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Haiti

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Haiti gehört zu den Großen Antillen und teilt sich mit der Dominikanischen Republik die Insel Hispaniola. Im Norden grenzt der Atlantik an, während sich im Süden die Karibik befindet. Zum Staatsgebiet von Haiti gehören auch die Île de la Gonâve im gleichnamigen Golf und die Insel La Tortue nördlich der Hauptinsel.

Lage
Karte der Karibik mit hervorgehobener Lage von Haiti
Flagge
Flagge von Haiti
Kurzdaten
HauptstadtPort-au-Prince (Einwohner: ca. 1,25 Mio)
StaatsformPräsidiale Republik
Währung1 Gourde (HTG)
= 100 Centimes
Fläche27.800 km²
Bevölkerung9,8 Mio
SprachenFranzösisch (offiziell), Kreolisch (offiziell)
ReligionenKatholiken 80 %, Protestanten 16 % (Baptisten 10 %, Pentecostal 4 %
Stromnetz110 V/ 60 Hz
Telefonvorwahl+509
Internet TLD.ht
ZeitzoneMEZ-6h, MESZ-7h
(Sommerzeit: 2. WE im März bis 1. WE im Nov.)

Regionen[Bearbeiten]

Haiti ist in zehn Verwaltungsbezirke (Département) aufgeteilt: Artibonite, Centre, Grand’ Anse, Nippes, Nord, Nord-Est, Nord-Ouest, Ouest mit der Hauptstadt Port-au-Prince, Sud-Est und Sud.

Städte[Bearbeiten]

Anse-d’Hainault[Bearbeiten]

  • Dies ist ein Fischerort mit Landwirtschaft im äußersten Südwesten von Haiti auf der Halbinsel Tiburon, 65 km von der Provinzhauptstadt Jérémie entfernt. Die Fahrzeit beträgt etwa 3 Stunden. 1798 gegründet, erhielt der Ort 1817 Gemeinderechte. In den 1940er Jahren verzeichnete man eine Blütezeit durch den Direktexport von Bananen durch die Standard Fruit Company. Das Krankenhaus Hopital Saint Jean Baptiste hat 25 Betten. Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1982 leben im dortigen Großraum 22.275 Menschen, überwiegend von der Landwirtschaft. Feigen, Bananen, Kaffee, Kakao, Malanga, Obst und Yams werden angepflanzt. Daneben gibt es etwas Fischerei und Bootsbau. Die touristischen Werte von Anse-d’Hainault sind drei weiße Sandstrände, nur drei Kilometer von der Innenstadt entfernt.

Cap-Haitien[Bearbeiten]

  • 1670 wurde diese Hafenstadt als Cap Français von Bertrand d’Ogeron an der Manzanillo Bay gegründet, der seit 1664 Gouverneur von Tortuga war. Sie ist 274 km von Port-au-Prince entfernt und das Verwaltungszentrum der Nordprovinz. Cap Francais war lange Zeit Hauptstadt der französischen Kolonie Saint-Domingue. Während der Herrschaft von Henry I. wurde sie in Cap-Henri umbenannt, wurde auch als „Klein Paris” bezeichnet. 1791 und 1802 vernichteten Brände große Teile der Stadt. Eine glanzvolle Zeit erlebte der Ort in den Jahren 1802 und 1803 als die Schwester Napoleons, Pauline Bonaparte, die Gattin des Generals Leclerc dort Hof hielt. 1842 erschütterte ein schweres Erdbeben den Norden Haitis, dabei wurde ein großer Teil des Ortes zerstört, es soll rund 10.000 Tote gegeben haben. Seit 1861 ist die Stadt mit einem Erzbischof aufgewertet worden. Im nördlichen Vorort Carenage befinden sich zwei Befestigungsanlagen aus dem 18. Jahrhundert, Fort Magny und Fort Saint-Joseph. Im gleichen Stadtteil liegt die Ruine des Palais Pauline Bonaparte. Noch weiter nördlich an der Küste befinden sich die Ruinen der Befestigungsanlage Fort Picoulet, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Die Bevölkerung wird auf 135.000 geschätzt.
Der große Hafen wurde erst vor kurzer Zeit ausgebaut, ist Umschlagplatz für Holz, Honig, Kaffee und Kakao. Im Stadtzentrum am Place d’Armes stehen die Präfektur, ein Museum und die Kathedrale mit ihrer mächtigen Kuppel. Im 18. und 19. Jahrhundert erbaut fiel sie dem Erdbeben von 1842 zum Opfer. Genau 100 Jahre später wurde sie im alten Stil wiederaufgebaut. Die von Süden nach Norden verlaufenden Straßen sind, im Süden beginnend, Rue 1 bis Rue 29 benannt. Von Osten nach Westen verlaufende Straßen parallel zur Küste sind mit den Buchstaben A bis Q benannt. In der Rue 17 und am Boulevard am Meer können Touristen überteuerte Holzschnitzereien, naive Malerei und Voo-Doo-Puppen kaufen. Die Märkte liegen im Viertel der Straßen Rue I und Rue K und Rue 2 bis 4, sowie im Bereich der Straßen Rue I und Rue K und Rue 9 bis 11.
Am südlichen Stadtrand befindet sich ein altes dreigliedriges Stadttor, das Barrière Bouteille. An verschiedenen Stellen gibt es weitere alte Befestigungsanlagen, Stadtmauern und französische Brunnen und Forts; Fort aux Dames, Fort Bely, Fort Bersan und Fort Bourgeois.
Die Stromversorgung ist zur Zeit auf die Stunden von 19-23 Uhr beschränkt.
  • Der internationale Flugplatz liegt 10 km vom Zentrum entfernt.
  • Sechs Kilometer vom Zentrum entfernt befindet sich ein SOS-Kinderdorf auf 16 ha Fläche mit 22 Familienhäusern.
  • Etwa 4 km westlich wird die Bucht von Labadee regelmäßig von den Kreuzfahrtschiffen der Royal Caribbean angelaufen. Dort findet man einen schönen Strand, Restaurants, Bars, Kinderspielplatz, Wassersportmöglichkeiten. Das Areal ist zur Landseite hin abgetrennt. Princess Cruise Lines zahlt der Regierung von Haiti pro Kreuzfahrtgast, der dort anlandet, 5 US Dollar.
  • 20 km südlich von Cap-Haitien, hinter dem Ort Milot kann man die Reste des Palastes von Sans Souci besichtigen und die Citadel Ferriere erkunden.
  • Hopital de Bienfaisance, Cap-Haitien
  • Hopital de Milot, Cap-Haitien
  • Hopital Justinien, Cap-Haiten, Rue 17-Q, Tel. 262-1877, 262-1205-06
  • Mont Joli Hotel, Cap Haitien, Tel. 62.0300, Fax 62.0326.
  • Der Palais Sans-Souci wurde in den Jahren 1807 bis 1813 erbaut. Es war die Hauptresidenz von Henri Christophe, der am 17. Februar 1807 zu Präsidenten ernannt wurde und sich selbst am 2. Juni 1811 zum König Henri I. ausrief. Das Schloss wurde durch das Erdbeben von 1842 schwer beschädigt. Es war dem gleichnamigen Bauwerk in Potsdam nachempfunden und sehr prunkvoll eingerichtet. Die Wände hatten eine geschnitzte Mahagoniholzvertäfelung, der Fußboden bestand aus Marmorplatten. Ein kühler Bergbach wurde durch ein Röhrensystem im Fußboden umgeleitet und sorgte für angenehme Temperaturen. Der Kuppelbau der Schlosskapelle „Chapelle Royale„ mit einem zeitgenössischen Marmoraltar ist noch gut erhalten. Mit einem Durchmesser und einer Höhe von jeweils etwa 25 Metern dominiert die Kuppel das ganze Dörfchen Milot. Die Bronzelöwen, welche die Eingänge des Schlosses bewachten, befinden sich heute im Justitzpalast von Port-au-Prince. Am Eingang von Sans-Souci befindet sich ein kleiner Markt mit Handarbeiten für die Touristen.
  • Im Süden der Schlossruine von Sans-Souci befindet sich die Citadelle La Ferrière auf dem Felsen Bonnet-de-l’Evêque in 950 m über NN. Von dort aus kann man das Meer sehen. Der Architekt Etienne Henri Barre begann das monumentale Bauwerk 1804 im Auftrag von Jean-Jaques Dessalines zum Schutz gegen die Armee von Napoleon Bonaparte. Es wurde erst 1817 unter König Henry I. fertiggestellt. An dem Bauwerk sollen 200.000 Menschen beteiligt gewesen sein, 20.000 kamen dabei ums Leben. Die schiffsförmige Festung ist etwa 9.000 qm² groß, die bis zu 43 m hohen Mauern sind bis zu vier Meter stark. Im Verteidigungsfall fanden hier 15.000 Menschen Platz. In drei Geschützgalerien stehen noch 365 Kanonen von ursprünglich etwa 600. Alle Kanonen waren Beutekanonen, die den Franzosen abgenommen wurden. Noch heute sind in der Festung 45.000 eiserne Kanonenkugeln eingelagert. Große Zisternen auf dem Dach versorgten die Anlage mit Regenwasser. Es waren so viele Vorräte eingelagert, dass man eine einjährige Belagerung überstanden hätte. Nach seinem Tod fand König Henry I. im Innenhof in einem pyramidenförmigen Grab seine letzte Ruhestätte. Die Festungsanlage wird noch heute als das 8. Weltwunder bezeichnet.
  • Die Höhlen von Dondon aus präkolumbianischer Zeit sind etwa 30 km von Cap Haitien entfernt.

Dame-Marie[Bearbeiten]

  • Dieses Fischerdorf mit ca. 6.050 Einwohnern im äußersten Südwesten von Haiti auf der Halbinsel Tiburon ist einer der Ausgangsorte für Bootflüchtlinge nach Jamaika. Im Gegensatz zu anderen Orten sind hier aber fast alle Straßen asphaltiert. Der Ort ist gut entwickelt.

Fort Liberté[Bearbeiten]

  • Fort Liberté mit ca. 15.600 Einwohnern ist das Verwaltungszentrum für das Nord-Ost Department. Dies ist eine der ältesten Stadtgründungen, die auf das Jahr 1578 zurück geht. Die Indianer und Spanier nannten sie Bayaha, die Franzosen gaben ihr bis zur Vertreibung im Jahre 1804 den Namen Fort-Dauphin. Heute ist der Ort auch unter dem Namen Fort St. Joseph bekannt. Er liegt an einer tief eingeschnittenen, ausladenden Bucht. Drei Befestigungsanlagen schützten den Ort: neben dem Fort Dauphin aus dem Jahre 1732 gibt es noch Reste von Fort Lachatre und Fort Labouc, das man auch Fort Labourque nannte. Nachdem Henri Christophe sich 1811 selbst zum König ausrief nannte er den Ort Fort-Royal. Erst nach seinem Tode im Jahre 1820 kam der alte Name zurück.

Gonaives[Bearbeiten]

  • Die Stadt hat zwischen 85.000 und 105.000 Einwohner, ist 171 km vom Port-au-Prince entfernt und Verwaltungssitz für das Département l’Artibonite. Die Straßen sind nach dem typischen kolonialen Schachbrettmuster angelegt. In der Vergangenheit war der Ort wichtiger Ausfuhrhafen für Baumwolle und Kaffee. Am 1. Januar 1804 rief Jean-Jaques Dessalines auf dem Marktplatz die Republik Haiti aus. Zur 150. Wiederkehr dieses Tages wurden 1954 die Cathédrale à Mémoire und einige Denkmäler eingeweiht. Im Stadtzentrum befindet sich ein Markt. Am Stadtrand liegt eine staatliche Baumwollspinnerei. Im Jahre 2004 führte der Wirbelsturm “Jeanne” zu großen Überschwemmungen mit etwa 2.200 Toten in der Umgebung.
  • Hopital La Providence, rue C. Imbert, Tel. 274.0322

Hinche[Bearbeiten]

  • Dieser Ort mit etwa 20.000 Einwohner liegt im zentralen Hochland, rund 130 km von der Hauptstadt entfernt. Nahe am Fluss Rivière Guayamound kreuzen sich die Kreisstraßen 300, 306 und 308.
  • Hopital Sainte Thérèse de Hinche

Jacmel[Bearbeiten]

  • Die Spanier erkannten schon früh die hervorragende Lage dieses Platzes an der Baie de Jacmel. Der Ort an der karibischen Südküste, 105 km vom Port-au-Prince entfernt, liegt wie ein Amphitheater auf einem Hügel. 1698 gründeten sie eine Ortschaft, die durch den Kaffee-Export bald zu Reichtum kam und der Verwaltungssitz des Départment du Sud-Est wurde. Noch heute sind die Häuser der ehemaligen Kaffeebarone zu bestaunen. Nach den Spaniern wurde der Ort zu einem Piratenstützpunkt. Simón Bolívar sammelte seine Truppen hier zur Reise nach dem südamerikanischen Festland. Im Jahre 1806 fand der venezuelanische Freiheitskämpfer Francisco de Miranda hier Zuflucht und Unterstützung. 1893 brannte ein Teil der Stadt ab. Inzwischen ist der Hafen versandet und hat seine Bedeutung für die Ausfuhr von Kaffee, Baumwolle und Zucker verloren. Es gibt in Jacmel ein Krankenhaus, das Saint-Michele Hospital und einen Marché de Fer. Die Kathedrale mit ihren beiden Türmen wurde teilweise zerstört. Die Bevölkerungszahlen schwanken zwischen 26.000 und 33.000. Bei dem Erdbeben im Januar 2010 sollen 90 % der Häuser beschädigt worden sein. Kanadisches Militär hat den Flughafen als Ausweichroute für Hilfsgüter unter Kontrolle gebracht.
  • Hopital Saint Michel, Tel. 288.2151

Jérémie[Bearbeiten]

  • Dieser Ort mit einer Bevölkerungszahl um 30.000 ist 295 km von Port-au-Prince entfernt, an der Mündung des Flusses Grande Anse hat wegen seiner kolonialen Gründung einen regelmäßig rechteckigen Grundriss. Es ist der Verwaltungssitz des Départment de la Grand´ Anse. Im Süden der Stadt zeugen die Ruinen des Fort Télémaque von der kolonialen Vergangenheit. Die Stadt rühmt sich zweier bedeutender Bürger. Zum einen ist es der bedeutendste Schriftsteller des Landes, Etzer Vilaire. Zu weltweiter Berühmtheit gelangte der Name Alexandre Dumas. Er wurde als Alexandre Davy de la Pailleterie 1762 geboren. Später legte er den Namen seines Vaters ab und nannte sich nach seiner Mutter. Als General sammelte er unter Napoleon große Ehren in Italien und Österreich. Er wurde sogar zum Ritter geschlagen. Sein Sohn erreichte mit seinen Romanen „Der Graf von Monte Christo” und „Die drei Musketiere” weltweite Anerkennung, sein Enkel schrieb „Die Kameliendame”.
  • Hopital Saint Antoine, Bordes, Tel. 284.5260

Les Arcadins[Bearbeiten]

  • Dieser Küstenstreifen nordwestlich von Port-au-Prince zwischen den Orten Arcahaie und Montrouis ist das Touristenzentrum des Landes. Vor der Küste befindet sich eine bis zu fünf Kilometer breite Bank die nur 13 bis 19 m Wassertiefe hat. Dort befinden sich die drei Inseln der Les Arcadins, nach denen der Küstenabschnitt benannt ist. Sie sind nur 70 bis 250 m breit und die längste ist 425 m lang. Es sind die Inseln Ile de Sud, Ligthouse Island und Ti Teal. Um diese Inselgruppe herum finden Taucher die schönsten Korallenriffe von Haiti.
Die Küstenlinie steigt landeinwärts zu der abgeholzten Chaine de Matheux auf. Das Land dieses flachen Küstengebirges ist in kleine Parzellen aufgeteilt, die von den Bewohnern der Küstenzone neben ihrer Arbeit als Fischer bewirtschaftet werden. Auf den kleinen Feldern werden in geringem Maße Ackerfrüchte angebaut, der größte Teil ist jedoch Weideland für Ziegen.
Von den heute noch bestehenden etwa 800 Hotelzimmern in Strandnähe findet man 80 % in diesem Küstenabschnitt. Etwa 2.200 Menschen sind dort im Tourismusgewerbe tätig.

Les Cayes[Bearbeiten]

  • Dieser Ort mit einer Einwohnerzahl nahe 60.000 ist 196 km von Port-au-Prince entfernt, er wurde 1719 von den Franzosen gegründet und ist die größte Stadt im Départment du Sud. 1815 fand Simon Bolivar dort Zuflucht. Der Hafen war immer ein Kaffeeverladehafen. Da er heute stark versandet ist müssen die Kaffeesäcke mit flachen Lastkähnen zu den Frachtschiffen gebracht werden, die vor der Küste ankern. Wahrzeichen der Stadt ist die Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert mit den beiden quadratischen Türmen. Wegen der ungünstigen Lage sind Teile der Stadt nach Regenfällen häufig überschwemmt.
  • Gute 10 km vor der Küste liegt die kleine Insel Ile-à-Vache. Sie war lange ein Piratenstützpunkt. Henry Morgan hat dort seine Flotte für den Angriff auf Panama gesammelt.
  • Hopital Immaculée Conception, Tel. 286-0041

Le Limbé[Bearbeiten]

  • Le Limbe mit ca. 30.000 Einwohner liegt nahe der Nordküste. Dort zweigt die Gemeindestraße 117 in Richtung Port-de-Paix von der Kreisstraße 100 ab.
  • Hopital Le Bon Samaritain (HSB), Limbe, das Krankenhaus besteht seit 1953 als Gemeinnützige Organistaion, mit Unterstützung aus den USA.
  • Musée du Guahaba, Route Nationale 1, dies ist ein kleines Geschichtsmuseum in einem runden Gebäude, gegründet von Dr. William H. Hodges. Es zeigt Funde aus der Indianerzeit und aus der Moderne.

Léogane[Bearbeiten]

  • Léogane liegt 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince. 130.000 Einwohner hatte die Stadt vor dem Erdbeben. Jetzt ist sie ein einziges Trümmerfeld. Mehr als 80 Prozent der Gebäude sind eingestürzt. Wie in Port-au-Prince wurden Notlager errichtet - wie hier im Stadion der Stadt, die hygienischen Zustände sind katastrophal. Von den Krankenhäusern ist keines stehengeblieben. Vor den Tankstellen der Stadt bilden sich wie überall in Haiti lange Schlangen. Benzin ist knapp, die Preise sind explodiert. Fast 2 Euro kostet inzwischen der Liter.

Petit-Goave[Bearbeiten]

  • Dieses kleine Fischerdorf mit etwa 15.000 Einwohner, besser bekannt als “Ti Goave” liegt rund 60 km westlich von Port-au-Prince. Bei dem Erdbeben im Januar 2010 sollen 80 - 90 % aller Gebäude, einschließlich dem Krankenhaus zerstört worden sein. Das Epizentrum eines Nachbebens mit der Stärke von 6,3 auf der Richterskala lag nahe dem Ort.

Petite Rivière de l’Artibonite[Bearbeiten]

  • Dieser Ort am Fluss l’Artibonite hat etwa 16.000 Einwohner. Zur Hauptstadt Port-au-Prince sind es 127 km.
  • Am südöstlichen Stadtrand steht das Fort de la Crête à Pierrot, von Henri I. erbaut, während der britischen Besatzungszeit renoviert, auf einem Plateau über dem Fluss. Im März 1802 verteidigten sich die haitianischen Truppen dort heldenhaft gegen die Truppen des Generals Leclerc.
  • In der Nähe von Petite Rivière de l’Artibonite befindet sich ein weiteres Schloss von Henri I., der Palais des 365 Portes. Es wurde 1816 erbaut. Eine Zeit lang beherbergte das Gebäude die Büros der Stadtverwaltung. Seit dem Jahre 2002 steht es leer und verfällt. Türen wurden gestohlen, das Wellblechdach ist löcherig, die Wände sind vollgekritzelt.
  • Das Hospital Albert Schweitzer wurde Anfang der 1950er Jahre von dem amerikanischen Arzt W. C. Mellon gegründet. Dies ist eines der wenigen funktionierenden Krankenhäuser für die ländliche Bevölkerung.

Port-de-Paix[Bearbeiten]

  • Kolumbus ankerte schon an diesem Ort, dem er den Namen „Valparaiso“ gab, das Paradiestal. Gegründet wurde die heute abgelegene Hafenstadt aber erst 1664 von Piraten. Während der französischen Kolonialzeit war es einer der reichsten Orte der Kolonie, heute ist es der Verwaltungssitz des Départment du Nord-Ouest. Aus der Gründerzeit sind die Ruinen eines französischen Forts erhalten. 1902 wurde fast der ganze Ort durch ein Großfeuer zerstört. Die Einwohnerzahl liegt heute um 32.000. Über den Hafen werden illegale Güter ein- und ausgeführt. Die Küstenstraße in Richtung Cap-Haitien ist nicht befahrbar. Fast alle Brücken über mehrere Flüsse wurden durch Hochwasser zerstört, dadurch ist der Verkehr erheblich beeinträchtigt. Von Gonaives aus muss man drei bis fünf Stunden für die Fahrt quer über die Berge rechnen.
  • Vor der Küste liegt die Insel Ile de la Tortuge, dies war ein berüchtigter Piratenstützpunkt. Heute versuchen Bootsflüchtlinge wegen der günstigen Lage von dort aus eine Überfahrt zu den Bahamas oder nach Florida zu finden.
  • Hopital Immaculée Conception, Port-de-Paix, Rue A. Killick 1, Tel. 268-6264

Port Salut[Bearbeiten]

  • Dieser Ort liegt 26 km südwestlich von Les Cayes an der Südwestküste. Im Jahre 1954 wurde dort Jean-Bertrand Aristide geboren. In der Nähe befindet sich der schöne Badestrand Macaya Beach. Dort sollte eine Ferienanlage entstehen. Wegen der schlechten Straßenverbindungen ist die Anreise dorthin heute sehr langwierig.

Saint-Marc[Bearbeiten]

  • Diese Hafenstadt, geschätzte Einwohnerzahl von 65.000, 96 km von Port-au-Prince entfernt, wurde schon 1677 am Ende einer tief eingeschnittenen Bucht gegründet. Noch heute findet man Wälle, die Teile der alten Stadtbefestigung sind. Von hier aus sollen sich 800 Haitianer freiwillig nach Nordamerika eingeschifft haben um zusammen mit den Amerikanern im Unabhängigkeitskrieg zu kämpfen. Heute wird rund um die Stadt hauptsächlich Kaffee angebaut.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Wer unbedingt einmal dortgewesen sein möchte, tut dies am besten durch eine organisierte Reise von der Nordküste der Dominikanischen Republik aus: in Puerto Plata, Sosúa oder Cabarete werden kurze Schnuppertouren nach Fort Liberté (kurz hinter dem Grenzübergang Dajabón) - inkl. Besuch eines Marktplatzes - angeboten. Für relativ viel Geld sieht man dabei relativ wenig von Haiti.

Es gibt zur Zeit keinen deutschen Reiseveranstalter, der von Deutschland aus organisierte Reisen nach Haiti durchführt. Es besteht nur die Möglichkeit von der Dominikanischen Republik aus an einer „Rundreise” teilzunehmen, die man schon in Deutschland buchen kann. Diese bis zu sechstägigen Reisen führten zuletzt von Punta Cana oder Puerto Plata aus nach Haiti. Der Haititeil besteht je nach Reiseveranstalter aus der Fahrt nach Port-au-Prince mit Stadtrundfahrt und Übernachtung in Pétionville oder Port-au-Prince, Fahrt von Port-au-Prince an die Côte des Arcadins, dort Übernachtung und Weiterfahrt nach Cap-Haitien, wo eine dritte Übernachtung stattfindet. Von dort aus werden die Citadelle La Ferriere und das Schloß Sans-Souci besucht. Bis 1994 war die Zimmerkapazität im Lande um 50 % zurückgegangen, eine Entwicklung, die sich fortsetzen wird, denn einige Hotels meldeten eine Belegungsrate ihrer Zimmer von unter 5 %. Die Tourismusbüros in Miami, New York, Montreal und Paris wurden geschlossen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Landesbeschreibumg[Bearbeiten]

Das Land bedeckt die westliche Hälfte der Insel Hispaniola und hat etwa 1.500 km Küstenlinie. Im Grenzbereich zur Dominikanischen Republik ist das Land etwa 190 km breit. Der Golf de la Gonâve teilt das Land nach Westen hin dann in eine nördliche und in eine südliche Halbinsel. Die mehr als doppelt so lange südliche Halbinsel Tiburon hat eine Länge von ca. 235 km bis nach Port-au-Prince, sie ist an vielen Stellen nur ca. 35 km breit, weitet sich aber auch auf 60 km. Das Massiv de la Hotte erreicht im Westteil am Pic la Selle eine Höhe von 2.680 m, dies ist zugleich die höchste Erhebung des Landes. Die nördliche Halbinsel misst nur ca. 115 km bis zur Hauptstraße zwischen Cap-Haitien und Gonaives. Sie ist dort knapp 50 km breit. Hier reiht sich ein Bergkegel von bis zu 1.200 m an den anderen. Dieses Mittelgebirge setzt sich in der Dominikanischen Republik als Cordillera Central fort, wo Höhen von über 3.000 Metern erreicht werden. Größere landwirtschaftlich nutzbare Ebenen befinden sich an der Nordküste zwischen Cap-Haitien und Fort Liberte, das Plateau Central in der Landesmitte, das Artibonite-Tal nördlich von Port-au-Prince und die Cul-de-Sac Ebene im Süden. Der salzhaltige Etang Saumâtre ist der größte Binnensee des Landes, in dem es bis zu vier Meter große Alligatoren geben soll.

Rund 80 % der Bevölkerung leben in weit auseinandergezogenen Streusiedlungen auf dem Lande. Die Verkehrsverbindungen sind ausgesprochen schlecht, große Teile des Landes sind wirtschaftlich kaum erschlossen. Fast alle Städte gehen auf Gründungen der Franzosen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zurück und zeigen in ihrer Anlage die Regelmäßigkeit eines Schachbrettes.

Haiti zählt auch heute noch zu den ärmsten Ländern der Erde. Da es der Regierung an finanziellen Mitteln fehlt um genug Düngemittel zu kaufen kommt es zu immerwiederkehrenden Brandrodungen. Der gesamte Regenwald wurde gerodet. Ein geringer Teil des Holzes wurde exportiert, der überwiegende Rest zu Holzkohle verarbeitet. Dies hat durch die anschließende Bodenerosion dazu geführt, das große Landstriche nur noch aus kahlem Felsen bestehen. So ist zum Beispiel die Insel La Gonave vollständig abgeholzt. Die vom Fischfang lebende Bevölkerung zieht während der Trockenzeit aufs Festland. 80 % der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Tourismus findet man überwiegend an dem Küstenstreifen von Les Arcadins, etwa 80 km nördlich von Pointe-au-Prince, in Cap-Haitien und in Pétionville. Nur in der Umgebung von Port-au-Prince gibt es etwas Industrie. Hier ist die Stromversorgung einigermaßen gesichert und es gibt einen Containerhafen. Die Fabriken sind meist amerikanische Firmen, die importierte Rohstoffe von Billiglohnarbeitern weiterverarbeiten lassen. Der Mindestlohn liegt bei ca. 4 US Dollar pro Tag. Das Land ist der weltgrößte Produzent von Baseballs. Industrie und Handel werden im ganzen Land von etwa 3.000 Familien kontrolliert, die ein durchschnittliches Jahreseinkommen von ca. 100.000 US Dollar erwirtschaften.

Bis zu 50.000 Menschen haben jedes Jahr die ländlichen Bezirke verlassen, um nach Port-au-Prince zu ziehen. Mit dem Erdbeben hat sich diese Situation umgedreht. Etwa 2 Millionen Haitianer sind ins Ausland abgewandert. In den letzten zehn Jahren haben viele Insulaner als „Boatpeople" das Land verlassen, viele verloren dabei ihr Leben. Alleine in New York leben über 300.000 Haitianer, in Florida schätzt man die Zahl der Illegalen auf 30.000–50.000. Etwa 50.000 leben legal oder illegal auf den Bahamas, auf der Insel Jamaika gibt es seit Jahren Lager für haitianische Bootflüchtlinge und in der Dominikanischen Republik sollen eine halbe Million leben. Jedes Jahr wechseln mindestens 10.000 illegal die Grenze und etwa 90 % der Zuckerrohrschneider in der Dominikanischen Republik sind Haitianer. Diese Auslandshaitianer sind für ihre Heimat von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Im Jahre 1992 z.B. haben die Haitianer von den USA aus 146 Millionen US Dollar an die Familien in ihrer Heimat überwiesen.

Vorgelagerte Inseln[Bearbeiten]

  • Grande Cayemite im Westen vor der Nordküste der Halbinsel Tiburon. Die ovale Insel ist 10,5 km lang, 6,5 km breit, 45 qm² groß und 2 km von der Halbinsel Tiburon entfernt. An der Südküste befindet sich ein einziger, kleiner Ort. Es gibt dort nur einen wenige hundert Meter langen Pfad ins Inselinnere, wo die Bewohner Landwirtschaft betreiben, sonst leben sie vom Fischfang.
  • Ile Cacique im Golf von Gonâve. Diese rundliche Insel ist 600 m lang und 300 bis 500 m breit. Sie liegt nur 600 m vor Haiti. Früher befand sich dort ein beliebtes Touristenzentrum, Ibo Beach.
  • Ile de la Gonâve im Golf von Gonâve, 80.000 Einwohner. Diese Insel ist 57 km lang, etwa 13 km breit und 743 qm² groß. Im Westen ragt sie bis zu 365 m hoch auf im Südosten sind es 775 m. Anse-â-Galets ist der größte Ort. Die kleine Hafenstadt liegt an der Nordostküste der Insel und zählt etwa 7.200 Einwohner. Von dort zur Hauptstadt Port-au-Prince sind es etwa 50 km.
  • Ile de la Tortue. Die Insel vor der Nordküste ist 37 km lang, knapp 7 km breit, 180 qm² groß, im Jahre 1982 wurde die Einwohnerzahl mit 22.000 angegeben. Es gibt dort keine Asphaltstraßen, nur unbefestigte Wege und teilweise auch nur Fußpfade.
  • Ile Grosse
  • Ile-à-Vache in der Baye des Cayes vor der Südwestküste. Sie ist 15 km lang, 2,6 bis 5 km breit und rund 52 qm² groß.
  • Rund 40 km vor der Westspitze von Haiti liegt die kleine Insel La Navase, sie ist nur etwa 5 qm² groß, 160 km von Guantanamo – Kuba - entfernt, von strategischer Bedeutung und wird auch von Kuba beansprucht. Bis 1898 wurde dort Phosphat abgebaut. Die USA haben dort einen Flottenstützpunkt.
  • Les Arcadins im Golf von Gonâve. Dies sind drei kleine Inseln, sie liegen fünf bis acht Kilometer vor der Küste zwischen dem Ort Arcahaie und der Insel Ile de lâ Gonâve. Ile de Sud oder South Island ist 250 m lang und 200 m breit. Lighthouse Island ist mit 425 m Länge und 125 m Breite die größte der drei Inseln. Ti Teal, auch als North Island bezeichnet, ist 110 m lang und 70 m breit.
  • Petite Cayemite im Westen vor der Nordküste der Halbinsel Tiburon. Diese Insel, 6,5 km östlich von Grande Cayemite, ist 11 km lang, 3,7 km breit. Sie ist 5,5 km von der Halbinsel Tiburon entfernt. An der Südküste findet man ein kleines Fischerdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Lange bevor Kolumbus sie entdeckte lebten auf der Insel Hispaniola schon Taino-Indianer vom Stamm der Arawak, die von der Fischerei und vom Ackerbau lebten. Man schätzt heute, dass es zwischen einer halbe Million und einer Million Indianer gewesen sein müssen. Sie nannten die Insel Aiti - das bergige Land.

Kolumbus, auf der Suche nach Indien, hatte bereits die heutigen Bahamas entdeckt und war in südlicher Richtung an der Ostküste von Kuba entlang gesegelt als seine Mannschaft erneut Land sichtete. Am 5. Dezember 1492 ankerte er mit der Santa Maria an Haitis Nordküste vor der heutigen Ortschaft Môle Saint-Nicolas. In der Bahia de la Concepción / Baie des Moustiques ging er an Land und stellte ein Kreuz auf. Die Berglandschaft erinnerte ihn an seine europäische Heimat, so gab er der Insel den Namen La Espanola, woraus später der latinisierte Name Hispaniola wurde. Einige Tage später strandete sein Flaggschiff, die Santa Maria, vor dem heutigen Kap Picolet. Da die Schiffe klein waren musste ein Teil der Besatzung zurückbleiben. So wurde der Ort La Navidad gegründet, der aber schon bald von den Indianern zerstört wurde.

Rund 300 km weiter östlich entstand in der heutigen Dominikanischen Republik der Ort La Isabela. In diesem Inselteil fanden die spanischen Eroberer Gold. Sie zwangen die Indianer zur Arbeit in den Goldminen wo diese an der ungewohnten Arbeit und durch eingeschleppte europäische Krankheiten schon nach kurzer Zeit starben. 1508 lebten von der Urbevölkerung noch etwa 60.000, 1548 waren es weniger als 500. So wurden auch von allen anderen eroberten Inseln in der Region die Indianer zur Zwangsarbeit nach Hispaniola gebracht. Schon 1503 kamen die ersten Sklaven von Afrika in die neuen Kolonien. Diego Colón wurde 1509 zum Vizekönig ernannt, Verwaltungssitz war Santo Domingo im Südosten der Insel. Nachdem schon 1525 die Goldreserven erschöpft waren wurde die Hauptstadt des Vizekönigreiches 1535 nach Mexiko City verlegt.

Die Eroberung von Mexiko (1521) und Peru (1532) mit seinen großen Goldvorräten ließ die Bedeutung von Hispaniola auf ein Nichts zusammenschrumpfen. 1586 belagerten britische Truppen unter der Führung von Francis Drake die Insel einen ganzen Monat lang. Bis zum Jahre 1681 schrumpfte die Bevölkerung auf 2.500 Weiße und 3.800 Farbige.

Die fast menschenleere Insel wurde immer öfter von englischen und französischen Piratenschiffen angelaufen. Die vor der Nordküste liegende, 40 km lange Insel Tortuga (Ile de la Tortue - Schildkröten Insel) wurde nach 1630 unter dem Engländer Anthony Hilton zu einem berüchtigten Seeräuberstützpunkt. Dort wurde die Beute verkauft, Mannschaften und Vorräte wurden aufgefüllt. Die Insel eignete sich hervorragend für diese Unternehmungen. Die Nordküste war durch die raue Atlantikdünung geschützt, an der Südküste befanden sich außer am Hafen ausgedehnte Mangrovenwälder. Anführer Hilton wurde nach wenigen Jahren von Jean Le Vasseur verdrängt. Dieser baute Tortuga zu einer Festung aus. Nach 12 Jahren Herrschaft wurde er von einem seiner eigenen Leute im Streit erdolcht. Sein Nachfolger wurde der Franzose Chevalier de Fontenay. 1654 griffen die Spanier die Insel mit fünf schwer bewaffneten Kriegsschiffen und einem Transporter an. Nach langen Kämpfen wurde die Festung eingenommen und Fontenay nach Frankreich deportiert. Nachdem die Spanier ihre Truppen zurückzogen kehrten alle anderen Piraten zurück.

In den folgenden Jahren kamen so bekannte Seeräuber wie Rock Brasiliano und Francis L`Ollonais nach Tortuga. Der letztere fuhr von dort aus mit zehn Schiffen und 660 Mann Besatzung nach Maracaibo. Die Stadt war damals das Perlenzentrum der Karibik. Immer mehr Franzosen wurden in der Gegend von Cap Haitien sesshaft. Der Anbau von Zuckerrohr wurde zu einem lohnenderen Geschäft als die Piraterie. Die Spanier wurden in den Südostteil der Insel vertrieben und siedelten überwiegend in der Umgebung von Santo Domingo. 1697 wurde Spanien im Vertrag von Rijswik gezwungen, die Westhälfte von Hispaniola an Frankreich abzutreten.

Die neue französische Kolonie Saint-Domingue wurde durch den Handel mit Zucker, Indigo und Kaffee sehr schnell sehr reich, während der spanische Ostteil immer weiter verarmte. Um 1780 produzierten die 800 Zuckerplantagen mehr, als alle englischen Karibikinseln zusammen. Zur gleichen Zeit gab es etwa 3.000 Indigofärbereien und 700 Baumwoll- und Kaffeeplantagen. Die Zahl der Sklaven war bis 1730 auf 117.000 angestiegen und 1791 waren es schon 480.000. In den Jahren zwischen 1680 und 1776 wurden über 800.000 „Negersklaven“ auf die Insel gebracht. Die Zahl der Mulatten, gens de couleur, stieg bis 1791 von 500 im Jahre 1703 auf 28.000. Zur gleichen Zeit lebten 40.000 Weiße in der Kolonie. Plantagenbesitzer, grands blancs, sowie Handwerker und Kleinbauern, die petits blancs. Seit 1685 war es auch Mulatten erlaubt, Plantagen zu besitzen, und am Ende der französischen Herrschaft kontrollierten sie ein Drittel aller Plantagen in der Kolonie. Sie hatten aber weniger Rechte als Weiße, mussten andere Kleidung tragen, in der Kirche abgesondert sitzen und durften nach 21 Uhr nicht aus dem Haus.

Militärisch unterstand die Insel dem französischen Marineministerium. Auf der Insel gab es eine 3.000 Mann starke Armee, die ausschließlich aus Weißen bestand. Der eine Machtfaktor waren die Offiziere, welche die Orte und Landkreise kontrollierten, der andere Machtfaktor waren die Kolonialbeamten, fern des Mutterlandes. Viele waren in Ungnade gefallene Offiziere, verarmte Herren oder pleite gegangene Händler, die durch ihre guten Beziehungen in Frankreich einen Posten in der Kolonie erhalten hatten. Sie alle nutzten ihre Macht um schnell wieder zu Reichtum zu kommen, um dann nach Frankreich zurückkehren zu können. Allein im Jahr 1789 verkauften sie 15.000 Tonnen Zucker und 12.000 Tonnen Kaffee auf eigene Rechnung.

Durch die Französische Revolution wurde das Kolonialsystem 1789 zerschlagen. Zunächst versuchten die weißen Plantagenbesitzer, die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich gegen die Mulatten durchzusetzen, nachdem die französische Nationalversammlung am 8. März 1790 ein Gesetz verabschiedet hatte, das allen Personen über 25 Jahren das Wahlrecht zustand, sofern sie ein Minimum an Besitz vorweisen konnten. Die Kolonie wollte den Mulatten dieses Wahlrecht jedoch nicht zugestehen. So kam es zu einer Revolte, nach deren Niederschlagung 21 Mulatten gehängt wurden. Im August 1791 kam es dann zu den ersten Sklavenaufständen. Innerhalb von sechs Wochen wurden 1.200 Kaffeeplantagen und 200 Zuckerplantagen angezündet. Bei den Aufständen verloren 1.000 Weiße und 10.000 Sklaven ihr Leben.

Der Sklave Toussaint l´Ouverture wurde schnell militärischer Führer der Sklavenarmee. Er führte die Guerilla-Taktik ein und wurde vom Nationalkonvent im Dezember 1791 zum Brigadegeneral ernannt. In den folgenden zehn Jahren entwickelte er sich nicht nur zu einem hervorragenden Armeeführer, sondern auch zu einem glänzenden Politiker. Im April 1796 wurde er zum Vizegouverneur ernannt. Er versuchte die Plantagenwirtschaft wiederherzustellen. Dabei sollte die Sklaverei durch ein System von Vertragsarbeitern ersetzt werden, das durch die Gendarmerie zu schützen war. Die weißen Plantagenbesitzer waren aber aus dem Land geflüchtet und kehrten ebensowenig zurück wie die Mulatten. Am 10. Mai 1801 ließ er sich zum Generalgouverneur auf Lebenszeit ernennen, am 27. August 1801 schaffte er die Sklaverei ab. So entstand eine neue Volksschicht, die nouveaux libres, befreite Sklaven, die selbst zu Plantagenbesitzern wurden und Schlüsselpositionen in der Verwaltung einnahmen. Im Jahre 1800 konnte Toussaint l´Ouverture seine Macht festigen, als es ihm gelang den Führer der Mulatten im Süden des Landes, General André Rigaud, zu schlagen. Seine Armee war inzwischen auf 20.000 Mann angewachsen. Er war es auch, der den alleinigen Zugang zur Staatskasse hatte, ein Umstand der Haiti bis heute belastet. Am 14. Dezember 1801 schickte Napoleon eine gewaltige Expeditionsflotte, 79 Schiffe und fast 30.000 Soldaten unter der Führung seines Schwagers, General Charles Le Clerc, in die Kolonie. Es gelang ihm durch Verrat L´Ouverture gefangenzunehmen. Dieser wurde nach Frankreich gebracht, wo er im April 1803 starb.

Der französische Sieg war nicht von langer Dauer. Der nationale Widerstand wurde von Jean-Jaques Dessalines und Henry Christophe weitergeführt. Nachdem ein großer Teil der französischen Armee dem Gelbfieber zum Opfer gefallen war, gelang es General Dessalines den verbliebenen Soldaten mehrere Niederlagen zuzufügen, so dass diese am 18. November 1803 kapitulierten. Am 1. Januar 1804 erklärte Dessalines die Kolonie Saint-Dominigue auf dem Marktplatz von Gonaives für unabhängig. Er selbst ernannte sich zum Gouverneur auf Lebenszeit und folgte wenig später Napoleon, indem er sich zum Kaiser machte. Ausländer, soweit sie nicht ermordet worden waren oder flüchten konnten, durften kein Land besitzen. Frankreich erkannte die Unabhängigkeit erst 1825 zu fast unannehmbaren Bedingungen an. Man forderte 150 Millionen französische Goldfrancs als Ausgleich für die französischen Plantagenbesitzer, die ihr Land verloren hatten. Diese Summe wurde 1838 auf 60 Millionen reduziert, Haiti brauchte bis zum Jahre 1922 um alle diese Schulden zu bezahlen.

1806 wurde Dessalines ermordet, daraufhin zerfiel das Land in zwei Teilstaaten. Im Norden regierte nun Präsident Henry Christophe, der sich später zum König Henri I. erklärte. Der größenwahnsinnige Henri I. ließ neun prunkvolle Schlösser und die Festung Citadelle La Ferrière bauen. Später tötete er sich selbst im Wahn.

Die südliche Republik wurde von dem Mulatten Alexandre Pétion regiert, der als großer Staatsmann und Demokrat in die Geschichte einging. Pétion starb 1818, Jean Pierre Boyer wurde sein Nachfolger. Er erreichte die Wiedervereinigung, marschierte schon ein Jahr später, am 9. Februar 1822, in Santo Domingo ein und erklärte die ganze Insel für unteilbar. Erst 22 Jahre später gelang es Juan Pablo Duarte 1844 die haitianische Garnison in Santo Domingo zu stürmen und die Republica Dominicana auszurufen.

Die hohen französischen Entschädigungszahlungen zwangen Haiti im eigenen Land zu Sparmaßnahmen. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung veranlassten Boyer 1843 zur Flucht nach Jamaika. Der Mulatte Faustin Soulouque wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Auch er verfiel dem Wahnsinn, ließ sich 1848 in Port-au-Prince zum Kaiser Faustin I. krönen und wurde 1859 von seinem Generalstabschef Fabre Goffard entmachtet.

Nach der Abschaffung der Sklaverei ließ sich die Plantagenwirtschaft nicht mehr aufrecht erhalten. Die im Lande verbliebenen Großgrundbesitzer teilten ihre Ländereien in kleine Parzellen und verpachteten sie an Kleinbauern. Da das Land zu arm war, um Düngemittel zu kaufen und viele der freigelassenen Sklaven kein Land erwerben konnten, wurden immer mehr Waldstücke brandgerodet. Die Kleinbauern pflanzten hauptsächlich Kaffee und Zuckerrohr. Ein weiterer Teil des Waldbestandes wurde exportiert oder als Holzkohle an die Bevölkerung verkauft. Dies hatte und hat zur Folge, das große Teile Haitis durch Erosion nur noch aus nacktem Felsen bestehen. Die Großgrundbesitzer zogen sich in die Städte, hauptsächlich nach Port-au-Prince zurück. Das politische Leben bestand darin Macht zu erringen und die gewonnene Macht mit militärischer Gewalt zu stützen, daneben gab es offene Korruption. Die jeweilige Regierung plünderte die Staatskasse um sich zu bereichern. Erst nach 1880 wurde ein Bankensystem im Lande etabliert. Etwa zu dieser Zeit hatte die Volksgruppe der Mulatten die Macht soweit an sich gebracht, dass sie die Schlüsselpositionen in den Ministerien und in der Verwaltung innehatten, während die schwarze Mehrheit der Bevölkerung nur noch durch einen einflußlosen Präsidenten repräsentiert wurde.

Zwischen 1911 und 1915 wurden sieben Präsidenten aus dem Amt geworfen. Da die Regierung zudem Schwierigkeiten mit der Rückzahlung von Kreditzinsen bei amerikanischen Banken hatte, nutzten die USA die Gunst der Stunde und besetzten im Dezember 1914 Haiti. Goldeinlagen im Wert von 500.000 US Dollar bei der Banque Nationale wurden mit Waffengewalt beschlagnahmt und in die Tresore der National City Bank von New York verbracht. Die Amerikaner lösten die Armee auf und ersetzten sie durch eine Gendarmerie unter amerikanischer Führung. Eine Zollbehörde wurde errichtet, welche die nationalen Einnahmen zwangsverwaltete. Die Verfassung wurde dahingehend geändert, dass auch Ausländer Grundbesitz erwerben durften. Zwischen 1918 und 1922 kam es zu Aufständen der Kleinbauern. 1919 rief ihr Anführer Charlemagne Péralte im Norden eine provisorische Gegenregierung aus. Im Oktober des gleichen Jahres wurde er gefangen genommen und getötet. In den Jahren der Besatzung konnte die Mulattenelite sich in führende Positionen der Regierung bringen.

1934 verließen die amerikanischen Truppen Haiti. Der Mulatte Elie Lescot wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Aber auch nach ihrem Abzug behielten die USA das Land unter ihrer Kontrolle. Die Banque Nationale wurde ein Ableger der US Export-Import Bank. Die Standard Fruit Company kontrollierte den Bananenanbau. Während des II. Weltkrieges übernahm Amerika weitere landwirtschaftliche Anbauflächen um kriegswichtige Materialien wie Faserstoffe und Gummi zu gewinnen. Zehntausende von Kleinbauern verloren ihr Land und mussten als Zuckerrohrschneider in der Dominikanischen Republik arbeiten. 1946 wurde Präsident Lescot bei einem Militäraufstand getötet.

Das haitianische Militär, die Nationalgarde, bevorzugte einen schwarzen Präsidenten. So erhielt der Ex-Lehrer Dumarsais Estimé dieses Amt. Als er vier Jahre später eine Verfassungsänderung durchführen wollte, um sich wiederwählen zu lassen wurde er von dem Oberst Paul Magloire im Mai 1950 aus dem Amt verbannt. Magloire machte sich selbst zum Präsidenten. Seine Politik fand schnell die Zustimmung der Armee, der katholischen Kirche, der Elite des Landes und der USA. Damit brachte er ausländisches Kapital ins Land, öffnete Haiti für den Tourismus und legte einen Wirtschaftsentwicklungsplan vor. Im Januar 1955 besuchte er Washington und im gleichen Jahr erwiderte Vizepräsident Nixon seinen Besuch. Aufgrund seiner enormen Korruption musste er im Dezember 1956 mit seiner Familie im Ausland ins Exil flüchten, natürlich nicht, ohne die Staatskasse zu plündern.

In den folgenden neun Monaten gab es fünf Übergangsregierungen. Erst am 22. September 1957 gab es allgemeine Neuwahlen. Der Landarzt Dr. Francois Duvalier, der unter Dumarsais Estimé schon Arbeits- und Gesundheitsminister war, konnte zwei Drittel aller Stimmen auf sich vereinen. Schon innerhalb eines Jahres gelang es ihm mit der Hilfe des Chefs der Geheimpolizei alle möglichen Opponenten und Gegner ins Exil zu schicken oder zu ermorden. Als es im April 1958 in unmittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes zu einer Bombenexplosion und dem Versuch eines Umsturzes kam ließ Duvalier den Belagerungszustand ausrufen. Er stellte eine Palastgarde zusammen, die er persönlich befehligte. Ältere Armeeoffiziere ersetzte er durch jüngere, ausschließlich schwarze. Aus einer Gruppe von Geheimpolizisten formte er ein Mordkommando, die Tontons Macoutes (Onkel Schnappsack). Nach mehreren Umsturzversuchen wurden die Tontons Macoutes 1963 in Volontaires de la Securité Nationale (VSN) umbenannt und der direkten Kontrolle des Präsidenten unterstellt. 1964 wurde die Verfassung geändert und Duvalier Präsident auf Lebenszeit. Im Januar 1971 gab er seinen Wunsch bekannt, sein 19-jähriger Sohn Jean-Claude möge sein Nachfolger werden. Dem Wunsch wurde noch im gleichen Monat durch ein Referendum zugestimmt. „Papa Doc“ Francois Duvalier verstarb am 21. April 1971.

Schon einen Tag später, am 22. April wurde Jean-Claude Duvalier als neuer Präsident in sein Amt eingeführt. „Baby Doc“ Jean-Claude änderte seine Politik dahingehend, dass er der schwarzen Mittelschicht den Rücken kehrte und der Mulattenoberschicht wieder mehr Macht zubilligte. Dies führte zu Protesten der alten Freunde, die sich ihrer Macht beraubt sahen. Zudem wurde der Luxus des jungen Präsidenten immer deutlicher, während die Armen immer mehr hungerten. Es kam wiederholt zu Aufständen und Putschversuchen, die jedoch alle fehlschlugen. Auf Druck der USA musste er 1986 mit seiner Familie das Land verlassen und fand in Frankreich politisches Asyl. Während der Ausreiseverhandlungen gelang es ihm die Währungsreserven des Landes in Höhe von etwa 100 Millionen US Dollar im Ausland zu deponieren, so dass er im Asyl seine bisherige Lebensweise fortsetzen konnte.

Nach dem Ende der Dynastie Duvalier wurde eine gemischte Armee-/Zivilregierung eingesetzt. Am 27. März 1987 wurde per Referendum eine neue Verfassung eingeführt, im gleichen Jahr sollte es Neuwahlen geben. Diese wurden im November abgesagt. Es kam zu schweren Ausschreitungen, bei denen 34 Demonstranten ums Leben kamen. Im Januar 1988 wurden erneut Neuwahlen ausgeschrieben. M. Leslie Manigat wurde zum neuen Präsidenten gewählt, aber schon im Juni 1988 durch die Armee gestürzt. General Henri Namphy übernahm das Amt des Präsidenten. Schon drei Monate später wurde er durch seinen Rivalen Generalleutnant Prosper Avril wieder entmachtet. Die Verfassung von 1987 wurde außer Kraft gesetzt. Avril versprach für 1990 Neuwahlen. Am 20. Januar 1990 rief er für zehn Tage den Belagerungszustand aus. Mehrere politische Gegner wurden nach Florida und Frankreich ins Exil geschickt. Am 28. Oktober sollten nun Neuwahlen stattfinden, sie wurden bis zum Dezember verschoben. Sowohl der ehemalige US Botschafter bei den Vereinten Nationen Andrew Young als auch der ehemalige US Präsident Jimmy Carter versuchten Einfluss auf die Wahlen auszuüben, indem sie den Kandidaten Aristide unter Druck setzten. Trotzdem ging der katholische Priester Jean-Bertrand Aristide als Sieger aus diesen Wahlen hervor. Er konnte 66 % aller Stimmen auf sich vereinen. Seine Amtseinführung im Februar 1991 führte sofort zu einem Umsturzversuch durch Anhänger des Duvalier-Clans, bei dem es 65 Tote gab. Schon am 30. September des gleichen Jahres zwang die Armee ihn ins Exil nach Nordamerika. Der General Raoul Cedras übernahm die Macht, die „Marionettenfigur" Nérette wurde als Präsident eingesetzt, Marc Bazin von der MIDH zum Führer der Regierung ernannt. In den folgenden Wochen kam es in Port-au-Prince zu wiederholten Aufständen, bei denen über 1.000 Menschen den Tod fanden und weitere 1.000 verletzt wurden. Als Folge verdammten die UN den Umsturz und am 5. November 1991 unterzeichnete US Präsident George Bush einen Handelsboykott über das Land, der aber nur teilweise eingehalten wurde. Am 8. Juni 1993 trat Marc Bazin von seinem Amt zurück. In der Folgezeit wurden Gerüchte laut, daß große Mengen Rauschgift von Südamerika über Haiti in die USA transportiert würden. Dies führte am 23. Juni 1993 durch die UN zu einem weiteren Handelsembargo, von dem besonders Waffen- und Öllieferungen betroffen waren. Nach zähen Verhandlungen zwischen Jean-Bertrand Aristide und dem neuen US Präsidenten Bill Clinton wird Robert Malval zum neuen Premierminister von Haiti gewählt. General Raoul Cedras wurde von den USA zum Rücktritt aufgefordert.

Im Oktober 1993 verlegte die US-Amerikanische Regierung sechs Kriegsschiffe in haitianische Gewässer, 20.000 amerikanische Soldaten besetzten das Land. Zusammen mit Schiffen aus Kanada und der EU blockierten sie alle Häfen des Landes. In den folgenden Monaten führten die katastrophalen Lebensbedingungen zu einem Exodus von Haitianern, die verzweifelt versuchten auf dem Seewege das Land zu verlassen. Im März 1994 erklärte die Armee den Posten des Präsidenten für vakant. Am 11. Mai wurde der Präsident des obersten Gerichtes, Emile Joussaint, zum neuen Präsidenten ernannt, von diesem Posten trat er im Oktober wieder zurück. Am 15. Oktober 1994 kehrte Jean-Bertrand Aristide in Begleitung starker Sicherheitskräfte nach Haiti zurück. Mit der Rückkehr von Aristide begannen die UN mit einer Friedensmission, die von einer 1.300 Mann starken internationalen Friedensarmee unterstützt wurde; zusätzlich kamen 225 zivile Polizeiberater ins Land. Die haitianische Armee wurde aufgelöst, es blieben 2.000 Polizisten, die im Land für Ruhe und Ordnung sorgen sollten. Nach Ablauf seiner Amtszeit wurde ein langjähriger Mitkämpfer von Aristide, René Préval im Dezember 1995 zum neuen Präsidenten gewählt, der Rosny Smart zum neuen Premierminister ernannte. Dieser erklärte aber schon am 9. Juni 1997 seinen Rücktritt. In den folgenden zwei Jahren wurden drei Vorschläge von President Préval für die Wiederbesetzung vom Kongress abgelehnt. Im Januar 1999 warnte Préval, er werde den Kongress auflösen, wenn sein vierter Vorschlag, der ehemalige Bildungsminister Jacques-Edouard Alexis, nicht endlich angenommen werde.

Am 26.11.2000 fanden Präsidentenwahlen statt. Wegen Wahlmanipulation verweigerten alle Oppositionsparteien die Teilnahme. Dadurch konnte der frühere Präsident Jean-Bertrand Aristide einen ungefährdeten Wahlsieg erringen. In den folgenden Jahren entwickelte sich Aristide zu einem geld- und machtgierigen Gewaltherrscher. Sogenannte „chimeres", treueste Gefolgsleute, sicherten blutig seine Macht. Ende des Jahres 2003 trafen sich im Norden des Landes Unzufriedene mit ehemaligen Militärs, die nach der Abschaffung der Armee in die Dominikanische Republik gegangen waren. Im Februar 2004 begannen Rebellen vom Norden aus die großen Städte zu besetzen und marschierten auf die Hauptstadt zu. Sie forderten Aristide auf, seinen Posten abzugeben und Neuwahlen durchzuführen. Innerhalb von drei Wochen war das ganze Land außer der Hauptstadt in der Hand von Aristide-Gegnern. Dieser rief die UNO, Amerika und Frankreich um Hilfe, bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen von Aristide-Anhängern und seinen Gegnern gab es über 100 Tote. Da in Haiti ein Bürgerkrieg drohte setzten die USA Aristide unter Druck und forderten ihn auf, das Land zu verlassen. Dies geschah am 29. Februar 2004, die Umstände sind aber unklar. Nach Aussagen von Aristide wurde er von amerikanischen Sondereinheiten gewaltsam außer Landes gebracht. Bereits am 1. März waren die ersten amerikanischen und französischen Truppen im Lande. Der oberste Richter am Obersten Gericht Haitis, Boniface Alexandre, übernahm die Regierungsgeschäfte, Gerard Latortue wurde Ministerpräsident. Das es in den folgenden Wochen weiter zu Aufständen kam wurden über 2.500 US Soldaten nach Haiti beordert.

Nach Monaten und Jahren bürgerkriegsähnlicher Unruhen und unvorstellbarer Grausamkeiten seitens der „Chimaires“ (Aristide-Anhänger) fanden im Februar 2006 unter Aufsicht von mehreren tausend UNO-Soldaten erneut Präsidentschafts- und im April 2006 Parlamentswahlen statt. Zum umstrittenen Sieger wurde René Préval erklärt, der frühere Vertraute von Aristide. Die Zahl der UN Soldaten wurde auf 12.000 erhöht.

Im Juni 2009 waren die Haitianer zur Wahl aufgerufen, ein Drittel der 30 Sitze im Senat, der zweiten Parlamentskammer, waren neu zu besetzen. Bereits bei der ersten Runde der Teil-Sentatswahlen am 19. April beteiligten sich ganze elf Prozent der Wahlberechtigten. Als eines der zentralen Probleme Haitis lässt sich abschließend die Erkenntnis formulieren, der ständige Machtkampf zwischen Schwarzen und Mulatten müsse beendet werden, damit es zu stabileren Verhältnissen kommt.

Durch Wirbelstürme, die an der Nordküste entlangzogen kam es zu starken Regenfällen und Überschwemmungen. Dabei verloren über 5.000 Menschen ihr Leben. Im Spätsommer 2008 zogen gleich vier Wirbelstürme innerhalb kürzester Zeit über das Land und richteten schwere Verwüstungen an. Durch Überflutungen und Schlammlawinen kamen hunderte Menschen ums Leben. Gebäude und Infrastruktur wurden zerstört. In allen Landesteilen wurden landwirtschaftliche Flächen, Vieh und Anbaupflanzen weggespült. Aufgrund der Abholzung und der Bodenerosion hat Haiti, mehr als andere Länder in der Region, unter den saisonal wiederkehrenden Hurrikanen zu leiden.

Die Führungs-Elite[Bearbeiten]

Trotz aller Wirren ist festzustellen, daß Haiti von etwa einem halben Dutzend sehr reicher Familienclans „geführt“ wird, deren Fäden bis ins US-Amerikanische Washington gezogen sind.

  • Die Brandt's sollen die reichste Familie des Landes sein, ursprünglich kommen sie aus Jamaika, wo sie auch heute noch Geschäfte machen. Sie verdienen ihr Geld mit Speiseöl, Geflügel und Landwirtschaft, zudem werden ihnen Beziehungen zur Drogenmafia nachgesagt.
  • Die Mev's dominieren die Zuckerindustrie, sie stellen Schuhe, Kunststoffe und Reinigungsmittel her.
  • Die Accra's kontrollieren die Textilindustrie des Landes. Sie fertigen jedes Jahr u.a. 500.000 Uniformen für die Schulkinder.
  • Die Bigio's gehören zu der kleinen Gruppe jüdischer Familien im Lande. Sie haben das Monopol für Eisen und Stahl. Ihr Stahlwerk würde 50 % der gesamten Stromkapazität des Landes brauchen, wenn es mit voller Leistung arbeiten würde.
  • Die Behrmann's haben die Einfuhrrechte für PKW und LKW.
  • Die Apaid's betreiben Fabriken für elektronische Artikel.
  • Die Madsen's kontrollieren den Kaffeeanbau und -export.

Einige der Vorfahren dieser Mulattenfamilien kamen aus Syrien und dem Libanon. Seit Beginn des Jahrhunderts unterhalten sie gute Geschäftsbeziehungen zu den USA. Heute kontrollieren sie die haitianische Wirtschaft durch Handelsbeziehungen, die bis nach Frankreich, Polen, Deutschland und in den Mittleren Osten reichen. Sie sind enge Freunde der Kennedys und Clintons. Ihre Geschäfte betreiben sie nach altbewährten Rezepten. Sie könnten mehr Geld investieren, tun es aber nicht, weil dies mehr Arbeit verursacht.

Naive Malerei Haitis[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der naiven Malerei erlangte Haiti während des vergangenen halben Jahrhunderts Weltruhm. Die Bilder zeigen Traditionen und Landschaften der Republik in kräftigen Farben, Marktszenen, Volksfeste, Feldarbeiten, Früchte oder Tiere, auf Proportionen und Perspektiven wird häufig ganz verzichtet. Die Maler Faustin, Hyppolite, Pierre und Valcin haben auch schon Voodoo-Tempel mit Wandbildern ausgestattet. Mit den reichlich vorhandenen sozialkritischen Themen beschäftigt sich nur eine Minderheit, wie der 1951 in Milot geborene Max Gerbier.

1941 entdeckte der amerikanische Kunstlehrer Dewitt Peters Malereien von Héctor Hyppolite (1894-1948). Dieser ehemalige Armeeoffizier und praktizierende Voodoo Priester hat insgesamt etwa 600 Ölbilder gemalt, von denen heute nur noch weniger als 100 vorhanden sind.

1944 gründete Dewitt Peters in Port-au-Prince das Centre d`Art. Es wurde das Zentrum der naiven Malerei Haitis und brachte berühmte Maler wie Philippe Auguste, Castera Bazile, Rigaud Benoit, Wilson Bigaud, Bottex, Dufont, Etienne und die Gebrüder Obin hervor. Philomé Obin (1892-1977) eröffnete zunächst eine Malschule in Cap-Haitien. Nach dem Tode von Héctor Hyppolite übernahm er die dominierende Rolle der naiven Maler. Während der 1950er Jahre entstanden weitere Kunstschulen in Saint Marc, Port-de-Paix und Bainet, die häufig miteinander in Konkurrenz traten und den heutigen Stil der Malerei prägten. Ausstellungen in New York, Amsterdam, London und Berlin brachten der haitianischen Malerei größere internationale Anerkennung. Heute zählen auch Jacques-Richard Chéry, Celestin Faustin, Jasmin Joseph und Bernard Wah zu den großen Meistern der naiven Malerei.

Plantagenwirtschaft[Bearbeiten]

Während der französischen Kolonialzeit entwickelte sich Saint-Domingue zur reichsten Kolonie in der Karibik. Im Jahre 1790 wurden 3160 Indigopflanzungen, 3017 Kaffeepflanzungen, 792 Zuckerplantagen, 789 Baumwollplantagen und 54 Kakaopflanzungen gezählt. Besonders die Reste der Zuckerplantagen finden sich noch heute überall auf dem Lande verstreut. Einige dieser primitiven Anlagen sind sogar noch im Betrieb. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse ist eine Besichtigung kaum möglich. Die große Armut des Landes hat dazu geführt, dass die historischen Anlagen nicht weiter gepflegt werden und dem täglichen Verfall preisgegeben sind.

Politischer Status[Bearbeiten]

Das Land ist in 10 Verwaltungseinheiten (Departements) unterteilt. Es gibt 119 Gemeinden und 555 Landkreise. Die zivilen Regierungen des Landes sind zur Zeit nicht von langer Dauer. Bisher wurden sie regelmäßig von den Militärs entmachtet. Sie können nur durch den starken Druck von außen, insbesondere durch die USA, bestehen. Die politische Zukunft des Landes ist daher unsicher und nicht vorhersehbar. Seit 1987 besteht die derzeitige Präsidialrepublik mit einer Verfassung. Das Zweikammerparlament besteht aus dem Abgeordnetenhaus (Chambre des Députés) mit 82 Mitgliedern und dem Senat (Assemblée Nationale), der 27 Mitglieder hat.

Voodoo, Voudou, Vodon oder Vodoun[Bearbeiten]

Der größte Teil der Sklaven, die nach Haiti gebracht wurden kam aus der Gegend von Dahomey, dem heutigen Benin. Besonders dort, aber auch in anderen Teilen Afrikas, glauben die Menschen daran, dass verstorbene Familienmitglieder in das Leben der Lebenden eingreifen und es positiv oder negativ beeinflussen können. Voodoo beinhaltet nicht nur ein spirituelles, sondern auch ein medizinisch-pharmazeutisches Wissen, daß von einem älteren Familienmitglied an ein jüngeres Familienmitglied weitergegeben wird. Der Begriff „Voodoo" ( auch Wodu oder Vodou geschrieben ) kommt von Vodun aus der Fon-Sprache und bedeutet „Gott". Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich in der Karibik afrikanische und christliche Glaubensvorstellungen. Der Glaube an einen einzigen Gott wurde aber immer von dem Glauben an die unzähligen Heiligen und Göttern des Voodoo-Kultes überlagert. Ihre Gesamtzahl ist schwer zu erfassen. Neben den bereits vorhandenen Geistern kann jede überragende Persönlichkeit zu einem neuen Loa werden. Dies geschah zum Beispiel mit den haitianischen Freiheitshelden Henri Christophe, Toussaint L`Ouverture und Alexandre Pétion.

Dem Voodoo verwandt ist der Santeria-Kult auf Kuba und der Shango auf Trinidad.

Die höchste Gottheit ist der Papa maitre, der Hüter des Universums und der Menschheit. Ihm untergeordnet sind eine Reihe von anderen mehr oder weniger bedeutenden Göttern, ähnlich unseren Schutzheiligen, die Loas. Eine der wichtigsten Gottheiten nach dem Papa maitre ist der Schlangengott Dambala. Der Gott der erotischen Liebe heißt Erzilie, andere Götter sind Amelia, Bazo, Danga Mina, Gangan, Maitre Carrefour, Ogoun und Wagol. Es gibt freundliche Götter wie die Rada-Loas und agressive, feindliche Götter wie die Petro-Loas. Der Voodoo-Tempel wird Houmfort genannt. In diesen heiligen Orten stehen der Andacht dienende Gegenstände wie ein Bild der heiligen Jungfrau, ein heiliger Stein, aber auch leere Dosen oder Flaschen. Die Kulthandlungen werden von Priestern, den Houngans, oder Priesterinnen, den Mambos eingeleitet, daneben es gibt auch Zauberer, die Zobops. Man sagt ihnen nach, sie könnten fliegen, ihre Gestalt verändern und Tote erwecken. Selbst Engel kommen im Voodoo-Glauben vor, sie heißen Zanges. Der große gute Engel heißt Gros-bon-ange, der kleine gute Engel, Ti-bon-ange, symbolisiert das Gewissen eines Menschen zu seinen Lebzeiten.

Der Hounguênicon verwaltet den Tempel. Daneben gibt es Helfer, die in Schwarzer Magie bewandert sind und die Kenntnisse in der Pflanzenheilkunde besitzen, sogenannte Bocors. Die Zeremonien finden meist während der Nacht von Samstag auf Sonntag statt. Jede Zeremonie beginnt mit der Anrufung des Loa Papa Legba, dem Hüter der Tore und Vermittler zwischen Himmel und Erde.

Untrennbar zum Voodoo gehören die Zombies. Diese „Untoten" werden durch spezielle Nervengifte in einen komaähnlichen Zustand versetzt, als Scheintote beerdigt und nach einigen Stunden wieder exhuminiert, um ihren Herren als willenlose Sklaven für schwerste Arbeiten zu dienen. Diese Schattenwesen ohne Erinnerung an ihr früheres Leben dürfen weder Fleisch noch Fisch und auch kein Salz zu essen bekommen, sonst erlangen sie ihr früheres Bewusstsein zurück und üben schreckliche Rache an ihren Peinigern.

Voodoo ist keine Heilslehre die zur Erlösung oder zur Vollkommenheit führt. Im Voodoo werden die Lebenden durch Trommeln und Tanz in einen Trancezustand versetzt, in dem sie mit den Toten Kontakt aufnehmen, dann können die Toten auf verschiedene Art in die Alltagswelt eingreifen. Sie können Krankheiten heilen oder bringen, Wohlstand schenken oder nehmen, eine Frau fruchtbar oder unfruchtbar machen, einen Liebespartner binden oder dem Rivalen Schaden zufügen. Mit den unzähligen Ahnen und Geistern muss man immer auf gutem Fuß stehen und sie mit Respekt behandeln, dafür opfert man ihnen meistens Hähne, Reis oder Rum. Ihr Zorn kann den Unachtsamen ins Verderben stürzen.

Zum Voodoo gehört aber auch das dechoukaj, das Ausrotten mit Stumpf und Stiel. „Hier sind gewaltsame Tode natürliche Tode" schreibt schon Graham Greene in seinem Roman. Ein Aspekt, der die Geschichte des Landes ein ganz klein wenig verständlicher macht. Nichthaitianer haben kaum eine reale Chance, jemals eine authentische Voodoo-Zeremonie zu erleben. Zu großen Volksfesten werden dagegen die feierlichen Zeremonien zu Ehren des Meeres-Loa Agwe und die Pilgerwallfahrt am 16. Juli zum Wasserfall Saut d´Eau.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Haiti

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Reisende benötigen nur einen gültigen Reisepass, der sechs Monate über das Einreisedatum hinaus gültig ist und ein Rück- oder Weiterflugticket. Wer auf dem Landwege über die Dominikanische Republik einreist muss eine Einreisegebühr von 10 US $ bezahlen.

Ausreisebestimmungen[Bearbeiten]

Bei der Ausreise ist eine Flughafengebühr von 25 US Dollar plus 10 Gourde Sicherheitspauschale zu zahlen.

Devisenbestimmungen[Bearbeiten]

Bei der Ein- und Ausfuhr von Devisen gibt es keine Beschränkungen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der größte und bei weitem bedeutendste internationale Flughafen ist der 1 Aéroport international Toussaint Louverture, der sich nahe des Stadtzentrums von Port-au-Prince befindet. Die einzige Direktverbindung aus Europa besteht mit Air Caraïbes vom Flughafen Paris-Orly. Ansonsten wird der Flughafen hauptsächlich von anderen karibischen Inseln und aus den USA angeflogen.

Der andere internationale Flughafen ist der 2 Aéroport international du Cap-Haïtien im Norden des Landes. Internationale Verbindungen bestehen aus den USA sowie von den Bahamas und den Turks- und Caicosinseln.

Alle anderen Flughäfen im Land werden derzeit nicht angeflogen. Es gibt auch, abgesehen von den beiden genannten Flughäfen, keinen Inlandsflugverkehr mehr.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit dem Bus[Bearbeiten]

  • Von Port-au-Prince verkehren Fernbusse nach Cap Haitien, Hinche, Jacmel, Jérémies, Les Cayes und Port de Paix. Es gibt Busverbindungen in die Dominikanischen Republik. Die Abfahrten sind unregelmäßig. Von Nachtfahrten wird abgeraten.
  • Die Tap-Tap genannten Busse sind umgebaute LKW-Chassies mit bunt bemalten Holzaufbauten. Sie verkehren unregelmäßig zwischen Port-au-Prince und den Provinzstädten.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Dominikanischen Republik aus erreicht man Haiti im Norden über den Grenzübergang bei Dajabón, im Zentrum über den Ort Comendador und im Süden über den Ort Jimani.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Zwischen dem Hafen von Montrouis und dem Ort Anse-a-Galets auf der Insel Gonâve gibt es eine Fährverbindung, ebenso zwischen Port-de-Paix und Pointe des Oiseaux auf der Insel Tortuga. Diese Verbindungen sind aber wegen Überladung der Schiffe nicht sicher. Am 16. Februar 1993 sank das Fährboot Neptune auf der Route von Jeremie nach Port-au-Prince, 1.743 Menschen und Vieh ertranken, bei einem weiteren Unglück im gleichen Jahr gab es über 500 Tote, im September 1997 waren es über 300 als eine Fähre sank.

An der Nordküste bei Cap-Haitien hat die Reederei Royal Caribbean die Bucht von Labadee gepachtet. Dort gehen Kreuzfahrtgäste an Land. Das Gebiet ist aber weiträumig eingezäunt, niemand kommt dort mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt, bis auf die wenigen die innerhalb der Anlage arbeiten. Die Reederei zahlt pro Tourist der an Land geht 5 US Dollar an die haitianische Regierung.

Mobilität[Bearbeiten]

Für die Anmietung von Autos ist ein Internationaler Führerschein notwendig. Das Mindestalter zum Anmieten von Autos beträgt 23 Jahre. Es muss eine Kaution von 500 US Dollar hinterlegt werden, bei Bezahlungen mit der Kreditkarte entfällt dies. Die Straßen des Landes sind mehr als schlecht. Für die 100 km von Port-au-Prince nach Jacmel muss man nach Reparaturarbeiten nur noch 2 Stunden Fahrzeit rechnen, nach Les Cayes etwa 2½ Stunden und für die 250 km nach Cap-Haitien 7-10 Stunden. Von Les Cayes nach Jeremie beträgt die Fahrzeit etwa 8 Stunden. Für Fahrten über Land sollte man genügend Verpflegung unf Getränke mitnehmen. Es wird weiterhin empfohlen eine Erste Hilfe Ausrüstung mitzuführen, da es entlang der Nationalstraßen keine Notfalltelefone oder Krankenhäuser gibt.

Mietwagenverleih[Bearbeiten]

  • SECOM Rent-A-Car, 564 Route de Delmas Ecke Delmas 68, gegenüber Caribbean Supermarket. Tel.: 2 942.2940, 2 942.2941, Fax: 2 257.2847.

Sprache[Bearbeiten]

Französisch ist Amtssprache. De facto sprechen die meisten Haitianisch, eine Kreolsprache. Spanisch wird teilweise verstanden und als Zweit- oder Drittsprache gesprochen.

Kaufen[Bearbeiten]

Die einheimische Währung Gourdes unterliegt starken Schwankungen (2016-7: 1 € = 66--74 HTG), Hauptzahlungsmittel ist daher der US-Dollar.

  • geflochtene Körbe
  • Holzschnitzereien
  • Naive Malerei
  • Rhum Barbancourt
  • Voodoo-Püppchen

Küche[Bearbeiten]

  • Diri ak djon-djon ist Reis mit Pilzen, als Pois bezeichnet man Erbsen oder Bohnen die als Gemüsebeilage zum Essen gehören.
  • Djon-Djon Pilze sind kleine schwarze Pilze mit noch kleinerer Kappe und einem ungenießbaren Stil. In gekochtem Zustand tritt eine braunschwarze Flüssigkeit aus, die den Gerichten ein delikates Aroma und die unverkennbare Farbe verleiht.
  • Hähnchen gibt es als Poulet creole in pikant gewürzter heller Soße und als Poulet Rôti à la Haiti, während Tasse ein gegrilltes Putenfleisch in Currymarinade ist.
  • Griot ist gedünstetes Schweinefleisch in Limonensaft, Gruau dagegen ist mit frischem Piment scharf angebratenes Schweinefleisch.
  • Brouchette de Fillet ist ein Rindfleischspieß, gemischt mit halbierten Zwiebeln.
  • Zu vielen Gerichten wird die scharfe Soße Sauce Ti-Malice gereicht. Eine weitere Soße ist die weniger scharfe Kokossoße Sauce Coquimol.
  • Langouste à la creole ist eine kleingeschnittene Languste, die zusammen mit verschiedenen Gemüsen gedünstet wird.
  • Lambi ist das pikant gekochte Fleisch der „Conchmuscheln".
  • Als Nachspeise hat man die Wahl zwischen fritierten Bananenscheiben Bananes frites à la Haitienne oder eine Schale tropischer Fruchtstücke Assiette de Fruits.
  • Taffia ist ein Gebräu aus Zuckerrohrsaft mit Rinden und Kräutern.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Club Indigo (ex Club Med), Route Nationale 1, km 78. Tel.: 3650.1000, 3651.1000. 225 Zimmer, Restaurant, Bars, Pool, 4 Konferenzräume, 4 Flutlicht Tennisplätze, Theater. Preis: Ganzjährig: 1 Person ÜF 77 US $, HP 100 US $, VP 116 US $, 2 Personen ÜF 88 US $, HP 132 US $, VP 165 US $. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Kaliko Beach Club, Route Nationale 1, km 61, Carriès. Tel.: 3940.4609, 3941.4609, 2298.4608, 2298.4609, 2298.4610. 55 Zimmer und Bungalows, Restaurant, 2 Bars, Pool, Andenken Boutique, 2 Tennisplätze. Preis: Ganzjährig: EZ 85-105 US $, DZ 100-140 US $. Vermietungspreise inklusive Frühstück und Steuern. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Kyona Beach, Côte des Arcadins, Luly. Tel.: 2222-6788, 2257-6850, 2267-6863. 24 Zimmer, Restaurant, Bar, Strand. Lage: 45 Autominuten von Port-au-Prince entfernt. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • La Villa Creole, Pétion-Ville. Tel.: 2257.1570, 2257.1571, Fax: 2257.4935. Zimmer und Suiten, Restaurant, Pool, Boutique, Fitnessraum, 2 Tennisplätze. Preis: Ganzjährig: EZ 120-150 US $, DZ 150-180 US $, Suite 1 Person 170-180 US $, Suite 2 Personen 200-210 US $. Vermietungspreise zuzüglich 10 % Steuern. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Moulin sur Mer ****, Route Nationale 1, km 77, Montrouis, Côte des Arcadins. Tel.: 3938.0569, 3420.1918, Fax: 2278.7652. 68 Zimmer, 3 Restaurants, Bar, Pool, Tennisplätze, Strand, Wassersport. Lage: auf einer ehemaligen Zuckerrohr-Plantage. Preis: Angebote Januar 2010: EZ 110 US $, DZ 170 US $, Preise für Vollpension, zuzüglich 10 % Steuern und 10 % Service. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Port Morgan, Ferret Bay, Ile-â-Vache. Tel.: 3921.0000, 3922.0000, 3923.0000, 3663.5164. Bungalows, Restaurant, Bar, Andenkengeschäft, Marina, Privatstrand. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Wahoo Bay Beach Hotel, Route Nationale 1, km 62, Carriès, Côte des Arcadins. Tel.: 2298.3410, 2298.4619, 2298.4620, Fax: 2298.3414. 20 Zimmer und Suiten, Restaurant, Bar, Pool, Tennisplatz, Strand, Segeln, Surfen und Tauchen. Preis: Ganzjährig: EZ 85 US $, DZ 100-120 US $, Suite für 1-4 Personen 150 US $. Vermietungspreise inklusive Frühstück und Steuern.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
1. Januar Unabhängigkeitstag
2. Januar Tag der Ahnen
Februar/ März Karneval
30. März 2018 Karfreitag; Pan-Amerika-Tag
1. Mai Tag der Arbeit
18. Mai Flaggentag
10. Mai 2018 Ascension Christi Himmelfahrt
31. Mai 2018 Fronleichnam
15. August Mariä Himmelfahrt
17. Oktober Todestag von Dessalines
24. Oktober Tag der Vereinten Nationen
1. November Toussaint Allerheiligen
2. November Allerseelen
18. November Gedenktag an die Schlacht von Vertière
25. Dezember Noël Weihnachten

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

AIDS: Außerhalb Afrikas ist Haiti das Land mit der höchsten Rate an HIV-Infizierten. Die Zahl der Infizierten übertrifft die der anderen karibischen Staaten um ein Vielfaches.

1997 wurden auf Haiti 190.000 AIDS-Fälle registriert, dies sind 2,7 % der Gesamtbevölkerung.

Klima[Bearbeiten]

Wie in der Dominikanischen Republik, d.h. an der Küste tropisch, in den (teilweise deutlich über 2.000 Meter hohen) Bergen deutlich kälter: dort sind im Winter auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt möglich.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Agence Citadelle, 35 Place du Marron Inconnu, Port-au-Prince. Tel.: 2223.5900, 2223.8671, Mobil: 3445.5900, 3445.5901, 3445.5902, 3445.5903, Fax: 2222.1792, +1 (305) 468-6128 (Fax USA). Geöffnet: Mo – Fr 8.00 – 13.00 Uhr + 14.00 – 16.30 Uhr, Sa + So 8.30 – 12.30 Uhr.
  • Agence Citadelle, Complexe Promenade, rue Grégoire Ecke rue Moise, Pétion-Ville. Tel.: 2257.0944, 2257.3868, 3510.0944, Fax: 2257.3586. Geöffnet: Mo – Fr 9.00 – 13.00 Uhr + 14.00 – 17.30 Uhr, Sa + So 10.00 – 14.00 Uhr.

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Große Polyglott, Karibische Inseln, 7. Auflage, 1991/92, ISBN 3-493-60050-X
  • Baedekers Reiseführer, Karibik, 5. Auflage, 1996, ISBN 3-87504-514-9
  • Nelles Guide Karibik - Grosse Antillen, Bermuda, Bahamas, 5. Auflage, 2001, ISBN 3-88618-343-2
  • Caribbean Islands, Lonely Planet, 4th Edition, 2005, ISBN 1-74104-055-8
  • Graham Greene, Die Stunde der Komödianten, rororo Band 1189, ISBN 3-499-11189-6
  • Haiti - Family Business, Latin America Bureau, 1985, ISBN0-906156-19-X
  • The Haiti Files - Decoding the Crisis, James Ridgeway (Editor), Essential Books, Washington, D.C., 1994, ISBN 0-9621259-7-0

Weblinks[Bearbeiten]


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