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Nāṣir

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Nāṣir ·ناصر
Būsch ·بوش
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Nasir (auch Naser, Nasser, arabisch: ‏ناصر‎, Nāṣir), das einstige Busch (auch Bouch, Bousch, Bouche, arabisch: ‏بوش‎, Būsch, koptisch: Ⲡⲟⲩϣⲓⲛ, Pouschin), ist eine Kreisstadt mit 88.000 Einwohnern[1] etwa zehn Kilometer nördlich von Beni Suef im gleichnamigen Gouvernement. Die Rotmeerklöster des hl. Antonius und des hl. Paulus besitzen hier Niederlassungen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stadt mit etwa 89.000 Einwohnern (2006) befindet sich am westlichen Ufer des Ibrāhīmīya-Kanals, etwa drei Kilometer westlich des Nils, zehn Kilometer nördlich der Stadt Beni Suef und 24 Kilometer südlich von el-Wāsṭā. Am Ostufer des Ibrāhīmīya-Kanals befindet sich die Schwesterstadt esch-Schanāwīya (arabisch: ‏الشناوية‎).

Die frühesten Erwähnungen der Ortschaft Būsch stammen vom Beginn des 13. Jahrhunderts. Abū el-Makārim berichtete gemäß der Überlieferung durch Abū Ṣāliḥ zweimal, dass sich im Dorf Idrīya bei Būsch eine Kirche für den hl. Georg befindet.[2] In der Schilderung des Martyriums des Johannes von Phannidjōit aus dem Jahr 727 AM des koptischen Kalenders (1210/1211 AD) wurde der koptische Name der Ortschaft, Ⲡⲟⲩϣⲓⲛ, Pouschin, überliefert.[3]

Būsch ist auch in einem Schatzgräberhandbuch aus dem 15. Jahrhundert, dem „Buch der vergrabenen Perlen und wertvoller Geheimnisse zu Hinweisen auf Verstecke, Funde und Schatzkammern“, erwähnt. Im Zentrum der Stadt befände sich die Kirche des Abū Kīla mit drei Pforten. In der Kirche würde man einen Koffer voller Geld finden, den man sich einfach nehmen solle.[4]

Zu den europäischen Reisenden, die Būsch aufsuchten, gehörten der Dominikaner Johann Michael Wansleben (1635–1679), der sich 1672/1673 in Ägypten aufhielt,[5] und der Jesuit Michel Jullien (1827–1911) Mitte der 1880er-Jahre.[6] Seit wann die Niederlassungen bestehen, weiß man nicht. Wansleben erwähnte bereits die Niederlassung des Antonius-Klosters, die damals die Form eines Landguts hatte. Die heutigen Anlagen und Kirchen stammen aber erst aus dem 19. Jahrhundert.

Nach der Machtergreifung des früheren ägyptischen Präsidenten Gamal 'Abd el-Nasser (Regierungszeit 1954–1970) in den 1950er-Jahren wurde Būsch in Nāṣir umbenannt. Während 1885 nur 7.091 Einwohner[2] gezählt wurden, waren es 1986, 1996 und 2006 54.655, 70.543 bzw. 85.319 Einwohner.[7]

Anreise[Bearbeiten]

Stadtplan von Nāṣir

Auf der Straße[Bearbeiten]

Parallel zum Ibrāhīmīya-Kanal, und zwar auf dessen Westufer, führt die Fernverkehrsstraße 2 von Kairo nach Assuan.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Minibusse und Service-Taxis verkehren von der neuen Bushaltestelle im Westen von Beni Suef.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

In der Schwesterstadt esch-Schanāwīya befindet sich ein Haltepunkt der Bahn.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Die Niederlassungen beider Klöster befinden sich westlich der Port Said St., nur etwa 200 Meter voneinander entfernt.

Die heutigen Gebäude der 1 Niederlassung des Antoniusklosters (29° 9′ 1″ N 31° 7′ 43″ O) sind, wie Meinardus berichtete, etwa in der Zeit zwischen 1878 bis 1880 entstanden. Die Kirche wurde 1878 unter Vater Basiliūs errichtet. Sie besitzt drei Heikale, Altäre, und zwar für den hl. Georg zur linken, für den hl. Antonius und den Erzengel Michael. Vor dem mittleren Heikal befindet sich der Bischofsthron. An der linken Nordwand ist u.a. der Patriarch Cyril IV. dargestellt. Kranke erhoffen sich durch ihren Besuch in der Kirche Heilung oder Linderung ihrer Leiden.

Die heutigen Gebäude der schlichteren 2 Niederlassung des Paulusklosters (29° 9′ 5″ N 31° 7′ 43″ O), die Residenz und Mönchszellen, wurden um 1875 errichtet. Die heutige Kirche des hl. Paulus bestand bereits 1870. Die Kirche besitzt drei Heikale, und zwar für den Erzengel Michael zur linken, für den hl. Paulus und für die hl. Jungfrau. Auch in dieser Kirche steht vor dem mittleren Heikal ein Bischofsthron, der aber schlichter als der der Kirche des hl. Antonius ist.

Auf der Ostseite der Port Said St. befindet sich eine weitere 3 Kirche (29° 9′ 4″ N 31° 7′ 47″ O).

Moscheen[Bearbeiten]

Die beiden wichtigsten Moscheen der Stadt sind nur etwa 150 Meter voneinander entfernt.

  • 4 Moschee des Ḥasan Bey el-Kabīr (مسجد حسن بك الكبير, Masǧid Ḥasan Bek al-Kabīr) (29° 9′ 1″ N 31° 7′ 38″ O)

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Im Osten der Stadt befindet sich der 1 neue Markt (29° 8′ 55″ N 31° 8′ 3″ O).

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Unterkünfte finden sich in der nahe gelegenen Stadt Beni Suef.

Gesundheit[Bearbeiten]

Im Osten der Stadt befindet sich ein 1 Krankenhaus (29° 8′ 42″ N 31° 7′ 59″ O).

Ausflüge[Bearbeiten]

Wichtige Reiseziele in der Nähe der Stadt sind die Stadt Beni Suef sowie die Pyramiden von Hawāra und von Meidūm.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinardus, Otto F. A.: Christian Egypt, ancient and modern. Cairo: American University in Cairo Press, 1977 (2. Auflage), ISBN 978-977-201-496-5, S. 355 f.
  • Timm, Stefan: Būš. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 1: A - C. Wiesbaden: Reichert, 1984, Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,1, ISBN 978-3-88226-208-7, S. 455–457.

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 15. Dezember 2014.
  2. 2,0 2,1 [Abū al-Makārim] ; Evetts, B[asil] T[homas] A[lfred] (Hg., Übers.) ; Butler, Alfred J[oshua]: The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford: Clarendon Press, 1895, S. 49, Fol. 18.a, S. 202, Fol. 69.b. Verschiedene Nachdrucke, z. B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
  3. Amélineau, E.: Un document copte du XIIIe siècle : Martyre de Jean de Phanidjôit. In: Journal Asiatique, ISSN 0021-762X, Bd. Série 8, 9,2 (1887), S. 113–190.
  4. Kamal, Ahmed (Übers.): Kitab ad-durr al-maknuz nas-sirr fil-dalāʾil wal habājā nad-dafāʾin = Livre des perles enfouies et du mystère précieux au sujet des indications des cachettes, des trouvailles et des trésors ; 2: Traduction. Le Caire: Imprimerie de l’Institut français d’archéologie orientale, 1907, S. 9, § 12.
  5. P[ère] Vansleb [Wansleben, Johann Michael]: Nouvélle Relation En forme de Iournal, D’Vn Voyage Fait En Egypte : En 1672. & 1673. Paris: Estienne Michallet, 1677, S. 295.Vansleb, F[ather]: The present state of Egypt : or, A new relation of a late voyage into the kingdom, performed in the years 1672 and 1673. London: John Starkey, 1678, S. 178.
  6. Jullien, M[ichel]: L’Égypte : Souvenirs bibliques et chretiens. Lille: Societe de Saint-Augustin, 1891, S. 62–66 (Chapitre III: Bouch).
  7. Egypt: Governorates & Major Cities auf Citypopulation.de, eingesehen am 12. Jan. 2014.
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