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Megiddo

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Megiddo, hebr. מגידו, Tell el-Mutesellim, Magidu
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Um die Ausgrabungsstätte des Tel Megiddo liegt der Megiddo National Park, in der Nähe der antiken Stätte wurde 1949 der Kibbuz Megiddo gegründet. Nach christlicher Überlieferung ist Megiddo der Ort der Endzeitschlacht, der Entscheidung von Armageddon; die Festung war Ort verschiedener Schlachten und gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe.

Hintergrund[Bearbeiten]

Luftbild des Tel Megiddo

Das Archäologische Gelände mit den Ausgrabungen der antiken Stadt Megiddo liegt auf dem Siedlungshügel Tel Megiddo, der im Gesamten als Nationalpark unter Schutz gestellt wurde. Der Hügel von Megiddo liegt im Südosten der Jesreel-Ebene, historisch dominierte die Festung die Kreuzung zweier Handelsstrassen, der Via Maris zwischen Ägypten und Damaskus und der Strassenverbindung zwischen Akko - Sichem - Jerusalem.

Südlich der antiken Stätte liegt die neuzeitliche Siedlung, der 1949 von deutschen und polnischen Holocaust-Überlebenden gegründete Kibbutz Meggido; auch heute kreuzen hier zwei wichtige Routen, die Hauptstrassen 65 (Hadera - Afula) und 66 (von Haifa nach Süden in die West Bank).

Aufgrund der strategisch günstigen Lage am Passübergang über der Karmelgebirge in die Jesreel-Ebene wurde der Hügel von Megido bereits vor Jahrtausenden besiedelt, um 3000 v.Chr. wurde die erste Stadt auf dem Hügel befestigt. Die Stadt, die in der mittleren Bronzezeit ihre erste Blütezeit erlebte, wurde erstmals im 15. Jhdt. v.Chr. erwähnt. 1479 wurde sie von Pharao Thutmosis III eingenommen, der gegen die sich ihm widersetzenden kanaanitischen Fürsten unter der Anführung des Fürsten von Kadesh militärisch vorging. Die Stadt entwickelte sich weiter und ein ausgedehnter Palast wurde erbaut, bis die Stadt um 1150 v.Chr. zerstört wurde.

König David eroberte die Stadt um 1000 v.Chr. von den Philistern, die sich hier inzwischen niedergelassen hatten. Unter Salomo wurde die Stadt (gleichzeitig mit Hazor und Gezer als strategisch bedeutende Stätten) befestigt, eine Zitadelle und ein neuer Palast errichtet. Nach der Reichsteilung gelangte Megiddo zum israelitischen Nordreich, König Ahab liess wohl hier die berühmten Pferdestallungen errichten, welche früher Salomo zugeschrieben worden waren.

Um 733 übernahmen die Assyrer unter Tiglath-Pileseer III die Herrschaft über Megiddo, gute hundert Jahre später kam es bei Megiddo wieder zu einer Schlacht. Auf der Seite der Assyrer stellte sich König Josia dem Heer des ägyptischen Pharao Necho II. entgegen und kam im Verlauf an den bei der Schlacht erlittenen Verletzungen ums Leben. Die Bedeutung der Stadt ging zurück, um 586 v.Chr. wurde sie verlassen und der Siedlungshügel nie mehr besiedelt.

Eine neue Siedlung entstand im Bereich eines römisches Heerlagers als Maximianopolis, unter arabischer Herrschaft hiess die Siedlung al-Lajjûn, unter den Kreuzfahrern ging man aufs lateinischen Legio oder Le Lyon zurück, nach der Rückeroberung durch die Araber 1187 erhielt sie wieder den arabischen Namen Lajjun. Um 1918 kam es bei Megiddo zu einer entscheidenden Schlacht zwischen dem alliierten Expeditionscorps unter General Allenby und den Ottomanen, 1947/48 kam es im israelischen Befreiungskampf zu Kampfhandlungen um das Dorf, welches von der Haganah eingenommen wurde, die strategisch wichtige Position gehört seit 1948 zum israelischen Kernland. 1964 war Megiddo der Ort eines historischen Zusammentreffens zwischen Papst Paul VI und der israelischen Regierung anlässlich der ersten Papstreise nach Israel.

Erste Ausgrabungen in Megiddo wurden 1903/05 unter Gottlieb Schumacher der German Society for the Study of Palestine durchgeführt, von 1925 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde vom Orientinstitut der University of Chicago systematisch ausgegraben, die Hebrew University setzte die Arbeiten unter Yigael Yadin 1960/71 fort, seit 1994 arbeitet die Megiddo Expedition der Tel Aviv University regelmässig vor Ort.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die meisten ausländischen Reisenden werden auf dem Luftweg über den Flughafen Ben Gurion Tel Aviv anreisen.

Mit der Bahn / mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Jesreel-Ebene ist noch nicht per Eisenbahn versorgt, die Pläne einer Bahnlinie von Haifa nach Afula und Bet Sche'an bestehen seit langem. Zahlreiche Buslinien verkehren auf der Hauptstrasse 65, beispielsweise wird die Kreuzung mit der 66 tagsüber im 30 Min. Takt von Egged von Tel Aviv aus angefahren, die 3 km bis zum archäologischen Gelände kann man zu Fuss zurücklegen oder mit einer der verschiedenen Buslinien auf der 66 eine Haltestelle weit Richtung Norden fahren.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der der Mittelmeerküste entlang führenden Autobahn 2 zwischen dem Grossraum Tel Aviv und Haifa nimmt man an der Qesaryya Interchange die nach Osten führende Hautptstrasse 65 in Richtung Afula, die wenig später die parallel zur 2 führende Hauptstrasse 4 und dann die mautpflichtige Autobahn A6 kreuzt.

Die Abzweigung an der Kreuzung mit der Hauptstrasse 66 in Richtung Haifa ist gut bezeichnet, ebenso die Abzeigung von der Strasse 66 zum Nationalpark.

Von Haifa aus benutzt man die Strassen 75, 70 und dann die 66 (Richtung Jenin) bis zum Abzweiger zum Nationalpark und dem archäologischen Gelände, aus der Region von Galiläa fährt man über Afula und weiter auf der 65 bis zur genannten Kreuzung mit der 66.

Mobilität[Bearbeiten]

Vom Parkplatz beim archäologischen Gelände resp. dem Kassenhäuschen und Souvenirshop ersteigt man den Siedlungshügel zu Fuss in ca. 5 Min. (300 m), die Wege im archäologischen Gelände mit einem Durchmesser von 300 m sind zu Fuss machbar. In der Regel steigt man zum Schluss der Besichtigung auf langen Treppen ins unterirdische Wasserversorgungssystem mit einem antiken Tunnel ab und erreicht einen Hinterausgang im Nordwesten (nur Ausgang möglich, dafür muss man die Treppen nicht wieder hochsteigen). Entlang einer asphaltierten Strasse gelangt man in 10 Minuten (750 m) wieder den Parkplatz beim Parkeingang, Busreisende in Gruppen werden in der Regel von ihrem Fahrer beim Parkplatz beim Hinterausgang wieder abgeholt.

Der Anstieg zum archäologischen Gelände ist etwas beschwerlich, mit Fremdunterstützung für Wheelchair-yellow3.png Menschen im Rollstuhl aber machbar, auch auf den Schotterwegen im archäologischen Gelände kommen Menschen mit Gehbehinderung zurecht, die Wheelchair-red3.png Treppe ins Water System ist allerdings nicht machbar. Auf Vereinbarung mit der Parkaufsicht kann man vom Hinterausgang her mit einem Wheelchair-green3.png Rollstuhl-Lift Zugang zum unteren Ende des Water Tunnel erhalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Megiddo National Park[Bearbeiten]

kanaanitisches Tor
1 Megiddo National Park. Tel.: (0)4-659-0316, Fax: (0)4-642-0312. Geöffnet: Sommer 08.00-17.00h, Okt.-März 08.00-16.00h. Preis: 29/15 NIS. Typ ist Gruppenbezeichnung

Ein Rundweg ist vom Gebäude der Parkverwaltung mit der Kasse ausgeschildert: ein Fusspfad führt zunächst auf die Anhöhe des Siedlungshügels hinauf.

  • linksseitig vom Zugang zur Stadt liegt eine steinzeitliche 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Zisterne und ein Treppenaufgang zu einem Teil der Toranlage.
  • durch das nördliche 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Stadttor aus der späten Bronzezeit (mit den charakteristischen Quermauern, welche den Durchgang einengen und Wachräume bilden) betritt man das ummauerte Stadtgebiet. Das Stadttor wurde in ältere Befestigungen eingebaut, zur rechten schliessen sich bronzezeitliche Palastanlagen an.
  • der Weg führt nun vorbei an der inneren 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Stadttoranlage aus der Zeit von König Salomo, sie wurde um 1000 v.Chr. erbaut.


Heiliger Bezirk (Sacred Area)

Ein Gehweg zweigt nach links zu einem 5 Typ ist Gruppenbezeichnung Aussichtspunkt ab, von dem sich ein toller Ausblick auf die Jesreel-Ebene öffnet.

  • in einem Geländeeinschnitt zur Rechten liegt ein 6 Typ ist Gruppenbezeichnung Sakralbezirk, die Sacred Area. In dieser bronzezeitlichen Tempelanlage ist ein runder Altar aus unbehauenen Steinen, zu dem von Osten Stufen hinaufführen, ausgegraben worden.
  • links, nördlich des Wegs liegen die Fundamente eines sogenannten 7 Typ ist Gruppenbezeichnung salomonischen Palasts und die längsverlaufenden Säulenhalle der Stallungen aus der Zeit von Salomo oder dem nachfolgenden Ahab.


Blick über die Jesreel-Ebene
  • vorbei an einem runden in den Untergrund gegrabenen 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Kornspeicher (mit einer Treppe zum Hinab- und einer zum Hinaufgehen) gelangt man zu einem zweiten 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Aussichtspunkt südlich des grossen Geländeeinschnittes mit dem Sakralbereich, der im Rahmen der Ausgrabungstätigkeit nach 1925 geöffnet wurde.
  • vom 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Südpalast und den 11 Typ ist Gruppenbezeichnung Südstallungen ist nur wenig zu sehen, die Ausgrabungsarbeiten in die tieferen Schichten werden fortgesetzt.


Tunnel im Water System

Ein Höhepunkt der ganzen Stadtanlage ist das Wasserversorgungssystem ("Water System"), welches für die Stadt auf der Anhöhe von überlebenswichtiger Bedeutung war. Eine im Bereich vor den Stadtmauern gelegene Quelle wurde durch eine Steinmauer gegen aussen abgeschlossen und von aussen her unsichtbar gemacht. Zunächst wurde eine Galerie zum Quellgebiet gebaut, welche später durch einen unterirdischen Tunnel ersetzt wurde.

  • ein 12 Typ ist Gruppenbezeichnung Treppenabgang führt zum Beginn eines unterirdischen Tunnels hinab.
  • der 80 m lange horizontal durch den Feld vorgetriebene 13 Typ ist Gruppenbezeichnung Tunnel endet in einer unterirdischen Zisterne um Quellgebiet und erlaubte es, das lebenswichtige Trinkwasser ungesehen von Belagerern und unter Deckung durch den Fels in die Stadt zu transportieren.

Der Weg führt über einige Stufen zum 14 Typ ist Gruppenbezeichnung Hinterausgang (hier kein Eintritt möglich), auf einem Fussweg entlang der asphaltierten Strasse gelangt man in 10 Minuten (750 m) wieder zum Parkplatz beim Parkeingang, wenn man nicht - wie es bei organisierten Reisen häufig der Fall ist - beim Hintereingang in den wartenden Bus steigen kann.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Im Vordergrund steht die Besichtigung des Ausgrabungsgeländes von Tel Megiddo, eine mehrsprachige Multimediashow und eine kleine Ausstellung mit einem Modell des antiken Megiddo verschaffen Überblick über die Situation in der Antike.

Einkaufen[Bearbeiten]

Vor Ort befindet sich ein Souvenirshop der Parkverwaltung, in dem auch verschiedene Broschüren, Getränke und Eis angeboten werden. In einem zweiten Laden werden hochwertige Andenken und Schmuck angeboten.

Küche[Bearbeiten]

Im Gebäude der Nationalparkverwaltung befinden sich ein Snackrestaurant und auch schattige Picknicktische, ebenfalls gibt es Toilettenanlagen und Trinkwasserstellen im Gebäude.

Nachtleben[Bearbeiten]

Nachts ist der Nationalpark geschlossen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Übernachtungen im Nationalparkareal sind verboten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Bei der Parkverwaltung wird beim Eintritt eine Broschüre angegeben, eine Multimediaschau und kleine Ausstellung mit einem Modell der Stadt zur Zeit von König Salomo informiert über die Geschichte des Orts und erleichtert das Zurechtfinden im Ausgrabungsgelände.

Toiletten und Trinkwasserstellen befinden sich ebenfalls in den Gebäuden der Parkverwaltung.

Lokal nur Mobiltelephonabdeckung, im Gebäude der Parkverwaltung befindet sich auch ein öffentliches Telephon.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website der archäologischen Megiddo Expedition, engl.
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