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Unesco-Welterbestätten in Europa
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Kurische Nehrung

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Satellitenbild Kurische Nehrung und Kurisches Haff
Dörfer auf der Kurischen Nehrung

Die Kurische Nehrung ist eine knapp einhundert Kilometer in die Ostsee ragende Landzuge, die etwa je zur Hälfte ein Teil Litauens und der Oblast Kaliningrad (Russische Föderation) ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Beide Länder haben das Gebiet zu Nationalparks erklärt. Der litauische Teil heißt in der Landessprache Kuršių Nerija, der russische Kurschskaja kossa (Куршская коса). Seit dem Jahr 2000 gehört das Gebiet zum Weltnaturerbe.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

  • Litauen ist Teilnehmer des Schengenraums, der Einreise von EU-Bürgern steht nichts im Wege.
  • Für den Kaliningrader Oblast gelten prinzipiell die strengen russischen Einreise- und Meldebedingungen. Eine Einladung und/oder Buchung über ein zugelassenes Reisebüro ist unerlässlich. (Einzelheiten (engl.)). „Im Grenzgebiet Litauen-Russland (Kurische Nehrung, Gebiet Kaliningrad) ist die ca. 4 km lange Grenze nicht mit einem durchgehenden Zaun markiert. Erhöhte Grenzzeichen im Dünenbereich markieren den Grenzverlauf auf 1,8 km Länge. Wer die Grenze von Litauen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei rechnen. Gemäß russischer Rechtslage steht auf illegalen Grenzübertritt eine Haftstrafe. Gleiches gilt für illegalen Grenzübertritt zu Wasser (Paddler; Schwimmer). Die Grenze ist durch gelbfarbige Bojen markiert.“[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet war bis 1923 Teil Ostpreußens, der Norden, zu dieser Zeit von französischem Militär verwaltet, wurde im Rahmen eines „Putsches“ litauischer Nationalisten als „Memelland“ diesem Lande zugeschlagen. Diese Übernahme wurde von den Siegermächten toleriert, da man Angst hatte, dass die Region im Falle einer Volksabstimmung wie alle anderen Gebiete für das deutsche Reich optieren würde und das frisch unabhängige Litauen keinen Seehafen gehabt hätte. Litauen gab das Gebiet im März 1939 als Folge des Deutschen Ultimatums an Litauen an Deutschland zurück. Zusammen mit dem restlichen Baltikum wurde es Ende 1944 von der sowjetischen Armee besetzt.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Nehrung ist fast durchgehend bewaldet. Die höchsten Sanddünen Europas findet man im russischen Abschnitt. Die Parnidžio-Düne wird durch die Grenze getrennt.

Ortschaften[Bearbeiten]

Auf der Nehrung bestehen einige Dörfer (km-Angaben von Süden gesehen).

Im russischen Teil: Lesnoi (Лесной, dt.: Sarkau; km 10,8), Rybatschi (Рыбачий, dt.: Rossitten, km 34) und Morskoje (Морское, dt.: Pillkoppen, km 44,3, haffseitig).

Alle litauischen Dörfer (außer Smiltynė an der Nordspitze) gehören zur Gemeinde Neringa, einem anerkannten Kurort. Alksnynė (dt.: Erlenhorst), Juodkrantė (dt.: Schwarzort), Pervalka (dt.: Perwelk). Das letzte Dorf vor der Grenze ist Nida (dt.: Nidden, km 47,3), zugleich das touristische Zentrum.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Es gibt an mehreren Stellen ausgewiesene Vogelwarten. Für einige Bereiche, besonders zum Schutz der Dünen und Vogelbrutstätten besteht Zutrittsverbot.

In den Wäldern sind Zecken häufig, eine FSME-Schutzimpfung ist wie in ganz Europa sinnvoll.

Anreise[Bearbeiten]

Blick von der Düne auf den Yachthafen von Nida (2010)

Die Anreise erfolgt von Süden nach Lesnoi.

Die Nordspitze erreicht man per Auto- und Personenfähre vom 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Fähranleger Klaipėda zum 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Fähranleger Smiltynė mit des Nahrholungsgebietes Smiltynė (dt.: Sandkrug). Siehe auch Anreise nach Klaipėda. Die Fußgängerfähre ab der alten Ablegestelle verkehrt im Sommer alle halbe Stude von 6:00 Uhr bis Mitternacht. Vom neuen Pier gibt es eine Autofähre die durchgängig mindestens stündlich verkehrt, Preise und Fahrpläne beider Fähren unter www.keltas.lt (engl.).

Man kann auch von Šilutė (dt.: Heydekrug) nach Nida per Fähre gelangen. Nahe Nida gibt es einen Landeplatz für Sportflieger (ICAO: EYND).

Von Kaliningrad (32 km) fährt ein Bus direkt. Man kann auch bis Selenogradsk (Зеленоградск, dt. Crantz) mit der Bahn fahren, dann erst einen Bus nehmen.

Gebühren/Permits[Bearbeiten]

Beide Länder verlangen bei Einfahrt eine Gebühr. Auf russischer Seite entsprach diese 2014 etwa € 10 pro Fahrzeug plus € 2 pro Person.

Die litauische Umweltabgabe wird bei Alksnynė erhoben und ist von der Fahrzeuggröße abhängig, für Motorräder und PKW werden 2017 € 5 fällig, von 20. Juni bis 20. Aug. sind es für PKW € 20 (Gebührenübersicht (litauisch) mit Piktogrammen).

Mobilität[Bearbeiten]

Smiltynė (2015)

Es gibt eine Landstraße, im russischen Teil mit Nummer 27A-015, auf litauischem Gebiet Nr. 167. An dieser Straße befindet sich auch ein Grenzübergang. Einreisebestimmungen der beiden Länder beachten!

In Smiltynė kann man Fahrräder mieten (€ 9–12 pro Tag). Von dort nach Nida verkehren von 7.00 bis ca. 21.00 Uhr alle 2–3 Stunden Busse, die rund 55 Minuten für die Gesamtstrecke benötigen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ausführlicher beschrieben in Nida.

Dünen beim „Nationalparkmuseum“ Morskoje (2015)
Morskoje von Süden (Apr. 2013)

In Morskoje gibt es ein „Nationalparkmuseum“ (Morsko Musei Nationalnogo parka, Музей природы национального парка Куршская Коса), dem ein „Museum des russischen Aberglaubens“ angeschlossen ist.

In Smiltynės: Das „Museum der See“ in der Festung am Nordende (Smiltynės g. 3) ist ab 2015 abgesehen von der Delphinshow wegen Renovierung geschlossen. Die Ausstellung zum Nationalpark (Smiltynės g. 11) ist Mai–Sept. 11–18.00 Uhr geöffnet (Mo., Di. Ruhetag).

In Nida hat man das ehemalige Sommerhaus von Thomas Mann als kleines Museum gestaltet.

Ethnographisch ausgerichtet ist das Fischereimuseum, Naglių g. 4.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Nistende Kormorane bei Juodkrantės (2006)
  • Wandern
  • Vögel beobachten
  • Zum Baden dürfte die Ostsee selbst im Juni den meisten noch zu kalt sein.

Einkaufen[Bearbeiten]

Außer in Nida und Smiltynė gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten, wenn dann Kramerläden, die, wie überall im Gebiet der vormaligen Sowjetunion, zumindest dafür sorgen, dass man nie mehr als wenige Kilometer von Lebenswichtigem, also Brot und Wodka, entfernt ist. An Souvenirs werden vor allem geräucherter Fisch und Bernstein, nicht zwangsläufig aus regionaler Produktion, angeboten. Auf russischer Seite ist der nächstgelegene Supermarkt erst in Selenogradsk.

Blick auf die Ostsee an der Kurischen Nehrung

Küche[Bearbeiten]

Verzeichnis der Cafes und Gasthäuser (mit saisonalen Öffnungszeiten; Litauen)

Unterkunft[Bearbeiten]

In allen Ortschaften werden (saisonal) privat vermietete Zimmer oder Ferienwohnungen angeboten. Diese können höchst unterschiedlicher Qualität sein. Wohl auch wegen der Kürze der Saison liegen die Preise über dem Landesdurchschnitt.

Gehoben[Bearbeiten]

  • 1 Vila Jūratė, Pamario g. 3, Nida. Preis: Einzel (m.F.): € 42 (Nebensaison), € 60 (Hochsaison).

Camping[Bearbeiten]

Wildes Zelten ist im Nationalpark streng verboten. Der einzige litauische Campingplatz ist in Nida Nidos kempingas, Taikos st. 45A (Neben-/Hochsaison: Zelt oder PKW € 3,50/5; + 5/6,50 p.P.; Dusche für Nicht-Gäste: € 3).

Literatur[Bearbeiten]

Siehe die Reiseführer zu Litauen.

  • Andrée, K.; Kurische Nehrung, Europas Sandwüste. Ein Handbuch, für den Wanderer und Naturfreund; Königsberg 1932 (Gräfe & Unzer)
  • Baltėnas, Arūnas; Berthel, Klaus (Übs.); Kurische Nehrung; Vilnius 2007; ISBN 9955736119
  • Rimantienė, R.; Kurische Nehrung aus dem Blickwinkel des Archäologen; Vilnius 1999; ISBN 9986571480; (Orig.: Kuršių Nerija archeologo žvilgsniu)
  • Schimpke, Bernd; Nidden: Landschaft der Sehnsucht; Hamburg 2012; ISBN 9783981513509, (zur Künstlerkolonie)

Weblinks[Bearbeiten]

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