für die Schiedsrichter und eine für die einzige Frau, die legal die Spiele beobachten durfte: die Priesterin der Demeter. Erhalten ist die Startschwelle. Hier wurden die Laufdisziplinen (ebenfalls nackt) ausgetragen: es ging um die Länge der Bahn mit 600 Fuß = 192,28 m, um einen Doppellauf und um die Langstrecke (24 mal die Stadienlänge). Es gab nur eine Laufdisziplin, bei der die Kontrahenten bekleidet waren: den Waffenlauf.
  • Archäologisches Museum. Ein moderner Bau außerhalb des Grabungsbezirks. Raumplan siehe Abbildung. Rechts neben dem Museum befinden sich Museumsshops, ein Restaurant und Toiletten.

Es ist sinnvoll, erst das Museum zu besuchen und danach zu den Ausgrabungsstätten zu gehen. Anlage und Museum sind im Sommer von 8 bis 19 Uhr geöffnet, eine Kombikarte kostet 12 € (Stand 2017)

Außerhalb des Grabungsbereichs ist am Ortseingang von Olympia in einem klassizistischen Bau das Museum der Geschichte der antiken Olympischen Spiele

Aktivitäten[Bearbeiten]

Plan Archaeological Museum of Olympia-de.svg
  • Entdecken
  • Wandern. Kleiner ausgeschilderte Wanderwege führen durch das Gelände. Der kleine Kladeos-Pfad ist etwa für eine Stunde konzipiert und führt von der Straße an der Schule von Olympia oder dem Eingang zum archäologischen Museum bis zum Alfeios-Fluß. Der etwas längere Galani-Pfad führt von der Straße an der Schule von Olympia zum archäologischen Museum.
  • Baden

Einkaufen[Bearbeiten]

Im Dorf Olympia gibt es zahlreiche Souvenirshops

Küche[Bearbeiten]

Das Restaurant neben dem Museum gleicht einer lieblosen Bahnhofshalle, im Dorf Olympia gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, nicht nur mit den üblichen griechischen Salaten und Fast-Food-Angeboten.

Weiterhin ist die Region um Olympia ein Weinanbaugebiet. Daher liegt es nahe, hier auch dieses auszuprobieren. Eine Weinprobe ist da sicherlich der richtige Einstieg:

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Face Nightclub
  • Kalypso Nightclub

Unterkunft[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mallwitz, Alfred: Olympia und seine Bauten. München:Prestel-Verlag, 1972, ISBN 3791303201, S. 313.

Weblinks[Bearbeiten]


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