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Bergbau in der Lausitz

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Der Bergbau in der Lausitz hat nicht nur Tradition sondern auch die Landschaft der Region entscheidend geprägt. An vielen Orten trifft man auf Zeugen vergangener und heutiger Bergbautätigkeit.

Kein ungewöhnlicher Anblick - Tagebaufolgelandschaft östlich von Cottbus

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Legende nach war es der Teufel, der einst die Kohle tief in der Erde vor den Lausitzern versteckt hat. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Braunkohlegruben und trugen damit zu einem industriellen Aufschwung in der Region bei. Neben dem Bergbau ging es auch mit der Tuch- und Glasindustrie steil aufwärts. In der ehemaligen DDR bekam die Braunkohle eine entscheidende Bedeutung für die Energiegewinnung und die chemische Industrie . Der damalige Bezirk Cottbus war das Zentrum der Energiewirtschaft. Auch heute noch sind Tagebaue in Betrieb und fördern Kohle für die Erzeugung von Elektrizität.

Die ersten Braunkohlefunde in der Lausitz gehen auf das Jahr 1789 zurück. Diese Funde am Butterberg bei Lauchhammer blieben allerdings bedeutungslos. 26 Jahre später gab es wohl eine Schachtung bei Klettwitz. Zur ersten Kohleförderung selbst kam es allerdings im Muskauer Faltenbogen.

Der Braunkohlebergbau um Döbern und Weißwasser[Bearbeiten]

Die Region zwischen Döbern und Weißwasser liegt im Muskauer Faltenbogen - eine recht interessante Landschaftsformation. Damals bestand die Region aus kleinen Siedlungen. Neben der Feld- und Forstwirtschaft gab es auch einige Industriebetriebe wie Glasbläsereien und Tuchmachereien. Gerade die Glasmacherei hat bis heute Tradition in Döbern. Als Feuermittel diente damals noch Holz. Doch die Entdeckung der Braunkohle brachte einige tiefschürfende Veränderungen.

Die Braunkohle lag in verschieden tiefen Flözen, teilweise bis in Nähe der Erdoberfläche. Im Jahre 1843 wurde bei Wolfshain die Grube Julius aufgeschlossen. Drei Jahre später folgte das Bergwerk Providentia und 1851 die Grube Franz. 1891 ging die Eisenbahnstrecke zwischen Forst und Weißwasser in Betrieb und sorgte für weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Auch die Glasprodunktion erfolgte mittlerweile in großem Rahmen.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Tiefenbergbau eingestellt. Die Gruben Frieden, Julius und Conrad waren die letzten ihrer Art im Muskauer Faltenbogen. Es folgte die Erschließung der Trebendorfer Felder im Tagebaubetrieb. Die Grube D war die größte in den Feldern. Sie ist nun unter dem Namen Halbendorfer See bekannt.

Die großen Braunkohlentagebaue in der Niederlausitz[Bearbeiten]

Der Beginn der Braunkohleindustrie im Niederlausitzer Bergbaurevier liegt am Ende des 19. Jahrhunderts. Zu der Zeit entstanden die ersten Elektrizitätswerke. Die erste Brikettfabrik entstand 1882 bei Domsdorf. Die "Louise" (mittlerweile älteste Brikettfabrik Europas) steht noch heute - nun als Museum. Dort kann man jetzt die alte Technik hautnah erleben. Der Großteil der Kohle wurde/wird im Tagebaubetrieb gefördert. Das größte Gebiet liegt in der Niederlausitz, daneben gibt es das Oberlausitzer Revier in Sachsen bzw. Polen im weiten Umfeld der Stadt Zittau.

Über 30 Tagebaue gibt bzw. gab es in der Lausitzer Region, einige davon in Polen. Einer der ältesten Tagebau ist Werminghoff I. Sein Aufschluss begann im Jahre 1913. An seiner Stelle befindet sich jetzt der Knappensee. Heute sind in Südbrandenburg bzw. Nordsachsen nur noch die Tagebaue Cottbus-Nord, Jänschwalde, Welzow Süd, Nochten und Reichwalde in Betrieb. Die Jahresförderung betrug im Jahre 2009 55,7 Millionen Tonnen Rohbraunkohle. Ihre Kohle beliefert die Kraftwerke Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg, sowie die Heizkraftwerke Berlin-Klingenberg und Chemnitz versorgt.

Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land 2000-2010[Bearbeiten]

IBA See

Die IBA Fürst-Pückler-Land war 10 Jahre lang federführend für den Strukturwandel im Lausitzer Braunkohlen-Tagebaugebiet. Am 31.12.2010 endete das Projekt offiziell. Bis 2012 werden alle Projekte abgeschlossen sein. 30 einmalige Vorhaben erzählen vor Ort über die Geschichte einzelner Orte, ihre Beeinflussung durch den Bergbau und ihren strukturellen Wandel mit Blick in die Zukunft. Sie bieten den Besuchern einen interessanten Einblick in die Veränderungen, der die Region in den letzten Jahrzenten unterworfen war - doch nicht nur das. Es gibt Technik zum Anfassen, Natur zum Erleben - interessante Ausflüge für die ganze Familie. Am Ende des Artikels befindet sich eine detaillierte Übersicht über die Projekte der IBA.

  • Fürst Pückler Weg - Logo.svg Fürst-Pückler-Weg - Der über 500 Kilometer lange Radrundweg wurde im Jahre 2005 von der IBA initiert und führt auf einer interessante Strecke durch die Nieder- und Oberlausitz.

Das Lausitzer Seenland[Bearbeiten]

Viele der ehemaligen Tagebaue werden nach Beendigung der Bergbautätigkeiten geflutet. Somit wird sich die Region zu einem ausgedehnten Seengebiet und damit zu einem attraktiven Erholungsgebiet entwickeln - dem Lausitzer Seenland. Alle größeren nutzbaren Gewässer werden zukünftig eine Gesamtfläche von 13.178 Hektar besitzen. Zehn Seen werden durch schiffbare Verbindungen verbunden sein. Der Tagebau Cottbus Nord wird derzeit noch bewirtschaftet und taucht in dieser Liste noch nicht auf. Ab 2015 wird auch dieser Tagebau geflutet. Damit wird der Cottbusser Ostsee ab ca. 2030 der größte der Seen sein.

Eine F60 bei der Arbeit im Tagebau Jänschwalde

Niederlausitz: (von Nord nach Süd)

  • Schlabendorfer See (600 ha, Flutung 2012) - Er entstand im ehemaligen Tagebau Schlabendoirf Süd und wurde im Gegensatz zu vielen anderen ehemaligen Tagebauen nicht geflutet sondern komplett mit Grundwasser gespeist. Von 1976 bis 1990 wurden hier 171,2 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Gleich fünf Orte mussten für die Erschließung weichen: Gliechow, Pademagk, Stiebsdorf, Presenchen und Wanninchen. Hauptanziehungspunkt sind heute die Marina Schlabendorf am See sowie die Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen.
  • Gräbendorfer See (547 ha, Nutzbar 2007) - Seit 2009 kann der Gräbendorfer See genutzt werden. Er entstammt dem ehemaligen gleichnamigen Tagebau, der 1979 bergmännisch erschlossen wurde. Von 1984 bis 1992 wurden hier insgesamt 36 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Die Orte Laasdorf und Gräbendorf verschwanden komplett, Laasow und Reddern teilweise. Mittlerweile ist der See ein beliebtes Ausflugsziel mit Badestränden, Strandbar, Schwimmendem Haus und Tauchschule.
  • Altdöberner See (879 ha, Flutung 2017) - Die Tätigkeiten am ehemaligen Tagebau Greifenhain begannen bereits im Jahre 1936. Die Dörfer Nebendorf und Neudorf wichen dem Tagebau in den 1970er Jahren. Auch der Ort Pritzen war ursprünglich für die Abbagerung vorgesehen und ragt nun als Halbinsel in den Tagebau bzw. zukünftigen See hinein, da 1992 das Ende der Abbautätigkeit beschlossen wurde. Derzeit ist der See noch nicht nutzbar und auch abgesperrt, da es in der Vergangenheit zu Rutschungen kam. Wie die endgültige Nutzung aussehen wird, ist noch unklar.
  • Ilsesee (771 ha, Flutung 2015) - Der Ilsesee liegt im ehemaligen Tagebau Meuro und ist der westlichste der an der Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg liegenden und über Kanäle verbundenen Seen. Der Tagebau war von 1958 bis 1990 in Betrieb. Namensgeber war das Dorf Meuro am südwestlichen Rand des Abbaugebietes. Auf einer Fläche von 3.583 Hektar wurden 1.840 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt und 300 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Die Ortschaften Sauo, Rauno, Reppist und Bückgen mussten damals dem Bergbau komplett weichen. Hinzu kamen Teile der benachbarten Gemeinden. Insgesamt wurden ca. 4.500 Bewohner umgesiedelt. Nach der Flutung, welche am 15. März 2007 begann, wird der Ilsesee einer der größeren des Lausitzer Seenlandes sein. Ein in Bau befindlicher schiffbarer Kanal wird unter der Bahn und der Bundesstraße B169 hindurchführen und den See mit dem Sedlitzer See verbinden.
  • Sedlitzer See (1.330 ha, Flutung 2015) - Der Sedlitzer See wird am Ende seiner Flutung der der größte Seen des Lausitzer Seenlandes sein. Geplant sind an ihm sogar ein Landeplatz für Wasserflugzeuge und ein schwimmender Steg quer über das Gewässer. Verbindungen gibt es mit dem Geierwalder- und Partwitzer sowie dem Ilsesee, letztere sogar schiffbar. 1921 begannen die Arbeiten an der Grube Ilse Ost. Im Jahre 1980 war endgültig Schluss. 267 Millionen Tonnen Rohbraunkohle wurden gefördert und an die umliegenden Fabriken zur Brikettierung geliefert.
  • Senftenberger See (1.300 ha, Nutzbar seit 1973) - Der Senftenberger See ist der bekannteste und einer der ältesten Seen im Tagebaurevier. Mit seinen 1.300 ha gehört er zu den größten künstlichen Seen Deutschlands. Er entstand im ehemaligen Tagebau Niemtsch. Er wurde bereits 1938 aufgeschlossen. Zwei Jahre später wurde die erste Kohle gefördert, wegen des Krieges aber unregelmäßig. Von 1949 bis 1966 wurden insgesamt 160 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Die Hammermühle Großkoschen und der Flugplatz Buchwalde mussten dem Vorhaben weichen dazu kam die Umverlegung von Fernverkehrsstraßen sowie die Verlegung des Flussbettes der Schwarzen Elster. Letztere war es auch schließlich, die über 5 Jahre hinweg das Tagebauloch geflutet hat. Seit 1973 ist der Senftenberger See eine der beliebtesten Erholungsregionen in Südbrandenburg. Es gibt insgesamt 7 Kilometer Badestrand an dem See, der auch mit motorisierten Booten befahren werden darf.
Die alte Postsäule von Tranitz, welches dem Tagebau Cottbus Nord weichen musste

Oberlausitz:

  • Partwitzer See (1.120 ha, Flutung 2012) - Der Partwitzer See liegt im äußersten Norden Sachsens und entstammt dem ehemaligen Tagebau Skado aus welchem 238,9 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert wurden. Bereits seit 2004 wird er mit dem Wasser der Scharzen Elster geflutet. Er wird zukünftig eine wesentliche Rolle bei der touristischen Erschließung des Lausitzer Seenlandes spielen. Durch künstliche und schiffbare Kanäle ist er mit dem Geierswalder See, dem Sedlitzer See, dem Blunoer Südsee und dem Neuwieser See verbunden. Einige Projekte gibt es bereits. Ein Reiterhof wird zu einer modernen Military-Reitanlage erweitert und nationale und internationale Turniere ermöglichen. Ein Hafen sowie ein Strand sind ebenfalls schon angelegt worden.
  • Geierswalder See (620 ha, Flutung 2005) - Der Geierswalder See wird bereits touristisch genutzt. Das Gewässer, welches aus dem Tagebau Koschen entstand ist bereits seit 2004 geflutet und seit 2006 freigegeben. Am Ort Geierswalde gibt es bereits ein maritimes Zentrum sowie einen Campingplatz. An seinem westlichen Ende steht die „Landmarke“ ein markanter Aussichtsturm, welcher auch den Spitznamen „Rostiger Nagel“ trägt.
  • Neuwieser See (632 ha, Flutung 2015) - Der Neuwieser See ist das Restloch des ehemaligen Tagebaus Bluno. Der See ist bis zu 17 Metern tief und wird zum größten Teil dem Naturschutz und der Erholung der Landschaft dienen. Speziell im Nordosten anschließendesn Areal wird es keinen menschlichen Eingriff geben. Ein Badestrand und ein ruhiges und Entwicklungsfreundliches Gebiet sind für den östlichen Rand geplant.
  • Blunoer Südsee (350 ha, Flutung 2015) - Der Blunoer Südsee ist der ehemalige Tagebau Tagebaus Spreetal/Nordschlauch. Durch Überleiter wird er später Verbindungen zum Partwitzer, Neuwieser und Sabrodter See haben. Erste Konzepte wollen an dem See gute Möglichkeiten zum Surfen vorsehen, Motorboote werden abgesehen von Fahrgastschiffen nicht zugelassen sein. Möglicherweise wird es auch Inseln für Ferienwohnungen und Veranstaltungen geben.
  • Sabrodter See (138 ha, Flutung 2015) - Der Sabrodter See ist ein Restloch welches auch dem Tagebautätigkeiten von Spreetal entspringt, wie der Blunoer Südsee. Er wird auch mit dem Bergener See verbunden werden. Im wird ein jugendlich sportliches Konzept angedacht mit Möglichkieten für Motorboote und Jetski. Hinzu kommen Sport- und Golfressorts mit Hotels und Wellnesspark.
  • Bergener See (133 ha, Flutung 2015) - Auch der Bergener See gehört zum Spreetaler Tagebaufeld. Von 1955 bis 1983 wurde hier Braunkohle gefördert. Er besteht aus zwei Teilen und dient mit Feuchtgebieten und offenem Land hauptsächlich als Rückzugsgebiet für seltene Vögel, Tiere und Pflanzen.
  • Spreetaler See (540 ha, Flutung 2015) - Die Geschichte des Spreetaler Sees geht bis in das Jahr 1906 zurück, als die Grube Hoffnung III aufegschlossen wurde. Sie sollte Kohle für Fabriken in Spremberg liefern. Im Jahr 1915 folgt in direkter Nähe die die Grube Brigitta, welche 1948 in Spreetal umbenannt wurde. 1983 war Schluss mit der Kohleförderung, welche im nahe gelegenen Spreetal/Nordost bis 1991 weitergeführt wurde. Aus ihm enstand nun der Spreetaler See. Nach der Sanierung des Restloches begann man im Jahre 1998 mit der Flutung. Einen Überleiter wird es zum benachbarten Sabrodter See geben, der ebenfalls 2015 seine Flutung vollendet haben wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Seen ist hier sogar motorisierter Wassersport möglich. Ein entsprechendes Wassersportzentrum wird es dazu am Nordwest- und Nordufer geben. Auch am Südwestufer ist ein wassersportlichen Ferienzentrum geplant.
  • Bernsteinsee (445 ha; Flutung 2006) - Der Bernsteinsee ist auch als Speicherbecken Burghammer bekannt und ist seit 2006 vollständig geflutet. Hier wird es nur sanften Tourismus an zwei Strandabschnitten geben.
  • Knappensee (286 ha; Nutzbar seit 1953) - Der Knappensee ist mit das älteste Tagebaurestloch der Region und seit seiner Flutung ein beliebtes und bekanntes Ausflugsziel südöstlich von Hoyerswerda. Er entstammt dem ehemaligen Tagebau Werminghoff I, welcher 1913 seinen Betrieb aufnahm. Von 1951 bis 1953 wurde er geflutet. Das Wasser kommt aus dem Hoyerswerdaer Schwarzwasser und dem Koblenzer Graben. Ein Damm umgibt jetzt das beliebte Sportgewässer welches man auf 8 Kilometern Länge mit dem Fahrrad oder zu Fuß umrunden kann.
  • Graureihersee (138 ha; Flutung 2005) - Auch der Grauhreihersee entstammt dem tagebau Werminghoff I. Allerdings kann er noch nicht genutzt werden. Seinen Namen verdankt das Gewässer der größten Grauhreiherkolonie Deutschlands, die hier mit 700 Brutpaaren beheimatet ist. Einen Blick auf den See kann man von der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode erhaschen. Sie ist jetzt als Energiefabrik ein Museum und sehr interessantes Industriedenkmal
  • Silbersee/Mortkasee (315 ha; Nutzbar seit 1972) - Die beiden Seen sind auch als Speicherbecken Lohsa 1 bekannt und die Restlöcher des Tagebaus Werminghoff II. Mortka-See dient der Fischaufzucht, das Friedersdorfer Restloch, der sogenannte Silbersee hat eine Funktion als Brauchwasserspeicher, Hochwasserschutz und der Niedrigwasseraufhöhung. Seit langem ist es auch ein beliebtes Bade- und Campinggewässer.
  • Dreiweiberner See (286 ha; Nutzbar seit 2002 ) - Der Dreiweiberner See ist schon eine geraume Zeit ein beliebter Badesee. 1984 bis 1989 wurden in dem gleichnamigen Tagebau insgesamt 14 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert. Dreiweibern ist ein Ortsteil von Lohsa am Nordrand des Sees. Ein Radweg führt um den See herum. Zusätzlich gibt es zwei erschlossene Badestrände. In seiner ruhigen Lage ist er noch immer ein Geheimtipp.
  • Speicherbecken Lohsa II (1.070 ha; Flutung 2013) - Das Speicherbecken Lohsa II ist das Restloch des gleichnamigen Tagebaus (auch Werminghoff III) und wird nach seiner kompletten Flutung 2013 einer der größten Seen der Region sein. 300 Millionen Tonnen Rohbraunkohle wurde hier einst gefördert. Begonnen hat seine Geschichte mit den Tagebauen Werminghoff (1933) und der Grube Glückauf(1948). Bis 1984 wurde hier Kohle gefördert.
  • Scheibesee (660 ha; Flutung 2012) - Für den Scheibesee bzw, dem Tagebau Scheibe musste der gleichnamige Ort im Jahre 1986 devastiert werden. 11 Jahre lang wurde hier Braunkohle gefördert. Eine Besonderheit ist, dass die Uferregion des Sees aus gewachsenem Relief besteht. Das eigentliche Kippengelände liegt tiefer. Badestrände wirde es zukünftig in Burg, Riegel und Tiegling geben, der Rest wird der Natur überlassen. Der See wird auch keine Verbindung zu andern Seen der Region bekommen und dem sanften Tourismus vorbehalten bleiben.
  • Bärwalder See (1.285 ha; Flutung 2008) - Mit seinen fast 13 km² ist das Restloch des Tagebaus Bärwalde der größte See Sachsens. Seit 2008 ist der See mit Wasser der Spree geflutet. 1976 begann der Abbau der Braunkohle und dauerte bis 1991. 185 Millionen Tonnen wurden in dieser Zeit gefördert, welche hauptsächlich zum Kraftwerk Boxberg geliefert wurde. Die touristische Erschließung nimmt mittlerweile Konturen an. Bei Boxberg gibt es einen Strand und das Landschaftskunstwerk „Ohr“ mit einem Rundweg und einem Theater in der Ohrmuschel. Der See lässt sich auch auf dem Fahrrad umrunden.
Panorama: Du kannst das Bild horizontal scrollen.
Der Knappensee - Restloch des ältesten Tagebaus Werminghoff I
Der Knappensee - Restloch des ältesten Tagebaus Werminghoff I

Technische Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Technische Sehenswürdigkeiten
Schaufelradbagger am Gut Geisenhof
  • Die Förderbrücke F60, Bergheider Straße 4, Lichterfeld. Tel.: +49 (0)3531-60800, Fax: +49 (0)3531-08012. in Lichterfeld ist sicherlich das beeindruckendste Zeugnis bergbautechnischer Ingenieurskunst. Diese Förderbrücken sind mit 502m Länge, 80m Höhe und bis zu 240m Breite die größten beweglichen Industriemaschinen der Welt. Hergestellt wurden sie in Lauchhammer. Insgesamt gibt es fünf Exemplare ihrer Art. Drei arbeiten derzeit in den Tagebauen Jänschwalde, Nochten und Welzow-Süd eine wird in Reichwalde ihren Betrieb zukünftig wieder aufnehmen. Die F60 in Lichterfeld ist mittlerweile ein Besucherbergwerk und kann unter Führung bestiegen werden. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Brikettfabrik Louise, Louise 111, Domsdorf. Tel.: +49 (0)35341-94005, Fax: +49 (0)35341-94894, E-Mail: . Mit 2 Pressen, 4 Tellertrocknern, 4 Flammrohrkesseln und einem Schornstein ging Europas älteste Brikettfabrik im Jahre 1882 in Betrieb. Am 18. November 1991 wird das letzte Brikett gepresst. Mittlerweile ist die Anlage ein technisches Denkmal mit wiedr aufgebauten und funktionstüchtigen Anlagen. Sie bietet Führungen inklusive der Inbetriebnahme und Vorfführung von 12 Anlagen. Zum Angebot gehören auch Wanderungen in die Bergbaufolgelandschaft. Geöffnet: Apr-Okt: täglich 10:00 (letzte Führung 16:00); Nov-Mär: Mo-Fr,So 10:00 (letzte Führung 15:00); Dez-Feb: nach Absprache. Preis: Eintritt: 5,00/2,50 (Erw./Schüler). Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Erlebniskraftwerk Plessa, Am Kraftwerk 1. Tel.: +49 (0)3533-60720, Fax: +49 (0)3533-607272, E-Mail: . - 1926 wurde der Bau des Braunkohlekraftwerkes begonnen. Nach einer Bauzeit von einem Jahr ging es mit seiner ersten Ausbaustufe mit einer Spannung von 60kV ans Netz. Die Frühschicht des 14. April 1992 war die letzte während der Betriebszeit des Werkes. Seit 1985 ist es ein technisches Denkmal. Es werden regelmäßig Führungen durch die Anlage angeboten. Geöffnet: Mo-So 10:00-15:00. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Sächsisches Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, Ernst-Thälmann-Straße 8, 02977 Hoyerswerda OT Knappenrode. Tel.: +49 (0)3571-604267, Fax: +49 (0)3571-604275. - In der Energiefabrik kann man Sächsische Industriegeschichte hautnah erleben. Zu dem Besuch gehören ein Rundgang durch die historische Fabrik sowie eine Draisinenfahrt durch das Museumsgelände. Preis: € 7,00/5,00 (Erw./Kinder bis 6 Jahre).
  • 1 Schaufelradbagger. - Nordwestlich von Senftenberg nördlich des Ortsteiles Hörlitz steht noch ein alter Schaufelradbagger vom Typ SRs 1500-1473. Er wurde 1964/65 gebaut und arbeitete im Tagebau Meuro und wurde 2003 an diese Stelle versetzt und an die anliegenden Gemeinden übergeben. Seit dem dient er als Landmarke und technisches Bergbaudenkmal. Er hat eine Gesamtlänge von 171,5 und eine Höhe von ca. 50 Metern. Stolze 3850 Tonnen bringt das Bergbaugerät auf die Waage. Das Schaufelrad misst im Durchmesser 12,5 Meter. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 2 Schachtentwässerungsanlage Klettwitz. - In den Jahren 1964 bis 1966 entstand dieser Schacht, der 63 Meter tief in das 2. Braunkohleflöz hinabreicht. Von dort aus wurde von Bergleiten horizontale Strecken seitlich in das Flöz getrieben. Es gibt sogenannte Fahr- und Sumpfstrecken. Letztere dienten der Entwässerung des Flözes. Ein Teilstück einer solchen Strecke ist vor Ort neben dem Förderturm zu sehen. 1981 wurde der Schacht außer Betrieb genommen und verfüllt. Seit 2000 dient er als Bergbaudenkmal der Gemeinde Schipkau. Geöffnet: Jeden 2. Sonntag im Monat 10:00-12:00. Typ ist Gruppenbezeichnung

Museen und Kulturstätten[Bearbeiten]

Gut Geisendorf
  • Niederlausitzer Heidemuseum, Schloßbezirk 3, Spremberg. Tel.: +49 (0)3563-602350, Fax: +49 (0)3563-602353, E-Mail: . - Das Museum berichtet über die Beziehungen vom Menschen und seiner Kultur und der Natur in der von Bergbau geprägten niederlausitzer Landschaft. Geöffnet: Di-Fr: 09:00-17:00; Sa-So: 14:00-17:00. Preis: € 2,00/1,00 (Erw./erm.).
  • Gut Geisendorf, 03103 Neupetershain. Tel.: +49 (0)35751-125-75, Fax: +49 (0)35751-125-76. - Das Gut Geisendorf versteht sich als Kulturforum für die Lausitzer Braunkohle. Es beherbergt Ausstellungen und hier finden Konzerte wie der Geisendorfer Musiksalon, Literarische Foren wie das Geisendorfer Literaturforum sowie Bürgertreffs statt. Es bietet auch Kunstereignisse und recht prominente Gäste. Das Gut Geisendorf selbst wurde im Jahre 1455 zum erstmals urkundlich erwähnt, Grundsteinlegung für das Herrenhaus war um 1600, die Eigentümer wechselten später einige male. Das Thema Braunkohle kam erstmals 1852 auf den Tisch, als erste Bohrversuche durch den Gutsbesitzer stattfanden. Der letzte Gutsherr wird 1937 Hansen Burscher von Saher auf Straußdorf. Nach seiner Flucht vor den Alliierten und Durchführung der Bodenreform wird es 1945 zum Staatseigentum. 1992 gelangt es wieder in private Hand und wird 1996 von der LAUBAG erworben. Es wird umfangreich restauriert, steht nun in Brandenburgs Denkmalliste und dient als Kulturforum - als letztes Gebäude des nun ehemaligen Ortes Geisendorf. In der Paterre befinden sich ein Foyer sowie ein Salon der Poesie und ein Salon der Musik. Dazu kommen zwei Repräsentanträume vür Präsentationen und Veranstaltungen. Die erste Etage zeigt in fünf Räumen die Geschichte und Perspektiven der Lausitzer Braunkohleförderung. Geöffnet: Di+Mi: 13:00-18:00, Do+Fr: 10:00-16:00 (Restaurierungspause: Juli-August, Schließung zur Saisonvorbereitung: Dezember-Januar).

Gedenkstätten und Dokumentationen über untergegangene Ortschaften[Bearbeiten]

  • Verschwundene Orte (Gemeindezentrum des Ortsteils Horno, Forst (Lausitz)). - Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte der 136 Orte der Niederlausitz, die ganz oder teilweise den Tagebauen weichen mussten.
  • 3 Gedenkstätte Tranitz. - Im Wald im Tagebau „Cottbus Nord“ befindet sich die Gedenkstätte Tranitz. Hier steht der Poststein des Dorfes. Die Lage der ehemaligen Dorfkneipe ist mit einem Schild markiert. Die Anreise ist mühselig und mehr gibt es auch nicht zu sehen. Wer dennoch vorbeischauen will, schwingt sich am besten auf das (robuste) Fahrrad. Start ist an der Landstraße, die zwischenden Tagebauen „Cottbus Nord“ und „Jänschwalde“ hindurchführt. Auf halber Strecke ist der Abzweig beschildert. Nun geht es eine ganzes Stück auf unbefestigten Splitwegen bis zur Gedenkstätte.
  • Gedenkstätte Reppist. befindet sich drei Kilometer nördlich von Senftenberg. Der Ort verschwand fast völlig durch das Voranschreiten des Tagebaus Meuro.

Aussichtspunkte[Bearbeiten]

Tagebau Cottbus-Nord[Bearbeiten]

Aussichtspunkte
Blick auf „Cottbus Nord“ Aussichtsturm Merzdorf
  • An den Resten des Dorfes Lakoma befindet sich ein Aussichtspunkt. Derzeit (2011) bewegt sich die Förderbrücke genau in Höhe dieses Ausblickes, so dass man einen direkten Einblick in das Abbaugeschehen bekommmt. Man verlässt Cottbus auf der B168 Richtung Guben. 1km hinter dem Stadtgebiet (noch vor dem Stadtteil Willmersdorf) biegt man an der Ampel rechts ab. Neben den zwei, drei verbliebenen Häusern befinden sich ein kleiner Parkplatz und der Aussichtspunkt.
  • Im Nordosten von Cottbus, im Stadtteil Merzdorf befindet sich ein Aussichtsturm. Dieser wurde im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2010 errichtet und bietet einen Blick über das gesamte Gelände des Tagebaus. Er ist 34 Meter hoch und über 173 Stufen zu besteigen. An seinem Fuße befindet sich nach der Flutung der Südstrand des Cottbusser Ostsees.
  • Der zweite Aussichtstturm des künftigen Sees befindet sich gegenüber im Freizeitpark von Teichland auf der Bärenbrücker Höhe. Er ist 57 Meter hoch und besitzt 272 Stufen (Eintritt 2,00 Euro).

Aktiver Tagebau Welzow Süd[Bearbeiten]

  • Ein Aussichtspunkt befindet sich an der Südkante des Tagebaus. Zu erreichen ist er über das Geländes der Firma Vattenfall westlich von Spremberg (über den kleinen Ortsteil Pulsberg).
  • Direkt an der Kante des Tagebaus befindet sich das Gut Geisendorf. Es gehört zur STadt Neupetershain und beherbert das Kulturforum der Lausitzer Braunkohle.

Ehemaliger Tagebau Meuro[Bearbeiten]

  • Ein Aussichtsturm befindet sich südlich des ehemaligen Tagebaugeländes in Hörlitz. 51° 31′ 54″ N 13° 57′ 1″ O
  • Westlich des Ortses Sedlitz liegt der Aussichtspunkt Reppist am südöstlichen Ende des Ilsesees.

Ehemaliger Tagebau Sedlitz[Bearbeiten]

  • 4 Rostiger Nagel. - Die im Oktober 2008 eingeweihte, 30 m hohe Landmarke steht am südöstlichen Ufer des Sedlitzer Sees. Das Bauwerk besteht aus 111 Tonnen wetterfestem Baustahl und kostete 1 Million €. Über 162 Stufen kann man den frei zugänglichen, stählernen Koloss ersteigen. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf den Sornoer Kanal und die umliegenden Seen und Wälder der Lausitzer Seenplatte. Der Turm entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land.

Die Erkundung der Bergbauregion[Bearbeiten]

Radwege[Bearbeiten]

  • Niederlausitzer Bergbautour - Logo.svg Niederlausitzer Bergbautour - Die Niederlausitzer Bergbautour hat eine Gesamtlänge von 510 Kilometern und berichtet zeigt viel vom Bergbau und seinen Landschaften.
  • Altbergbautour - Logo.svg Altbergbautour - Der lokale Radweg erzählt an Schautafeln von der Geschichte des Bergbaus im Muskauer Faltenbogen.
  • Geologietour - Logo.svg Geologietour - Spannend ist die Geologie im einmaligen Muskauer Faltenbogen. Gut dokumentiert auf vielen Tafeln erfährt der Reisende mehr über die geologischen Zusammenhänge.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Planungskonzept LMBV - Wasserwirtschaftliches Planungskonzept der LMBV für das Gebiet der Tagebaue in der Lausitz.
  • IBA-SEE 2010 - Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land 2000-2010
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