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Lindisfarne

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Holy Island, Blick vom Hafen zum Castle
Lindisfarne, Holy Island
CountyNorthumberland
Einwohner180
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Höheunbekannt
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Lage
Lagekarte von England im Vereinigten Königreich
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Lindisfarne

Lindisfarne oder auch Holy Island ist eine Gezeiteninsel mit einer kleinen Ortschaft in Northumberland im Norden von England.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lindisfarne Gospel

Lindisfarne oder "Holy Island of Lindisfarne" (Kurz als "Holy Island" bezeichnet) ist eine Gezeiteninsel an der Ostküste Northumberland, knapp südlich der schottischen Grenze; die Halbinsel wird bei Flut zur Insel und kann bei zurückgehendem Meeresspiegel in der Zeit der Ebbe über eine asphaltierte Strasse, den "Causeway", bequem mit dem Auto erreicht werden.

Neben einer kleinen Ortschaft liegt auf der Insel eine Burg und vor allem die Ruinen eines Klosters resp. einer Priorei - die Abtei Lindisfarne war im siebten Jahrhundert Ausgangspunkt einer christlichen Missionsbewegung: von einem irischen Mönch wurde der christliche Glaube in den Norden Englands gebracht und breitete sich von dort aus in das Reich der Angelsachsen und in den Norden Englands aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Von der römischen Besatzung war in Lindisfarne an der nordenglischen Küste nicht viel zu spüren, die Einfälle der Schotten und Pikten führten dazu, dass die Gegend als unsicher galt. Im 6. Jhdt. entstand unter König Ida, der im nahen Bamburgh residierte, das Königreich Bernicia; sein Nachfolger König Oswald (Sohn von König Æthelfrith), der 634/43 regierte, berief einen irischen Mönch als Bischof in sein Reich.

König Oswald von Northumbria kam in einer Zeit des Exils im Reich von Dál Riada zum christlichen Glauben, sein Wirken wurde vom Hl. Beda (dessen Grabmal in Durham liegt) überliefert. König Oswald berief im Jahre 635 den irischen Mönch Aidan von der Insel Iona (Innere Hebriden) zum Bischof seines Reichs und übergab ihm die Gezeiteninsel Lindisfarne, um dort seine Priorei zu errichten. Das erste Kirchengebäude bestand nach irischer Tradition aus Holz, vom Nachfolger Bischof Finan (651/61) wurde eine grössere Kirche aus Eichenbalken erbaut und die sterblichen Überreste des Hl. Aidan neben dem Altar beigesetzt; zu Ende des 7. Jhdt. erhielt die Kirche ein Dach aus Bleiblech. Um 700/725 entstand in Lindisfarne eine reich ausgeschmückte Abschrift des lateinischen Neuen Testaments, der "Lindisfarne Gospel" (

Eine bedeutende Persönlichkeit war Abt Cuthbert, der die Ordensregeln nach Disputen zwischen irischen und römisch-katholischen Traditionen erneuerte. Da die Querelen anhielten, zog Cuthbert sich in eine Einsiedlerklause zurück, zunächst auf das kleine Inselchen Cuthbert's Island, in Sichtweite von Lindisfarne, dann noch etwas weiter auf Inner Farne. Nach seinem Tod wurde der Hl. Cuthbert zunächst auf Lindisfarne beigesetzt, unter Bedrohung durch Wikinger resp. dänische Seefahrer, welche das Kloster erstmals 793 angriffen und 875 plünderten, mussten die Mönche die Abtei verlassen und führten die Gebeine des Hl. Cuthbert mit sich, später wurden die Gebeine in der Kathedrale von Durham zur ewigen Ruhe gebettet.

In den Jahrhunderten der Bedrohung durch die Wikinger blieb nur eine kleine christliche Gemeinschaft auf Lindisfarne zurück, auf der Flucht vor den Truppen von Wilhelm dem Eroberer wurden die Reliquien des weiterhin in ganz Nordengland verehrten Hl. Cuthbert wieder nach Lindisfarne zurückgetragen. Um den legitimen Anspruch der Benediktinermönche von Durham zu untermauern, wurde nach Befriedung der Region auf Lindisfarne erneut eine Abtei als Aussenposten des Bistum Durham errichtet, die heute noch existierende Klosterkirche wurde 1120/50 erbaut, später kamen die umliegenden Gebäude der Klosteranlage dazu. Im Rahmen der schottisch - englischen Grenzkriege wurde die Abtei befestigt, bald konnte die mönchische Gemeinschaft allerdings die Unterhaltskosten nicht mehr aufbringen.

Nach dem Bruch von König Heinrich VIII mit der päpstlichen Autorität wurde 1536 die Benediktinerabtei geschlossen und die Gebäude in den kommenden Jahrhunderten dem Verfall preisgegeben, allerdings blieb die strategische Bedeutung der Insel erhalten und 1565/71 wurde die Burg von Holy Island erneuert und in der Folge noch eine zweite Festung errichtet.

Die malerischen Ruinen der alten Abtei von Holy Island wurden im 18. Jhdt. von Reisenden wiederentdeckt und wurde von S. Grimm, Th. Girtin und J.M.W. Turner in Gemälden festgehalten. Ab dem späten 19. Jhdt. wurden Ausgrabungsarbeiten begonnen und Rekonstruktionen durchgeführt, seit 1984 hat English Heritage die Pflege der Stätte übernommen und es wurde ein Museum zur Geschichte der Abtei errichtet.

Anreise[Bearbeiten]

Brücke & Refuge am Causeway
Wasser überflutet den Causeway
Pilgrim's Way

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist derjenige von Newcastle upon Tyne etwa 75 km entfernt.

Mit der Bahn / Bus[Bearbeiten]

Die Schnellzüge auf der Strecke Newcastle - Edinburgh halten etwas nördlich in Berwick-upon-Tweed, wo auf den Bus umgestiegen werden muss. Die frühere Bahnhaltestelle Beal wird nicht mehr bedient.

Die Buslinie 477 von Perryman's verbinden Berwick-upon-Tweed mit Holy Island (Lindisfarne). Der Fahrplan inkl. Anschlusszüge ab Newcastle und Durham sind auf der Website ersichtlich. Allerdings ist auch der Busverkehr auf die bei Flut überflutete Strassenverbindung abgewiesen ("Causeway"), weshalb zur Planung der Reise besser mit der Busgesellschaft unter 01289 308719 oder email enquiries@perrymansbuses.com Kontakt aufgenommen wird, ebenfalls müssen Gruppen ab acht Personen telephonisch vorangemeldet werden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Schnellstrasse A1 Newcastle - Edinburgh wird Lindisfarne (es ist beschildert als "Holy Island") von Süden her kommend über die Holy Island Road (Abzweiger beim "Holy Island Inn, hier auch eine Bushaltestelle) erreicht, vorbei am kleinen Ort Beal.

Die Überfahrt erfolgt auf der asphaltierten Strasse des sog. 1 Typ ist Gruppenbezeichnung "Causeway", zur Zeiten der Flut wird diese Strasse regelmässig überschwemmt. Nach abflutend des Wassers bei Ebbe sind noch Schlick und Salzwasserpfützen auf der Fahrbahn anzutreffen. Die Überfahrzeiten sind vor Ort am Beginn des "Causeway" angeschlagen und auch auf der Website von Holy Island / Lindisfarne publiziert und müssen unbedingt eingehalten werden. Alljährlich bleiben Fahrzeuge in den Fluten stecken, in der Regel infolge Unbesonnenheit oder Waghalsigkeit, die Passage noch bei hereinkommender Flut zu versuchen. An der engsten Stelle mit einer Brücke ist die Strasse nur einspurig im Kreuzungsverkehr zu befahren, hier befindet sich auch ein "Hochsitz", auf dem von der Flut überraschte Besucher Schutz finden, bis sie von der Küstenwache gerettet werden. Das Fahrzeug erleidet in einem solchen Fall aber Totalschaden, die selbst zu tragenden Kosten für den Rettungseinsatz können beträchtlich sein.

Bei der Planung eines Ausflugs nach Holy Island ist unbedingt die Tabelle mit den gefahrlosen Überfahrtzeiten zu beachten und die Passage nur zu befahren, wenn sich das Wasser wirklich zurückgezogen hat. Entweder man nutzt die Zeit während einer Ebbe (ca. 7 Stunden) zum Besuch der Insel, oder man richtet sich darauf ein, die 4 - 5 Stunden einer Flutperiode auf der Insel zu verweilen.

Der 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Parkplatz liegt am Ortseingang und ist ganzjährig kostenpflichtig.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Obwohl Lindisfarne am Meer liegt und auch einen kleinen Hafen für Schiffskutter besitzt, verfügt er nicht über einen Seehafen mit Personenschiffahrt. Die Bootsverbindungen von Natur- und Vogelliebhabern gern besuchten Farne Islands gehen von 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Seahouses ab.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der asphaltierte "Causeway" ist zu Ebbezeiten problemlos mit dem Fahrrad zu befahren, er ist als Nationalroute 1 (NCN) und damit als Teil des Nordseeküsten-Radwegs ausgeschildert. Evtl. nach der Passage (wegen der unweigerlichen Salzwasserspritzer) Kette und Wechsel mit Süsswasser abspritzen.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Man kann problemlos über den Causeway nach Lindisfarne wandern, die Strecke ab der A1 / "Lindisfarne Inn" beträgt allerdings knappe 6 Meilen resp. gute 8 km entlang der in der Saison ziemlich befahrenen Strasse.

Reizvoller ist für Fussgänger der Pilgrim's Way, die etwas direktere Route ist mit Stangen markiert; es wird empfohlen, sie nur nach Rücksprache mit jemandem mit genauen Kenntnissen zu begehen, nie in der Dämmerung oder bei hereinkommender Flut. Auch hier finden sich zwei Schutzhütten, auf die man sich retten kann - das Wasser reicht bei Flut bis an die obersten Stufen!

Mobilität[Bearbeiten]

das Castle Shuttle

Auf der Insel kann man sich gut zu Fuss bewegen, die Distanz vom Parkplatz zum Ortszentrum beträgt 500 m, von dort zur Burg nochmals 1 km. Gehbehinderten ist die Benutzung des zentraleren zweiten Parkplatzes an der Wheelchair-green3.png 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Green Lane erlaubt.

Ein Shuttlebus verkehrt dreimal in der Stunde vom Ortszentrum zum Castle, die Betriebszeiten hängen von der Witterung und den Gezeiten / Befahrbarkeit des Causeway ab:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Lindisfarne Priory & St. Marys
St. Mary's Church
Lindisfarne Castle
Kalkbrennerei
  • 1 Lindisfarne Priory, Holy Island, Berwick-upon-Tweed TD15 2RX. Tel.: (0)1289 389200. Geöffnet: April-Sept 10.00-18.00h, Okt. 10.00-17.00h, Nov.-Feb. Sa/So 10.00-16.00h. Preis: £5.60 / Kinder £3.30 / Familie £14.30. Typ ist Gruppenbezeichnung
Ruinen der Abtei aus dem 12.-14. Jhdt., neben den Ruinen der gewaltigen Abteilkirche sind noch Reste verschiedener Nebengebäude des Klosters vorhanden.
In einem Museum werden die Hintergründe der Gründung der Abtei Lindisfarne und der Heiligen Aidan und Cuthbert erklärt, es sind auch Grabstelen auch normannischer Zeit ausgestellt.
die 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Pfarrkirche St. Mary the Virgin wurde im Bereich einer normannischen Vorläuferbaute im 12./13. Jhdt. errichtet, Zeichen der Vernachlässigung in der Folge der Reformation wurden um 1860 im Rahmen einer ausgedehnten Renovation behoben.
  • 3 Lindisfarne Castle. der Shuttlebus fährt bis zum Zugang zum Burggelände, die letzten 100 m auf einem ansteigenden Schotterweg müssen zu Fuss zurückgelegt werden. Geöffnet: ca. 10.00-15.00 h, Zeiten variieren stark. Preis: £7.00 / Kinder £3.50 / Familien £17.40. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • die 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Kalkbrennerei (Lime Kilns) und der Holy Island Waggonway wurden um 1860 errichtet und blieben bis ins frühe 20. Jhdt. in Betrieb.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wanderung nach Holy Island auf dem Pilgrim's Way, vorgängig wegen mögl. Zeitplan unbedingt mit lokalen Stellen absprechen (Berwick Tourist Information)
  • praktisch die ganze Insel steht unter Naturschutz und ist vor allem für Vogelfreunde von Bedeutung; in diesem Zusammenhang ist auch eine Tour zu den Farne Islands, um die dort brütende Lunde zu beobachten.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • ein 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Island Store bietet neben Souvenirs auch einige Artikel des täglichen Bedarfs feil.
  • im Museum Shop bei der Priory und im National Trust Shop werden Informationsbroschüren, Bücher und Handschriften sowie Souvenirs mit keltischen Motiven angeboten.
  • einige weitere kleine Geschäfte bieten kunsthandwerkliche Artikel an.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]


Sicherheit[Bearbeiten]

Den vor Ort angeschlagenen sowie im Internet publizierten Passagezeiten für den "Causeway" ist unbedingt Folge zu leisten. Bevor der "Pilgrim's Way" begangen wird, unbedingt vor Ort Erkundigungen einziehen und Zeitempfehlungen beachten.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • die nächste Arztpraxis ist die 1 Typ ist Farbbezeichnung Belford Medical Practice im gleichnamigen Ort.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Öffentliche Toiletten finden sich am Parkplatz an der Green Lane und an der Crossgate Lane, die zur Abtei führt.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • das Gangsterdrama Cul de Sac von Roman Polanski wurde auf Holy Island gedreht, in der Eingangsszene bleibt der Wagen des Gangsterpaars auf dem "Causeway" stehen.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Website von Holy Island - Lindisfarne (mit Befahrbarkeit des "Causeway")
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